Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 2 (1898)
- Issue
- 17 (29.4.1898)
- Article
- Eine Palästinareise
- Date
- 1898-04-29
- Page
- 7 (sequence 2)
- Language
- German
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- Beirut 1× ep/1047833
- Riga 1× ep/1000826
- Safed 1× ep/1046078
- Tiberias 1× ep/1048138
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Nr. 17 J>k#Wdr Seite 7 enthalt in Aussicht genommen ist. Nach einem Ausfluge nach Jericho, der Jordansmündung und dem Todten Meere wendet sich die Gesellschaft über Sedsched nach der südlichsten jüdischen Ackerbaucolonie Beer-Tobiah (El-K astine), um von dort aus, überall von einem co-.fortablen Zeltlager begleitet, der Reihe nach alle jüdischen Ackerbau-Niederlassungen des Heiligen Landes und des Hauran, sowie die Ebenen Saaron und Jesreel, die Gebirge Karmel und Galiläa und die Städte I a s f a, N a z a r e t h, Tiberias, Safed und Damaskus zu desuchen, von wo sie über den Libanon sich nach Beirut wendet. Von hier aus fährt man nach Port-Said, Jsmailia, Kairo, Gizeh und den Pyramiden. Die Rückfahrt beginnt am Mittwob, den 9. November von Alexandrien nach Neapel, wo der Dampfer am Sonntag, den 12. November, und nach Genua, wo er am Montag, den 13. November wieder eiutrisst. Die ganze Reise findet unter der besonderen Führung eines hervorragenden Kenners des Orients im allgemeineil und Palästinas und der jüdischen Colonien im besonderen slatt. Die gesammten Spesen der Reise pro Person (für Herren und Damen gleich) betragen einschliesslich ritueller '“Tw-i Beköstigung, Hotels, Bedienung :c. :c in erster Elasse insgesammt 1300 Mark, in zweiter Elasse nur 1061» Maick, wobei sich der Unterschied zwischen erster und zweiter Elasse nur daraus bezieht, dass die Platze auf dem Schiffe und in der Eisenbahn in diesen beiden genannten Classen gegeben werden, wahrend die Verpflegung und die Fahrt mit Wagen im Lande die gleiche ist. 'Auch in den Hotels wird kein Unterschied gemacht. Da die zu dieser Sonderreffe zu treffenden Maßregeln besonders große und umfangreiche sind, so ist es vortheilhaft, sich möglichst früh zur Theilnahme zu melden. Prospecte und Auskünfte ertheilt bereitwilligst Herr D r. H e i n r i ch L o e w e zu Berlin, in „Jmportgesellschaft Palästina, G. m. b. H.", Berlin \V. 5«, Werder'scher Markt 9, an den man sich gefälligst wenden wolle. Jedenfalls bedeutet diese jüdische Orientreise, an der sich die hervorragendsten deutschen Juden betheiligen, einen außerordentlichen Fortschritt im Hinblick auf das wachsende Interesse unserer Stammesbrüder für die Ackerbaucolonisation im Heiligen Lande. Zur Zeit existieren folgende jüdische Ackerbaucolonien im .Heiligen Lande: Rischon-l'Zion. Wadi-.Hanen, Rehobhoth, Esra, Ekron, Katra, Beer-Tobiah, Artus, Mozah, Jericho, Pethach- Thikwah, El-Jehudije, El-Chudeira Sckhron-Jaakobh, Schefeja, Tantura, Umm-edsch-Tschamal, Umm-ed-Tut, Pekiin, Rosch-Pinnah, 'Ain-^ethine, Jessud-hama'alah, Machanajim und Mischmar- Hajarden, sowie fünf kleinere Niederlassungen im Ostjordanlande. Geehrter Herr Redacteur! Von den galizischen Juden wird sehr viel gesprochen und sehr viel geschrieben, von ihrem Nothstand und dem wirtschaftlichen Ruin, dem sie entgegengehen, und dem äußeren Druck. Aber von dem inneren Truck, von der Despotie der Kahalwirtschaft und der damit verbundenen ökonomischen Abhängigkeit einer ganzen Gemeinde von einigen wenigen, bekommt man nichts zu hören. Wissen Sie, Herr Redacteur, wie ein solcher Eultusvorstand bei uns aussieht? Das ist eine Familie, wörtlich genommen, denn alle sind unter einander zumindestens verschwägert. Und diese Familie reißt alles an sich und versteht es meisterhaft, die Juden in eine unerträgliche Abhängigkeit zu bringen. Von der Propinationspacht angefangen bis zur Mehl- und Fleischpacht, ist alles in ihren Händen und wer leben will, ist ihrer Gnade überliefert. Wehe dem, der sich dagegen auflehnt. Er ist verloren. Wer unseren kleinstädtischen Handel kennt, wird darin keine Uebertreibung finden. Der Handel wird gewöhnlich von solchen betrieben, deren Eapital nicht einmal für einen Sack Mehl oder ein Schlachtvieh hinreicht. Sie müssen sich daher an die Eligue wenden, in deren Händen sich alles concentriert. Sie erhalten einen Sack Vieh! auf Credit und verkaufen ihn im Detail. Ter Gläubiger erhält sein Geld und die Hälfte des Reinertrages. Das ist galizischer Handel. Aber diese Clique weiß auch ihr ökonomisches Uebergewicht in das politische Gebiet zu übertragen. Und darin liegt die Wurzel ihrer Macht. Denn Polizei, Gendarmerie, Slcuercommissäre sind ja Regierungsbeamte und wir, wir sind arme Teufel, die schweigen müssen. Ter Zionismus soll da mit dieser Kahalwirtschaft ausräumen. Und es ist auch die höchste Zeit. Wie soll ein ganzes Volk seine nationale Selbstständigkeit erringen, wenn der einzelne für seine primitivsten Bedürfnisse nicht die geringste Actionsfreiheit besitzt? Sache des besseren Theiles der chdischen Bevölkerung ist es, aus der beschaulichen Ruhe des Zuschauers hinauszutreten und den Kampf auszunehmen, der einmal gekämpft werden muss. Hochachtend Z e w i L e v i. ❖ PoMr-mffr»schaMche Rundschau. Diese neue Rubrik soll einem weiteren Ausbau, des zionistischen Gedankens dienen: der Zionismus will unseren Volksgenossen auch die neuen Machtmittel der Cultnr iu's Bewusstsein bringen. Darum gedenken wir die neuen Erfindungen und Entdeckungen, die Errungenschaften auf dem Gebiete der Naturwissenschaften in leicht fasslicher Darstellung vorzuführen. Die Redaction. Wagen ohne Pferde. Im Verein deutscher Ingenieure sprach unlängst Baurath Klose, über die neuere Entwickelung und den derzeitigen Stand des Motorwagenwesens. Die ersten Bestrebungen zur Herstellung von Fahrzeugen, die sich aus eigener Kraft fortbewegen, reichen verhältnismäßig weit zurück. Schon Newton wird der Versuch zugeschrieben, den Rückstoß des Dampfstrahles zum Antrieb eines Wagens auszunutzen. Von besserem Erfolge war eine Erfindung des französischen Artillerieofficiers Cugnot zu Ende des vorigen Jahrhunderts begleitet. Der von Eugnot construierte Wagen konnte sich bereits eine Strecke fortbewegen. Zu weitgehenden Versuchen kam es indessen nicht, da das Fahrzeug gegen eine Mauer rannte und dadurch unbrauchbar wurde. Unruhiger Gang und mangelhafte Lenkung scheinen den weiteren Verfolg der Angelegenheit vereitelt zu haben. Ueberdies drängten auch die damaligen politischen Wirren alle anderen Jntereffen in den Hintergrund. Neue Versuche wurden zu Beginn des Jahrhunderts in England gemacht. Sie beruhten fast alle auf der Kolbenfortbewegung. Schließlich setzte aber die rasch vorwärts schreitende Entwickelung der Eisenbahnen allen ähnlichen Zweigen der Technik ein Ziel. Einzig in England ist die Straßenlokomotive zur Fortbewegung schwerer Lasten nie ganz verdrängt worden. Erst nach dem Kriege 187", 71 führten die neueren Fortschritte der Technik zur Wiederaufnahme der Motorwagenfrage. Jedoch waren die Fahrzeuge immer noch an sehr hohe Gewichte gebunden. Erst Mitte der 8<»er Jahre, als das Gewicht der Motore erheblich herabgesetzt worden war. beginnt die Zeit des modernen Automobilfahrzeuges. Bahnbrechend war in dieser Hinsicht die Erfindung eines schnelllausenden Benzinmotors durch Director Deimler in Deutz. Bor allen Ländern war es jetzt Frankreich, das die Angelegenheit aufs lebhafteste in die Hand nahm. Zur .Kraftübertragung wurden meist Zahnräder und demnächst gewöhnliche Riemenubersetzungen verwendet. Diese Eonstructionen haben auch die meiste Anerkennung gefunden. Alle die mit ihnen verbundenen kleinen Mängel sind durch jahrelange Erfahrungen so weit beseitigt, dass durch diese Mechanismen heute ein brauchbarer Betrieb erreicht worden ist. Die Lenkung wird durch eine Drehachse oder Eharnierachse besorgt. Inzwischen waren die Tampfwagenconstructeure nicht muffig geblieben. Auch auf diesem Gebiete gieng Frankreich voran. Tie Bestrebungen richteten sich namentlich darauf, einen Kessel- oder Dampferzeuger von möglichst niedrigem Gewicht herzustellen. Durch sparsam arbeitende Verbundmaschinen mit kleinen Abmessungen konnte eine erhebliche Herabsetzung des Gewichts erzielt werden, so dass man heute bereits Tampfwaaen baut, die bei Mitführung eines auf 4-0 Km. ausreichenden Belriebsvorrathes nur koo Kilo wiegen. Die in Frankreich unter Mitwirkung des französischen Automobilclubs veranstalteten Fernfahrten für Automobilfahrzeuge haben besonders in England und Amerika sehr anregend gewirkt. In England gaben sie den Anlass zur Beseitigung der gesetzlichen Beschränkungen für den Verkehr der Automobilwagen auf den Landstraßen. In Amerika treten die elektrischen Motorwagen immer mehr in den Vordergrund. Dem außerordentlichen Vorzug der Krasterzeugung durch Elektricität stehen als Nachtheilc aber immer noch zu sehr das schwere Gewicht der Accumulatoren und die große Empfindlichkeit solcher Fahrzeuge gegen Stöße und Erschütterungen gegenüber. Tie Kosten des Betriebes sind bereits sehr herabgemindert. Die Pope-Company in Hardfort hat ein elektrisches Fahrzeug conslruierl, dessen für etwa -1" Km. ausreichende Ladung etwa 8" Pfg. kostet. Ter Betrieb kostet also für das Kilometer nur 2 Pfg. Die Ladung nimnit etwa zwei Stunden in Anspruch. Bei diesem Wagen kommt besonders in Betracht, dass er von jedem leidlich geschickten Laien und selbst von Damen leicht und zuverlässig gelenkt werden kann. Tie Erfahrungen in Frankreich haben gezeigt, dass Motorwagen unter Umständen auch sehr gut für Gütertransporte zu verwenden sind. In Cannstatt hat sich jetzt eine Deimler-Motorwagen-Geseüschaft gebildet, die Transportwagcn sür 10" Centner schwere Ladungen herstellt. Um zu zeigen, wie leicht sich der Motorwagen in den übrigen Straßenverkehr einfügt, führte Vortragender zum Schluss mittels des Kinetographen ein sehr hübsches Verkehrsbild des Potsdamer Platzes" vor. Offtscc und schwarzes Meer sollen durch einen Schiffscana! verbunden werden. Er beginnt bei Riga, benützt den Lauf der Düna, geht dann durch einen Canal zur Beresina, dann unter Benützung dieses Wasserlaufes bis zur Vereinigung mit dem Dnjepr und endlich diesen Fluss hinab bis Cherson am schwarzen Meer. Schwimmende Krankenhäuser für Fischer. In Paris hat sich eine ..Sonett* "es üe ivres "e Mer gebildet zu dem Zwecke, die französischen Fischerflotten, die alljährlich nach Neufundland, nach Island und in die Nordsee hinausziehen und monatelang von jedem Verkehr abgeschnitten sind, mit der dringend nöthigen ärztlichen Hilfe zu versehen. Tie genannte Gesellschaft rüstet schwimmende Hospitäler aus, die in der Gegend der Fischerplätze umherkreuzen, die den Fischern mir ärztlichem Rath und ärzt-