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Die Welt · 1898-12-23 · 51 (23.12.1898) · p. 9

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Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
51 (23.12.1898)
Article
[Ohne Titel] / Ellmann, J. H.
Date
1898-12-23
Page
9 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 51 J*$WdC Sette 9 Damit ist die famose Erklärung der Protestrabbiner endgiltig abgethan und in die Rumpelkammer geworfen. Und das sollen wir der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" verdanken? Bitte, klären Sie mich darüber auf. Braila, 3./15. December 1898. Ihr ergebener I. H. E l l m a n n. Für die geplünderte« Jude« in Galizien. Aus Grzymalorv. (In Summe —65fl.— bereits ausgewiesen.) W. Badian 5 fl.; I. Badian, M. Badian, D. Bleich je 2 fl.; S. W. Gottesmann. S. Margulies, M. Eisenberg, M. Süß. I. Samet. L. Kirschen, H. Us'lip je 1 fl.; I. Wolman, Dr. A. Schmeterling, Dr. Popiel, M. Sygal, M. Salztiegel, I. M. Frances, S. Brennholz, N. Feldmann. N. Nussbaum, ^M. Sonnenschein. P. Parnass, I. Parnass, D. E. Gruberg/ I. Jarczower, P. Kornstein, K. Kornstein. S.Ginzberg, J.H.Düner, M. Feldmann, M.Rosenstrauch, B. Rosenstrauch S. Kahane, M. Badian, I. Kahne, B. Kahne, A. Katz, E. Galensie, I. Samet, H. Gottesmann, CH. Neuberger, A. Fried, S. Löwenhar, I. M. Sparer, S. Degen, W. Schor, S. Glasner, I. Gottlieb, M. Bernstein. I. Baumöl, L. Plasker, I. Polach, 9t. Krupnik, S. L. Meistrich, S. Kaczer, F. Fuhrmann, D. Schwarz, S. Schrift, I. Achselrad. CH. Süß. A. Gänser, S. Kahne, S. Fial, S. Schwarz, M. Kahne, I. Twiasschor, S. Benjamin, I. Czaban, A. Fell, M. Buchsbaum, M. Mallner je 1 Krone: I. Elfenbein, I. Achselrad, M. Katz, A. Menczel, B. Freud, M. Kirschen, I. Ruß, M. Feldmann, W. Laner, A. Meistrich, M L. Horowitz, S. Ronis, I. Bleich, I. Nussbanm, I. Fink, Ch. Erdreich, L. Kirschner, CH. Widerhorn, M. Erdreich. R. Kirschner, W. Bäcker, M. Pohoriles, I. Goldner, M. Wahrhaftig, I. Horowitz, I. Okien, R. Blitz, O. Heilpern, I. Reisberg, M." Diner. S. Melamid, I. Fried, I. Kahane, L. Bänder, S. Diner, M. Finkeistein, G. Schönhaut, I. Süßermann, B. Rothers, I. Mellner, L. Fischel, I. Gruberg I. Gottlieb, L. Sonnenschein, M. Marcus, H. Rosenzweig, S. Pick, A. Katz, F. Schuster, 9l. Löwenhar, M. Bäder, I. H. Löwenhar, S. Löwenhar, L. Schmied, Sg. Löwenhar, §l. Weißbrod, S. Aschensarb. D. Kramrasch. Ö. Polak, B. Rothers zwischen 50 und 12 Kreuzer; M. W. Kahane 58 Kreuzer. Aus Transvaal: ^einuun Zion". Randsontein 15-3 Pfd. St. Für Jacob Hagel: Meier Bleier, Pilsen 3fl.;Dr. A. St. 4 fl. W Weltchromk. Das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens hat. wie die „Wiener Zeitung" vom 20. December verlautbart, der Kaiser dem österreichischen Staatsangehörigen, Chef der serotheraveutischen Abtheilung des Pasteur'schen Institutes in Paris, Dr. Alexander M a r m o r e k, verliehen. — Die Veranlassung dieser Auszeichnung ist bekannt: Dr. Marmore! war es, der. als die Pestfälle in Wien eintratcn, mit äußerster Beschleunigung eine Quantität des Pestserums von Paris nach Wien brachte. Ter energische Arzt machte die Fahrt auf der Locomotive des Zuges mit, da er keine Zeit mehr hatte, eine Karre zu lösen. Die Auszeichnung, welche dem verdienstvollen Arzte zutheil geworden ist, wird gewiss mit allgemeiner Genugthuung begrüßt werden. — Dr. Alerander Marmorek ist Mitglied des zionistischen Actionscomites für Frankreich. Die Stimme für Zola. Bei der letzten Wahl für die französische Akademie ist auch eine Stimme für Zola abgegeben worden. Man war zuerst der Ansicht, dass diese murhige Protestgebung von Anatole France herrührre. Das war aber ein Jrrthum. Wie jetzt bekannt wird, war es Victorien Sardou, der bei zwei Wahlgängen für Zola stimmte, um seiner Bewunderung für dessen Haltung Ausdruck zu geben. Die antisemitische Schreckensherrschaft in Algier. Algier zählt 10.000 Juden. Man sieht sie nicht mehr: sie verkriechen sich: sie leben unter einer Schreckensherrschaft. Max Regis stellt in seinem Blatte „Le Nouvel Anti-Juif" die Europäerinnen an den Pranger, welche in die jüdischen Läden gehen. Diese Damen werden photographiert und, wenn sie sich nicht bessern, öffentlich mit Ruthen gestrichen. Die Juden dürfen ihre Waren nicht mehr ausstellen. Sie dürfen ihre gewöhnlichen Berufsarten nicht mehr ausüben. So will es Max Regis. Ter Generalgouverneur vermag nichts dagegen, weil die Polizei sich nach französischem Brauche in den Händen des Bürgermeisters befindet, der seine Gewalt missbrauche Mar Rsigis lässt, was noch schlimmer, die Araber, sowie das spanische und italienische Gesindel, das mit ihnen lebt, auf petzen, so dass man jeden Abend mit Lederriemcn bewaffnete Emyemusche an den Straßenecken lauern sehen kann. Kommt ein Jude oder eine Jüdin vorbei, so kommen sie aus ihrem Hinterhalte hervor. So weit ist es schon, dass die Araber bitten, es möchten ihnen Raubzüge in die jüdischen Viertel bewilligt werden. Wie Onkel Sam seine Schulden tilgt. Der „Internationale Volkswirth" schreibt: Wir leben in einem nüchternen Zeitalter: der Realismus beherrscht alle Vorgänge, alle Formeln, alle Aeußerungen des öffentlichen Lebens. Die Staaten sind weder pathetisch in der Bethätigung ihrer geschäftlichen Verpflichtungen, noch allzu tragisch, wenn die traurige Noth an ihre Thüren klopft und sie zu Zahlungseinstellungen zwingt. Da war es doch im Zeitalter der Romantik anders. Der Einzelstaat Missisippi contrahierte im Jahre 1831 eine 00.000 Pfd, Sterl.-Anleihe zu 6 Perc., die „Planters Bank Bonds", und sieben Jahre später eine öpercentige in Höhe von 1 Million Pfund Sterling, die „Union Bank Bonds"/und zwar in Europa. Am I. März 1841 waren dem Staat gewisse Bedenken über die Würdigkeit seiner Gläubiger aufgestiegen, und Se. Excellenz der Gouverneur von Missisippi verlas folgende denkwürdige Congressbotschaft: „Unsere Bonds sind in die Hände einer Persönlichkeit gefallen, in deren Adern das Blut Judas und das Blut Shylocks fließt und welch: die Eigenschaft dieser ihrer Landsleute vereinigt. Diesem Manne sind die Silberminen Mexikos und die Quecksilberbergwerke Spaniens verpfändet; er hat der hohen Pforte Geld vorgeschoffen und als Sicherheit die heilige Stadt Jerusalem und das Grab unseres Erlösers empfangen, ihm sollen wir unsere Baumwollenplantagen verpfänden, unsere Kinder als Sclaven verkaufen!" Die blumenreiche Sprache hat gewirkt; vom 1. März 1841 bis zum heutigen Tage haben die Bürger des Staates Missisippi keinen Groschen an Zins oder Capital an die Emissionsstelle (Rothschild) gelangen lassen, die Entrüstung über diesen Gläubiger hat sich noch nicht gelegt, und in der Thar figuriert Missisippi in den Büchern des englischen Schutzvereines nnt 4,255.000 Pfd, Sterling als an Capital und Zins rückständig. Die Entdeckung des Todte» Meeres ist ein Problem, mit welchem sich die neuereu Geologen vielfach beschäftigt haben und bezüglich desselben sie in der Hauptsache zu übereinstimmenden Ergebnissen gekommen sind. Zu den jüngsten Erklärungsversuchen gehört derjenige, den der österreichische Geologe Professor Diener gegeben hat. Er geht davon aus, dass jede Erklärung der Katastrophe sich einerseits dem biblischen Text anpassen,- dann aber auch in den localen Verhältnissen seine Begründung finden müsse. Aus dem biblischen Berichte lassen sich nach Diener deutlich zwei verschiedene Vorgänge während der Katastrophe entnehmen. Vers 24 deutet auf eine Naturerscheinung, die sich in der Arhmosphäre abspielle. Vers 25 dagegen setztdie Artsder Zerstörung selbst näher auseinander und beschreibt sie als Wirkung einer Kraft, welche die Stadt und die ganze Umgebung umkehrte. Das Naturereignis, welches die eigentliche Katastrophe herbeiführte, vernichtete die Städte, indem es sie niederwarf und zum Einsturz brachte. Die wesentliche Ursache des Unterganges der Pentapolis sieht Prof. Diener daher in einem Erdbeben. Heftige Erdbeben haben in vielen Fällen auch ein Hervortreten des Grundwassers und eine theilwcise Ueberflutung' des betroffenen Gebietes zur Folge. Solches Heraufpressen des unterirdischen Grundwassers und das dadurch vcranlasste 0 t ach sinken des Bodens würden nach Prof. Diener auch die Erklärung der Umwandlung des Thales^Siddim in einen Salzmorast liefern. Zoar, wohin Loth mit den Seinigen sich rettete, lag am Rande des Gebirges aus festem Felsen und blieb verschont. Was die Art der Naturerscheinung anvelangt, die nach Vers 34 die Einleitung der Katastrophe von Sodom und Gomorrha bildete, so gestatten nach Diener die biblischen Ausdrücke und die bestimmte Angabe, dass Feuer vom Himmel herab auf die Städte regnete, kaum eine andere Erklärung, als dass es sich um ein vulcanisches Phänomen handelte. Vulcanische Bildungen finden sich auf der Ostseite des Todten Meeres an mehreren Stellen und die Möglichkeit, dass ein Vulcan des Hochlandes von Moab selbst noch innerhalb der historischen Zeit euren Ausbruch gehabt habe, ist nicht abzuweisen. Nun weiß man aber aus Erfahrungen an anderen Punkten der Erdoberfläche, dass heftige Erdstöße bisweilen imstande sind, einen lange Zeit ruhenden Vulcan zu plötzlichem Ausbruche zu veranlassen. „Mit jähem Schlage," schildert Prof. Diener, „zerrissen die Massen, welche die Oeffnung des Kraters verstopften, ein Theil wird herausgeschleudert, fällr als glühende Lapilli und Aschenregen auf die Umgebung nieder, und eine mächtige Wolke von Wasserdampf steigt aus dem fteigewordenen -Schlot in die Höhe. Das ist jene Rauchsäule, die Abraham von der Rundkante des Plateaus bei Hebron im Osten aufsteigen sieht .gleich der Rauchsäule aus einem Schmelzofen'' und welche die ganze Gegend der Pentapolis seinen Blicken entzieht, so dass er glaubte, sie rühre von einem Brande der Städte her." Die von Professor Diener gegebene Erklärung steht mit dem biblischen Berichte ebensowohl als mit den physischen Verhältnissen der Gegend am Todten 9)teere durchaus im Einklang, und die uralte Ueberlicferung der Schrift wird auf diese Weise durch die Forschungen der modernen Wissenschaft dem Verständnisse erschlossen. „Köln. Ztg."

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