Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 2 (1898)
- Issue
- 33 (19.8.1898)
- Article
- Die Juden in Ungarn
- Date
- 1898-08-19
- Page
- 11 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 33 3*tym Seite 11 jüdischen Unterthanen lag. War jedoch der an der Spitze der Gemeinde stehende Jndenrichter ein Christ, so herrschte über alle Juden Ungarns, daher auch über jene Preßburgs, im Namen des Königs, der Judenpräsect, der stets mosaischen Glaubens fein musste und seinen ständigen Sitz in Ofen hatte. Diese Einrichtung stammt aus der Zeit de? Königs Mathias und winde wahrscheinlich auf Bitten der Juden selbst begründet. Die Uebernahme der von den Juden an die Kammer zu entrichtenden Steuern gehörte zu den vornehmsten Agenden des Judcnpräfecten. Er bestimmte die Höhe derselben und ließ sie dann durch seine bevollmächtigten Commissäre eintreibcn. Er hatte Zutritt bei Hof, verkehrte unmittelbar mit dem König, nahm Theil an den Krönungen und sein Auftreten bei Hoffestlichkeiten war glänzend und imponierend. Seine Macht ward noch dadurch erhöht, dass ihm eine fast unbeschränkte Gewalt über die Juden zustand. („H. 25."). Hnusierv erbot in Curorken. Zufolge einer Kundmachung des Handelsministeriums vom 28. Juli wird der Hausierhandel im kärntnerischen Eurorte Pörtschach am See während der Dauer der alljährlichen Eursaison, das ist vom 15. Juni bis einschließlich 15. September jeden Jahres, desgleichen der Hausierhandel in den galizischen Curorten Krynica, Szczawnica, Truskawinc, Zegiestow, Lubien und Zakopane während der Dauer der alljährlichen Cursaison, das ist vom 20. Mai bis Ende September jeden Jahres, untersagt. Diese Verbote finden auf die Angehörigen der bezüglich des Hausierhandels besonders begünstigten Gegenden keine Anwendung. Eine neue Synagoge wird in Straßburg erbaut. Der Schöpfer des Werkes, das eine Zierde der Stadt zu werden verspricht, ist der Carlsruher Architect Prof. Ludw. Lev y. Ten Bau schmücken auffallend schöne Glasmalereien. m Die pomUche Bewegung. Spenden für zionistische Zwecke find an Herr»Dr. C. Ko k cs ch, Hof- und Gcrichts-Advocatcn Wie«, I., Singcrstrafie 25, zu senden. Wien. In der am 12. d. M. stattgehabten Sitzung der Leitung des Verbandes „Zion" wurde über die Brunner Reise des Verbands-Delegierten Herrn Dr. 54 a h n berichtet und beschlossen, ein Agitationscomite behufs Gründung von Einzelvereinen in Mähren zu bilden. Troppau. Die jüdischen Abiturienten der Städte Bielitz, Brünn, Jägerndorf, Mährisch-Ostrau, Mährisch-Weißkirchen, Slmütz, Teschen und Troppau veranstalteten am ♦>. August d. I. in Troppau einen rein jüdischen Gommers, an welchem sich viele Honoratioren der Stadt Troppau, sowie zahlreiche Vertreter von jüdischen Verbindungen, so der „Jvria", „Kadimah", „Libanonia, und „Unitas" aus Wien, der „Vcritas" aus Brünn, der „Emunah" und „Ehewrussa" aus Bielitz, „Massada" aus M.-Wcißkirchen und Ossid, der „Geula" und des Vereines „Zion" aus Olmür-, der „Hasmonea" aus Teschen, der „Hcssiana" und der „Marathia" aus Ai.-Ostrau betheiligtcn. Anwesend waren über 4()<) Personen. Nach der Begrüßungsrede des Präses Fritz Ekstcin ergriff Abiturient Salomon Haas das Wort zur Festrede, in welcher er den Commers als ein Verbrüderungsfest der jüdischen Abiturienten Mährens und Schlesiens feierte und mit markigen Worten für die Einigung der Juden unter nationalem Banner eintrat. Namens der Troppauer Eultusgemeiude sprach Vorstandslellvertreter S. Spitzer. Weiters sprachen im Aufträge der „Jvria" Herr A. Lanze r, der „Libanonia" Herr F i"s ch e r, terner die Herren Goldfinger, Werner und Rauchberger. Dem Eommcrse folgte ein äußerst animiertes Tanzkränzchen. Craiova. Unsere Organisation hat einen schweren Verlust erlitten. Dr. Jacobsohn, Präsident des Zionsvereincs, ist verichieden. Gr: starb als Opfer seines Berufes. Eine Blutvergiftung raffte ihn in 4 Tagen dahin. Er hinterlässt eine junge Witwe und zwei Kinder im zartesten Alter. In ihm verliert die Partei einen opferwilligen und energischen Mitarbeiter. Bialyftok. Die Trauer um den großen Gaon Rabbi Samuel dauert ungeschwächt fort. Man muss die Bedeutung des Todten in unserem Gemeindeleben kennen, um den großen Schmerz, um seinen Verlust verstehen zu können. Am 30. Trauertagc fand an der Ruhestätte des Dahingeschiedenen eine große Kundgebung statt. Eine ungeheure Volksmenge halte sich eingefunden, um den Worten des Trauerredners, Herrn I. Nissenbaum, zu lauschen. Nun, nachdem Mohilewer nicht mehr ist, beginnt man erst zu fühlen, welche Lücke er zurückgelassen. — Für den Ethrogimgarten ..r>:m Sehmuol” wird eifrigst gesammelt. Talnojc, Gouv. Kiew. Die zionistische Bewegung hat auch in unserem entlegenen Orte eine begeisterte Anhängerschaft gefunden. Bald werden die hiesigen Zionisten, die allen Schichten der Bevölkerung unseres Städtchens angehören, eine eigene Vereinigung bilden. Es wurde auch die Schekelsammlung cingeleitet. J. S. Odessa In ganz Südrussland werden noch Trauerkundgebungen für die beiden Heimgegangenen unermüdlichen Kämpfer für ihr Volk und seine Rechte, S ch a p i r a und Rabbi M o h ilcwer, veranstaltet. Eine der bedeutendsten fand dieser Tage in unserer Stadt statt. Der große Tempel erwies sich als zu klein, um alle, die gekonnnen waren, den Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen, aufzunehmen. Unser Gesinnungsgenosse, Rabbiner Temkin aus Je'.isawetgrad hielt eine ergreifende Rede, die die Bedeutung der Verstorbenen für unser Volk und gerade in dieser Zeit darlegte. Außerdem sprach noch unser allverehrter Herr S l o u s c z. Die Trauercundgebung hinterließ in allen Anwesenden einen tiefen Eindruck. ' A. Z—in. Leeds. Sonntag den -24. Juli fand hier eine Versammlung von Zionisten und Schckelzahlern statt. Zu Delegierten für den Baseler Eongress wurden gewählt: die Herren Dr. M. Umanski und R a s k i n aus Leeds, ferner der aus der Frage des rituellen Schächtens bekannte Dr. D c m b o, der im Vorjahre hier als Gast weilte, und Frau Dr. Umanski als Vertreterin des Frauenvereines ..linotl, Zion". l. Pxp. Sofia. Die zionistischen Vereinigungen in Bulgarien, die miteinander nur in loser Verbindung standen, haben sich .nun nach fast einjähriger Arbeit, die hauptsächlich auf die Propagierung der Idee verwendet werden musste, zu einer kräftigen Organisation zusammengefunden. Der Sitz des Hauptcomites. ist Sofia mit Localco:iiit>-s in allen größeren Städten. Der Repräsentanz gehören nach der nun vorliegenden Wahl folgende Herren an: Herr Jos. T a g g e r, S. M. L e v y, E. Kohe n, N. D av id, M. E h a i m o f f, E. C o n f i n o, M. S a m o u i l o f f. Eh. G u e r o n, M- A v d a l a. Präsidium: Herr Earl Herb st, M. F e i n b e r g, L. Radbil. Mihailcni. Die Zionisten unserer Stadt haben sich organrsicrt. Es wurde ein Verein ..Z«-m- Cliowewo Zion” gegründet. Dem Ausschüsse gehören die Herren I. Jank l, Dr. Argentar, I. Dreiling er, I. Marcowicz, M. Kapelowicz. I. M e s s i n g e r, M. R u s s e r, A. Wagner, I. K a p e l ow i tz, M. Z e l l n i g e r an. Der neue Verein entfaltet eine energische Thätigkeit. Halirz. Ich habe das Vergnügen, Ihnen mitzutheilen, dass hier am 2 k d. Ai. ein zionistischer Verein unter dem "Namen ..Soharei-Zion” gegründet wurde. Die Herren R. Fahn, M. A ch s e l r a d, I. Singe r und B. L i e b m a n n erörterten das Wesen und die Bedeutung des Zionismus in längeren Reden. Von den beigctretcnen <0-Mitgliedern wurden 12 ins Gründungscomite gewählt. , Ncw-Pork In Ausführung der Beschlüsse einer Vorconferenz, die im Monat Mai zwischen der (aus Einzelvereincn bestehenden) „Föderation der Zionisten von New-Pork und Umgebung" und Vertrauensmännern der Zionisten aus Baltimore. Boston, Philadelphia, Syracnsc, Rochester :c. stattsand, versammelten sich die Zionisten Amerikas am 4. Juli, dem Tage der Unabhängigkeilserklärung in Rew-Pork zu einem, von vielen Staaten und Städten Amerikas beschickten Eongress. Das Hauptresultat des Eongresses besteht in der Gründung einer National- Foderation der amerikanischen Zionisten, zu deren Präsidenten Dr. Richard G o t t h e i l, Professor der rabbinischen Literatur an der Eolumbiauniversität gewählt wurde. Die Föderation wird von einem New-Porker Eentralbureau geleitet, das sich in der Weise zusammensetzt, dass jeder Staat für je 1000 Schekelzahler einen Repräsentanten ins Bureau entsendet. Hierauf wurden zu Delegierten des zweiten Baseler Eongresses gewählt die Herren: Dr. Rich. Gottheil, Dr. William Eowen, Rev. Stephen Wise, K. Sarasohn (von der ...Jewish Daily Press”, Mr. Zolotkoff aus Ehicago und Dr. Bluestone aus New-Ijork. Die Delegierten erhielten den Auftrag, für den politischen Zionismus und für eine möglichst weitgehende Unterstützung der Colonisation zu stimmen. Nach einer Discussion über die Actionen des Wiener Eom i t e s legte Herr Adam Rosenberg (Delegierter des ersten Eongresses)' den Plan einer zionistischen O r g a n is at i on vor, dessen Hauptpunkte lauten:;0 Einsetzung eines Eentralcomit'-'S, mit Filialen ....:geu cur., Haupt-