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Die Welt · 1898-11-18 · 46 (18.11.1898) · p. 13

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Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
46 (18.11.1898)
Article
Drohobycz
Date
1898-11-18
Page
13 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 46 SM OWdt Seite 13 auszudrücken, welcher Antrag mit stürmischem Beifall angenommen wurde. Das Schlusswort hatte Herr A. Backenroth. J. M. Wojnilow. Am 16. October d. I. sprach hier Herr H i l l e l S u s m a n aus Majadan, bei Stanislau, im Bet- Hamedrasch in einer großen jüdischen Volksversammlung über den politischen Zionismus, und die Nothwcndigkeit, der Golonialbank. Der Vortragende erklärte die moralische und ökonomische Bedeutung des Zionismus und bewies, dass Palästina, vermöge seiner geographischen Lage in jeder Beziehung geeignet sei, nebst dem Ackerbau auch Handel und Industrie, zur höchsten Blüte zu entfallen. Der Redner wurde oftmals von stürmischem Beifall unterbrochen. Rach Schluss des Vortrages veranstalteten die Mitglieder des hiesigen Vereines „Dorschei Zion" zu Ehren des erwähnten Redners einen Abschied-Eommers. Aus dem Connuers sprachen unter andern: die Herren D. Singer, H. Sussm a n n und M. R e i s s. Bursztyn. Der Zionismus macht hier erfreuliche Fortschritte. Die Judenercesse haben eben vielen unserer Stammesgenossen, die früher in beschaulicher Indolenz dahingelebt haben, die Augen geöffnet. Dass eine Judenfrage existiert, haben unsere Stammesgenossen in recht drastischer Weise am eigenen Leibe gespürt, und so fühlen sie sich denn bewogen, an eine Lösung der Judenfrage zu denken. Alle Bürger, der Rabbiner (ein alter Gelehrter, der auch bei den Excessen misshandelt wurde», und seine ganze Gemeinde beschäftigen sich jetzt mit dem Zionismns. Ein zionistischer Verein mit einer stattlichen Mitgli.'deranzahl wurde ins Leben gerufen. Dienstag, am l. November, wurde der Verein durch eine treffliche Rede unseres Gesinnungsgenossen, Herrn Tiger aus Lemberg eröffnet. Ter Verein constiruiert sich auf Basis des Baseler Programms.!>. F. Pitesci l Rumänien.» Gelegentlich der hohen Feiertage wurde im hiesigen Tempel auf Veranlassung des Gultusvorstandes >Im<stnA»el'ri.s:ll für die Leiter der zionistischen Bewegung, Toctor Th. Herz l, Dr. Max N o r d a n, Professor Tr. M a n d e lst a m ni, Bernhard L a z a r e, Tr. G a st e r und Samuel P i n e l e s gesprochen. Am Versöhnungstage hielt der Präsident der hiesigen Ortsgruppe, Dr. I. Albeanu, einen zionistischen Vortrag. Am zweiten Succothtage erstattete der Präsident Bericht über den zweiten Baseler Gongress. Durch die Vermittlung unseres Vicepräsidenten hat sich auch im benachbarten Städtchen Rosioni eine Ortsgruppe gebildet. S. Sofia. Der Ccntralverein „Zion" veranstaltete jüngst Neuwahlen. Zum Präsidenten wurde He^r Advocat I e s ch u a 5* alef, Delegierter des Baseler Eongrcfscs, gewählt. Sofia. In dem Aufrufe des Baseler provisorischen Frauencomitös hat sich ein kleiner Jrrthum eingeschlichen. Das Gomitömitglied aus Sofia heißt nicht Sophie Herb st, sondern Malvine Herb st. Edinburgh. Sonntag den 30. October fand hier eine Generalversammlung des Vereines ..Chowewe Zion" statt, in welcher der Präses Herr Fry mann den Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Jahr erstattete. Tie Thätigkcir erstreckte sich sowohl auf Schekelsammlung wie auch auf Sammlungen für andere zionistische Zwecke wie den „Gan-Schemuel" die Jasfaer Schule etc. Tie Versammlung schloß mit der "Annahme einer Resolution zur Gründung einer Gesellschaft für den Import von Producten aus den jüdischen Colonien in Palästina. .-V 1.. G Eine Berichtigung. Frankfurt a. M. Im Mainzer „Israelit" und anderen deutschen Blättern wurde mitgetheilt, dass die türkischen Behörden allen hebräischen und besonders z i o n i st i s ch e n Zeitschriften wie der „Hazefirah" u. dgl. den Postdebit entzogen haben. Wie ich aus authentischen Quellen in Jerusalem erfahre, ist von behördlicher Seite keine jüdische Zeitung verboten. Sämmtliche zionistischen Zeitungen insbesondere auch die „Welt" finden ungestörten Eingang und liegen sogar in der Nationalbibliothek „Ginse Josef" auf. Den Anlass zu obiger falschen Nachricht mag vielleicht der Umstand gegeben haben, dass der Chacham Baschi von Constantinopel durch Affichierung in der Synagoge die „Hazesirah" in Bann gelegt, weil ihr zionistischer Inhalt nach seiner, des Rabbi, Ansicht schädlich wäre. Er wandte sich auch an den Ehacham Baschi von Jerusalem mit der Bitte, seinen Bannspruch zu unterstützen. Wie es scheint, ist Rabbiner L e w i in Eonstantinopel in dem Wahne der deutschen Protestrabbiner befangen, dass der Zionismus sich nrcht mit dem Patriotismus am jetzigen Wohnorte der Juden vertragen tonne und deshalb, befürchtet er vielleicht auch, würde der Zionismus die türkischen Juden bei der dortigen Regierung verdächtigen. Allein die türkischen Blätter beweisen die Unhaltbarkeit dieser Annahme und zeugen dafür, dass man an den Usern des Bosporus von allem unterrichtet ist, was im zionistischen Lager gesagt und angestrebt wird. Auch bedarf es keines besseren Beweises, a'.s der telegraphischen Erwiderung des Sultans auf die Begrüßung seitens des Präsidenten des Baseler Congresses. Wir Zionisten sind wegen des Verdachtes illoyaler Handlungen weniger besorgt, uns muss es vielmehr schmerzen, wenn wir sehen, mit welchen Mitteln gegen uns von Seiten unserer jüdischen Gegner gekämpft wird. A. S. I e h u d a. W Vemnsnachrichtk». Wien. Gommers der „Kadi m a h". Mittwoch, den '.». November 3 Uhr abends fand im Restaurant „Kaiserhof" der Eröffnungscomnlers deS XXXll. Semesters der akademischen Verbindung „Kadimah" statt. Ter Saal war überfüllt. Außer der zahlreich vertretenen jüdischen Studentenschaft waren fast alle in Wien anwesenden „alten Herren" der Verbindung, unter ihnen Herr Tr. K o k e s ch, Dr. Siegmund Werner, Dr. Rath. B i r n b a u m, die Mitglieder des zionistischen "Actionscomit.'-s, 'Architekt M a r m o r e k. Eil m a n n und Tr. K a h n, Herr Tr. Alex. AN i n tz und viele Gönner und Freunde der Verbindung gekommen. Zahlreich erschienen die Mitglieder der zionistischen Verbindungen „Jvria", „Unitas" und „Makkabäa", des ideologischen Vereines, der „Bar-Kochba", der jüdischen "Arbeitervereine „Achwah" und „Jordania". Nachdem der Präsident der „Kadimah", Herr stiul. t.'chn. Mar «tiberberg, den Gommers eröffnet hatte, setzte er in längerer Rede untergroßem Beifalle der Versammlung die Tendenzen der Verbindung auseinander. Er zeigte, indem er die Geschichte der Inden betrachtete, die Unduldsamkeit der Völker gegen die Juden, die sich seit der Tiaspora gleich geblieben. Tie Inden feien jedoch, nachdem sie eine bittere Schale durchgemacht, zur Erkenntnis ihrer nationalen Individualität gelangt. Tiefer "Nationalismus sei ein historisch berechtigter und weck entfernt, in nationalen GhauvinismuS auszuarten. Tie Zionisten wollen ihr Volk nach ziveitausendjährigem Stillstände einem geschichtlich nvthwendigen Fortschritte zuführen, ^-ie wollen ein nationales Gentrum schaffen, die alte Heimat für die Verbannten Israels. Es sprachen noch inest B o g a d anf die gesinnungsgcnössischen Verbindungen, techn. Josef Bing auf die „allen Herren". Dr. Sicgmund Werner antwortete im "Namen der „alten Herren" der „Kadimah". Herr E l l m a n n, Mitglied des zionistischen Acrionscomir«'-s, toastierte im Namen der rumänischen Zionisten auf die „Kadimah". Es sprachen ferner die „alten Herren" der „.Kadimah" Tr. 2 ch a l i t und Tr. Nathan B i r n lsta u m, und stud. jur. Ehrlich im Namen der Wiener zionistischen Verbindungen „Jvria", „Unitas", „Malkabäa", Rabbinatscandidat Tr. H ö ch im Namen des theologischen Vereines. -- Der gemüthliche Theil des Gommerses, der durch die Vorlesung einer äußerst humorvollen Kneipzeitung durch stu<], motl. Julius Upri m n y eingelcitet wurde, schloß in höchst animierter Stimmung. Wicu. Tie akademische Verbindung „L i b a n o n i a" veranstaltete am 2. d. M. im Prachtsaale des Bairischen Hofes den Eröffnungscommcrs des IX. Semesters. Weit mehr als 2>o Personen füllten die weiten Räume deS Festsaales. Auch zahlreiche Damen waren der Einladung gefolgt. Das Präsidium begrüßte die alten Herren der Verbindung, ferner die zahlreich erschienenen Gönner, Förderer und Freunde, die zahlreich anwesenden bundesbrüderlichen Verbindungen „Jvria", „Kadimah". „Malkabäa", „Theologia" und „Unitas", die Vertreterinnen dcr „Hadafsa" und „Moria", die zahlreich erschienenen Vertreter des zionistischen "Arbeitervereines „Achwah" und des Einzelvereines „Zion", Ortsgruppe Olmütz. Hierauf ergriff teelln. Otto Steiner das Wort zur Tendenzrede. Stürmischer Beifall lohnte die trefflichen Ausführungen des Redners. Nach Absingung des Bundesliedcs begrüßte inest. David H u s ch a k die alten Herren der „Libanonia", woraus Thierarzt "A. H. W o h l m u t h namens derselben dankte. Nachdem die Vertreter der akademischen Verbindungen die „Libanonia" beglückwünscht hatten, folgte der inofficielle Theil, der in animierter Stimmung den schönen Abend beschloß. D. H. Wien. Ter vom jüdischen Arbeitervereine ...^(strxvnckam 3. d. IN. veranstaltete erste Geselligkeitsabend fand so massenhaften Zuspruch, dass sich die geräumigen Fischer'schen Saallocalitäten als viel zu klein erwiesen und ein großer Theil der aus allen Bezirken Zugeströmten leider keinen Einlass mehr finden konnte. Ter Dichter G o l df a d e n, u n s e r Goldfaden, dessen Namen dieser Abend trügTofd erj erttg§7A7er die Sehnsucht nach dem Judenland in Worte kleidet, und der unserer Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in unser Land in von poetischem Schwung getragenen Worten Ausdruck verleiht.-Kein Wunder also, dass

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