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Die Welt · 1900-03-02 · 9 (2.3.1900) · p. 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
4 (1900)
Issue
9 (2.3.1900)
Article
Galizisches
Date
1900-03-02
Page
8 (sequence 1)
Language
German
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Seite 8 ,Die & Welt" Nr. 9 Galizisches. Für die Art und Weise, wie die Juden in den kleineren galizischen Ortschaften bei jeder Gelegenheit chicaniert werden, bietet folgender Fall eine hübsche Illustration. Der Gemeinderath von Ruskawis hat jüngst angeordnet, dass die Bauern aus der Umgebung am Dienstag und Freitag, den zwei Markttagen, vor neun Uhr vormittags ihre landwirtschaftlichen Producte auf dem Markte nicht feilbieten dürfen. Diese anscheinend harmlose Massregel bedeutet für die judische Kaufmannschaft eine empfindliche Beeinträchtigung ihrer Interessen. Der Streit um Bar-Kochba. Ein förmlicher Wettstreit ist zwischen den Budapester Theatern entbrannt — in der Aufführung von Jargonstücken. Der beispiellose Erfolg, den Goldfadens „Sulamith" auf der Bühne des Ungarischen Theaters errungen hat (diese Oper wurde hier mehr als löOmal. und stets vor ausverkauftem Hause, gegeben) erweckte den Neid der anderen Budapester Theaterdirectoren, und so begaben sich denn drei von ihnen auf die Suche nach einem anderen Jargonstück, von dem man sich einen ähnlichen Erfolg versprechen könnte. Merkwürdigerweise verfielen sie alle drei auf ein und dasselbe Stück, nämlich auf die Oper „Bar-Kochba", deren Autor ebenfalls G o 1 dfa den ist. Aber bloss einer von diesen Directoren hat sich wegen des Aufführungsrechtes des Stückes direct mit Goldfaden ins Einvernehmen gesetzt. Es ist dies der Director des Volkstheaters, welcher das Stück von Ladislaus B e ö thy und Arpäd P ä s z t o r für die ungarische Bühne einrichten liess und bereits im nächsten Monate aufführen will. Die anderen zwei Directoren dagegen, die „Bar-Kochba" ebenfalls demnächst aufführen wollen, nämlich die Directoren des Ungarischen Theaters und der Arena im „Stadtwäldchen", sind hierzu vom Autor nicht befugt. Das Ungarische Theater hat das Aufführungsrecht des Stückes zwar für schweres Geld erworben, aber von einer Budapester Theateragentur, die niemals berechtigt war, es zu vergeben. Die Arena wieder hat das Aufführungsrecht überhaupt nicht erworben, sondern liess das Stück für 300 fl. von dem Budapester Schriftsteller Arpäd P. Zempläni einfach „umarbeiten". Es ist selbstverständlich, dass das Volkstheater, welches allein die Befugnis zur Aufführung von „Bar-Kochba" besitzt, eine Aufführung des Stückes an einer anderen Budapester Bühne nicht zulassen wird, und so steht ein interessanter Theaterprocess zu erwarten. Die Verjudung der Presse in Ungarn. In Budapest ist dieser Tage eine Broschüre erschienen, die allgemeines Aufsehen erregt. Sie benennt sich „Ungarns verjudete Presse". Wir citieren aus der Broschüre folgende Stellen: „Verjudet ist die magyarische liberale Politik, verjudet ist der Handel und Verkehr, die Industrie, die Oekonomik, der Aerzte- und Advocatenstand, verjudet ist die Kunst und die Wissenschaft, vor allem anderen aber die Presse. In Ungarn gibt es ungefähr 1000 Zeitungen, die periodisch herausgegeben werden. Darunter sind 100 katholisch, 25 protestantisch, 40 serbisch, rumänisch, slovakisch und deutschnational: die übrigen sind verjudet, d. h. sie werden im jüdischen Geiste redigiert und befinden sich in jüdischen Händen. 140 christliche Zeitungen vegetieren in Ungarn ohne Einfluss, 700 Judenzeitungen blühen, ihnen sind die Thüren der Capitalisten, aber auch die der Minister, ja sogar der Bischöfe offen. Der Leibjournalist des Primas Vaszary ist ein Jude. Alle Neuigkeiten kommen zuerst in den „Pester Lloyd" und dann erst in den „Magyar Allam", ja, sogar die Hirtenbriefe erblicken das Licht der Welt zuerst im „Pester Lloyd". Die Judenpresse monopolisiert das ganze geistige Leben Ungarns, ja, sogar die christlich-religiöse Literatur. Der katholisch-literarische Verein des Hl. Stefan zahlte jahrzehntelang Tausende und Abertausende der jüdischen Firma „Athenäum". Die Gebetbücher des bekannten katholischen Schriftstellers H o c k gibt eine jüdische Firma heraus. Der katholische Schriftsteller Crescenz D e d e k lässt das „Leben des Heiligen" bei der jüdischen Firma „Pallas" erscheinen. In Budapest existieren 25 Tagesblätler: christlich sind zwei („Magyar Allam" und „Alkotmäny"), neun haben christliche Redacteure, allerdings im Dienste der Juden, vierzehn, unter ihnen die einflussreichsten, sind gänzlich in den Händen der Juden. Aehnlich sind alle übrigen Zeitungen verjudet. — In Ungarn gibt es an 100 christliche Schriftsteller und ungefähr 100 christliche Journalisten. Sie haben einen Verein, den „Orszägos Päzmanegyesület", welcher 150 Mitglieder zählt. Der Verein vegetiert. Ganz anders ist es mit den Juden. Diese haben gut organisierte, blühende Vereine, einen in der Provinz und drei in Pest. Sie werden von der Regierung, dem hohen Clerus, den Juden und den indifferenten Christen unterstützt. Im grossen „Pensionsverein" ist der Vorsitzende ein getaufter Jude, im Directorat, welches 34 Mitglieder hat, sind 23 Juden. Von den 5 Mitgliedern des Aufsichtsrathes sind 3 Juden. „Budapesti Ujsägirök Egylete" existiert 3 Jahre. Der Bischof Schlauch schenkte ihm 1000 Kronen, der Vorsitzende ist ein Jude. Aus der magyarischen Literatur schwindet der nationale magyarische Geist. Dies wird durch den verrückten magyarischen Chauvinismus möglichst zu verdecken gesucht. Dass Ungarn dem sicheren Untergang entgegengeht, ist eine ausgemachte Thatsache." Antisemitica in England. „Reynolds' Newspaper" mit der Devise: „Volksregierung, durch das Volk und für das Volk", ein Blatt, das in einer täglichen Auflage von 350.000 erscheint, bringt in seiner dieswöchigen Sonntagsnummer unter dem Titel: „Der jüdische Capitalistenkrieg" einen Brandartikel, der sich den antisemitischen Presserzeugnissen anderer Länder würdig an die Seite stellen darf. Er lässt zunächst einen Johannesburger Minenarbeiter auf der Bildfläche erscheinen, der einem Blatte der Grafschaft Wales sein Leid klagt. Der Mann muss ziemlich belesen sein, denn er führte Citate von Bacon, Pascal, Fürst Bismarck, sogar ein ganzes Gedicht: »Der moderne Aristokrat" aus der „Saturday Review" an, endlich auch den Ausspruch eines jüdischen Renegaten, so dass man fast glauben könnte, dieser Minenarbeiter sei ein verkappter Wippchen. Daran schliesst nun das obengenannte Blatt eine tiefsinnige Betrachtung an über den „Jüdischen Krieg", aus der wir folgende Bruchstücke unseren Lesern nicht vorenthalten zu dürfen glauben. „Die Maske ist endlich herunter. Jetzt ist es sonnenklar,' dass unsere Soldaten gefallen, unser Geld hinausgeworfen worden für eines der verächtlichsten Dinge, die jemals die Welt zu verzeichnen hatte. Es ist einfach ein jüdischer — Capitalistenkrieg, und die Schelme, welche uns hineingestürzt haben, lachen sich ins Fäustchen und moquieren sich über die Narren, die ihren Lügen Glauben schenkten. Wenn es noch einen Menschen gäbe, der den geringsten Zweifel hegte bezüglich unseres schmutzigen Angriffes auf zwei kleine Republiken, um dieselben ihrer Selbständigkeit zu berauben, so können wir ihm nur anrathen, sich" — hier liegt nämlich der Hase im Pfeffer — „sich sofort einen Band von H o b s o n s „Der Krieg in Südafrika, seine Ursachen und Wirkungen" anzuschaffen. Dieses Buch ist umso wertvoller, als es das Verschulden der Transvaal - Regierung wie der „Uitlanders" in einem ganz neuen Lichte erscheinen lässt. Es scheut sich nicht, eine scharfe Kritik nach jeder Seite hin zu üben, und das gerade macht das Buch lesenswert." Und nun geht der Artikel daran, alle die .tiefsinnigen Betrachtungen herzuzählen, die den Besitz von Mr. Hobsons Buch „so überaus wertvoll" machen und den Besitz, quasi für jeden auf Bildung Anspruch machenden Menschen als absolut nöthig erscheinen lassen. „Denn die Geheimnisse dieser formidablen ,capitalistischen Conspiration' zu kennen ist jedermanns Pflicht." Mr. Hobsons frägt zuerst: „Für wen führen wir Krieg?" Er beginnt die Entwicklung Transvaals den Lesern vorzuführen. Die ersten Pionniere waren Engländer. Als aber <Jer Goldreichthum zutage trat, da war Transvaal bald von deutschen Juden derart überlaufen, dass Johannesburg richtiger Neu-Jerusalem hätte genannt werden sollen. Fast'/» der"Bevölkerung sind Juden, und sie sind es, welche die Stadt regieren. Denn auch die Nichtminenbesitzer sind Juden, kleine Geschäftsleute, Hausierer, Schnapsverkäufer etc. Das ganze Geschäft mit Dynamit ist in ihren Händen und — die ganze Presse wird von ihnen beeinflusst. Dieses „Volk ohne Land" dominiert

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