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Die Welt · 1898-08-26 · 34 (26.8.1898) · p. 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
34 (26.8.1898)
Article
Congreß-Nachrichten
Date
1898-08-26
Page
5 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 34 J*&** Seite 5 Sachs S. I., Sachs 21., Sachs I., Salz A. Dr., Sarahsohn K. H., Seph Rabb., Silberstrom M. Dr., Seligsohn R., Segall I. E. Rabb., Silberrnann G. E-, Sonnino G Rabb., Soref B., Solcher L., Sloustsch N. D., Slitzau L., Sokolow N-, Suricwitsch I. S., Syrkin N. Dr., Syrkin G., Strogarz I. L., Slawutzky L., Spira B., Schallt L-, Schach F., Schwadron M-, Schleifer D., Schapiro 2l., SchapiraF-, Schonwetter I., Schar Dr.. Schiffrin, Schnirer M. T- Dr., Schabsowitsch D. Scheinkin I., Schornstein CH-, Schauer Dr., Schlechter M., Scheni H-, Schey R., Schlaposchnikoff Dr., Strelisker D., Stern I-, Steinberg M. H-, Suwalsky I., Scheinkin M., Schwarzfeld M., Frl. Slucky I., Steinberg R., Schwarzmann. I., Schmackler Dr., Snowman A. Tagger K., Tagger I., Taubes L., Thon O. Dr., Temkin Wl. Rabb., Tolkowsky S., Traub I., Trietsch D-, Tschlenow Dr., Torczyner E., Turin A. Umansky I. Dr., Umansky R-, Uriaschsohn M.. Ussischkin Ing. Beit S., Bogelsohn H. Wachs, Weinberg B., Weil N., Werner S. Dr., Westhciiner B., Welikowsky, Wissotzky, Wolsssohn D-, Wise S. Rev., Witzmann Dr., Wolpe W-, Wyszewianski S. Dr., WicScl I., Wilensky L. W-, Wolpert I. M., Weidmann Dr.. Weinberg. Weinbaum CH., Weil I. York-Steiner H. Zaloscer L. Dr.', Zlocisti Th., Zupnik 2l H., Zucker 2l., Zwcig E Zolotloff L, Zirelsohn Rabbiner. Eine der wichtigsten Functionen werden auf dem zweiten Congresse die Ausschüsse zu übernehmen haben. In ihnen soll die Borberathung über die einzelnen Punkte stattfinden, damit dem Congrefse bereits allseits erwogene Referate vorgelegt werden können. Es sind folgende Ausschüsse zu wählen: 1. Der Wahllegitimations-Ausschuss. 2. Der Programm-Ausschuss. 3. Der Finanz-Ausschuss. 4. Der Organisations-Ausschuss. 5. Der Colonisations-Ausschuss. 6. Der Ausschuss für jüdische Culturfragen. Die bereits angezeigten Zustimmungs-Kundgebungen ebenso, wie die in den Versammlungen gefassten Resolutionen sollen direct an das Congressbureau in Basel übermittelt werden. Ueber die von den Schweizer Gesinnungsgenossen vorbereiteten Festlichkeiten wird das Secretariat des (Kongresses in Basel Auskünfte ertheilen und Anmeldungen entgegennehmen. W Me Woche. Wien, 22. August 1898. Ein Wiener Blatt bekommt aus Eger die sensationelle Mittheilung, dass ein Freund des Blattes auf der Durchreise durch die böhmische Stadt „eine störende Merkwürdigkeit Egers" entdeckt habe. Sie befindet sich gerade auf einem entzückend schönen, alten Patricierhaus und ist außerdem aus goldenen Lettern zusammengesetzt. Aber, Wanderer, kommst Tu nach Eger, so lass Dich ja nicht verführen, die störende Merkwürdigkeit zu entziffern, und wenn Du noch so sehr des Lesens kundig bist. Ahnungslos wirst Du mit dem Buchstabieren beginnen, und auf einmal wirst Du Dich darauf ertappen, wie Dir mitten auf dem Marktplatz und vielleicht in sehr distinguierter Gesellschaft das Wörtchen „Löwy" entschlüpft. Was nützt dann alles Erröthen, das gesprochene Wort lässt sich ja doch nicht wieder zurücknehmen! Man kann sich höchstens rächen, indem man es in einem Wiener Blatt als „K l e ck s in der Geschichte Egers" tituliert. Wie naiv doch die Juden, selbst die raffiniertesten, sind! Ein jeder von ihnen geht mit der protzigen Einbildung herum, dass auch er einen Familiennamen besitze, wie die anderen Menschen. Und was besitzt der eitle Thor in Wirklichkeit? Einen Klecks in der Geschichte seines jeweiligen Wohnortes. Aus den Zeitungen erfahren lvir von Zeit zu Zeit, ob die verschiedenen Großen unseres Volkes noch hienieden unter uns wandeln. Kleine, herzige Anekdoten sind es, die uns in leicht verdaulicher Form über das Wollen und Wirken unserer Großen informieren. Denn diese haben mit den bedeutendsten Menschen aller Zeiten das gemeinsam, dass man sich Anekdoten von ihnen erzählt. Auf diese Weise erfuhren wir in jüngster Zeit, dass Freiherr von Rothschild —mit dem Sitze in Wien — noch unter den Großen Israels weile. Wir wissen aus der Geschichte des Mittelalters, dass die adeligen Herren allezeit der Pflege des ritterlichen Spieles mit edlem Eifer oblagen, und diese Vorliebe für Turniere, Roffe :c. liegt unseren Großen noch heute im Blute. So hat erst vor wenigen Wochen der Ruhm des Freiherrn von Rothschild — mit dem Sitze zu Paris — alle Concurrenten um mehrere Pferdelängen überflügelt, und die neuesten Anekdoten knüpfen nun an ein Turnier an, in deffen Mittelpunkte der Wiener Freiherr von Rothschild stand. Das Wiener Tournier nahm allerdings nach außenhin keinen so großartigen Verlauf, wie das Pariser, dafür war es aber ein Kampf der Geister, und der Baron von Rothschild spielte dabei eine hervorragende Rolle. Es handelte sich nicht so sehr um Rosse, als um „Rössel", denn die Entscheidung fiel auf den Brettern, die das Schachspiel bedeuten. Während des ganzen Turniers, das bekanntlich an die Dcnkkraft des Spielers ziemliche Anforderungen stellt, bewährte sich Freiherr von Rothschild nicht nur als ausgezeichneter „Protector", er betheiligte sich auch sehr eifrig an dem eigentlichen Spiele als aufmerksamer Zuschauer. — Warum die Blätter noch heute den Freiherrn von Rothschild als Theilnehmer au den Kämpfen des Geistes feiern? Einem seltenen Vergnügen gibt man sich eben etwas unmäßig hin. Tie Franzosen sind unverwüstliche Freunde des Nachtlebens. Sie wollen es noch immer nicht Tag werden lassen. Nun ja, es sind eben eine Menge Nachtschönheitcu im Lande, die sich im grellen Tageslicht nicht so vortheilhaft ausnehmen. Esterhazy, du Paty de Clam, Henry — — lauter Nachtschönheiten. „Die k. k. Bezirkshanptmannschaft von Teschen hat an die Gemeindevertretungen einen scharfen Erlass gerichtet, in welchem diese aufgefordert werden, die fernere Einwanderung von galizischen Juden möglichst hintanzuhalten." Im großen Ganzen dürfte diese Zeitungsnotiz auf Wahrheit beruhen, sie enthält aber entschieden eine Uebertriebenheit. Einen „scharfen Erlass"? Die Gemeindevertretungen sind doch schon auf einen ganz zarten Wink hin zur Juoensperre mit Vergnügen bereit. Das Los der Juden — heißt es — gleicht dem Schicksal des ewigen Wanderers Ahasver. Aber mancher ruffische Wanderjude wird mit einem Gefühl des Neides an Ahasver denken. Denn für Ahasver gibt es nirgends ein Einfuhrverbot. Aber auch Ahasver, der nicht sterben kann, wird die modernen Juden beneiden — weil sie von Zeit zu Zeit erschlagen werden. In Stettin dürfte die Judeusperre wohl nicht eingeführt werden. Denn sie besteht schon dort. Sie ist gegen die russischen Juden gerichtet, die auf dem Seewege nach Stettin wollen. So hat man vor einigen Tagen einundzwanzig jüdische Schmuggler auf frischer That erwischt. Sie wollten sich und ihre Familien einschmuggeln, aber die Polizei legte ihnen das Handwerk. Mau hat das Verbot der Judeneinfuhr häufig mit dem Verbot der Äieheinfuhr verglichen. Der Vergleich hinkt stark. Das Vieh lässt man gewöhnlich nur dann nicht üler die Grenze, wenn es krank oder seuchenverdächtig ist. Die Judensperre erstreckt sich aber auch auf den gesündesten Juden. E. R. V

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