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Die Welt · 1898-12-23 · 51 (23.12.1898) · p. 13

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Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
51 (23.12.1898)
Article
New-York
Date
1898-12-23
Page
13 (sequence 2)
Language
German
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Dir. M Seite 13 Tapferkeit verrichtete. Er gieng zu ihm hin und ernannte ihn auf der Stelle zum Lieutenant. Eine solche Ernennung auf dem Schlachtfelde gilt als die höchste Ehrung, die einem Soldaten begegnen kann. Der Sergeant war ein junger Jude aus dem Staate Arizona, namens Greenwald. Ein bekannter jüdischer Advocat, David Leventritt, wurde in den höchsten Gerichtshof der New-Iork Eity entsendet, die Herren Julius Kahn (Kalifornien), Mitchell May und Jefferson M. Levy (New-Aork) in das Unterhaus des Eongresfes gewählt. Auf dem Gebiete der höheren Politik ist es interessant zu erwähnen, dass unser ausgezeichneter Glaubensgenosse, Hon. Osear S. Strauß, amerikanischer Geschäftsträger in Constantinopel, bereits einige bemerkenswerte diplomatische Erfolge während der kurzen Zeit seiner Thätigkeit errungen hat. Es heißt, dass im Laufe der nächsten Monate der Posten in Stambul zum Range einer Gesandtschaft erhoben werden soll. Ltepden 8. Wise. Montreal (Canada.) Es freut uns, unsere nach gleichen Zielen strebenden Brüder in Europa wissen zu lasten, dass auch das Judenthum von Canada unter dem Herrschaftszeichen des Zionismus steht. Das herrlichste Verdienst der neuen Volksbewegung besteht ja darin, dass zum erstenmale in der Geschichte des Golus die versprengten Glieder zum Bewusstsein ihrer Zusammengehörigkeit zu einem unsterblichen Körper gebracht werden. Das Judenthum, das bisher in einer nichtswürdigen, fühllosen Erstarrung gelegen, hat Nerven bekommen, durch deren organische Leitung alles, was ihm an Gutem und Bösem widerfährt, auf ein Centimm bezogen wird. Das Gehirn, das registrierende Centrum des organischen Judenthums, stellt sich im Baseler Congreste dar. Gerade uns, die so weit vom Centrum absteheu, ohne die lebendige Fühlung mit ihm zu verlieren, drängt sich dieses Bild auf. Dem Congreste gelten unsere feinsten und herzlichsten Regungen. Das kam in der Generalversammlung unseres Vereines zum Ausdruck. Gemäß einer iu derselben einmüthig gefassten Resolution habe ich Ihnen unser aller tiefe Geuugthuung über den glänzenden Erfolg des zweiten Congrestes und die überaus verdienstliche Leitungdesselben durch Dr. H e r z l zur Kenntnis zn bringen. Unsere Mitgliederzahl vergrößert sich von Tag zu Tag. aus allen Kreisen kommen begeisterte Zustimmungserklärungcn. Ich leitete heute an das Bureau des Ziouistencongrestes das ansehnliche Ergebnis der zweiten Schekelsammlung dieses Jahres und bin schon in der dritten Sammlungsserie begriffen. Da wir bisher keinen osticiellen Congressbericht erhalten haben und nur auf die Zeitungsberichte angewiesen waren, freuen wir uns sehr auf die englische und hebräische Ausgabe des Protokolls. Nicht minder gespannt warten wir auf -die osticiellen Verlautbarungen der Bank, um uns an ihr, dem Ausmaß unserer Kräfte entsprechend, zu betheiligen. Für das Ende des Monats Jännerbereiten wir eine große Demonstrationsversammlnng vor, bei welcher außer zionistischen Ansprachen skioptische Darstellungen von Scenen aus den jüdischen Colonien und vom Baseler Congreste geboten werden sollen. Ebenso haben wir den Plan, am Sabbath Chanuka in unseren drei Hauptsynagogen durch passende Predigten den zionistischen Gedanken zn verbreiten. Auf diese Weise fasten wir bei großen Gelegenheiten das, was wir aus der „W e l t" in wöchentlichen Lectionen lernen, zusammen. Ist es nach alledem nothwendig, erst zu erwähnen, mit welchem Jubel uns die Nachrichten, über den Erfolg der zionistischen Deputation erfüllt haben?. Näheres darüber zu erfahren, sind wir natürlich ebenso begierig, wie hunderttausend andere auch. Wir werden uns aber wohl vor der thörichte» Jndiscretion hüten, directe Fragen zu stellen. Denn wir haben das Vertrauen zu unseren Führern; im geeigneten Momente werden sie das Geeignete bekannt geben. Und im übrigen ist die Sache Zions bei ihnen wohl geborgen. Glarence J. de Sola. P Berlin. An das zionistische Actionscomitv, Wien. Im Aufträge der Berliner zionistischen Vereinigung theilen wir ihnen hierdurch mit, dass dieselbe in ihrer letzten Generalversammlung am 6. d. M. folgende Resolution einstimmig gefasst hat: „Die Berliner zionistische Vereinigung protestiert energisch gegen die von Herrn W. Bambus und dem Organ „Z i o n" fortgesetzt gegen die anerkannten Führer des Zionismus gerichteten Angriffe, in der Ueberzeugung, dass diese Angriffe die Bewegung schädigen müssen. Desgleichen verurtheilt sie aufs schärfste die von Herrn B a mb u s beliebte persönliche Angriffsweise gegen den Congressreferenten Herrn Leo M o z k i n. Die Vereinigung erklärt, dass der „Zion" nicht als ein Organ der Berliner, geschweige denn der deutschen Zionisten zu betrachten ist." Der Vorstand der Berliner zionistischen Vereinigung. I. A.: Tr. I os ep h, erster Schriftführer. Tr. I. K atz, erster Vorsitzender. Brün».Am1.December veranstaltete der Leseverein jüdischer Mädchen „I e h u d i t h" einen Familienabend, der die Brunner Zionisten zu einer äußerst gelungenen Veranstaltung vereinigte. Eröffnet wurde der Abend mit einem von der Vereinspräsidentin Frl. Olga Abeles verfassten und von Frl. Therese Schmied sehr hübsch vorgetragenen Prolog, der sowohl für die Vortragende, als auch für die abwesende Verfasserin einen wahren Beifallssturm entfesselte. An den Prolog schlossen sich in bunter Abwechslung musikalische und declamatorische Darbietungen ernsten und heiteren Charakters, in die sich die Damen Schmied, Eugenie T u s ch a k, Marie Weiß und die Herren Siegfried Redlich und Fischer theillen. Besonderen Beifall errang das vortreffliche Bereinsorchester der „Veritas", das an diesem Abend zum erstenmal mit großem Erfolge concertierte. Der Akademie folgte ein überaus animiertes Tanzkränzchen. Stanisla«, 5. December. Gestern fand im Locale des Vereines „E r e z Israel" eine Trauerandacht für den seligen Rabbiner Schreier statt. Es wohnten ihr mehr als hundert Personen bei. Herr M. Wundermann, der Obmann des hebräischen Elubs "mVD rBw» hielt dem Verblichenen in hebräischer Sprache einen ergreifenden Nachruf. Die Zionisten haben in dem Rabbiner Schreier einen der tapfersten Bahnbrecher für die zionistische Idee verloren. Aber auch die Nichlzionisten beklagen seinen Tod, denn seine zahlreichen talmudistischen Werke sind bei allen Talmudisten hochgeschätzt und der selige Rabbiner galt als eine der größten talmudistischen Autoritäten der jetzigen Zeit. Nach Herrn Wunder mann sprach der Präsident des hiesigen Vereines, Herr Dr. Schur, in deutscher Sprache. Seine Worte machten 'auf die Zuhörer — größtenteils Ehassidim — tiefen Eindruck. Zum Schluffe der Trauerseier sprach der Cantor Schkolnik. Skatat, 28. November. Heute begleiteten wir die irdische Hülle des Herrn Gerson MarguleS, Bürgerm ei st ers zur letzten Ruhe. Der Verblichene war ein Anhänger unserer Idee. Bnczacz. Am 16. November fand hier eine Generalversammlung des Vereines „Zion" statt, welche von Herrn S. T h a l e r, der sich schon um den Zionismus sehr verdient gcnracht hat, eröffnet wurde. Er schilderte in kurzen Worten die Entwicklung des Zionismus innerhalb der letzten zwei Jahre, erwähnte der Schekel-Institution und appellierte an die Jugend, sie möge als Trägerin der Zukunft des Judenthums ihre frische Kraft dem Zionismus widmen und das Wohl des Vereines fördern. Es wurden hierauf sofort auf Antrag des Herrn Doctors G o l d st a u b Schekelsammlungen vorgenommen. ' Nach vielen lebhaften Dicusstonen wurde dann zur Wahl des Ausschusses geschritten. Es wurden folgende Herren gewählt: H. Stern zum Obmann, Dr. *s>. Gold staub zum Obmann-Stellvertreter, A. Zeimer zum ersten Schriftsüyrer, D. Neumann zum zweiten Schriftführer, Eh. O. S e g a l l zum Cassier, M. Andermann, A. D u l b e r g, B. H o l z st e i n und I. H. Weisser zu Ausschussmitgliedern, L. Fried und M. Schächter zu Ersatzmännern. Die Versammlung schloss unter Hochrufen auf Dr. H e r z l. Samstag war hier Herr Taubes aus Kolomea und hielt nn Jargon zwei begeisternde Vorträge, einen nachmittags in der großen Synagoge und den zweiten abends in einem anderen Gebethause. Er erntete lebhaften Beifall und gewann für den Verein viele neue Mitglieder. Kalnsz. Unser kaum gegründeter Verein „Zion" hat schon einen glänzenden Erfolg zu verzeichnen. Er gewinnt immer mehr an Ausdehnung, wovon die am 6. d. M. abgehaltene Jnaugurationsfeier unseres Vereines glänzendes Zeugnis abgelegt hat.

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