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Die Welt · 1898-05-20 · 20 (20.5.1898) · p. 13

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Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
20 (20.5.1898)
Article
Johannesburg
Date
1898-05-20
Page
13 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 20 von Muler, Redacteur I. van Gelder, H. L n o n s, Doctor A b e l h e i m, S. Socke, I. Seaman, A. Alexander, L. Eisenberg, E- Mendelssohn und A. Dirrneik. Der Verein führt den Namen: „The Transvaal Zionist Association", weil wir hoffen, dass die meisten Juden in Transvaal sich demselben anschließen werden. Wir sind zu dieser Hoffnung berechtigt, da an der Spitze desselben die Elite der Transvaalcr Juden steht. A. D i r m e i k, P. O. B. 2840, Johannesburg, Transvaal, Afrika. Birmingham (Alaska). Der Zionsverein in Birmingham berichtet an die Centrale von dem großen Fortschritt der zionistischen Bewegung daselbst und über den günstigen Verlaus der dortigen Schekelsammlungen. Herr F. B. H e r m a n n, der im Namen des Vereines Bericht erstattet, wird den weiteren Eontact mit dem Eomitä erhalten. CorrchoudeuM. Oesterreich-Ungarn. Wien Im Saale „zum goldenen Widder" fand vergangenen Samstag eine vom Verein „Achwah" einbernfene Versammlung statt, in welcher Herr Dr. Landau das Referat führte. „Zionismus und Socialismus" war der Gegenstand des Borttages. Der Redner erregte aber bald die Unzufriedenheit der zahlreich anwesenden socialistischen Gegner des Zionismus und die Versammlung musste nach einigen stürmischen Zwischenfällen geschlossen werden. — In dem Bericht eines Blattes über diese Versammlung wird Herr Dr. Landau irrthümlich als „Führer der zionistischen Bewegung" bezeichnet. Herr Dr. Landau ist lediglich der Vorsitzende des neugegründeten jüdischen Arbeitervereines „Achwah". Deutschland. Berlin. Durch kaiserlichen Erlass vom 22. April werden die Reichstagswahlen auf den 16. Juni d. I. anberaumt. Tie Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhaufe werden spätestens am Anfänge des Monates October stattfinden. Infolge dessen sind alle politischen Parteien eifrig an der Arbeit, die Candidaten sind meist schon nominiert — unter ihnen der „Rectoraller Deutschen", der aus Amerika zurückgekehrte Ahlwardt — und besonders die Rechte geht mit großem Elan an die Wahl- Die deutschfreisinnigen Parteien, die freisinnige Volks- Partei und die freisinnige Bereinigung, welchen die meisten Juden angehören, sind ohne alle Hoffnungen und Aussichten. Von beiden Fraktionen dürsten schwache Reste in die Parlamente zurückkehren und das nicht zum wenigsten, weil die wohlhabenden Juden müde sind, Geld zu geben, ohne dass man etwas für sie thut. Eugen Richter hat sich — wie allgemein bekannt — gegen jüdische Candidaturen im Stillen stets gewehrt, und Herr Rickert hat überhaupt sichere Wahlkreise nicht zu vergeben. Letzthin wandte sich der letztere in einer Unterredung mit einem freisinnigen Stadtverordneten gegen den Zionismus, der seine Abwehtthättgkeit untergrabe! Als ob dieselbe, so gut gemeint sie war, von den Gegnern je anders als mit wohlwollender Heiterkeit bettachtet worden wäre! Abgesehen von der socialistischtn Partei, haben wir keinen Juden im Parlament. Es wäre an der Zeit, dass die Juden mit Energie die Aufstellung eines jüdischen Candidaten, besonders zu den Landtagswahlen, verlangten. Im ersten Berliner Landtagswahlbezirk waren 1893 von 500 Wahlmännern 350 Juden. Hier wäre ein Erfolg wohl denkbar. Erfteulich ist es, dass auch die israelitische Wochenschrift des Hern Klausner, der zwar noch kein Zionist, aber ein guter Jude mit Stammesgefühl ist, energisch für eine jüdische Candidatur einttitt. Er sollte auch das geeignete Mittel nicht scheuen und die Bildung jüdischer Wahlvereine empfehlen, die, wenn sie auch nicht in der Art des Centrums wirken könnten, doch geeignet wären, das Gewicht geschloffener Minoritäten in die Wagschale zu werfen. Nur durch diese sind die Anttsemiten stark geworden, die ja auch fast nirgends über Majorüäten verfügen. Und mit jüdischen Minoritäten, besonders wenn sie geschickt in der Frage der Militärforderungen aufträten, würde man rechnen müffen und gerne pactieren. Rumänien. Braila. Braila hat die aus den Beschlüssen des Galatzer Delegiertentages sich ergebenden, nothwendigen Consequenzen gezogen und den ersten Schritt auf der nunmehr offenen neuen Bahn gemacht. Sofort nach dem im Schoße des Comitüs der „Chovevei Zion" von Herrn Ellmann erstatteten Referate über die Verhandlungen des Delegiertentages und des mit so vieler Mühe zustande gebrachte Compromiffes legte das Comit4, das noch vom Jahre 1893 dattert, sein Amt nieder und schrieb Neuwahlen aus. Wahlberechtigt waren nur diejenigen, die im Besitze von Schekelqnittungen, also solche Zionisten waren, wie sie in Basel definiert wurden. Die Wahlen fanden gestern im Tempel statt. Ter bisherige Präsident, Herr Reischer, beleuchtete die Thätigkeit des Vereines unter Lettung des abttetenden Comites bis zum ersten Baseler Congresse und berichtete über die bis in die minutiösesten Details ausgearbeitete Cassagebahrung des Vereines. Herr Agent referierte über die ungleich wichtigere Epoche vom Baseler Congreffe bis nach dem Galatzer Delegiertentage und erklärte in anschaulicher Weise, wie es kommen musste und auch thatsächlich gekommen ist, dass die Thätigkeit und die Aspiration der „Chovevei Zion" nicht mehr der vom Baseler Congreffe geschaffenen Situation entsprechen und nunmehr den weitergehenden energischeren und zielbewussteren Bestrebungen der „Erez Israel" als Organ der politischen Zionisten mit zwingender Nothwendigkeit Platz machen müffen. Herr Ellmann berichtete über die letzte und svrmidabelste Kraftanstrengung des abtretenden Comites, das sich schon lange nicht mehr auf der zu eng gewordenen Plattform der „Chovevei Zion" bewegte, dem Projecte der Colonialbank in Braila zu einem durchschlagenden Erfolge zu verhelfen und schloss mit einem warmen Appell an die Versammlung, dieses Project mit allen Kräften zu fördern — als der größten und praktischesten That, zu der sich das gehetzte und verfolgte Judenthnm je aufgerafft hat. Die Wahl selbst gestaltete sich äußerst lebhaft und wurde nach jeder Richtung hin in geordneter und legaler Weise vorgenommen. Gewählt wurden die Herren: S. Agent, Ai. H. Dinermann, I. H. Ellmann, A. Garfein, B. Grünberg, S. Herz, I. Jtzcowitz, E. Moscovitz, Dr. H. Moscovitz, E. Margulies, I. Prager, B. Rappaport, I. Reischer, I. Samnely, D. Klig. Der Leseverein „Zion" führt feine Aufgabe, dem Zionismus in unauffälliger und deshalb umso wirksamerer Weise in die sogenannten „befferen und allerbesten" Schichten der jüdischen Gesellschaft Eingang zu verschaffen, in vornehmer und gewiffenhafter Weise durch. Hier ein zarter Echec, dort ein recht fühlbarer Puffer; aber die Kraft des Vereines bleibt unvermindett und wächst mit der Größe der Schwierigkeiten. Die Thättgkeit, die dieser Verein, der vorläufig noch vereinzelt in Rumänien dasteht, im Laufe des verstrichenen Winters entwickelt hat, beginnt glänzende Früchte zu ttagen. Den Beweis hiefür wird die Subscription für die Colonialbank, die hier in ein paar Tagen beginnt, in glänzender Weise erbringen. Braila wird seinen Ruf als die zionistische Stadt Rumäniens nicht leicht verscherzen. Bucarest, Jaffy und Galatz werden sich gehörig zusammennehmen müssen, um uns den Record aus den Händen zu winden. Wollte Gott, sie würden ernste Anstrengung dazu machen. Unsere Niederlage wäre ein großer Sieg der zionistischen Sache im allgemeinen und der Colonialbank insbesondere. Ich werde Ihnen über das Resultat der Subscription des ersten Tages telegraphisch berichten. Die „B'nei Zion" und der Mädchenverein „Hadassah" arbeiten rüsttg weiter. Es sind nur kleine Steinchen, die sie zum Bau herbeischaffen, aber wie sagte der nüchterne, sparsame Schotte : „ev’ry mickle maks a muekle“. I. H. Ellmann. Frankreich. Paris. Der Pariser Caffationshof hat die Berufung Zvlas gegen den Beschluss des Appellhofes, in welchem die

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