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Die Welt · 1898-04-29 · 17 (29.4.1898) · p. 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
17 (29.4.1898)
Article
Wojnilow
Date
1898-04-29
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 17 j7kOW«r Seite 11 nienu die Herrlichkeit Gottes und unserer Nation, die von unseren Feinden geschmäht wird, wieder hergcstellt ist ... . Horodcnka. Nach viermaliger Zurückweisung sind endlich die Statuten des Vereines „Bnei Zion" genehmigt worden. 2lm 1^. -April fand die conslituierende Versammlung statt, die durch die Reden der Herren Dr. S. R o s e n h e cf, Löbel Taubes, Kriegs in a n n und Lax einen festlichen Charakter gewann. C'in Commers zu Ehren der von auswärts erschienenen Gäste beschloss den Abend. Storozynetz. Der jüd. nal. Verein „Zion" veranstaltete am in. 'April eine Passahseier, die einen glänzenden Verlaus nahm. Vor dem zahlreich erschienenen Publicum sprachen der bekannte Agitator Herr Löbel Taubes aus Kolomea über Zweck und ^icle des Zionismus, Herr Dr. Mayer Ebner über das Baseler-Programm und das Schekelwesen. Die Festrede hielt Herr Tr. Jakob Kammer. Bei diesem Anlasse sind dem Vereine abermals neue Mitglieder beigetreten. Gens. Die zionistische Bewegung macht hier sichtbare Fortschritte. Wir zählen bereits drei zionistische Vereinigungen. Der jüdische literarische Verein dient der Propagierung der Idee in der geohen Masse, der Verein ..Academie de la nom-elle kü,nieerzieh c seine studentischen Mitglieder zur künftigen 'Arbeit und ein dcircer Verein dient der reinen Eolonisationsidee. Dem provisorischen Comite der ersten zwei Vereine gehören die Herren Jngenieur M. F i n k e l st e i n, M. W o l s s o h n, M o s ch e n s o h n, Al a y e r und Marcu B a r u ch an. Alexandrien. Die zionistische 'Agitation in Alexandrien und Umgebung liegt in den Händen des Herrn Charles Bogdadli, Lohnes des hochgeachteten Banyuicrs H. Jacoub E. Bogdadli. 'Aach ungemein sorgfältigen Vorbereitungen, die Monate in Anspruch nahmen, kam es am 14. April zur Einsetzung eines provisorischen Eomites mit dem Sitze in Alexandrien und mit der Bestimmung, bis zur Gründung des geplanten Zions-Vereines die zionistischen Interessen Egyptens zu centralisieren. Zunächst vroclamicrte Herr Bogdadli den Direclor der Baron Menasce'schen Verwaltung, Herrn A b o u a s für die Präsid erstens! elle. Herr Abouas lehnte aber, indem er gleichzeitig seine loyale zionistische Gesinnung betonte und die Bewegung mir seinem ganzen Einstuss zu unterstützen versprach, die angebotene Ehrenstelle ab, und es wurde hieraus Herr Bogdadli einstimmig zum Präsidenten gewählt. Ausserdem gehören dem Eomitö an, die Herren: Mo'ise Abouas, Aovocat Maurice Romano, Advocat Ricardo L e v i, äldvocat Biso L e v i, 0.. ined. Isidore Kornfeld, Joseph A b o u l a f i a, Marco Sala m a, Joussuf S a l a m a, 'Alexandre R o n n i ng e r, 'A e ß l e r. Tie Schekelsaminlungen sind in vollem Gange. .Aexzpticu?. CorrchondeuM Oesterreich-Ungarn. Wien. 2lm 24. April l. I. hat eine Borberathmig der Prvvonenten des behördlich genehmigten „A l l g e m e i n e n österreichisch-israelitischen Bundes" in dem Sinuugssaale der hiesigen Cnltnsgemeinde stattgesnndeu, an welcher auch mehrere Reichsrathsabgeordnete und Vertreter auswärtiger Cultusgemcinden theilgenommen haben. Es wurden die Modalitäten der Coustitnierung des genauinen Bundes besprochen, und nachdem bereits mehrere Einrritrsanmeldungen Vorlagen, wurde seitens der Propouenteii die Aufnahme von Cultusgemeinden und Einzelpersonen beschlossen. Weiters wurde auch der Beschluss gefasst, zunächst an sämmt- Uche Enltnsgemeinden Cisleiihaniens Ausrufe zu erlassen, und das Präsidium der Wiener Cultusgemeinde gebeten, alle vorbereitenden Schritte zu unternehmen, um möglichst bald eine neuerliche Tagung behufs Coustitnierung einznberufen. Lemberg. lOrig.Corr.) Im dritten Wahlgange wurde der Abgeordnete Tr. Emil B y k mit knapper Majorität Z- Stimmen) zum Präses des Cultusvvrstandes gewühlt. Das ist das Resultat langwieriger Unterhandlungen und Berathungen der „betheiligteu Kreise", die sich von jeher wechselseitig fördern. Tie Stelle des Cultuspräses ist seit Langem das eriehnre Ziel einiger „strebsamer" Vorsteher. Aus Anlass des lästerlichen Jubiläums wird Heuer für denselben eine Auszeichnung erwartet. Ter bisherige Präses hat vor einigen Jahren den Adelstand „erreicht", es wäre nur human gewesen, auch einem Anderen das gleiche zu gönnen. Am Ende könnte die Regierung den decorierten Präses zum Vorwand nehmen, um der altehrwürdigen, au jüdischen Märtyrern so reichen Lemberger Gemeinde eine Decoration zu verweigern! Nun fühlten sich viele auserwählt. Sie wollten alle, aber keiner hat was dafür zu bieten — mit Ausnahme des Abgeordneten Dr. Byk. Er hat ein Mandat: er konnte versprechen, es im Falle der Wahl niederzulegen zugunsten eines Freundes. Am Ende gar zugunsten des bisherigen Präses? Also ein Tauschgeschäft? Nein. Herr von Horovitz hat keinen parlamentarischen Ehrgeiz. Aber er hat einen Schwiegersohn, den Dr. Löwenstein, Cessionar des Dr. Rosenstock in der Landtagsstube und nach Thaten dürstenden Reichsrathscandidaten. ,.Quel malheur (l’avoir £endreu rief Grevy, als er gehen musste: quel bonheur! wird Herr Horovitz rufen, wenn die vereinigte Judeuschast von Brody-Ztoczow unter Gendarmerie-Aussicht den Dr. Löwenstein wählen wird. Tie Hansjudenschaft des Polenclubs soll nicht darunter leiden, wenn einer aus ihrer Mitte hinauf — rückt. Die österreichische Judenschafl wird den Tr. Byk im Parlamente sehr leicht vermissen, denn sie hat in dem Brodyer Regierungscandidaten stets nur das politische Chameläon gesehen, der bei den Wahlen im Jahre 1873 jüdisch-national agitiert, dann als Obmann der „Agndas Achim" germanisatorisch gewirkt und schließlich polnisch-patriotisch geschillert hat. Aber was ist denn ein gewöhnlicher Gesinnungswechsel gegen die Messe Heinrich IV.? Wir gratulieren den Lembergern zu ihrem Präsidenten! Jbri. Deutschland. Berlin. Ter Chesredacteur der antisemitischen „Staatsbürger-Zeitung" Tr. B a ch l e r, ist von den vereinigten Conservativen, Christlich-Socialen und Antisemiten als Reichsrathscandidat für den III. Berliner Reichstagswahlkrcis ausgestellt worden. Das ist das Ergebnis der langen Fehde zwischen den angeblich nicht judenfeindlichen Cvnservativen und den Antisemiten. Im sechsten Berliner Kreise kandidiert wieder Stöcker, im ersten Wahlkreise der antisemittsch-couservative Candidat Bernard. Tic verbündeten Cvnservativen, Antisemiten und Christlich- Socialen rechnen auf einen großen Wahlsieg. Berlin. (Orig.-Corr.) Am 1. und 2. Juni soll der Rabbiner-Verband in Deutschland zu einer Generalversammlung zusammentreten. Sofort nach dem Rechenschaftsbericht soll das Referat über die zionistische Bewegung erstattet werden. Ta sich unter den Referenten der Versammlung einige der berüchtigtesten Assimilationshelden des deutschen Rabbinerthums befinden, so dürfte die Debatte über den Zionismus eine ziemlich lebhafte und umfangreiche werden. England. London. (Orig.-Corr.) Ter englische Consul in Jerusalem und der Consnlar-Agent in Jaffa haben soeben ihrer Regierung die Handelsbilanz von Jerusalem und Umgebung vorgelegt. Dieselbe ist vom zionistischen Gesichtspunkte aus betrachtet äußerst erfreulich. Während mit Rücksicht aus den griechischrürkischen Krieg der Handel im letzten Jahre zurückgegangen ist, haben die Produkte, bei denen die Juden beschäfttgt sind, eine namhafte Steigerung zu verzeichnen. So sind über 290.000 Kisten Orangen im Jahre 1807 im Werte von 75.800 Pfund Sterling exportiett worden, gegen 242.000 Kisten im Werte von 72.000 Pfund Sterling im Jahre 1896. Der Weinexport zeigte gleichfalls eine Zunahme in Bezug auf Qualität und Wert. Der Consular-Agent in Jaffa verfasste folgende Tabelle über den nach Europa exportterren Wein und Cognac. 873 Fäyer ä 230 Klg. Gewicht. 200.190 Klg. 1475 Kisten, enthaltend je 108 Boutcillen . . 159.300 „ zusammen . . . 360.000 Klg. Cognac: 209 Fässer ü 230 Klg. Gewicht. 48.070 Klg. 250 Kisten, enthaltend je 108 Bouteillen . . . 27.000 „ zusammen . . . 75.070 „ Hingegen wird mir mitgetheilt, dass die Weinlese im Jahre 1897 bis zu 1,600.000 Klg. Weintrauben ergeben hat.

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