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Die Welt · 1898-06-17 · 24 (17.6.1898) · p. 14

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Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
24 (17.6.1898)
Article
London [Nachricht] / J. de H.
Date
1898-06-17
Page
14 (sequence 2)
Language
German
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Seite 14 Nr. 24 bet demnächst in B ombay statt. Dr. H a f f k i n e wirb den Bor-' sitz führen. J. de H. Dekkmsmchnchttu. Wien. Vor einer stark besuchten Versammlung, die der Einzelverein „Wien" des „Zion" im Restaurant Müller III. Pragerstrafte abhielt, sprach als Referent Herr Hof- und Gerichtsadvocat Dr. Leopold Kahn über den Zionismus und den zweiten Baseler Kongress. Das ausgezeichnete gründliche Referat des Vortragenden fand rauschenden Beifall bei allen Anwesenden. Trotz wiederholter Aufforderung meldete sich kein Gegner zum Wort, so dass die Versammlung geschlossen werden konnte. Es wurde in derselben eine größere Anzahl von Shares der jüdischen Eolonialbank gezeichnet und von vielen Anwesenden der Schekel entrichtet. Wie«. Die am 11. Juni im VI Wiener Bezirke abgehaltene Versammlung des Einzelvereines „Wien" des „Zion" in welcher Herr Architekt Oscar M a r m o r e k in glänzender Weise das Referat führte, schloss mit einer Sympathiekundgebung der zahlreich Versammelten für den Zionismus. (A n m e r k u n g. Wir bringen in nächster Nummer einen ausführlichen Bericht. Die Red.) Wien. Der Einzelverein „Wien" des „Zion" veranstaltet Dienstag den 21. d. M. um \'*8 Uhr abends im Vereinslocale, ll. Rembrandstraße 11 eine Trauerfeier für Rabbiner S. M o h ilewer und Prof. Dr. H. S ch a p i r a s. A.; Herr R. A. B r a ud e s wird die Gedenkrede halten. Gäste sind herzlich willkommen. Wie«. Mittwoch, den 1. Juni l. I. veranstaltete die jüdischakademische Verbindung „Libanonia" einen Vortragsabend in Rudolfsheim, um der zionistischen Idee in den dortigen Kreisen Eingang zu verschaffen. Ein zahlreiches Publikum hatte sich eingefunden. Die Ausführungen des Festredners Herrn Oskar Rosenberger wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Die hierauf folgende anregende Discussion erbrachte den Beweis von dem regen Interesse, welches das Publicum für den Zionismus empfindet. Wien. Die Verbindung „U n i t a s" hat in ihrem am 9. d. M. stattgehabten Plenum den Ehies-Rabbi der portugiesisch-spaniolischen Gemeinde in London, Dr. Moses G a st e r per acclamationem zum Ehrenmitglieds ernannt. Brünn. Der Verein jüdischer Handelsangestellter „E mutt a h" hält am Samstag, den 16. Juni 1898 seine constituierende Versammlung im Altbrünner Bräuhause, Schreibwaldstraße, um halb 8 Uhr abends ab. Referent Herr H ü ck e l. Olmütz. In der 7. Monatsversammlung des „Zion" am 4. d. M., behandelte Herr Zweig das Thema „Lord Beaconssield, ein zionistischer Premierminister und wies unter Zustimmung der Versammlung nach, dass unsere Ziele der Treue gegen unsere Vaterländer nicht widerstreiten. & ZeitschMeilNllldslhllll. Unter dem Schlagwort „An die Richter Frankreichs" ist von Rudolf Tambour ein Flugblatt erschienen, das sich in kräftigen Tönen für die Rehabilitierung Zolas einsetzt und die Richter Frankreichs auffordert, Treyfus Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Anstatt des Jahrbuches „Jerusalem" hat Herr Luncz eine denselben Namen tragende Vierteljahresschrift herauszugeben beschlossen. Das erste Heft ist bereits erschienen und enthält: Einen Artikel von Baurath Schick über den alten Tempel, eine Studie über die Rabbiner Palästinas im Mittelalter von Luncz, Briefe aus Palästina publicieren Profefsor Kaufmann, Dr. H arkavy, und Lector Friedmann in Wien zeigt uns die Bedeutung Asiens nach der Rabbinischen Literatur. Bücherwett. Dasmosaifch-talmudischeBefitzrecht. BonMosesBloch. Budapest 1897. 8". Der vorliegenden Studie giengen in den Jahren 1879, 1882 und 1890 die Studien: „Das mosaisch-talmudische Polizeirecht", „Die Eivilprocess-Ordnung nach mosaisch-rabbinischem Rechte" und „Das mosaisch-talmudische Erbrecht" voran. Wenn Einer berufen ist, uns ein Bild des mosaisch-talmudischen Rechtes zu entrollen, so ist es Rabbiner Moses Bloch, welcher, unterstützt von einem glänzenden Scharfblicke, sein ganzes Leben lang mit unermüdlichem, rastlosem Fleiße und edler, hingebungsvoller Begeisterung das riesige Gebiet der religionsgesetzlichen Schriften der Juden erforscht und ergründet hat und noch heute, ein Jubelgreis von mehr denn 80 Jahren, zu erforschen und zu ergründen nicht aufhört. Die erwähnten Abhandlungen, welche den Jahresberichten der Landes-Rabbinerschule in Budapest, an welcher der Verfasser als Professor eine überaus segensreiche Wirksamkeit entfaltet, vorausgeschickt sind, können natürlich innerhalb des beschränkten Rahmens, in dem sie erscheinen, keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Erschöpfung des gewaltigen Stoffes erheben; immerhin liefern sie sehr wertvolle Beiträge, welche das Interesse aller Freunde der Wiffenschaft verdienen. Unter den mannigfachen, alle Verhältnisse des menschlichen Lebens umfassenden Vorschriften des Judenthums nehmen die Verordnungen, welche die gegenseitigen gesellschaftlichen Beziehungen regeln, die Bestimmungen, welche die rechtlichen Verhältnisse der Menschen zu einander genau festsetzen, eine hervorragende Stelle ein. Die Gottesidee, welche das Judenthum trägt und dessen Schwerpunkt ist, durchdringt auch das Recht und drückt ihm den Stempel der Göttlichkeit auf. Die Uebung der Gerechtigkeit ist im Juden-thum nicht etwa nur Bürgerpflicht, sondern auch Religionsgesetz, und eine Rechtsverletzung ist nicht allein ein Verbrechen gegen die Gesellschaft, sondern auch eine Versündigung gegen Gott. Diese Verschmelzung des Rechtes mit der Religion hatte den Nachtheil, dass die Rechtslehre nicht als selbstänvige Wiffenschast, sondern bloß als Bestandtheil des Religionsgesetzes mit diesem zugleich behandelt wurde, und dass wir selbst im Talmud, der nach den verschiedenen Materien in besondere Tractate eingetheilt ist und demgemäß auch Rechtstractate enthält, eine systematische Anordnung und Ausführung nach den verschiedenen Zweigen des Rechtes vermissen. Wohl haben neuere Forscher einzelnen Rechtstraeraten eine eingehende Behandlung nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten angedeihen lassen; allein Moses Bloch war es erst Vorbehalten, innerhalb der von ihm behandelten Rechtsgebiete alle Gesetze zu sammeln, systematisch zu verarbeiten, mit genauen Hinweisen auf die betreffenden Ouellen im Talmud und in den Eodices und mit Bemerkungen zu versehen und zugleich manchen treffenden Vergleich mit dem römischen und dem deutschen Rechte anzustellen. 8. & Büchereinlauf. iifeker Chaiim a) Biographie des R. Ehaimibn Attar; b) Minhage Trefot von Dr. Jakob Nacht. Verlag des Verfaffers. Drohobycz 1898. 8epker Hatorali wehachaiini. Von Dr. M. Güdemann. Verlag Achiasaf. Warschau 1898. Sipliroth Israel. Von Prof. Dr. M. Steinschneider. Verlag Achiasaf. Warschau 1898. Widerspricht der Zionismus unserer Religion? Von Dr. H. Salomonsohn. Herausgegeben im Aufträge der Berliner Ortsgruppen der zionistischen Vereinigungen für Deutschland. Berlin 1898. Der Gomentar des Karäers Jephet den 'Ali Halevi zu den Proverbien. Zum erstenmale nach mehreren Handschriften ediert, mit einer Einleitung und Anmerkungen versehen, von Dr. Israel G ü n z i g. Druck und Verlag von Josef Fischer. Krakau 1898. F r v l 1111 o«. Rabbi Arnnon.*) Eine Sage von Adolph Donath (Wien». Rabbi Amnon war ein guter Freund des Mainzer Fürstenhoses. Alle Frauen, alle Ritter Liebten es, mit ihm zu sprechen. Eines Tages gab der Kurfürst Aus dem Schlosse ein Gelage, Auch den Rabbi Amnon sah man An des Fürsten Seite sitzen. Und als die Pokale klangen Und die Frauenherzen glühten. Hob der Kurfürst seinen Becher Und er sprach zur Tafelrunde: Wir sind alle treue Brüder Einer reinen Gotteslehre, Jeder Fremdling sei willkommen. Der zu unserm Gotte pilgert. Rabbi Amnon, sieh den Becher, Der von Diamanten funkelt. Sieh die BUder an den Wänden, Sieh die reichen Purpurdecken. *) Aus einem demnächst erscheinenden mit einem Geleitbrief von Georg Brandes versehenen Bande „Tage und Nächte" (Schuster £ Loeffler, Berlin). „Wir sind alle eine Seele, Einer fühlt es mit den andern. Wenn die jungen Büsche sprießen Und die Blütenkronen leuchten. Diese Pracht sei Dir gegeben. Willst Du unserm Gotte dienen. Rabbi Amnon, Deine Lehre Ist so arm und ist so düster."

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