Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 2 (1898)
- Issue
- 42 (21.10.1898)
- Article
- Wien [Nachricht]
- Date
- 1898-10-21
- Page
- 15 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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J*$WdC ^rite 15 Ar. 42 Wie». Die akademische Verbindung „K a d im ah" nahm am 11. October dir Wahlen^..sür das 32. Semester vor, die folgendes Resultat ergaben: stud. teehn. Mar Silberberg, Präses; stud. phil: Alfred Chodrower, Vtce-Präses; sind, med. Siegfried B o g a d, Schriftführer. Wie«. Die Neuwahlen der akad. Verbindung „I v r i a" ergaben folgendes Resultat; Präses: zur. I. Ehrlich; Piceprases: med. E. Weitzmann; Schriftführer; phil. R üb enstein; Bibliothekar; für. 'A. Frankl. Wie«. In der am 15. d. M. im Verbindungslocale der jüdisch-akademischen Verbindung „Unitas" stattgefundencn ordentlichen Plenarversammlung wurden, nachdem der Rechenschaftsbericht des abtrctenden Präsidiums und der übrigen Functionäre auf das Beifälligste angehört worden war, gewählt: cmnd. phil. Alois Fischer zum Präses, canü. iur. Walther Nagelstock zum Bicepräses, eand. iur. Emanuel Schönfeld zum Schriftführer. Wien. Die Neuwahlen der akademischen Verbindung „Lib an onia" crcebcn nechstchendcs Resultat: vet. med. Arthur Qttenfeld, Präses; zur. Julius Beer, Vice-Präses; teelin. Richard S i l b er b e r g e r, Schriftführer. Wien. (Jüdisch-akademische Verbindung „Maccabäa".) Die im Convente vom 14. October vorgenommene Chargenwahl ergab folgendes Resultat; stud. ing. M. Liquornik, Präses, stud. acad. Julius Steiner, Vicepräses. sind. areh. Ignaz B r o n n e r, Schriftführer. Wie«. Die jüdisch-akademische Lesehalle veröffentlicht folgenden Ausruf: Jüdische Kommilitonen! Die jüdische-akademische Lesehalle tritt in das 9. Semester. Mit Befriedigung können wir darauf Hinweisen, dass die Mitgliedcrzahl unserer Lesehalle von Jahr zu Jahr wächst, dass die Schar derjenigen, die es als Pflicht der jüdischen Studentenschaft betrachten, für unser überall verfolgtes Volk in jeder Weise zu kämpfen, immer größer wird. Wir stehen nicht in der Gefolgschaft irgendeiner politischen Partei; jeder Jude ist uns als lieber Bruder willkommen. Eine große Bibliothek, zahlreiche Vortrags- und Geselligkeitsabende bieten Belehrung und Anregung. Durch Vermittlung von Lectionen erleichtert die Lesehalle den Studiengang der Commilitonen. Für die körperliche Ausbildung sorgen Fecht- und Turncurse, die von tüchtigen Kräften geleitet werden. Jüdische Commilitonen! Ihr werdet nichts vermissen, was ein akademischer Verein bieten kann und soll. Tretet also unserer Lesehalle bei. .7. A. d. A. phil. Isidor K i tz, med. Rudolf Landcsberg, dz. 1. Schriftführer. dz. Präses. Wien. Die Mitglieder-Zusammcnkünfte (Vorträge, Discussionen :c.) des jüdischen Arbeiter- und Privatangestellten- Vereins „A ch w a h" finden ab 22. d. M-, j e d e n S a m st a g abends, 8 Uhr, im Clubzimmer des B r e s n i tz'schen Gasthauses, 2. B e z-, Große S ch i f f g a s s e 24, statt. Gäste sind st e t s h e r z l i ch st willkommen. Wie». Der Vorstand des (polnisch) israelitischen Fraucn- Wohlthätigkeitsvereines für Hausarme in Wien hat in seiner letzten am 4. d. M. stattgesundenen Sitzung nach einer Trauerkundgebung den einstimmigen Beschluss gefasst, zum Andenken an das jähe Hinschciden Ihrer Majestät der geliebten Kaiserin Elisabeth, alljährlich am Sterbetage — am 10. September — eine Betheilnng armer würdiger Waisen mit Geldspenden vorzunehmen. Boryslaw, 3. October. Der hier seit 1885 bestehende Kranken-Unterstützungsverein „Biker Cholem“ hat mit Verbandsbeschluss vom 1. Juli 1898 weilaud den Baron Moritz Hirsch in die Gedenktafel der verstorbenen Mitglieder aufgenommen, um in den Feiertagen die Seelenandacht IYP3n zu verrichten. und jedes Jahr die Jahrzeit durch Verrichtung des Kadischgebetes nach jüdisch-orthodoxer Sitte abzuhalten. Rzeszow, am 21. September. Nach kaum einjährigem Bestände der hebräischen Schule, fand an diesem Tage die zweite Semestralvrüfung statt. Die Schülerzahl beziffert sich gegenwärtig auf 50. Die Bevölkerung bringt der Schule ein großes Interesse entgegen. Die Prüfung ergab ein glänzendes Resultat. Wygoda b. Doline. Am 10. October ist es endlich nach mancherlei Zwischenfällen gelungen, einen Verein unter dem Namen „Dorszei Zion~ zu gründen. Ter Verein hat eine Mitgliederzahl von über -50 erreicht. Die gestrige constituierende Versammlung wählte den Herrn H. Grob zum Obmanne, als dessen Stellvertreter Herrn H. S ch w a r z. Die Toastrede hielt Herr A. S ch or r in hebräischer Sprache, welcher als hebräischer Schriftführer nebst den Herren O. Hahn, Ch. Teittelbaum, M. Rosenmann und G. Friedländer in das Gründungscomite gewählt wurde. Chrzanow. Bei der am 24. d. M. durchgeführlen ersten ordentlichen Generalversammlung den Vereines „Bnei Zion“ wurden gewählt: In den Vorstand : Herr Dr. Adolf R i e s e r, Obmann; Herr Simon B ie d er m a n n, Obmann-Stellvertreter; Herr Ferd. Löffler, Schriftführer; Herr L. Seif man u, Cassier; Herr Max Schwarzbart, Herr Jsr. W e i n t r a n b und Herr Josua H o lläud er. Vorstandsmitglieder; Ersatzuränner: Herr Ä. F r i st e r und Herr L. P e r l b e r g e r; in den Revistonsausschuss: Herr Joses Sachs, Obmann;' die Herren P. Seifmann und S. Siegel als Mitglieder. — Der Verein zählt bereits 00 Mitglieder. X. Tysmicuica. In unserer letzten Plenarversammlung unseres Zionsvereines wurde statt der bisherigen Vereinsleitung ein neuer Ausschuss gewählt. An der Spitze des Vereines stehen nun die Herren M Kammer, H. Bacher und M. Feuer, durch deren eifrige Thätigkeit ein rasches Aufblühen des Vereines zu erwarten ist. s. * ZkitschristkilkunWau. Ueber die große Londoner Versammlung liegen folgende Zeitungsstimmen vor: Die Pariser -Ausgabe des „New-Pork Herald" bringt einen ausführlichen Bericht über das Meeting: „Noch niemals zuvor hat in der englischen Hauptstadt eine derartige bemerkenswerte Versammlung von Fremden startgesunden, auf welcher von einem auswärtigen Führer in einer laudesftemden Sprache gesprochen wurde. An dem Meeting nahm unter anderen ein Mann rheil, der zu den intereffantesten Partisanen des Zionismus und zu den wärmsten Anhängern Tr. H er; l's gehört: Fürst W r e d e. Dr. Herzl fesfelle seine Hörer vom Anfang bis zum Ende . . . Was immer man über die -Ausführbarkeit des Herzlschen Programmes denken mag, unter den Juden des Hast H,»l hat die Botschaft des Zionismus Enthusiasmus erregt". Der „Jewish World" brachte zwei Leitartikel, einen mit der Ueberschrift: „'Mehr Licht" vor, einen zweiten mit der llebcrschrist „Frohe Botschaft" nach dem Meeting. „Vor drei Jahren," heißt es im ersten, „sprach Tr. H e r z l im Club der Maccabäer. Man hörte ihm zu wie irgend einem anderen Tischrcdner, mit höflich gezügelter Indifferenz. Seit jener Zeit ist im nationalen Fühlen ein solcher Umschwung eingelreten, dass selbst die stumpfsinnigsten Gemeindekreise gezwungen sind, sich klar zu machen, wre nahe sie eigentlich die nationale Frage angehe. Solange es nur möglich war, haben sie den Zionismus ignoriert, heute geht es nicht länger. Die Bewegung beschränkt sich eben nicht mehr aus Bafel und die Länder Osteuropas, wo unsere Brüder unter Verfolgungen aller Art leben; sie ist auch im meerumgürteten England zu einer Macht geworden. Verlacht und verhöhnt, gefürchtet und verfolgt, hat sie sich nur dadurch gerächt, dass sie von Tag zu Tag, von Woche zu Woche wuchs. Und nun kommt Tr. Herzt wieder nach England, diesesmal nicht wie ein kühner Forschungsreisender in ein neues unbekanntes Land, sondern als geübter Kämpfer für die gute Sache, eine Million Volksgenossen tut Rücken, ein großes ausgearbeitetes Programm und die überzeugendsten Argumente für wohlwollende Fragen und übelwollende Gegner als Reisegepäck. Tie Londoner Gemeinde hat bisher der Bewegung gegenüber eine wenig beneidenswerte Rolle gespielt. Die Reichen verhielten sich schweigend oder sind gegen uns künstlich allarmiert, und nur die 'Armen und Elenden, von den unabhängigen „Jntellectuellen" geführt, fördern mit ganzem Herzen und mir aller Macht die zionistische «ache. Wir erwarten mit aller Bestimmtheit, alle Leute, die Skrupeln und Einwendungen gegen uns haben, in der (7 reut Assen, bly Hall zu sehen. Dort sollen sie offen austreten, statt vom bequemen Armsessel aus ihre akademischen Einwürse in den blauen Tunst der Frühstückscigarre hineinzusprechen. Wenn sie sich aber jetzt rernhalten und nicht vor dem Volke, dem ja das letzte und entscheidende Urtheil zusteht, ihre Gegengründe Vorbringen, so werden sie für alle Zukunft das Recht verloren haben zu behaupten, sie hätten, was in ihrer Macht lag, gethan, um die Interessen der Gemeinde zu fördern." Im zweiten, nach dem Meeting geschriebenen Leitartikel sagt der „Jewish World": „Tr. Herzl hat die frohe Botschaft des Erfolges gebracht. Ter Zionismus lebt nicht mehr in Träumen und schmeichelnden Einbildungen. Praktische Schritte sind unternommen worden, die Zeit der Erfüllung ist nahe, und^näher, als man geglaubt hat. 'Natürlich dursten die einzelnen «chritte, die unternommen worden sind, keiner öffentlichen Tiscussion ausgesetzt werden. Ein Mann, der auf den gefährlichen und schwierigen Wegen der Diplomatie wandelt, muss vor allem schweigen können. Nichtsdestoweniger konnte Dr. Herzl seinen Hörern mittheilen, dass die Hoffnungen des Zionismus weit gediehen sind, und dass das