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Die Welt · 1898-05-06 · 18 (6.5.1898) · p. 8

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Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
18 (6.5.1898)
Article
Könnte man die Bundeslade wiederfinden?
Date
1898-05-06
Page
8 (sequence 2)
Language
German
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Seite 8 Nr 18 Man ist der Meinung gewesen, man sollte in allen Gräbern rund umher begraben und der Leichen würden mit der Zeit so viele werden, dass man schließlich aus Mangel an Raum genöthigt sein würde, selbst das unreine Thopheth in Angriff zu nehmen, doch ist diese Anschauung durchaus nicht in Einklang zu bringen mit Jeremias' eigenen Worten, denn er spricht, es werde keinen andern Ort geben („weil sonst kein Raum sein wird" 7:32; 19:11) und wenn die Gebeine aus allen den vielfältigen Gräbern zur selben Zeit (8 :1), wo man in Thopheth begrub, herausgeworfen werden sollten, so kann er ja unmöglich haben sagen wollen, dass man erst dann in Thopheth begraben solle, wenn alle übrigen Gräber mit Leichen gefüllt waren. (Fortsetzung folgt.) Prrr; Smolensky. Der neuhebräische Dichter Perez Smolensky wurde am Schuschan-Purim des Jahres 6002 (1842) im russischen Flecken Monastyrscine (Gouvernement Mohilew) geboren. Schon in frühester Jugend verlor der Knabe seinen Vater. Kaum zehn Jahre alt, verließ der kleine Perez seinen Geburtsort und gieng in die Welt hinaus. In der Jeschiwah von Sklow verlebte er drei Jahre. Ein wechselvolles Wanderleben führte ihn nacheinander in die Städte Ljubawitsch, Witebsk, Mohilew, Jekaterinoslaw, Krementschug und schließlich den Achtzehnjährigen nach Odessa. Hier blieb Smolensky acht Jahre. Es waren die glücklichsten und sorglosesten Jahre seines Lebens. Zugleich eine Zeit ernsten Studiums und fruchtbaren Schaffens. Er eignete sich das allgemeine Wissen, die europäische Bildung an und zeigte namentlich für Sprachen ein großes Talent. Das Russische lernte er geläufig sprechen und schreiben, im Französischen ertheilte er später sogar Unterricht an einer öffentlichen Schule. Schließlich brachte eres so weit, dass er Shakespeare und Milton, Göthe und Lessing in der Ursprache lesen konnte. Die genannten Dichter übten auf Smolensky einen nachhaltigen Eindruck aus. Während seines Odessaer Aufenthaltes begann auch Smolensky seine glänzende schriftstellerische Laufbahn. Er gab die Erzählung „Hagemul" heraus, und bethätigte sich auf dem Gebiete der Kritik. Hier in Odessa entstand auch sein vierbändiger, wichtigster Roman „Hatoe". Im Jahre 1867 verließ der Dichter Odessa, um nach dem Westen zu gehen und aus den Quellen modernen Wissens Vervollkommnung zu schöpfen. Er bereiste Deutschland, hielt sich mehrere Monate in Prag auf und ließ sich schließlich in Wien nieder. Hier verwirklichte er seine Lieblingsidee, die Herausgabe einer hebräischen Zeitschrift. Im September 1868 erschien das erste Monatsheft des „Haschachar", in dem Smolensky mit edlem Eifer den Gedanken einer nationalen Wiedergeburt des jüdischen Volkes verfocht. 1870 unternahm er eine größere Reise, auf der er Russland, Schweden, Norwegen, Frankreich, England und Deutschland besuchte. Im Jahre 1871 erhielt Smolensky von der Alliance Israelin: die ehrende Mission, Rumänien zu bereisen und sein Gutachten darüber abzugeben, was zur Verbesserung der Lage der dortigen Juden nothwendig sei. Das Mittel, das er angab, war die Errichtung von Schulen. Im Jahre 1876 verheiratete sich Smolensky mit der Warschauerin Leonore Temkin. Inzwischen war der Judenhass in Deutschland wieder rege geworden. Die ersten Judenhetzen in Russland brachen los. Smolensky gieng nach Russland, um für die Idee der Colonisation Palästinas Propaganda zu machen. Auch in Wien agitierte Smolensky für diese Idee. 1884 musste Smolensky, dessen Gesundheit durch Ueberanstrengung und Aufregungen erschüttert war, Meran und Gleichenberg aufsuchen. Dort fand er nur wenig Besserung. Sein Zustand verschlimmerte sich immer mehr, und am 1. Februar 1885 verlor das Judenthum einen seiner anhänglichsten und besten Söhne. Es ist schwer, im engen Rahmen der Bedeutung Smolensky's gerecht zu werden, den Menschen, Dichter und Juden hinlänglich zu würdigen. Wir schließen mit einigen Worten aus dem Nachruf der „Wiener Allg. Ztg.": „Wenn Selbstlosigkeit und unerschütterliche Liebe zu dem eigenen Volke die Anerkennung der Nachwelt verdienen, so haben seine Stammesgenossen die Pflicht, dem Verblichenen eine Thräne der Dankbarkeit zu weihen. Wenn felsenfeste Treue der Ueberzeugung, seltene Lauterkeit des Charakters und ein eiserner Wille, der der Sache seines Stammes dient, mit Hintansetzung aller persönlichen Interessen und im Kampfe selbst mit den tonangebenden Männern der Zeit eine ungewöhnliche Größe bekunden, dann war Smolensky ein Held der Feder, der über den Kreis seiner Wirksamkeit hinaus volle Beachtung verdient. — Die neuhebräische Poesie hat bis jetzt nur wenige Kenner gefunden, wenn sie aber einmal in der Weltliteratur einen bescheidenen Winkel erhält, dann wird Smolensky neben Shakespeare und Göthe seinen Platz finden, nicht wegen seiner Größe, nicht wegen der Wirkungen, die von ihm ausgegangen sind, wohl aber wegen jener harmonischen Verschmelzung von Natur und Bildung einerseits, von Nationalität und Kosmopolitismus andererseits, die wir nur bei den größten Dichtern der Neuzeit finden." * PoMlär-mffeuschastlicht Rundschau. Diese neue Rubrik soll einem weiteren Ausbau des zionistischen Gedankens dienen: der Zionismus will unseren Volksgenossen auch die neuen Machtmittel der Cultur in's Bewusstsein bringen. Darum gedenken wir die neuen Erfindungen und Entdeckungen, die Errungenschaften auf dem Gebiete der Naturwissenschaften in leicht fasslicher Darstellung vorzuführen. Die Redaction. Eine der schwierigsten und größten technischen Leistungen ist die Anlage einer Station für die neue elektrische Untergrundbahn in London (von Stockwell nach der London Bridge) die an der östlichen Ecke von Lombard Street unmittelbar unter der Kirche St. Mary Wolnooth erbaut worden ist. Es handelte fick, dabei vor allem darum, die Kirche ganz unbeschädigt zu erhalten

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