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Die Welt · 1898-06-03 · 22 (3.6.1898) · p. 12

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Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
22 (3.6.1898)
Article
[Kommentar]
Date
1898-06-03
Page
12 (sequence 2)
Language
German
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Seite 12 Nr 22 Jfc&WdC freuen und es der Mühe nicht wert finden, dieser großartigen Volksbewegung mehr Aufmerksamkeit und die gebürende Würdigung zu zchenken. Sie wollen von einem Judenstaate einfach nichts wissen, weil fie angeblich auf die Errungenschaften in ihrem Vaterlande innerhalb der letzten Jahrzehnte und den erfochtenen Sieg im Kampfe um die Gleichberechtigung nicht verzichten wollen. Deshalb ist eine Konferenz englischer Zionisten von hoher Bedeutung, damit die englischen Großjuden die Bewegung kennen und ihre Berechtigung begreifen lernen." —1>— Die neueste hebräische Monatsschrift erscheint in Berdytschew. Sie heißt „Hagorcn" und wird von S. A. Horodezky redigiert. Das erste Heft enthält Beiträge von Kauf m an«, Harkavy, einen sehr lesenswerten Essay über die Familie Raschis von Rev. Kohn-Zedek in London u. s. w. In einer Korrespondenz aus Kiew lässt „Woschod" fich berichten: „Die Idee des Zionismus hat bei uns in Kiew begeisterte Anhänger. Die Zionistenversammlungen werden massenhaft besucht; die Besucher gehören allen Schichten der jüdischen Gesellschaft an. Der bekannte „Magid-Jewserow" hat in unserer sogenannten Soldatensynagoge eine ausführliche Rede gehalten, worin er für den Zionismus Propaganda macht und das Volk auffordert, nach Palästina zu streben. „Ich bin durchaus kein Antizionist und doch kann ich nicht umhin, die Erscheinung hervorzuhcben, dass viele sympathische Mitglieder unserer Gemeinde durch den Zionismus hingerissen, die "allerwichtigsten jüdischen Interessen gänzlich unberücksichtigt lassen. Unsere Kinder dürsten nach Aufklärung und Licht, das jüdische Proletariat versinkt in Dunkel und Unwissenheit, und wir gehen an all' dem gleichgiltig vorüber, denn wir sind nur für den Zionismus eingenommen." Diese und viele ähnliche Korrespondenzen im „Woschod" aus der Feder halber Zionisten und ganzer Antizionisten verrathen eine Tendenz, den Zionismus in den Augen ehrlicher, aber nicht genug gut unterrichleter Juden in einem nichts weniger als sympathischen Lichte erscheinen zu lassen. Man braucht nur in der Zeitung genug oft dem naiven Leser einzureden, der Zionismus verhalte sich"gegen die Roth der Massen, das Verlangen nach Licht und Aufflärung gleichgiltig, und der Leser, der das einige Wochen hindurch liest, wird gar ein „Bckämpfer" des Zionismus, wie sein Leibblatt. Wenn man ihn aber fragen würde: Ja, was strebt der Zionismus anderes an, als eine Ställe, wo das Proletariat nicht den Ansiedlungsrayon und die Kinder des Proletariats kein Percentverhältnis in den Schulen haben, würde der naive Leser einsehen, wie er über die Aufgaben des Zionismus getäuscht worden ist. Drmusullchnchtku. Wien. Der Einzelverein „W i e n" des „Z i o n" veranstaltet im Laufe der ersten Juniwoche folgende Versammlungen: Am k Juni im Restaurant Kaiserhof, I., Reichsrathsstraße. Referent: Architect Oscar Marmorek. Am 6. Juni im Restaurant Breuer, II., Kleine Schiffgasse Nr. 8. Referent: Hof- und Gerichtsadvocat Dr. L. Kahn. Am 7. Juni in der Budweiser Bierhalle, VIII., Alserstraße Referent : rned. Dr. M. T- S ch n i r e r. Am 8. Juni im Restaurant Müller, III., Pragerstraße Nr. II. Referent: Hof- und Gerichts-Advocat Dr. Leopold Das Thema der Referenten in allen Versammlungen ist: l. Was will der Zionismus? 2 Stellungnahme zum zweiten Baseler Congress. Wien. Am 25. v. M. hielt der Einzelverein „Favoriten" des „Zion" seine ordentliche Generalversammlung ab. Nebst den Mittheilungen des Präsidenten Herrn Tr. Max Rose nt h a l, in welchen er einen Bericht über die Fortschritte der zionistischen Bewegung im allgemeinen und über die Fortschritte des Einzelvereines im Bezirke gab, fand ungctheiltes Interesse Feuil Antisemitismus und Zionismus im allen Aegypten. Von Rudolf Kohn. Bor 3300 Jahren gab es in Aegypten die erste antisemitische Bewegung, welche schließlich die Inden zum Anszuge zwang. Der Antisemitisnlus von damals und der von heute sind einander so ähnlich und gleichzeitig so unähnlich, dass es sich der Mühe verlohnt, etwas näher darauf einzugehcn. Die ägyptischen Semiten bestanden nur zum geringsten Theile aus Inden, von denen sich auf den erhaltenen Tcnkein Schulreferat, das auf der Tagesordnung der Generalversammlung stand. Entsprechend dem zionistischen Programme, das die Pflege der hebräischen Sprache, die Hebung des nationalen Bewusstseins durch Vorträge aus der" jüdischen Geschichte und Literatur anstrebt, ließ der Einzelverein „Favoriten" ein Referat ausarbeiten, in welchem die Grundzüge zur Ermöglichung einer Lehranstalt dargelegt wurden. Die zahlreich besuchte Versammlung sprach sich mit Begeisterung für den Plan aus, und mehrere Redner, Herr Earl Seligm a n n, Herr Jacob S. Straßberg, Herr A. L. Rotter, Herr Josef B. Klein und Herr Moritz Polaczek fanden warme Worte des Dankes, dass der Zionsverein die so wichtige Angelegenheit in unserem Bezirke in die Hand genommen habe. Bei den vorgenommenen Ergänzungswahlen, da mehrere Herren aus privaten Gründen ihre Ausschussmandate zurücklegten, so namentlich ein warmer Vorkämpfer der zionistischen Bewegung in unserem Bezirke, Herr David Weiß, Präsident des Humanitätsvereins, Herr Sicgmund B r ü ck m a n n und Herr 'Dr. M. Kraus, zwei sehr verdiente Mitglieder unseres Vereines, und Herr Mar Berger, wurden neu in den Ausschuss Herr Carl Seligm'ann, Herr Jacob S. Straßberg, Herr Dr. Norbert Hand! und' Herr Salomon P i s k gewählt. In Herrn Earl S e l i g m a n n, dem Obmanne des Tempelvereins, und Herrn Jacob S. S t r a ß b e r g , zwei Herren, die sich im Bezirke unvergessliche Verdienste um die Erbauung des Tempels erworben haben, die überall das regste Interesse zeigen, wo es gilt, jüdische Angelegenheiten zu fördern, erwarb der Zionverein zwei Herren, die" sich in allen Kreisen der Bevölkerung der größten Hochachtung und Sympathie erfreuen. Der Abend schloss mit einem Vertrauensvotum für den Vorstand, und namentlich Herr Moritz Polaczek würdigte in schwungvoller, mit lautem Beifall begleiteter Rede die Verdienste des Präsidenten, Herrn Dr. Mar Rosenthal, der ein gutes Beispiel gebe, wie ein modern erzogener Jude seine ganze Kraft in den Dienst seines Volkes zu stellen habe. gez. Schwarz. Wien. Der Einzelverein „Landstraße" des „Zion" veranstaltete am 28. Mai unter dem Vorsitze des Präsidenten S. M e i s e l s in Hatscheks Restaurant eine öffentliche Vereinsversammlung, in welcher Dr. Werner über „Zionismus und zionistische Bewegung" referierte. Die gutbesuchte Versammlung acclamierte lebhaft den Bortrag, besonders die Stelle, welche von der Zurückweisung der Verleumdungen der Wiener Feinde des Zionismus handelte. Auch die Ausfuhrungen über die Eolonialbank erweckten lebhaften Beifall. An der Debatte betheiligten sich Dr. Kahn, 2c. L a n d e s b e r g e r, Dc. K o k e s ch und sie Redacreure Schalit und Bergmann. Nach dreieinhalbstündiger Tauer wurde die für die Zionisten sehr erfolgreiche Versammlung geschlossen. Wien. Der „Bildungs- und Unterstützungs-Verein der jüdischen Arbeiter und Privatanqestellten „A ch w a h" veranstaltet Samstag, den 4. d. M, 8 Uhr Abends im Restaurant B r e u e r, II., .Kleine Schiffgasse 8, einen Vereinsabend. Auf der Tagesordnung steht das Referat von Tr. S. Landesberger „Die letzten Ereignisse in Galizien". Gäste willkommen! Brünn. Der Einzelverein „Z i o n" veranstaltete am 26. d. einen von 300 Menschen besuchten Vortragsabend, bei welchem Herr Dr. S. R. Landau aus Wien über „Die wirtschaftliche .Katastrophe der jüdischen Bergarbeiter von Boryslaw und der jüdischen Hausweber von Lodz" sprach. Der Redner schilderte die trostlose Lage dieser Proletarier, die durch drakonische Erlässe der Behörden, durch gewissenlose Ausbeuter bedrückt, geistig, physisch und moralisch zugrunde gerichtet werden. Er bewies, dass es für die 3000 Erdwachsarbeiter, die durch die bekannten Naphthagesetze Bettler geworden sind, für die 15—20.000 Hauswcber von Lodz, die einer wirtschaftlichen Katastrophe der schrecklichsten Art cntgegengchen, hierzulande keinerlei Rettung gibt. Sofia. Tie Sociele Centrale „Sion" richtete an Dunant zu seinem 70. Geburtstagsfeste ein äußerst warmes Glückwunschschreiben, in dem besonders seine Sympathie für die zionistische Sache hervorgehoben wurde. l e t o«. malern fast nichts heraus lesen lässt. Man weiss nicht einmal, wie die Aegyter sie bezeichncten. B r u g s ch glaubt, sie seien mit Fenech gemeint, während Andere die Fenech für Phönizier ansehen und die „aperischen Knechte" für Juden, weil es von Pvtiphar in der Bibel heißt: „jener .iberische Knecht" wollte mir Gewalt anthun." Sv Ebers und Sünder. Die mächtigsten Semiten zur Zeit des Moses waren die Chetiter, welche ein großes Reich in Syrien beherrschten, und mit welchen der große Namses II., der Pharao der Bedrückung, ein Schutz- und Trutzbündnis, sowie einen ganz modernen Auslieferungsvertrag abschloss. — Der uns erhaltene Vertrag war, wie Brugsch

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