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Die Welt · 1898-11-04 · 44 (4.11.1898) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
44 (4.11.1898)
Article
Lemberg [Nachricht] / E.
Date
1898-11-04
Page
11 (sequence 1)
Language
German
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•Jix. 44 Seile ll Lemberg. Im Verein „v ö v■* c h c> Schlm Z i <> u*; hat die J. Generalversammlung stattgefunden. Herr Sch. M elzer hat in einer mehr als zweistündigen Rede die Ziele des Zionismus auseinandergesetzt. Mit Rücksicht daraus, dass die Majorität der Vereinsmitglieder aus gcsetzestreuen Juden besteht, hat er zahlreiche Citate aus Bibel, Talmud, Midraschim und späteren Werken angeführt. Besonderen Beifall fand die Anführung folgender Raschi-Stelle: Raschi, zu Jeschajahu .">!), 20: uwä l'ziön ”öel: kol z’man scheziöu ehaiewa adajau lö ba hap'el. „Solange Zion wüst ist, kommt der Erlöser noch nicht." Nach der Rede des Herrn M e l z e r fand die Wahl statt. Es wurde per Acclamation Sr. Ehrwürden Rabbiner I. S ch m c l k e s zum Ehrenpräsidenten, zum Obmann Dr. Munk, zu Vice-Obmännern I. L. Lipschütz und Josef Joel Philip gewählt. E. Dolimr. Ter Verein „Bnei Zion" gewinnt mit jeder Woche ^an Ausdehnung. Dank der Agitation des Herrn H. Grob haben sich mehrere jüdische Beamte des Popper'schen Dämpfsägc- Comptorrs unserem Vereine angeschlosscn. Am Vorabend des Thora-Festes wurden in der Synagoge für zionistische Zwecke Spenden gewidmet und für Herrn Tr. Herzl Bittgebete verrichtet. T. Ackermann «Bessarabien). fllnlässl.ch des Schemini-Azereth- Fcstes hielt unser Gesinnungsgenosse I. S. Tracht m a n n in der hiesigen Synagoge ein glänzendes Referat über den Zionismus. Przcmysl. Vor kurzem referierte der hiesige Delegierte zum Baseler Eongrcsse Herr Tr. I. Leo Landau überden Congress vor einer zahlreich besuchten Versammlung. Seine Rede, die 2 Stunden dauerte, fand großen Beifall. Nach Schluss derselben wurde ein Banquet zu Ehren des Delegierten gegeben, das bis Mitternacht dauerte. Herr Dr. Landau hielt auch in I a r o s l a u am zweiten Sükothtage aus Anregung unseres Gesinnungsgenossen Herrn Tr. B u m e n s e l d eine glänzende Rede über die Bedeutung des Festes, bei welcher Gelegenheit er die jüdisch-nationale Idee und den Zionismus beleuchtete. Z. Bojan «Bukowina». Am 2:>. October fand die II. ordentliche Generalversammlung des Vereines .Ohave Ziori” statt. Nachdem dem früheren Ausschüsse das Absolutorium erthcilc worden war, wurden die Herren N. Retter, S. Metsch, I. I. Rosen, S. Gottesmann, S. Reiner, I. Rappaport, L. Klinger und H. Metsch in den neuen Ausschuss gewählt. Ter Verein erhielt bei der II. Generalversammlung einen erheblichen Zuwachs an Mitgliedern, so dass die Zahl derselben aus das Toppelte gestiegen ist, was umso bemerkenswerter ist, als die hiesige Bevölkerung hauptsächlich orthodox ist. St. Petersburg. Ter „Hameliz" bringt unter der Rubrik „Zionistische Bewegung" folgende Berichte über zionistische Veranstaltungen und Vorträge: Weliz. In den Hcubfeiertagen des Succoth-Festes referierte hier der Delegierte Herr B. Ginzburg über den zweiten Baseler Congress. L o mz a. Am 27. September veranstaltete die hiesige Jugend einen Abend im Hause des Rechtsanwaltes Herrn K l i n k o wstein, bei welcher Gelegenheit der Telegiertc Herr Goldlusr über den Baseler Congress Bericht erstattete. Tenr^ Referate schloss sich ein warmer Appell des Herrn A. L. Kohon an die Versammelten an, die jüdische Geschichte und Literatur zu studieren. Ter Reinertrag dieses Abends ist der Schule i n Jaffa gewidmet. Rezica. Am letzten Succoth-Tage fand hier ein zionistischer Albend statt, an welchem der Enkel des hiesigtn R a b b i n c r s. Herr Elias H u t n c r eine glänzende, beifällig aufgenommcne Rede in hebräischer Sprache hielt. Bei dieser Gelegenheit traten viele Mitglieder dem Odessacr Vereine bei. Odessa. In dem vom hiesigen Zionistenverein ..B n e i Zi i> ir; errichteten Bethause hielt der unlängst aus Basel zurückgekehrtc Delegierte Hein Tr. Awinowitzki während der verflossenen Feiertage einen Vortrag über den politischen Zionismus. Ein ungemein zahlreiches Publikum füllte die großen Räume, und die Worte des Redners fanden bei der großen Versammlung überaus lebhaften Beifall, Auf Verlangen der Versammlungsrheilnchmer wurden an den sämmtlichen Feiertagen zweimal täglich Versammlungen einberufen, wo die Herren Rabbiner H o u st s ch und *iud. Klau s n e r über die Erfolge des II. Baseler Eongresses referierten. flluch am Hom-Kipur- Abende fand eine zahlreich besuchte Versammlung im Bethausc des Vereines statt. Ter Vorsitzende des Vereines „Bnei-Ziorr-, Herr S. Bujukansky. erörterte in einer eindrucksvollen Rede die Ziele des Zionismus. Auf Verlangen des Publikums wurde während der Feiertage für den Präsidenten des Congresses Tr. Th. Herzl „ toi-scbeberac-h“ gesprochen. Für zionistische Zwecke wurden Spenden -gewidmet. Tie Schekelguilrungen werden von unseren Gesinnungsgenossen bereits mit Ungeduld erwartet, der Bankgründung bringt man allseirige Sympathie entgegen. Rogatschew lWolynien). Dank den Bemühungen des hiesigen ArztesZderrn D. Torgowetz, welcher erst vor .Kurzem wieder in der Synagoge über den Zionismus und den Baseler Congress sprach, wurde hier ein Zionsverein gegründet. Es werden Schekelgelder gesammelt und Actien der jüdischen Colonialbank gezeichnet. Auf Initiative der hiesigen Zionisten wurde eiue musterhafte Talmud-Thora-Schule, sowie eine jüdische Bibliothek gegründet. s. A. \Y. _ Mlawa. An den vergangenen Festtagen wurden hier zionistische Versammlungen abgehalten. Zahlreiche Shares der Colonialbank wurden gezeichnet. Es hat sich ein zionistisches Loealcomite constituiert: als Obmann fungiert Herr I. Elfter, als Obnrannstcllvertrctcr Herr H. Klenec, Herr A. Rybok als Rechnungsführer, die Herren T. Apatowski und fl)!. Biolek als Ersatzmänner. Falticeni. Unser Verein „Bnei Zionhat große Fortschritte gemacht. Wir zählen schon I7ö Mitglieder. Es finden beinahe wöchentlich öffentliche Sitzungen statt, in denen zionistische Themen discutiert werden. Unter anderen wurden folgende Vorträge gehalten, fllm 15. August Herr I. Schnierer über: Kolonisation, Gründung jüdischer Cölonien und deren Beschreibung. Herr B. Sigall: Zionismus, dessen Ursprung, Entwicklung und heutiger Stand. — -22. August: Herr B. Nuss bäum über Assimilation und Taufe. Herr L. Seid man über Antisemitismus, dessen Entwicklung und'Folgen. -- August: Herr B. Sigall über: Tie Sprache als Conscrvativmittel eines Volkes, und die Nothwendigkeit der hebräischen Sprache und Literatur für den Zionismus. llosch-Ha^eliona fand in der großen Synagoge eine öffentliche Versammlung statt. Tie Synagoge war überfüllt. Herr B. Sigall referierte über den Zionismus und den II. Baseler Congress. Am zweiten Succoth-Tage fand eine zweite Versammlung in der Synagoge statt. Herr B. Sigall referierte über die heutige Lage der Juden in allen Ländern. Der Ausschuss unseres Vereines entfallet eine große Thätigkeit im Dienste des Zionismus, es werden Schekel gesammelt und fllctien der Colonialbank gezeichnet. Nach Schluss des Blattes eingclangt. Jerusalem, 2. November. Kaiser Wilhelm empfieug eine jüdische T e p u t a t i o n, welche einflllb u m mit A nsichten der in P al ä st i n a e r r i ch t e t e it jüdischen Colonien überreichte. Ans die Ansprache des Führers der Deputation erwiderte Kaiser Wilhelm, dass alle diejenigen Bestrebnllgen aus sein wohlwollendes Interesse zählen können welche ans die Hebung der Landwirtschaft Palästinas zum Besten der Wohlfahrt des türkischen Reiches uittcr voller Respecriernng der Svnveränetät des Sultans abzielen. Corrchondk«;?». O e st e r r e i ch - U n g a r u. 3Vien. Wenn einer ein Protokoll einer Sitzung der Wiener Enlrnsgemeindc vor fllugen bekommt, so beeile er sich dasselbe durch zulesen. Es ist nämlich jedesmalsehrnnterhaltend.Freilich bedenkt man. dass man mit berührt wird und fasst man die Sache von der ernsteren Seite ans, so blutet einem das Herz, wenn man sieht, wie dort die heiligste.i Güter des Jndenthnms verwaltet werden. Man versuche aber, ans sich für einen Augenblick heranszntreten und beobachte die Sache von außen her. Da w«r z. B. in einem protokollarischen Berichte über die letzte Sitzung zu lesen, dass von den fünf Kandidaten, die sich um einen Rabbinerpvsten im Gcmeindebezirke Ottakring beworben haben, alle gleich gut die „Probe" bestanden und gleich „gefallen haben." Das ist nämlich der Ausdruck für die Fähigkeit eines modernen Rabbiners, er spricht Bände. Jeder von diesen Bewerbern hat eS nun glücklich vermocht, irgendeine vor Gedankenreichthnm „amtlich" geschützte Rede vorzndeclamieren und von seinen jede Geistesanstrengnng scherzenden Zuhörern nicht verstanden zu werden. Letzteres ist wieder ein Beweis der philosophischen Bildung des Candidateu. Nun aber das Resultat? Die Bertrauensmänner haben — heißt es im Protokoll — den

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