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Die Welt · 1898-10-28 · 43 (28.10.1898) · p. 15

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Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
43 (28.10.1898)
Article
Achiasaf [Rezension]
Date
1898-10-28
Page
15 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 43 Seite 15 Vorbau sehr ausführlich die Ziele des Zionismus und die nächsten Ausgaben und Pflichten seiner Anhänger bespricht. „Tie zionistischen Führer — erklärt er — halten sich nicht für Messiase: sie sind nur Vollstrecker des Volkswillens, der sie zu Führern gemacht hat. Sie können dem Volke nichts geben, als dasjenige, was das Volk selbst vorerst gewollt, mit ganzem Herzen angeitrebt hat. sieben der rechtlichen Erwerbung von Palästina habe der Zionismus auch den Zweck, das Volk für den Besitz desselben vorzubereiten und zu erziehen. Tie geeignetste -schule für diese Volkserziehung wären die Vereine und Gruppen, in denen die Juden Organisation und Tisciplin lernen würden, die für die Erreichung des gesteckten Zieles so nothwendig sind. „Jeder Jude muss vorerst in 'seinem Herzen „Zion" errichten. Ter Jude frage nicht: „Was hat man ist Wien für Zion gcrhansondern er sage sich: „Gestern war ich noch nicht Zionist, folglich hat der Zionismus seit gestern einen Schrill nach vorwärts gemacht_" Tie Juden dürfen nicht erwarten, dass von Wien aus Wunder geschehen. Im Gegentheil. In Wien hofft man, dass sich das Wunder von Ezechiel's Vision innerhalb der jüdischen Elation vollziehen werde, dass die trockenen Gebeine wieder aufleben, dass sich Fleisch und Haut über ihnen schließe, dass ein Geist in sic komme und sie wieder belebe . Zum Schlüsse erwähnen wir noch: A> L u d w i p o l's „Memoiren aus der Treyfus-Affaire" und „Eindrücke auf der Reise von P a l ä st i n a nach Base l", ferner B e n - A b r a h a m: „Ter Wilnaer Gaon" «zum 100. Gedächtnistage) und Vrainin: „Gustav Karpeles". Was wir an dem letzten Aufsatz nicht begreifen, ist, dass sich Brainin, der moderne Literarhistoriker, der selbst eine Literaturgeschichte schreibt, für eine Geschichte der jüdischen Literatur begeistert, die von den größten und wichtigsten Erscheinungen im Laufe des letzten Jahrhunderts keine Notiz genommen hat. Wir wären neugierig zu erfahren, wie viele originelle Anhaltspunkte und Materialien er in Karpeles' Vorarbeit für feine Literaturgeschichte gefunden hat. >1. B. W Büchrreinlanf. Hebräische Bibliothek. Heft 0 und 10: „Muhammed und die Anfänge des Islam" von Tr. S. B e r n f c l d. Verlag „Tuschijah", Warschau. *£*>.-• Festrede, gehMcn am 18. August 1808 von Rabbiner Tr. H. E. Kaufmann in Virovitica. Preßburg, 1808. „Jubclworte." Eine Sammlung patriotischer Causalreden. Herausgegeben von Jacob B r a n d e i s. Prag, 1808. „Lateolnsrns vrezkussi-ä" ju Jean Leina zu ri er. Paris, P.-B. Stock, 1808. Berthold Feiwel, Robert Stricker: K objasr.eni zionismu. Prelo/.il Max G a ch. V Brno. 1808. Die moderne hebräische Sprache. Von P. R o f e n b e r g, Wien. 4L Hartlebens Verlag, 1898. Herr Mozkiu und die Wahrheit über die Kolonisation Palästinas. Von W. B a m b u s. Berlin 180.8. Verlag Zion. Geschichte der deutschen Juden. Von Tr. Adol p h K o h u t. Illustriert von Th. K u t s ch m a n n. Teutscher Verlag. Berlin K. XV., Königgrätzerstraße 41/42. 1808. Die Ethik des Judcnthums. Von Prof. Tr. Ri. L a z a r u s. Bei I. Kaufmann, Frankfurt am Main 1808. G F e v i l l e t s n. Psalm.') Von Leo RasaelS. Ein Hauch weht durch die Laude, Ein leiser, linder Wind, Er weckt die schlummernden Herzen, Er wecket Greis und Kind. Tein Odem, Du ewig junger. Du alter, starker Gott. Er pocht an die Kerkerthüre, Er dringt in die Diese hinab. Die schweren Eisenbande, Sie fallen ins leere Grab. Preis Dir, Du Löser der Fesseln, Du alter, starker Gott. *) Vorgetragen beim großen Londoner Meeting am 3. October von Leo Rafaels. Ten nackten, den kalten Gebeinen Gibst Du ihr lebendig Gewand, Die Adern und die Sehnen Spannt Deine allmächtige Hand. Preis Dir, Tu Tvdtenbeleber, Du alter, starker Gvtr. Sie schien verdorrt, die Rechte, Er schwellt sie mit nerviger Kraft, Er, der die kreisenden Welten Allstündlich neu erschafft. Tu Schöpfer, Tu ewig junger, Du alter, starker Gott. Aus, auf, ihr säumigen Brüder, Und gurtet die Lenden mit Macht! Er ruft! Lasst uns ihm folgen, Er führt uns durch Nebel und Nacht. Erleuchtcr, Tu ewig junger, Tu alter, starker Gott. Uns schert nicht der Spott der Freunde, Nicht der Feinde Kriegsgeschrei: Es lenkt uns nicht vom Wege Tie falsche Klerisei. Tenn Du bist unser Führer, Tu alter, starker Gott. Er trägt ans Adlersflügelu Den kleinen, den treuen Rest, Ueber Berge und Thäler und Meere Zum alten Felseunest. Bater, ewig junger, Tu alter, starker Gott. Uns schrecken nicht die Felsen, Uns schreckt nicht der Wüste Glut, Wir netzen mit unserem Schweiße, Mit unserem Herzensblut Deinen heiligen Boden, Tu alter, starker Gott. Wir machen zum Paradiese Tie öde Wüstenei: Ein Garten ist die Heimat, Sie fei, wie sie auch sei. Unsere, Deine Heimat, Du alter, starker Gott. Führ' uns zur alten Stätte, Tie Tir so wohl gefällt. Wir machen sie zum Kleinod, Zur Krone der ganzen Welt. Führ' uns, Tu ewig junger, Tu alter, starker Gott. P Die Goldschilds. Roman aus dem Ende des 19. Jahrhunderts von Friedrich Fürst Wrede. (23. Fortsetzung.) Inzwischen sah Osterheim das Fruchtlose seines Suchen-? ein. Er erhob sich mühsam und kehrte in sein Zimmer zurück, die Thnre hinter sich znziehend. Leise schlich Isak durch den langen, finstern Raum ihm nach. An der gepolsterten Thnre horchte er. Tenn er wollte seinen Sieg ganz genießen. Richtig — da knarrte die Lade des Schreibtisches. Ter Augenblick war gekommen. Ohne länger zu zögern, stieß Isak die Thnre auf und trat ein. Moritz Osterheim saß an seinem Pulte. Beim plötzlichen Eintreten des unerwarteten Besuches war er erschrocken aufgesprungen, die blitzende Pistole in der Rechten. Er schien einen Einbruch 511 vermnthen und entschlossen, sein Leben, das er doch selbst vernichten wollte, so theuer als möglich zu verkaufen.

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