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Die Welt · 1898-08-05 · 31 (5.8.1898) · p. 4

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Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
31 (5.8.1898)
Article
Bismarck
Date
1898-08-05
Page
4 (sequence 2)
Language
German
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Seile 4 j*o** Nr. 31 bewusstes Judenthum, das seiner Geschichte und seiner Zukunst eingedenk gewesen wäre, bei dem großen Reichsgründer Bismarck mehr Verständnis und Antheilnahme gesunden hätte, als die oft unsäglich traurigen officiellen Vertreter des Judenthums in Deutschland. Wie dem auch sei, an Bismarcks Bahre wird der Jude und gerade der selbstbewusste deutsche Jude trotzalledem mit Achtung treten. Ein groster Gegner — aber ein tobt er Gegner. Er hat uns gezeigt, wie man partikularistische Strömungen in einem Volke durch Ausdauer und unentwegte Entschlossenheit beseitigen kann. Für diese Lehrewollen wir ihm dankbar sein. Nicht seiner großen Fehler, seines großen Beispieles wollen wir gedenken. & Der zweite Vieler Congress. Nun finden in allen Ländern und Erdtheilen die Wahlen für den zweiten Congress statt. Es wird, nach den Anmeldungen zu schließen, eine stattliche Anzahl von Delegierten nach Basel entsendet werden. Die Kraft des zionistischen Gedankens wird wieder vor aller Welt offenbar werden. Unsere Gegner wollen noch immer in ohnmächtigem Grimme den Glauben verbreiten, als ob sie diese machtvolle Volkserhebung nicht sähen, oder möchten sie todtschweigen. In Basel aber, wird nicht nur mit feurigen Zungen geredet, sondern auch entschloffenen DLuthes an die Ausführung des großen Werkes gegangen werden. „Das Volk steht auf!" Einer unserer Bravsten, der Bildhauer Beer, hat seine Kunst in den Dienst unserer Sache gestellt. Auch die unter unseren Freunden, welche nicht nach Basel kommen können, sollen sich an dem Kunstwerk erstellen. Durch die Opferwilligkeit zweier Mitglieder des Actionscomites konnte eine Medaille hergestellt werden, welche allen Congresscheilnehmern und allen Freunden ein schönes Andenken an die Tage von Basel sein wird. Die Verheißung nennt Nordau die Jdealgestalt des Künstlers. In Basel wollen wir daran arbeiten, dass wir von der Erfüllung sprechen können. In den letzten Wochen wollen noch viele nachholen, was früher nicht geschehen. An das-Bureau in Basel kommen fast täglich Briefe, welche um Verlängerung des Zahltermines der Schekel ansuchen. Trotzdem das Actionscomite bereits einmal den Termin erstreckt hat, sieht es sich daher veranlasst, die Einsendung der Juxten endgiltig auf den 10. August fe st zu setzen. Eine weitere Verschiebung ist unmöglich, da sonst die Arbeit des Bureaus bis zum Congreffe nicht abgeschloffen wäre. Dem Comite aber liegt es vor allem am Herzen, eine genaue Statistik vvrlegen und detaillierte Abrechnung pflegen zu können. Das Referat über die Colvnialbank werden D. Wolfsso h n und Dr. I. B o d enh e imer führen. Ueber jedes eingesendete Wahlprotokoll wird dem gewählten Delegierten eine Bescheinigung vom Bureau in Basel zugehen. Auf Grund dieser Bescheinigung werden den Delegierten iu Basel vom Bureau des Zionistencongreffes die Delegiertenkarten ausgefolgt. Gast- und Journalistenkarten werden vom Bureau nach Maßgabe des vorhandenen Platzes ausgegeben werden. Neu angemeldete Delegierte: Aus Amerika: Prof. Dr. Richard G o t t h e i l, Dr. William Cow en, Reverend Stephen Wis e, K. Sarasohn (Jewish Daily Express), M. Zolotkoff und Dr. Bluestone, Rabbiner Dr. Phil. Klein, Advocat Adam Rosenberg und Dr. Rülf (Bonn). Aus Transvaal: Dr. Moses G a st e r, Dr. Max N o r d a u, Dr. Hirsch, David W olffsohn und Herbert B e n t w i ch. Aus Potjhefstroom (8. A. R.): Dr. Max Nordau. Aus Focsani: Dr. Theodor Herzl, David Strelizker, Dr. K. Lippe. Ferner wurden gewählt: Marcus Rap op ort, B. B. Freidenberg, Dr. P. I a m p o l s k y, I. M i r k i n, M. G o r d o n, Dr. Alex. Friedmann, Rabb. N. C h u s s i d, A. P r e i s n e r, Frau Rosa I m a s, Herr Schiffrin, Rabb. Lembersky, Meisler, N. Lemberg, Dr. Jakob Kohan- Bern st ein, Dr. Leo K o h a n, Paul N a s ch a u e r, Dr. Sal. Rosenheck, Dr. Alex. Mintz, Dr. S. R. Landau, I. L. G o i t e i n, Dr. Victor I a c o b s o h n, Dr. Juda Landau, Emil Kronberger, L. Soicher, M. Fried mann, Dr. U mans ki, Frau U manski (für die Schekelzahlerinnen), Raskin, Dr. Dembo, I. Schönwetter, A. Markus, B. S p i r a, H. B i r k e n st e i n, Josef Sachs, Leo Pap er in, Dr. Alex. Marmoreck, S. Rosenblatt, Egon Zweig, Jakob S. Fuchs, Moriz Grünwald. Dr. Bodenheimer, Braude, Estermann, Goldberg, Dr.- Jnlius K a tz, Dr. L o e w e, Dr. Husewitsch, Dr. Kalmus, Seligmann, Frau Pros. Schapira, Weißberg und Wolfssohn. In Wien wurden bisher gewählt: Dr. M. T. S ch n i r e r, Dr. O. K o k e s ch (I. B.), Dr. Leopold Kahn, Norbert Rappaport (II. B.), Dr. Siegmd. Werner (III. B.), Architekt Oscar Marmoreck (IX. B.) Jakob Herzl (XVIII. und XIX. B.). Einzelne Delegierte bringen Petitionen mit nach Basel. Im allgemeinen ist ein solcher Vorgang nicht wünschenswert. Im Jntereffe einer ordentlichen Registrierung und Uebersicht der Petitionen werden die Gesinnungsgenoffen ersucht, diese aktenmäßigen Belege vor der Eröffnung des Congreffes nach Basel zu senden. Die Resolutionen oder sonstigen Kundgebungen sollen in den unmittelbar vor dem Congress e und am Congresstage selbst zu veranstaltenden Versammlungen gefasst und wenn nöthig telegraphisch dem Congressbureau in Basel übermittelt werden. In Basel hat sich ein Entpfangs- und Wohnungscomite constituiert, welches vor dem Congreffe und während desselben dem Secretär des Congreffes, Herrn A. H. Reich, zur Seite stehen wird. Die Preise der Fahrt von Wien über Innsbruck und Zürich nach Basel und retour sind: ' I. Cl. fl. 78 50, II. Cl. fl. 53-45, III. Cl. fl. 24*50. Giltigkeitsdauer der Fahrkarten 45 Tage. Die Fahrkarten III. Cl. sind nur für Personenzüge ailtig. 4-

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