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Die Welt · 1898-08-26 · 34 (26.8.1898) · p. 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
34 (26.8.1898)
Article
Aus Argentinien
Date
1898-08-26
Page
7 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 34. Seite 7 Israelitischen Arbeiterbundes. — Samuel Schwarz, Präsident der Talmud-Thora. — S. I. Tannenberg aus Moskau. — A. Vermont, Secretär des Vereins „Chovewe Zion“. — M. San. Abraham Vermont. Jacob D. Reichende r g, „Chewre Tilim“. & WettchromK. Congresspräludium. Mr. B. Barbasch richtete anlässlich der Wahl von Delegierten zum Congress folgendes Telegramm an das Secretariat seines Vereines: „Außer Stande, zur Wahlhandlung zu kommen, bitte ich das Secretariat, meine Stimme für jene Candidaten abzugeben, welche politische Zionisten sind. Diese, und nur diese sind Zionisten und repräsentieren das Volk. Hoch Zion! Hoch der Baseler Congress!" Der Verein, dem der Herr Barbasch angehört, und an welchen das Telegramm angelangt ist, ist die — „Chovevi Zion Association." ,..J. XV.“ Die Englisch Zionist Federation in London wird in einer von allen ihren affiliierten Körperschaften beschickten Conferenz am 11. September über ihre endgiltige Constitution schlüsiig werden. Das Inbilämn der Vorstandswahlen. Das Jubiläum ihres zweihundertjährigen Bestehens als staatlich anerkannte Behörde kann die Berliner jüdische Gemeindeverwaltung im nächsten Monat begehen. Die erste Instruction und Bestätigung von jüdischen Gemeindeältesten datiert vom 24-. September 1698. Zu Anfang des genannten Jahres wurde ein gewisier Wolf Perlheffter, nachdem er sich erboten hatte, dafür hundert Thaler jährlich an die kurfürstliche Casie abzuliesern, zum Oberältesten der Berliner Judenschaft ernannt. Der gute Mann kam aber seiner Verpflichtung nicht nach. Es entstand eine Spaltung in der Gemeinde, die den Hausvogt veranlasse, bei der Regierung eine Regelung der Vorstandswahlen zu beantragen. Ein Besuch bei Maurus Ivkai. Hugo Ganz gibt im Feuilleton der „Franks. Ztg.“ eine Unterredung mit Jokai wieder. Es wurde auch die Affaire Dreyfus gestreift. „Es ist entsetzlich und geradezu aberwitzig," sagte er (Jokai). „Was wollen sie in Frankreich mit dem Antisemitismus. wo auf tausend Einwohner doch kaum ein Jude kommt'? Dort muss ja ein Antisemit geradezu eine Reise machen, um einen Juden zu Gesicht zu bekommen, den er prügeln könnte. Wo bleibt da auch nur der Schatten der Berechtigung einer antisemitischen Bewegung?" „Ich glaube," erwiderte ich, „dass der Antisemitismus nur beim Pöbel Selbstzweck ist. Künstlich benützt aber wird er, um als Quartiermacher der clericalen Reaction zu dienen. Drumont hat von den Jesuiten Geld bekommen, um mit seiner ..Libre Parole" Frankreich erst antisemitisch und dann clerical zu machen. Als Panama- und Südbahn-Assaire ihre Wirkung versagten, weil da aus jeden compromittierten Juden zehn compromitticrte Originalgallier kamen, hat er schließlich mit diabolischem Jnstinct die empfindlichste Stelle der Franzosen hcrausgcfunden, um ihnen dort die antisemitische Jnjection zu applicieren. Er hat, unterstützt von gewissenlosen Osiicieren der schon seit zwanzig Jahren ganz clericalisierten Armee, die Dreysus-Affaire direct gemacht, einen Verrath der Armee an Deutschland erfunden, um den revanchesüchtigen Philister ans dem Häuschen zu bringen, und diesen Verrath einem Juden aufgebürdet, wie man im Mittelalter todte Christenkinder den Juden in die Häuser geschmuggelt hat, um dann einen Anlass zu haben, diese zu plündern. Das alles sieht man klar und begreift man . . . Evnsequente AssünilantLn. Die neueste Heldenthat amerikanischen Resormjudenthums wird ans Atlantic-City genieldcl. Dort fanden am 9. Ab festliche Veranstaltungen statt! Die Zerstörung des Tempels ist eben für diese schnurrigen Fortschrittler ein nothwendiger Theil des göttlichen Planes, die Inden als Missionäre zu verwenden. ...7. XV.“ Hebräischer Schnlrerord. In einer Versammlung der Chatauqua-Gesellschaft wurde folgender Bericht verlesen: „In einer Unterrichtsclasse, in welcher bloß zwei Kinder jemals einen hebräischen Buchstaben gesehen hatten, wurden den Kindern 4 Consonanten, 4 Bocale, 4 Worte und die Bedeutung von dreien dieser Worte beigebracht, das alles in 25 Minuten." Echt amerikanisch. „J. \V.“ Ein „amerikanischer" Gottesdienst. Rev. Doctor K r a u s k o p f, der von der amerikanischen Regierung nach Cuba entsendet worden ist, hielt aus dem Schiffe der Bereinigten Staaten „Resolute" einen Gottesdienst für Nichtjuden ab. Er gebrauchte dabei sein eigenes Gebetbuch und hielt zum Schluss eine Predigt. ,.7. XV." Die israelitischen Conststorien Algiers sollen, wie der monarchistische Pariser „Soleil“ meldet, von dem neuen Generalgouverneur im Einvernehmen mit der Regierung aufgehoben werden. In Hamburg wird demnächst ein neues israelitisches Siechenheim seiner Bestimmung übergeben werden. Die kritische Turnerschast befindet sich in großer Aufregung. Verzweifelte Leitartikel in den verschiedenen urdeutschen Blättern geben davon Zeugnis. Um Entjudung der Turnerschast wird dringend gebeten, denn die Juden haben das IX. deutsche Turnerfest in Hamburg in höchst unpaffender Weise entweiht. Sie benahmen sich so vordringlich, dass unter 29.000 Turnern ein Jude im Einzelwetturnen den ersten Preis errang. 29.000 reisige, deutsche Recken aus allen Gauen Germanias waren in Hamburg zusammengeströmt, um die Heldenkrast ihrer Leiber in echt germanischem Spiele zu zeigen — und ein Jude, ein Angehöriger der verachteten, degenerierten, minderwertigen semitischen Rasse, hat sämmtliche reisigen Recken glänzend geschlagen. Das ist allerdings etwas Demüthigendes für alle treuen, teutschen Gemüther, es ist geradezu ein öffentlicher Scandal, eine Blamage vor der ganzen Welt, und damit sich so etwas nicht wiederhole — hinaus mit den Juden aus der deutschen Turnerschast. Die Schächtsrage. Der Berbandstag der mecklenburgischen Thierschutzvereine, welcher jüngst in Malchin stattfand, hat sich dahin ausgesprochen, dass er in dem nach jüdischem Ritus ausgesührten Schlachtacte eine Thierquälerei nicht zu erblicken vermöge. Ein jüdisches Gymnasium in Bukarest. Die beiden Jndengemeinden in Bukarest, die Aschkenasim und die Sephardim, haben die Gründung eines Gymnasiums beschlossen. Ein jüdischer Kirchenvater. Die „City Press“ hat eine überraschende Entdeckung gemacht. Biele Kirchenväter der City sind gar nicht Mitglieder der Kirche von England. Einige von ihnen sind als Tiffcnters bekannt, und einer ist sogar — Jude. „J. XV." Das Mandat Salomon Kvhns. Der „Pester Lloyd" erzählt folgende Scene, die sich vor einem ungarischen Provinzgerichtshose abspielte: Der Staatsanwalt sagte im Lause der Verhandlung, der Bertheidiger des Angeklagten maße sich mehr Rechte an, als ihm gebüren, woraus der Bertheidiger erklärte, er besitze genau so viel Rechte, wie der öffentliche Ankläger. Als es dann zu den Plaidoyers kam, motivierte der Staatsanwalt seine frühere Bemerkung mit folgenden Worten: „Ter Herr Bertheidiger ist im Jrrthum, wenn er glaubt, dass ihm ebensoviel Rechte zustehen, wie mir. denn zwischen uns beiden besteht ein gewaltiger Unterschied: „Der Herr Bertheidiger hat nämlich seine Betrauung von Salomon Kohn, ich aber habe mein Mandat von Sr. Majestät dem König erhalten." Der Bertheidiger blieb aber die Antwort nicht schuldig und replicierte, wie folgt: „Es fällt mir nicht einmal im Traume ein, eine Parallele

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