Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 2 (1898)
- Issue
- 33 (19.8.1898)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1898-08-19
- Page
- 8 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 8 .PK^war Nr. 33 ist: Bureau des Zionistencongresses für Herrn D. Wolffsohn, Basel (Schweiz). In Köln fand in dieser Woche eine eingehende Besprechung der Herren vom Bankcomitö mit einem deutschen und einem holländischen Finanzmanne statt. Es wurden die zur öffentlichen allgemeinen Subscription und sonach zur definitiven Gründung der Bank nothHendigen Maßregeln erörtert. Zugleich verständigte man sich über die Grundzüge des Prospectes, der in Basel der Bankconferenz vorzulegen sein wird. Aus den Einläufen der letzten Tage sind zu erwähnen: Marienbad HK), Siedlec 256, Berditschew 934, Eit Seiton (Palästina) 43, Poltawa 577, Winnica 83. Charkow 2000, Brnsilaw 53, Jedwabne 56, Galatz 15.563, Jskorosk 7, Manchester 368, Königsberg 67, Krementschug 687, Szemeuowka 39, Skierniewice 150, Gentischek 77, Bendzin 109 Shares u. s. w. Die Vorarbeiten des provisorischen Bankcomites neigen sich nunmehr ihrem Ende zu. Am 25. August vormittags wird sich die Bankconferenz im Congresshause versammeln. Der Vorsitzende des Bankcomitös wird seinen umfaffenden Bericht vorlegcn und der Prospectentwurf soll ans diesen Berathungen in seiner endgiltigen Form hervorgebcn, die dann nur noch der Zustimmung des Congresses bedarf. Dann ist das Werk vollendet, an das sich so viele Erwartungen knüpfen und von dem nach allen bisherigen Ergebnissen ein voller Erfolg zu erhoffen ist. & Tribüne. Sehr geehrte Redaction! In der „Welt" Nr. 3 > befand sich ein Aufruf an alle jüdischen Studenten, am allgemeinen Studcntentage, der unmittelbar nach dem zweiten Eongresse in Basel stattfinden soll, theilzunehmen. Es ist ein sehr löbliches Vorhaben des Vereines „Hessiana", eine Versammlung zu veranstalten, in der Delegierte von allen jüdischen Studenten, Zionisten wie auch Nichtzionisten, über das Wesen des Zionismus discutieren : denn cs wird gewiss von groftem Nutzen für unser heiliges Unternehmen sein, wenn die jüdische akademische Jugend, die'uns ja Gelehrte und Volksführer für die Zukunft geben soll und die dennoch bisher dem Judenthume fernestand, sich jetzt der Sache ihres Volkes mit Begeisterung zuwenden wird. Eines nur hat der hiesige Zionistenvcrcin, in dessen 'Aufträge ich diesen Brief schreibe, einzuwenden, nämlich, dass es besser wäre, wenn die Studenten-Versammlung nicht direct nach dein Eongresse stattfinden würde. Der Baseler Eongress ist ein Tag, an dem sich die Abgeordneten des ganzen, in allen Welttheilen zerstreuten jüdischen Volkes einmal im Jahre versammeln, um über die Lage ihrer Brüder und über die Mittel, dieselbe für die künftigen Generationen zu verbessern, zu berathschlagen. Dieser Tag muss ein besonderes Gepräge von Ernst und Feierlichkeit tragen, damit auch die Gegner des Zionismus, Juden ebenso wie Nichtjuden, Achtung vor demselben haben. Es muss also alles vermieden werden, wodurch die Großartigkeit und Ernsthaftigkeit des Congreyes vor der Welt abnehmen könnte. Der Studententag aber, wenn er unmittelbar nach dem Eongresse stattfinden würde, könnte den Gegnern leicht Gelegenheit geben, eins mit dem andern zu vermengen, das Ganze eine L-tudenten-Demonstration zu nennen und so die Wichtigkeit des Congresses vor der Welt zu verringern, was allen Zionisten höchst unangenehm wäre. Die Studenten thäten viel besser, wenn sic ihre Versammlung zwei Monate nach dem Eongresse oder so ungefähr abhaltcn wollten: denn auch für sie wäre es von großem Vortheile. Der Verein „Hessiana" hat ja noch nicht lange den Entschluss gefasst, einen Studententag zu veranstalten. Die Studenten anderer Universitäten also sind noch wenig dazu vorbereitet, und viele werden daher keine Delegierten senden können. Einige Monate später aber könnte alles zu der Versammlung gut vorbereitet werden, und auch die entferntesten Studenten könnten an dieser überaus nöthigen Zusammenkunft Anlhcil. nehmen. Ich bitte, diesem Briefe einige Zeilen in der „Welt" zu widmen, damit auch andere Vereine ihre Meinung über diesen Gegenstand äußern. Plonsk, den 14. August 1898. Mit Hochachtung und Zionsgruß I. F i n k e l st e i n. Für die geplünderten galizischen Jude» ,sind Herrn Dr. Alexander Mintz bis 15. August zugekommen: Von Familie Walter, Wien (durch Verbindung „Kadimah") 5 fl., Gustav Schwabe, Varel, 3 Mark — 1 fl. 76 kr., B. Bannelt, Rossland B. C., 2 Dollar — 4 fl. 84 kr., M. P olinkowski, Kiew, Ergebnis einer Sammlung (Dr. M. M a n d e l st a m m 15 R., M. P o l i n k o w s k i 15 R., J.S t r uz o w s k i 2 N., Dr. Bychowski 5 R., Dr. B e n d e r s k i 10 R., L. Lowcki 5 R., Dr. Schmukler 2 R., Dr. Mandelberg 5 R., CH. Mozkin 5 R., Gebrüder Herczikow 3R., Doctor Harkawi 5 R., Dr. S ch r e i b e r 3 R., Z. M o z k i n 5 R., S. Erbstein 5 R., M. Lozinski 1 R., A. M o z k i n 1 R.. A. Horenstein 2 R., H. K a tz IR., G. E p st e i n IR., G. Struzowski 1 R., Rabbiner Zuckerman 3 R., Doctor Hendel mann 2 R., Mme. BychowskalR., S. Lozinski 1 R., H. W e i ß b e r g 1 R., Mlle. Rybakowa 3 R., Mlle. H o r e n st e i n 1 R., H. Schick 1 R., H. P a u l 1 R.) 106 Rubel 134 fl. 20 kr.. Israelitische Cultusgemeinde Carlstadt, Croatien, Ergebnis einer Sammlung 59 fl. 80 kr., Benno Schallinger Kunowitz 50 kr., I. D o n a t h, Kunowitz, 50 kr., Carl Reinhold, Frumosa, Ergebnis einer Sammlung (S. Sand, Frumosa, 2 fl., Löbl Taubes, Kolomea, 1 fl., E. Druckmann, Frumosa, 1 fl., Moses Druckmann, Frumosa, 1 fl., JsakWolkowicz, Frumosa, 1 fl., David Schaffer, Frumofa, 1 fl.. Albert Kirmeyer, Frumosa 54 kr., Josef Eidinger, Frumosa, 59 kr, Mathias Neumann, Frumosa, 50 kr., Moses Sand, Frumosa, 50 kr., L. Druckmann, Frumosa, 50 kr., N. N. 5 > kr.. Frl. Schiffer, Czernowitz, 20 kr., Michel Roll, . Frumosa, 50 kr., B. Gugi g, Schächter, Frumasa, 45 kr., Ephraim Druckmann, Frumosa, 25 kr., Josef Hut mann, 3Saraa,ri'50 kr., Carl Reinhold, Frumosa, 25 kr., Kalman Wenkert, Frumosa, 25 kr., Summe 12 fl. 44 kr., davon Porto 20 kr.) 12 fl. 24 kr., S. Blum in Mannheim unter dem Motto: „Ein eifriger Zionist für die Opfer der Greuelthaten in Galizien" durch M. *Bohrer in Ansbach 3 Mark — 1 fl. 75 kr., Ergebnis der Sammlung eines jüdischen Studenten in Berlin, II. Rate (Richard Seligsohn 40 Mk., stuck. A. M. 2 Mk., stuck. Mintz 1 Mk., Herr Simon 50 Pf., stuck. Lehmann 50 Pf., L. C i t r o n 20 Mk., Zionist aus Ostpreußen 1 Mk., Herr A. R. Hartmann 1 Mk., Bayrischer Jude 6 Mk., Lehrer Auerbach 1 Mk., Drei gute Juden 2 Mk., Herr Landau 50 Pf., Frl. Gold mann 3 Mk, L. L. 3 Mk., S. H. 3 Mk, S. S. .3 Mk., Agent E. 2 Mk.. Apotheker F. 3 Mk., Apotheker Fr. 3 Mk., Rechtsanwalt L. 3 Mk.. Simon Goldberg 2 Mk., Jüdischer Skatcirkel 1 Mk. 75 Pf.) 102 Mk. 25 Pf. 60 fl. 8 kr.. Abraham W i t t l i n (Ergebnis einer Sammlung) unter dem Motto „Heil dem Zionismus 7 fl. 95 kr.. Israelitische Cultusgemeinde S e m l i n 5 fl.. Israelitische Cultusgemeinde S z e n i c z 2 fl. -.0 kr., Dr. S. L a u t e r st e i n, Wien, 2 fl., Bernard L a z a r e, Paris, 9 fl. 54 kr.. Zionistische Studenten aus Strassnitz 2 fl. 50 kr., Dr. U l l m a n n, Znaim, 5 fl., Med.-Dr. M. T s ch l e n o w, Moskau, lo fl., Josef Kapowski. Sostrielka, 26 Rubel — 33 fl. 2 kr. Summe 358 fl. 18 kr., hiezu der frühere Ausweis von 2732 fl. 21 kr. — 3090 fl. 39 kr. Für die Familie des Jacob Hagel in Stryzow sind Herrn Dr. Alexander Mintz zugekommen: Von S. Blum in Mannheim durch M. Bohrer, Ansbach, 2 Mk. -- 1 fl. 17 kr.; hiezu der frühere Ausweis von 22 fl. 88 kr. - 24 fl. 05 kr. Weitere Spenden für die geplünderten galizischen Juden nimmt Herr Dr. Alexander Mintz, Hof- und Gerichts-Advocat in Wien, I., Schulerstraße Nr. 20, entgegen. & Poplllär-wiffruschaMchr Rundschau. Fahrstraßen für Luftschiffe. In einem Aufsatze der ..Archives de Medecine Navale“ bespricht der Franzose Le Dantec die Nächstliegenden Aufgaben der Luftschipahrt. Diese sind die Benützung der Luftströmungen. So denkt er an eine Benutzung der Windverhältnisse in Jnnerafrika zur Durchquerung dieses Erdtheils auf dem Luftwege. Der Plan ist nicht ganz neu: schon 1894 wurde er von Dex und Dibos ausgesprochen, blieb aber unversucht. In der heißen Zone wehen gewöhnlich Winde von Südosten, während in etwas höheren Schichten die Luftströmung umgekehrt nach Südosten hin gerichtet ist. Man könnte daher mit einem Luftschiffe von der Ostküste Afrikas etwa in Jnhabimbi aufsteigend, mit großer Sicherheit darauf rechnen, vom Winde nach der Westküste bei San Paolo de Loandä getragen zu werden,