Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 2 (1898)
- Issue
- 23 (10.6.1898)
- Article
- Nadworna [Nachricht]
- Date
- 1898-06-10
- Page
- 13 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3315709-3315742-3315766--06416-3360436- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Dir siomMe Krwegmg. Spenden für zionistische Zwecke find an Herrn Dr. O. Kokesch, Hof- «nd Gerichts-Advocaten in Wien, Singerstrafic 25, zu sende». Nadworna. Am 22. Mai constitnierte sich unter lebhafter Antheilnahme der hiesigen Juden ein jüdisch-nationaler Verein „Zion". In den Ausschuss wurden gewählt: N. Petro wer, H. Jekel, A. Jekel, M. Hübner, I. Harz, L. Förster, M. Schreier, M. Rosenberg und S. Stein. Odessa. Vom Odessaer Vereine „Bne Zion" erhalten wir folgende . Erklärung: „Im Namen sämmtlicher Mitglieder des Vereines „B n e Zion" in Odessa und aller seiner Zweigvereine, drücken wir hiermit unser tiefstes Bedauern aus über die im „Hamagid" von Dr. Kaminka gegen Dr. Herzl und das Wiener Actions-Comitä erhobenen böswilligen Angriffe und die unrichtige Darstellung von der Thätigkeit derselben. Wir erachten es als eine heilige Pflicht, gegen die Absicht dieses Herrn, die dahin geht, die bestehende zionistische Organisation — die erste nach der Auslösung des Synhedrion zu Liberias — zu erschüttern und zu schädigen, auf das entschiedenste zu protestieren! Gleichzeitig drücken wir den Leitern der zionistischen Bewegung unser vollstes Vertrauen aus und erklären, dass wir stets bereit sind, mit ihnen wie ein Mann gemeinsam zu arbeiten und unentwegt aus der Bahn fortzuschreiten, die uns der erste Zionisten- Congress, der allein unser Leiter und Führer ist, vorgezeichnet hat. Wir sind dessen sicher, dass «wir mit dieser Erklärung nicht vereinzelt daslehen, dass vielmehr alle unsere Brüder mit uns übereinstimmen werden, denen der Zionsgedanke heilig und ernst ist. Für den Verein „Bne Z i o n" Odessa: M. Scheikin, N Slustsch, Obmann. Schristsührcr. Jckatcrinoslato. Wir haben hier eine Anzahl eifriger Gesinnungsgenossen, die unermüdlich im Dienste unserer Idee wirken. Unser Freund, Ingenieur M. Uffischkin entwickelr eine besonders rege Thätigkeit. In allernächster Zeit wird er hier einen großen Vortrag, über die „Geschichte und Ziele des Zionismus" halten, um den Zionsgedanken in weitereKrcise der jüdischen Gesellschaft zu tragen. Wie es in Russland vorgeschrieben ist, wurde der Vortrag mit Bewilligung des Gouverneurs von Jekaterinoslaw, Fürst Swjatopolk-Mirsky, dem Eurator des gesummten Nntcrrichtswesens Süd-Russlands, zur Begutachtung vorgelegt. Das Reinerträgnis fällt der jüdischen Gesellschaft für die Kinderbewahrung zu; dadurch soll noch einmal gezeigt werden, wie die „Bekämpfet des Zionismus mit ihren Behauptungen über die Indifferenz der Zionisten gegen die Noth der Juden Recht haben. Libau. In Libau besteht seit kurzem eine zionistische Bereinigung. Die Mitgliedcrzahl erreicht -'»<>. «'„Boschod".) Sofia. Die zionistische Bewegung schreitet immer vorwärts. In Philippopel hat sich der ans dem Aussterbeetat gestandene zionistische Verein wieder reorganisiert und mit aschkenasischen Elementen verstärkt. Burgas und Warna organisieren neue Zionsvereine und in «-ofia regt es sich mächtig. Es ist, als ob alles aus dem q..i vive stände, alles möchte in das Llhnenland strömen. Zwei Familien verließen vergangene Woche, Sofia um in ihre Eolonie Hartow Artus zu übersiedeln. F. Raskin. Sophia, 22. Mai. Der Eentralverein „Z i o n" in Sophia veröffentlichte folgende Resolution. Das Synhedryon des Centralvereines „Zion" in Sophia drückt seine tiefe Entrüstung aus über die Angriffe des Dr. 5t a m i n k a gegen unseren ziontstischen Führer Herrn Tr. Theodor Herzl und har einstimmig beschlossen: 1. Die schärfste Missbilligung über das Vorgehen des Herrn Dr. Kaminka auszusprechen, der sich erlaubt, öffentlich in der Presse die Ehre eines Mannes anzutasten, den die Zionisten als ihren Führer betrachten. 2. Ganz entschieden die Idee des Dr. Kaminka zurückzuweisen, der einen vom ersten Congress verschiedenen und unabhängigen einzuberusen vorschlägt. Dies könnte zu einer Desorganisation der Zionisten, oder zum mindesten zu einer Theilung derselben in zwei Lager führen und würde überdies dem Eongreffe das Ansehen und die Autorität nehmen, welche er als Vertretung des Volkes besitzen muss. 3. Ihre unangenehme Ueberraschung darüber auszudrücken, dass das Journal „Hamagid" seine spalten einer demoralisirenden Polemik geöffnet hat, anstatt die Ehre unseres Führers zu wahren, der immer Beweise seiner Aufopferung und Ergebenheit für die zionistische Sache gegeben hat. 4. Diese Resolution in dem Journale „Die Welt" und den anderen jüdischen Zeitungen zu veröffentlichen. Das Synhedrion des Centralvereines „Zion" in Sophia; Der Präsident: C. Herbst, die Bicepräsidenten: I. Ratan- 1 o h n, I. T a g g e r, die Schriftführer; M. K u p s e r w a s s e r, G. Schamli. Die Mitglieder: Samuel H. Leop, I. Calmi, At. Samuel, N. David, A. D a v i d, I. E s ch u a, E. C o ns in o, I. Schwarz, Ri. Hei m o f f, I. Rege r, fl!. Arnelti. H. Gueron, A Aisenschreiber, D. Benjamin, I. H e g e s ch, M. S ch u tz m a n, I. M i h e l s o h n, G. Nathans o h n. Aehnliche Kundgebungen sind außer den bereits früher erwähnten an das Actionscomits und die „Welt" eingelangt aus Varna durch Josef Jvio, aus Przemysl, Ezortkow, aus K i ew, Odessa, Lodz, P i n s k. aus M o i n e st i re. von Vereinen, Verbänden und Privatpersonen. Bern. Samstag, den 7. Mai hat Herr MarcuB a r u ch infolge des Entgegenkommens des Gemeindepräsidenten M. B a e r, der Vicepräfidenten Hirsch! und Bloch, in der hiesigen Synagoge über Zionismus gesprochen. Abends wiederholte er seinen Bortrag in einer größeren Versammlung. Die Herren Syrkin, Dr. Schydlowsky und Wortamann haben sich der Agitation zur Verfügung gestellt. Wir können schon heute sagen, dass die Berner Gruppe am zweiten Congress vertreten sein wird. Bern. Auf Grund der Satzungen des Baseler Programmes hat sich hier ein „academischer Zionistenverein" constituiert. Actuar A. L i ch t e n st e i n, cand j.liil. Jacobsdal (Distr. Marino) Transvaal. Es wird vielleicht interessieren, zu hören, welche Fortschritte der Zionismus unter den Juden unseres Districtes gemacht hat. Der größte Theil hat sich nach dem Baseler Congress an die Bewegung angeschlossen und ist bereit, ein jedes Opfer zu bringen. Wir zählen nur wenig Gegner, die entweder dem „Jewish Chronicle" anhängen oder noch immer von illssimilationswahn besessen sind. Von diesen könnte man fast wünschen, dass sie sich mit den „Boeren" assimilieren, um von diesen zu lernen, was „Vaterlandsliebe" heißt. Bialystok. (Telegramm.) Rabbiner M o h i l e w e r ist lebensgefährlich erkrankt. Oesterreich-Ungarn. Wien. Unsere jüdischen Parlamentarier aus Galizien rühren sich. Endlich! Das Beispiel ihrer Abgeordnetencollegen, die mit voller Wucht für nationale Interessen den Kampf führen, hat ermunternd auf sie eingewirkt. Man hat diesen Herren so Unrecht gethan. Während man in Galizien die Juden plünderte, speisten sic fleißig mit an den Tafeln des Polenclubs. Und das war doch eine gewisse Recompcusation für die Schäden in Galizien. Hohe Politik wird immer schwer verstanden, und die armen galizischen Inden bestürmten in ihrer bekannten Intoleranz die jüdischen Abgeordneten mit Eilbriefen und Telegrammen. Es ist doch charakteristisch, dass ein bischen Plünderung soviel Schrecken bei diesen Juden erzeugen konnte. Aber die jüdischen Bolksvertreter handelten großmüthig. Sie nahmen die Gefahr als wirklich bestehend an, conferierten sogar und beschlossen, in erster Linie vom Statthalter Abhilfe zu verlangen, außerdem noch „an die Centralregicrung heranzutreten". Bon einer Interpellation im Parlamente selbst wurde abgesehen. Das wäre doch jüdische Aufdringlichkeit. Um den Antisemiten Schrecken, den Juden wieder Mnrh einzuflößen, wurde dcr genannte Beschluss in sämmtlichen zur Verfügung stehenden Blättern veröffentlicht. Außerdem bereiter sich noch in Stille eine zweite Action zugunsten der galizischen Juden vor. Eine Deputation der„Oesterreichischen Israelitischen Union" soll sich angeblich zum Ministerpräsidenten begeben, um Beschwerde zu führen. Abg. Rappaport will sich sogar im Interesse seiner Wählerschaft der Deputation anschließen wie es heißt. Wahrscheinlich werden die Herren wieder protestieren, und damit wird die Action für die galizischen Juden erschöpft sein. Wenn man bedenkt, in welcher Weise die jüdischen Abgeordneten aus Galizien bisher die Interessen ihrer Wähler wahrgenvmmen haben, wenn man die Rolle kennt, die sie im Polcnclnb spielen, so weiß man, wie wenig dieser Schritt des Abgeordneten Rappaport bedeuten kann. Offenes, ehrliches Auftreten im Parlamente wäre das allein Richtige gewesen. Das haben die Herren unterlassen, aus Fei—nheit. Ihr Schweigen, ihr Schleichen in diesen Tagen soll ihnen unvergessen bleiben. Herr von Rappaport hat übrigens jetzt ganz andere Sorgen. Die mit Mühe bei der Regierung erwirkte Trassierung der menen Bahn bei Stryj durch seine Besitzungen in Liskv hat 'ihn genug Anstrengung gekostet. Und da das Krakauer Antisemiten blart „Glos Rarvdn" ihn deshalb angreist, so nimmt