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Die Welt · 1898-06-03 · 22 (3.6.1898) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
22 (3.6.1898)
Article
Krakau
Date
1898-06-03
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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diesem Ideale untreu zu werden, wie es meine Leser übrigens rumänischen Inden zurück. Da sei schon die Frage entstanden, seit 10 Jahren wissen. Ich ziehe zwar die praktische Colowie sich die mahomedanische Bevölkerung gegenüber den Inden nisation dem politischen Zionismus vor, weil ich diesen siir verhalten würde. Und diese Frage werde auch heute noch gcnnansführbar und für unzulänglich halte, aber ich habe nie stellt. Die Frage sei wichtig. Als die Inden unter Nehemia die Führer dieser Bewegung verdächtigt, noch an ihren besten nach Palästina znrückkehrten und dort ihre Häuser bauten, da Absichten znm Wohle unseres Volkes den geringsten Zweifel hatten sie das Schwert in der einen Hand und die Kelle in gehegt. Wenn gegenwärtig auch in manchen Einzelheiten der andern. Wir wollen in beiden Händen Kellen haben. Mr. Meinungsverschiedenheit herrscht, so hoffen wir mit Bestimmt- Mayer habe erzählt, wie arabische Arbeiter ans den jüdischen heit, dass es ihnen nach und nach gelingen wird, die Schwie- Colonien und jüdische Arbeiter bei arabischen Grundbesitzern rigkeiten zu lösen und die Kräfte zum Heile unseres Volkes Arbeit fänden. Wenn man die Unterstützung des Sultans zu einigen. Aber es steht den Gegnern des Zionismus vom haben wolle, fo müffe man sich auch die Gunst der arabischen Schlage der „Oesterr. Wochenschrift, „Israel. Wochenschrift", Bevölkerung erwerben. Und das sei nicht schwer. Es verder „Allgem. Zeit, des Jndenthnms", „Deborah" und ihresbinden noch Blntbande die Nachkommen Isaaks mit denen gleichen, nicht das Recht zu, einen wahren Zionisten, der Jsmaels und der Antisemitismus widerspricht dem Islam, seine Partei auf Mängel, die leicht gnt zu machen find, ans Die Stellung der Association gegenüber der Colonisativn Liebe zum Z i o n s g ed an k eu, aufmerksam macht, als beantwortete Dr. Ga st er in klarer und logischer Weise. ihren Bundesgenossen zu betrachten: Ein solcher hat mit ihnen nichts gemein, denn Zion ist sein Hort und sein Ideal an dem er immer festhalten wird. I. S. Fuchs, Redactenr des „Hamagid". Frankreich. Paris. Während Drnmont in Marseille und Paris festlich empfangen wurde, dauert der Kampf gegen Zola weiter fort. Nur dass Zola jetzt nicht bloß der Beschimpfting der Armee und Frankreichs geziehen wird, sondern auch irr seinem Familienleben nach Stoff zur Besudlung gesucht wird. Man wirft Zola vor, sein Vater hätte mehrfach unehrenhafte Handlungen in Italien und Frankreich begangen. Zola antwortet darauf, indem er die Lebensschicksale seines Vaters erzählt. Ans dieser Erzählung erhellt, wie hoch schon der Hass der Militärpartei gegen Zola gestiegen sein muss, wenn sie es unternahm, den Sohn in seinem Vater durch ehrenrührige und wie es sich zeigt, ganz unbegründete Angriffe sicher zu treffen. Uebrigens ist für den Moment die Zvla-Affaire etwas zurückgetreten, da man mit Spannung der am 1. Juni stattfindenden Eröffnung der neuen Kammer entgegensiehr. Man glaubt allgemein, dass die Stellung des Cabinets M e l i n e durch die Wahlen erschüttert sei und erwartet schon in den ersten Sitzungen Angriffe auf die Regierung. England. London. Am 14. Mai hielten die jüdischen Metallarbeiter (zumeist Panzerplatten-Arbeiter) im großen Saale des Victoria-Restaurant eine Versammlung ab, um über ein gemeinsames Vorgehen in wirtschaftlichen Fragen einig zu werden. Sie fassten den Beschluss, eine s e l b st st ä n d i g e Gewerkschaft zu bilden. London. Sonntag den 22. Mai hielt die „Bnei Zion Association" eine außerordentlich zahlreich besuchte Versammlung im „Kings Hall" ab, um den Bericht ihres Präsidenten Air. Mayer über dessen Palästina-Reise anzuhören. Nack, einigen Begrüßungs-Worten des Vorsitzenden Rev. Tr. Galt er ergriff der Referent das Wort, um seine Eindrücke zn schildern. Redner erzählte von dem schöllen gesunden Menschenschlag, der sich in den Colonien entwickelt und von den Erfolgen der Colonisationsthätigkeit. Allein das Verbot der Einwanderung werde gegenüber den ruffischen Juden strenge gehandhabt. So bleibe nichts anderes übrig, als die städtische Bevölkerung anzusiedeln. Aber auch das sei nur ein provisorisches Mittel, denn das letzte Ziel sei der Zionismus. Dann sprach Dr. G a st e r. Er wies auf die Reise des Vorredners hin als auf eine praktische That. Dutzende von Congreffen und Conferenzen helfen wenig, man muss handeln. Man dürfe sich nicht selbst täuschen. Mr. Mayer sei nicht blos als Zionist, sondern auch als praktischer Maml nach Palästina gegangen, um aus eigener Anschauung die Verhältnisse kennen zu lernen. Er sei besonders mit der Absicht hingegangen, dort die Tabakindustrie einzuführen. Einen hervorragenden Fachmann zur Seite, habe er bereits einzelne Landstriche besäet, die hoffentlich eine günstige Ernte ergeben werden. Das sei praktischer und nicht geschwätziger Zionismus. Dr. G a st e r kam dann auf die Gründung der ersten Colonie von „Es kann davon keine Rede sein, dass wir die Colonisation hindern wollten. Eine solche Opposition wäre ruchlos. Allein, Sie haben soeben von Mr. Mayer gehört, dass die Einwanderung verboten ist. Was ist da zu machen? Wir würden mehr verlieren, a l s g e w i n n e n, w o l l t e n wir die C o l o n i ft e u nach Palästina hinei ns ch m n g g e l n. Durch eine offene Thür sollen sie eintreten. Und darum müssen sich Alle znm Zwecke einigen — eine g csicherte Heimstätte in Palästina zu begründen. Das ist auch die einzige Lösung der Judenfrage. Man müffe die Herrscher der Türkei überzeugen, dass die Juden in Palästina ihre loyalen Unterthanen sein werden, und dass sie nur dieselbe politische Autonomie anstreben, wie die Bulgaren unter der Souverenität des Sultans. So lange dies nicht möglich ist, müssen wir die bestehenden Colonien unterstützen und innerhalb der gesetzlichen Vorschriften neue begründen". Großer Beifall lohnte diese glänzende Rede unseres beredten Parteigenossen. Znm Schluffe sprach noch Mr. I. de Haas, der die Ansicht, als ob man die Evlonisation bekämpfe znrückwies. Deshalb sei auch das begründete Bertheidigungs-Comite (Defence Komitee) überflüssig. Redner wies dann ans die Bedeutung der Colonialbank als eines wichtigen Mittels der Selbsthilfe hin. Ein Dankesvotum für den Vorsitzenden wurde einstimmig angenommen und eine Condolenzkundgebung für die Familie G l a d ft o n e s beschlossen. London. Dem „I e w i s h W o r l d" wird diese Woche folgende bedeutsame Mittheilnng ans Jerusalem gebracht : Am letzten Sonntag besuchte der Pascha von Jerusalem die Colonien in Gadrah und Ekron. Montag begab er sich nach Rischon le Zion, wo die Colonie ans ihn den besten Eindruck machte. Es wi rd angenommen, dass der Pascha einen für die Errichtung neuer Colonien sehr förderlichen Bericht an seine M ajestät den Sultan erstatten werde. &£ Ieitschnstenmudschau. Im „London Review" widmet Mr. Arthur G i r d l e st o n e unter dem Titel „Eine neue Orientsrage" dem Zionismus einen größeren Artikel, in dem er die Gründung des Judenstaates als eine Sache der nächsten Zukunft darstellt, der keineswegs unüberwindliche Schwierigkeiten im Wege stehen. _ Anlässlich der Londoner Zionistenconferenz veröffentlichte der Jtforning Leader“ einen Artikel, der sich eingehend mit der zionistischen Bewegung und den Resultaten des Baseler Congresses befasst. Nach einer ausführlichen Schilderung dieser Resultate schreibt das Blatt folgendes: „Die Zionisten entrichten eine eigene Steuer zu Parteizwecken, jeder nach seinen Kräften, aber alle mit derselben Freudigkeit und Opferwilligkeit. Es ist auch Hoffnung vorhanden, dass demnächst eine nationale Bank gegründet werde. Ein Theil der Rabbiner blickt auf die Bewegung mit Misstrauen: einige haben sogar gegen dieselbe gepredigt. Trauriger ist es, wenn die englischen Juden dem Zionismus indifferent gegenüberstehen, jene Juden natürlich, die in ihren Palästen ihres reichen Besitzes sich er-

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