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Die Welt · 1898-07-01 · 26 (1.7.1898) · p. 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
26 (1.7.1898)
Article
Eine hebräische Bibliothek
Date
1898-07-01
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 26 JPKOWflC Sette 11 zur hebräischen Bibliographie und Typographie" von Dr. A. Berliner. (Frankfurt a. M. 1898. Verlag von I. Kauffmann), gewährt einen Einblick in die Sammlung dieses Gelehrten. Nicht weniger als 8 Bücher sind es, die trotz der großen Sammlungen in London, Oxford und Paris, Berliner in seinem Katalog, der an Genauigkeit nichts zu wünschen übrig lässt, als „Ulrica" bezeichnen kann. Zahlreich sind die Inkunabeln (Wiegendrucke) und Seltenheiten, deren Beschreibung mehr als 50 Setten in Anspruch nimmt. Was die ganze Bibliothek des Verfassers vor allem auszeichnet, ist die reiche Sammlung von Ritualien, die wohl kaum ihresgleichen hat und die allein ausreichen würden, ihren hohen Wert für die Wissenschaft zu bedingen. Die jüdische Lehrerversammlung in Birken feld. In der letzten Maiwoche hielt Landrabbiner Dr. L o e v y im Pfälzer Hof eine Versammlung der jüdischen Lehrer des Fürstenthums ab. Aus den Verhandlungen, welche specielle Unterrichtsfragen und die Einwirkung des Lehrers auf die Berufswahl der Kinder betrafen, ist besonders die Begründung eines Fortbildungskurses in der jüdischen Geschichte und Litteratur hervorzuheben, den Dr. Loevy nach dem Schewuothfeste zu eröffnen beabsichtigte. Sämmtliche Lehrer haben ihre eifrige Mitwirkung zugesagt. Jüdische Geisteskranke. Nach der letzten preußischen Volkszählung vom Jahre 1895 gibt es in Preußen unter 82.860 Geisteskranken 1889 Juden: das heißt 2'/4 Percent. Das Verhältnis der Juden zur Gesammtbevölkerung macht jedoch nur 11/G Percent aus; es hätten also normalerweise auf die Juden 961 Irrsinnige entfallen sollen. Die abnormalen Lebensverhältnisse des jüdischer Volkes können nicht besser bewiesen werden. Prof. Dr. Ferdinand Cohn. In Breslau ist der o. ö. Professor der Botanik an der dortigen Universität, Dr. Ferdinand Julius Cohn, einem Herzschlag erlegen. & Die pomstische öewegmg. Spenden für zionistische Zwecke find an Herr« Dr. O. Ko k ef ch, Hof- und Gerichts-Advoeaten in Wien. I., Singer straßc 25, zu senden. Wie«. An das Actionscomite sind auch im Verlaufe dieser Woche Protestkundgebungen gegen die Artikel Dr. Kaminkas und Vertrauenskundgebungen für das Comite gelangt. Durch die Schärfe des Protestes sind namentlich die Berliner und Zbarazer Kundgebung bemerkenswert. Rzeszow. Am 15. Mai feierte unser Verein das Andenken Bar-Kochbas. Herr Jsak Wachtel, würdigte die Heldenthaten Bar-Kochbas und bot durch Zusammenstellung historischer Daten ein treffendes Bild unseres National-Helden. Redner hob besonders das ethische Moment hervor, welches die Triebfeder aller seiner Handlungen war. Mit einem Apell an den Nattonalsinn der Jugend schloss Redner seine interessanten Ausführungen. Rzezow. Seit drei Monaten ist hier eine zionistische Vereinigung conservativer junger Männer thätig. Die Vereinigung unterstützt auch den „Ahawath Zion" in Tarnow. J. B. Delatyn. Hier wurde ein zionistischer Verein gegründet. Obmann I. Kamornik, Obmann-Stellvertreter A. Bloch, Schriftführer Eh. Bloch. Neumarkt. Die Statuten des Vereines „Bnei Zion" sind bereits bewilligt. Der Verein hat in seiner constituierenden Versammlung beschlossen, sich stricte an das Baseler Programm zu halten. Wama. Der Verein „Zion" in Wama, der durch einige Monate geruht hat, ist durch die Agitation des Zionsvereines von Kimpolung wieder zu lebhafter Thatigkeit angeregt worden. Es sind namentlich die Herren I. Landesberg, Dr. I. G l ü ck s m a n n und S. Bar, die sich auf's Giftigste um die gute Sache bemühen. Die Neuwahl des Ausschusses ergab folgendes Resultat: Obmann: I. Goldringer; Obmann- Stellvertreter: P. Melzer und S. Milch; Schriftführer: I. Aschkenasi und I. R os enb aum; Eassiere: I- Druckmann und B. Merdler; Revisoren: M. Schapira und Ch. David. Berlin. An das zionistische Actions-Comite! Empört über die unqualificierbaren Angriffe, die Herr Dr. Kaminka gegen das Actions-Comite wie gegen die Person des Herrn Dr. Herzl zu richten sich bemüßigt gesehen hat, spricht die Berliner zionistische Vereinigung dem Comite, wie insbesondere Herrn Dr. Theodor Herzl, ihr unerschütterliches Vertrauen aus und' erwartet bestimmt, dass sich das Actions-Comite in seiner segensreichen und für die Erfüllung des zionistischen Ideals absolut nothwendigen Thätigkeit durch derlei Angriffe nicht beirren lassen wird. Für die „Berliner Zionistische Vereinigung" Dr. Heinrich Loewe, Vorsitzender; Dr. Julius Katz, Schriftführer;' Hugo Schildberger, Schatzmeister; per Dr. Bernhard Cohn: Akiba R. Hartmann, Jacob H. Wagner. Jassy. Jüngst hielt Se. Ehrwürden Rabbiner Dr. Niemer o w e r, ebenfalls in der großen Synagoge, dem verstorbenen Gaon Rabbi Schmuel Mohilewer eine Trauerrede. Das Volk kam in Massen herbeigestromt, um die Thaten dieses „Großen Zionisten" zu hören. Se. Ehrwürden schilderte die Größe dieses Rabbi, besonders aber hat er dessen Beziehungen zum modernen Zionismus hervorgehoben. Ganz zuletzt sprach Se. Ehrwürden auch über die Colonialbank und wies auf deren Wichtigkeit als Factor im Zionismus hin. Bemerkenswert ist es, dass Se. Ehrwürden bis vor kurzem ausgesprochener Antizionist war, der aber seit seiner Rückkehr von Berlin, wo er mit Dr. Maybaum und anderen öfters zusammenkam, ganz anderer Ueberzeugung geworden. Nachdem Se. Ehrwürden mit der Trauerrede zu Ende war, schickte der Präsident der „Ehowewe Zion" folgendes Telegramm ab: „Herrn Josef Mohilewer, Bialystok. Adas Jassy Bnei Zion ubnoschu. misablim al hilukach nizrom weatartoni. Mekawim le lehisnachem bebinjan Zion. Armin Dux." Moincsti (Rumänien). Ich habe die Ehre, Ihnen zu berichten, dass durch meine Initiative auch ein zionistischer Mädchenverein unter dem Titel „M’vaseres-Zion“ vor etwa einem Monat hier gegründet wurde. Ins Comite wurden folgende Damen gewählt: Frau S. Birnbaum, Frl. R. Horowitz, Frl. R. D av idf o h n. Frl. G. C o p e l. Frl. F. L es ir o v i ci, S. Tokar, M. Rottenberg und P. Schoss. M. B. Antwerpen. Der Zionismus erobert sich in seinem Siegesläufe um die Welt tagtäglich neue Gebiete. Auch Belgien, in welchem Lande es den Juden verhältnismäßig gut geht, hat nunmehr seinen Zionistenverein. Auf Anregung unseres Gesinnungsgenossen Jonathan Eiben schütz hat sich nämlich in Antwerpen ein zionistischer Verein constituiert, der bereits f>0 Mitglieder zählt und alle Aussicht hat, zu wachsen. Binnen kurzem dürfte Brüssel dem guten Beispiele folgen. Liverpool. Hier bestehen zwei zionistische Vereine, die Liverpooler Gruppe der Londoner Association und der „Agudas Hazionim", auf' dem Baseler Programm. Beide Vereine hielten am letzten Sonntag Versammlungen ab. in denen viele Redner ein gemeinsames Vorgehen befürworteten, das auch beschlossen wurde. Die Mitglieder gehören zumeist der arbeitenden Bevölkerung an. Alexandrien. Am 3'). Mai versammelten sich die Zionisten Alerandrien's in der Schule der „Alliance Israclito”, die ihnen zu diesem Zwecke bereitwillig zur Verfügung gestellt worden war. Bemerkenswert ist, dass der Präsident der „Alliance [sraelite-, Baron Menache, zugleich der Präsident der hiesigen Cultus, gemeinde ist. Zur Versammlung waren alle Schekelzahler geladen, au an den Brudcherverein in Cairo war eine Einladung ergangen, die mit dem bestimmten Versprechen, an der nächsten Versammlung würden die Cairenser Zionisten theilnehmen, beantwortet wurde. Wir haben in der kurzen Zeit seit dem Einzuge des z'onistischen Gedankens in unser Land viele Erfolge erlebt und dürfen mit dem Erreichten zufrieden sein. Mit den eigenthümlichen Verhältnissen unseres öffentlichen jüdischen Lebens hängt es zusammen, dass wir weit mehr Zionisten haben, als sich vor der Welt zu unserer Partei bekennen. Mancher hoch angesehene in bedeutender Stellung befindliche Mann, zahlt seinen Schekel heimlich und bittet seinen Namen nicht zu veröffentlichen. Wir nehmen solche Zahlungen aber stets nur mit der Bemerkung entgegen: Es wird, hoffen wir, bald die Zeit kommen, wo Sie uns Ihre Bundesgenossenschaft auf offener Straße anbieten. Nur in dieser Hoffnung nehmen wir Sie vorläufig als anonyme Affiliierten aus. Der Grund, der manchen braven Mann abhalt, für unsere von ihm als gut und edel anerkannte Sache öffentlich einzutreten, ist nicht in allen Fällen Opportunismus. Vielmehr ist daran eine leidige Zaghaftigkeit in politieis schuld. Diese Leute wollen sich noch immer nicht überzeugen lassen, dass der offieielle Zionismus ganz offen vor ge ht und jeden seiner Schritte unter die allgemeine Controlle stellt. Wir thun alles mögliche, um jedem der es hören will, zu versichern, dass der Zionismus aus freiem Antrieb in einem Glashause Quartier genommen hat, dass er sein laut und deutlich ausgesprochenes Ziel mit Mitteln, die er aller Welt bekannt gegeben hat, verfolgt, und dass er keinerlei

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