Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 2 (1898)
- Issue
- 19 (13.5.1898)
- Article
- Rahels Grab
- Date
- 1898-05-13
- Page
- 8 (sequence 2)
- Language
- German
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T^ahel’s Grab. (Text zur Illustration siehe Seite 7) siopulär-wiffellschastlichk Mudschm. Mit Hilfe artesischer Brunnen sind in der Wüste Sahara bereits eine Menge Oasen hervorgerufen worden, und es unterliegt keinem Zweifel, dass auf diese Weise ein immer größerer Theil der Wüste nutzbar gemacht werden kann. So befindet sich südlich von der als Touristenort bekannten Oase Biskra, bis wohin von Algier aus eine Eisenbahn führt, der District Oued Rir', der zahlreiche Oasen enthält, die zum großen Theil den artesischen Brunnen zu danken sind, die hier von den Franzosen gebohrt wurden. Der erste dieser Brunnen erstand auf Anregung des Generals Desvaux unter Leitung des Ingenieurs H. Jus, und seitdem wurden diese Bohrungen in solchem Umfange fortgesetzt, dass zu Anfang der neunziger Jahre der Berechnung nach über 104 Millionen Kubikmeter Wasser zur künstlichen Bewässerung der Oasen in Oued Rir' verwendet wurden. Dadurch ist sowohl die Bevölkerung dieses Districtes, wie auch die Anzahl der Palmen und Obstbäume seiner Oasen verdoppelt worden. Gegenwärtig gibt es, wie der „Schwab. Mercur" berichtet, in der Wüste in Oued Rir', südlich von Biskra, auf einer Strecke von 120 Kilometern nicht weniger denn 43 Oasen mit mehreren 100.000 Palmen und einigen 100.000 Obstbäumen, und seit 1875 werden dort auch beträchtliche Mengen Negerkorn gebaut. Um die Urbarmachung haben sich besonders Dufury, nach dem die nächste Eisenbahnstation nördlich von Biskra benannt wurde, und Hauptmann Ben- Drys verdient gemacht. Ausgeführt wurden die Bohrungen, die sich auf einige 20.000 Meter beliefen, nach dem System Lippmann in Paris und erforderten 354.600 Tagwerke und 17.000 Meter eiserne Röhren, die zusammen 340.000 Kilogramm wogen. Die Röhren mussten mit Kameelen in die Sahara transportiert werden, was den Transport sehr kostspielig machte, denn die bis Biskra führende Eisenbahn ist erst 1888 fertig geworden. Außer den französischen artesischen Brunnen gibt es in der algerischen Sahara noch zahlreiche Brunnen, die von Eingeborenen gebohrt wurden, doch haben diese keine längere Dauer als fünfzehn Jahre, wo gegensich die franzöfisch enBrunnen als sehr dauerhast erweisen.Was den Salzgehalt im Wasier betrifft, so ist dieser recht hoch; bei den Brunnen in Oued Rir wechselt er im Allgemeinen zwischen 2—3 und 5—6000 Milligramm pro Kilogramm. In Ouargla, wo die letzten artesischen Brunnen sind, ist es auch mit den Oasen und der Eivilisation, welche die Handelskarawanen zum Sudan hier zurücklassen, zu Ende. Die kleine Stadt mit 4000 Einwohnern und 1400 in langgestreckten engen Straßen zusammengepackten Häusern hat zahlreiche artesische Brunnen sowohl französischen wie arabischen Ursprungs, die an der Grenze der unermesslichen Wüste eine herrliche Oase mit unzähligen Dattelpalmen geschaffen haben. Hier befinden sich drei Moscheen, von denen eine in Ruinen liegt, und an europäischen Bauwerken eine Kaserne, ein Militärhospital und eine „Kasba", in der ein französischer Officier wohnt. Es sind Pläne aufgetaucht, die Brunnenbohrungen noch weiter südwärts auszudehnen. Billige Eisenbahnen. Mit vielen Millionen Eisenbahnen zu bauen ist heutzutage keine Kunst mehr, denn es sind genügende Muster für jeden Fall vorhanden. Anders verhält es sich mit der Aufgabe, in ungünstigem Gelände Bahnen mit möglichst eringen Kosten herzustellen, welche die heutige Localbahntechnik eschästigt. Eine hervorragende Leistung dieser Art soll hier besprochen werden, da sie geeignet ist zu zeigen, dass man auch ohne Millionen Eisenbahnen in entlegenen Winkeln zu bauen imstande ist. Die Bahn, von welcher erzählt werden soll, wurde im Jahre 1896 von der preußischen Eisenbahnbrigade hergestellt, umdenMaterialtransportfürden Wiederaufbau des Marktes Brotterode in Hessen, welchen eine Feuersbrunst vollständig zerstört hatte, zu ermöglichen, da die Zufuhr per Achse auf den steilen Straßen dieses Hügellandes mit unerschwinglichen Kosten verbunden war. Die 14-5 Kilometer lange Schmalspurbahn von 60 Ctm. Spurweite gieng von Wernshausen durch das Wernathal unter Benützung der vorhandenen Straßen, demzufolge Steigungen von 1:12 zu überwinden waren. Zur Erläuterung sei bemerkt, dass die großen Localbahnen Maximalsteigungen von 1:25 haben, wenn nicht Zahnrad- oder Seilbetrieb eingeschaltet wird. Die in Rede stehende Kleinbahn wurde von einer Eompagnie, bestehend aus