Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 2 (1898)
- Issue
- 33 (19.8.1898)
- Article
- Die Waffenfabrik
- Date
- 1898-08-19
- Page
- 6 (sequence 2)
- Language
- German
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Sette 6 Nr. 33 endlich auch der Blödeste, dass die neuen, mit solchem Agio bezahlten Actien den Actionären einfach herausge—schmeichelt worden waren, indem man sie auf das schändlichste täuschte. So fielen die Actien in wenigen Tagen tief und immer tiefer. Endlich fand es der Meister, der im Verborgenen lenkt, angezeigt, wieder „in die Liebe" zu gehen. Und wieder fragen sich die Actionäre und fragt sich das Publicum angstvoll, was dieser gottgeschenkte Ritter nunmehr bezwecke. Wir sind nicht neugierig. Wir glauben, dass sie es immer ' noch genug früh erfahren werden. Das ist so in großen Umrissen die Geschichte der neuesten Thaten des Verwaltunosrathes der österreichischen Waffenfabrik. Es ist nicht einmal viel Witz zu dem schwi—erigen Unternehmen aufgel oten worden. Der Ritter Tauffig wird nicht viel von den Folgen zu spüren bekommen. Eher werden bei passender Gelegenheit arme Teufel, die schwer und ehrlichihr tägliches Brot suchen, dafür büßen müffen. Die Legende vom betrügerischen Juden ist wieder einmal gestärkt worden. Unsere Gegner haben wieder eine Handhabe, eine Waffe mehr gegen uns. So soll wenigstens unser Protest gehört werden gegen eine Kategorie von Juden, die solche Waffen fabricieren. m Der zweite Vsieler Congress. Officielle Tagesordnung. 1. Eröffnung durch den Präsidenten des Actionscomites Dr. Th. H e r z l. 2. Wahl des Bureaus und der Ausschüsse. 3. Allgemeine Lage. Referent: Dr. Max N o r d a u. 4. Rechenschaftsbericht. Referent: Dr. M. T. Schnirer; finanzieller Theil, Referent: Dr. O. Kokesch. 5. Programm der Bewegung. Referent: Dr. Max delsstamm. 6. Organisation. Referent: Dr. A. Mintz. 7. Colonisation. Referent: L. Mozkin. 8. Jüdische Culturfragen. Referent: Dr. M. Ehrenpreis. 9. Die jüdische Colonialbank. Referenten: D. Wolffs o h n und Dr. Bodenheime r. 10. Eventualia. Die der Eröffnungssitzung vorangehenden Borconferenzen wurden in folgender Weise festgesetzt: Am 25. August: Die Bankconferenz. Am 26. August: Die Colonisationsconferenz. Am 27. Auguit: Die Wahlbesprechungen. Alle Borconferenzen und Besprechungen werden Heuer in den Sälen des Congresshauses stattfinden. Die vom Bildhauer Beer entworfene Congressmedaille, deren Größe und Aussehen in dem Bilde unserer vorletzten Nummer nach einer Photographie wiedergegeben wurden, wird sammt Etui für Delegierte zum Preise von 6 Francs, für Nichldelegierte zum Preise von 10 Francs im Congressbureau erhältlich sein. Der Reinertrag wird zionistischen Fonds zugeführt. Neugewählte Delegierte:*) S. I. G r e e n b e r g, Jac. de Haas, E. M. Cohen, Tr. Theodor H erz l, Arch. Oscar Marmorek, Dr. Ph. Klei n, Dr. Max N o r d a u, S. C l a f f, I. S. L o e w y, G. Massel, Dr. S. F i n k e l st e i n, F. Schach. Th. Zloc i st i, I. M o h i l e w e r, I. N e t t e r, Dr. Staube, Doctor Gurewitsch, Dr. W. M u n k, Dr. D. M a l z, Doctor A. Korkis, Dr. Th. Herzl, Dr. I. Jelski, Doctor M. Ebner, Dr. A. Fisch l, L. Taubes, B. Feiwel, *1 Die Wiederholung einzelner Namen ist durch die mehrfache Wahl der betreffenden Delegierten veranlasst. A. H. Zupnik, Rabb. I. Seff, Max Hickl, Doctor S. Kornfeld, B. Feiwel, Dr. Th. H e r z l, Dr. Max Nord au, Max Just er, I. Kann (Haag-in Holland), Bouchmil, Bruck, Dr. Chrono chitzky, I. Dworzecki. Frei mann, Carl Herbst, K a tz m a n n, Karrass i k, M a l i n i a k, M. M o s e s, O b i n o w i tz k y, Oger, Ch. Schornstein, Dr. Schlaposchnikoff, W. Temk i n, M. U r i a s ch s o h n, Ingen. U s s i s ch k i n. In der nächsten Nummer der „W e IV' werden die Namen der bis Ende dieser Woche angemeldeten Delegierten in alphabetischer Ordnung veröffentlich werden. Ein Wiener Gesinnungsgenosse schlägt vor, es mögen an den dem Congress unmittelbar vorangehenden Tagen, sowie am Tage der Eröffnung des Congreffes von den zionistischen Vereinen überall Versammlungen veranstaltet werden. In diesen Versammlungen soll über den II. Congress referiert und womöglich eine überall gleichlautende Resolution zur Abstimmung gebracht werden. Von den Versammlungen und Resolutionen wäre das Congressbureau in Basel sofort zu benachrichtigen.— Wir fordern unsere Freunde auf, diese Versammlungen überall durchzuführen. Diejenigen unserer Gesinnungsgenossen, welche Gastkarten zu erhallen wünschen, mögen sich unverzüglich an das Bureau des Zionistencongreffes in Basel wenden; andernfalls kann eine rechtzeitige Erledigung nicht versprochen werden. Die Delegierten, welche in Bezug auf Wohnung und Beköstigung dem Secretär des Congreffes bestimmte Wünsche übermitteln wollen, werden gebeten, dies sofort zu thun, um demselben sowie dem Wohnungscomitö eine systematische Arbeit zu ermöglichen. Die Preise der Fahrt von Wien über Innsbruck und Zürich nach Basel und retour sind: I. Cl. fl. 78.50, II. Cl. fl. 53.45, III. Cl. fl. 24.50. Giltigkeitsdauer der Fahrkarten 45 Tage. Die Fahrkarten III. Cl. sind nur für Personeuzüge giltig. Bon Russland fährt man, wie uns ein ruffischer Gesinnungsgenoffe mittheilt, am billigsten von der Grenzstation Alexandrowo aus auf folgende Weise: JnAlexandrowo löst man ein einfaches Billet nach T h o r n, in Thorr: eine sogenannte „A u s ch l u s s r ü ck f a h r k a r t e m i t G u t s ch e i n" nach Berlin und zurück, in Berlin eine „ Somm e rkarte nach Basel. Die ganze Reise Alexandrowo-Basel und zurück kostet auf diese Weise II. Classe 128 Mark HI. Classe 87 Mark. Giltigkeitsdauer der Fahrkarten 45 Tage und Freigepäck 25 Kilogramm. H. Die Woche. Wien, 17. August 1898. Wenn hochgradige Zerstreutheit wirklich ein Symptom hervorragender Gelehrsamkeit ist, dann darf die Redaction der Wiener „Arbeiter-Zeitung" mit Fug und Recht zum mindesten den Rang eines Profefforen-Collegiums beanspruchen. Und wenn die erwähnten Redactivnsgelehrten sich in ihrem Privatleben nur einer halb so großen Vergesslichkeit befleißen, wie bei der Verfertigung des Morgenblattes vom 11. August, dann dürften sie wohl jeden Tag genöthigt sein, sich einen neuen Regenschirm zu kaufen. Die „Arbeiter-Zeitung" ist ein Judenblatt, — wir meinen selbstverständlich nur die Nummer