Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 2 (1898)
- Issue
- 16 (22.4.1898)
- Article
- Berlin [Nachricht]
- Date
- 1898-04-22
- Page
- 10 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 jPH^wder Nr. 1«. trägen von *'•>. Mitgl'.ederv.. fernev?'!!. an Srcr.^’Cn nur- 5> MI. Ps. für verkaufte T liveuboUarbeit nebst ei'.'.eu: Bestand: von 310 Mk. 8- Pi., zu'amv.tcv. üblo??lk. 7»» Pi. wovon an das Ecnrralcourits abgetübr: wurden. Wenige Tage vorder fand eine vereinigte Sitzung des Berliner l'ocaU und Eentraleov.'.i'.-ls ftatt. die durck die 2lnwe'-enbeit der Urbeber des Radbinerrrotestes. Rabbttter Tr. Werner aus München und eand. med. I. Turof- , P. 2 v.nidofausgrzeichne: war. Sic beiden Herren benutzten taervc-ll die Gelegenheit, u:n den nicht anwesenden Vorsitzenden der ,.B e r l i n e r Z : o v. i n ischeu Vereinigung" ohne jede Veranlassung anzugreiren. Sie warfen ihm vor Allein vor. da's er Z i o a: st sei und es doch wage, mit Erfolg und unentgeltlich für „Esra" überall in Deutschland Propaganda zu machen, während der Agitator für München gut bezahlt wird. Herr Bergel. besonders aber Herr Hartmann traten diesen Angriffen, welche die Verdienste der Herren Werner und Turotr in helles Licht' tener. sollten, sachlich aber scharf entgegen. Auch der verdienstvolle Vorsitzende des „Esra". Herr M. 'S orn. schlo's nch ihren Ausführungen an. Hiricbbcrg in Schl. Im hiesigen ..Verein für jüdische Geschichte und Literatur" hielt Herr "Tr. Heinrich Loewe einen Dortrag über „Romantik und Moderne in der neuesten jüdischen Poesie". Ter Dortrag klang aus w.it dem Ausfvrechen stegesgewi'-'er Hoffnungen für das jüdische Volk und wurde von den Htrichbergern mit lebhaftem Enthusiasmus aufgenommen. Au- Anregung des stellvertretenden Vornymden Herrn Frävckel und des Herrn Iusiizratb Ledermann entspann sich dann eine leobane Teoatte über den Zionismus und feine eulturellen Bestrebungen, an der die Herren Frankel, Iust.-Rarb L ed ermann" Rabbiner Dr. Biram und Tr. Loewe tbeilnabmen. Herr Dr. Loewe musste während derselben gewissermaßen noch einen zweiten Vortrag über den Zionismus selbst halten. Tie Debatte hatte erfreuliche Resultate. Warschau. Sowohl die hiesige „Hazesira" als auch der „Hameliz" in Petersburg haben nunmehr Rubriken für Mittheilungen über „die zionistische Bewegung" eröffnet. Aus diesen Mit theiiuirgen gebt hervor, dass in tan jeder von Juden bevölkerten Stadt^ zionistische Vereine gegründet wurden oder in Gründung begriffen und und dass allerorts eine erfolgreiche Agitation betrieben wird. Als Agitationsschrift dienen zumein die von Scholom alechem verfassten Iargonbro'chüren über den ,.Baseler Eougrefs" und ..Wozu brauchen Juden ein Land?" Größtentheils sind es aber die bei uns heimischen ..Maggidim", die Bolksvrediger. deren überzeugenden Predigten die erfreulichen Eriolge zu verdanken sind. — b—" PrnSk. Am llO. März feierten wir das Vastahfest im Greife unserer Gesinnungsgenossen. Tas Fest wurde durch ein stimmungsvolles Lied des Eantors und seiner Gehilfen eingelcitet. Darauf folgten die einzelnen Referate und die musikalischen Vorträge. Tie Reden fanden alle lauten Beifall. Ter Saal selbst bot mit seinen stilvoll arrangierten Verzierungen von Blumen und Tevvichen, der festlichen Beleuchtung und den äußerst zierlich aufgedauten Kiosken, in denen reizende Frauen und Mädchen nationale Embleme und Bilder zum Verkaufe ausboten, einen prächtigen Anblick. h Lousto. iRust. Vo!.' Auch hier in. wie in den meinen Städten Russlands, ein zionistischer Verein gegründet worden. In demselben hielt vor einigen Tagen Herr carc. i>bll. S. Gold I u st einen glänzenden Vortrag über ..den Stand des Zionismus in Deutschland" und erntete großen Bestall. Zijorv. Sofia. Tonnernag. den 7. Avril fand im Temvel der a'ckkenanschen Gemeinde" eine zionistische Versammlung narr. Tbwohl die Gemeinde unter un<n, Seelen kaum volljähriae Mitglieder besitzt, hatten sich doch mehr als soo Männer aus allen Ständen eingefunden, um den „Freibeitsverkündern". wie die Zionisten hier heißen, zu lauschen. Es sprachen die Herren Karl Herbst in bulgarischer und Iaeaues Llatansobri in svanioliicher Sprache und erweckten mit ihrem Appell, sich um die Zionssahne zu schaaren, stürmischen Applaus. Besondere Befriedigung riet hier die eorreete Haltung des Großradbiners hervor, welcher am Vorabende der Feiertage auf Verlangen des Eentralvereines „Zion" anorduele. dass der Aufruf zur Volksversammlung in allen Svmagogen und Midraschim verlesen werde, ja, sogar mit dem Petschaft des Großrabbinätes versehen, affichiert werde. Welcher Fortschritt! Im vorigen Jahre noch mit Gendarmerie aus den Snnagogen vertrieben und jetzt diese Fügsamkeit! Soll man dann nicht Zagen, der Zionismus in der souveräne Dille des Iudenthums. und keine Gewalt im jüdischen Volke wird ihn abhalten können, seinem Ziele in raschem Fluge zuzustreben? L e o n R a d b i l. London.*) In den Räumen des „Iewish Dorkmens Elub" fand jüngst eine Versammlung der East-End Gruppe der Chovevi- Zion Association" statt. Ten" Vorsitz führte Mr. Rabinoviez, das Referat über die jüngst abgehaltene Eonferenz erstattete Biee- Ehief des Verbandes Mr. Prag. Bevor er jedoch das Dort *) Wegen Raummangels verspätet. tAnmerkuna der Redaktion). ere.riv. las der S>. t ’:r. Ü ' des 2 der von der Aüvcratlcr a i " r. Eo-cr.ie ,B e . de". .Herrn v d n; a r. v.. vor. Sie»:-; he:-; du etc vor. dev. S cvwrerigkestev., die die junge Ec, oute durmzumachen bat und von, den guten Ausnchieu.'die ihr bevorncden. Mr P r a a nahm diesen Briezum Ausoangsvunkt seiner Rede und sagte, da's diele Eolcv.ie eine der erfolgreichsten und der Stolz der Ülvoriatiov. sein werde. Ader die leinen Docken waren für die eualüchev- Ziov.iv.cn. ob üe der Anoeurrion angeboren oder nicht, von großer Bedeutung. Aus allen Gegenden haben nck ihre Telegierten versammelt, um über die Zukunst des jüdischen Bockes zu berat dev. Es wurde eingewev.det, dass die reichen Männer der Gemeinde nicht gekommen ünd. Gut. was beweist das? Tas sei doch kein Eiuwaud gegen eine Versammlung ernster Riänner. Er habe eine große versammlungstechnische Erfahrung und habe noch nie eine jo wohlgeordnete Discussion gesehen. Tie Herren von der Gemeinde Mrten da wirklich was lernen können. T aun hieß es, es feien zumeist „Fremde" gekommen. Tas fei aber erbaulich, wie der „englische" Jude, dessen^ Vater vielleicht selbst eingewandcrt ist. auf die Juden als Fremde herabvlicke. Ja. man habe uns selbst den Enthusiasmus, der uns durchdringt, weil wir für eine gute und erfolgreiche Sache kämpfen, zum Vorwuw machen wollen. Tiefer könne ihn aber schwerlich treffen, denn seine Arbeit sür die Kolonisation Palästinas bilde einen Beweis feiner praktischen Tbärigkeit. „Dir sind wirklrch Entbuüasten im Intercüe unseres Volkes. Dir wollen die Juden an ihre große Vergangen beit erinnern, wir wollen, da's ne auf ihrem heimatlichen Boden leben und ihre ehemalige Stellung in der Weltgeschichte wieder entnehmen." _ Tr. Hirs ch analpfierte die Phrase von den „englischen Juden". Er wies daraus bin, dass Männer, die sich um dte Tbora und um ihre Religion nicht mehr kümmern, sich englische ..Juden" gar nicht neunen dürien. Man müsse aber innerster Linie ein ..jüdischer Jude" fein. Aut den Einwand, da's dte F-übrer der Gemeinde nickt bei der Eonrerenz waren, anttoortete Tr. Hirsch: ..Tas macht nichts. Tie Gemeinde selbst war^da und bat ibre Sacke selbst besorgt. Denn nur der Erfolg da senr wird, werden die ..Führer"' schon selbst kommen." Er unterstützte folgende von Prag vrovonierte Resolution: ..Tie Versammlung dankt der Affoeiation für die Einberufung der Eonferenz und spricht die Hoffnung aus, dafschie^gefasslen Beschlüsse eine Einigkeit aller zionistischen Körver'chatten Großbritanniens herbeiführeu und den Zionismus mächtig fördern werden". Tie Resolution wurde einstimmig angenommen, ebenso die des Mr. Ritter. „Diese Versammlung erklärt, dass die Eolonisation Palästrnas einen integrierenden Theil des Programmes der Union bilden Mit Dankesworten an den Vorsitzenden schloss die Versammlung. Ncw-Pork. Vor einigen Docken haben sich folgende zionistv che Vereine dreier Sladr und Umgebung zu einem Eentralverbande zu'av.'.mengethan: Vc»unu •Ameiiean Zionist. Ohawei Zion, Lp-;mvn Zwo." t’.iui'. Ohlei Shem. Bnei Zion. Ist Y.. Dorsbe Zion v-s s.,< ever. Zion Social t'.liv». Pairiois oV Palesline. Bnei Zion B. 'onu'v;!lo. S->ns o* Zion Luoowlyn. P*no‘b Zion, Cbowewe Zi. n «lowj.-iown. Cbowewe Zion Uy-town. Up-town West-side?l;oii C. iuli. Qiowewe Zion Bro\vn~viüe, Ctiowewe Zion "Woodbüie. Z o:, . knoih Zion S. 1. Bnoth Israel. Sifias Zion. Ltorshe Zion, Üiuita Z'OI: X. ~2 Mate I,e%i. Jer-hnos Zion. Zu Beamten des Vereines wurden folgende Herren gewählt: Zum Präsident: Professor Richard Gottheil: Vice-Präsidenten: Herrmann Rofenrhal, Dr. I. A. Blustone: Schatzmeister: Dr. William Eowen: Seeretärcn: B. Ehrenreich, ül. Tannenbaum, 21. T. Dlorrison, M. Vukanskn.^ Folgende wichtige Beschliche sind in der Versammlung angenommen worden: 1. Eine vlational-Eonvention aller zionistischen Gesellschaften von 2iord-2lmerika am 10. und 11. M a i Ihos einzuberusen. T ie Dahl folgender Städte ist einen LRaioritärsbeschlnss der betreffenden Vereine überlasten: Dashing ton, 2lew-^jork. Philadelphia und Boston. Zn dieser Eonventioi sollen alle chmerikanischen Gruppen in einen großen Landesvervani vereinigt werden, Vertreter für das europäische Eentral-E omit und Delegaten für den zweiten Eongress erwählt werden und di ganze Bewegwtg auf Grund der Beschlüste des ersten Dasele Eongrestes in die richtigen Bahnen geleitet werden. 2lllc eingelaufenen und einzulaufenden Schekel-Gelder v einer Hiesigen Bank zu deponieren und sie dem europäischen Central Eomitö nach Bedarf zur Verfügung zu stellen. Ncw-York. Unter dem Vorsitz des Präsidenten Rabbrnk Dr. Phil. Klein, fand am 31. März eine wichtige Ereeutiu Sitzung des einen Verbandes der Zionisten-Vereine statt. Es i der neue Vorsitzer der Executive, Herr Anton Moschkoroitfc Großmeister des Erdens ,.2lhavatb Israel" installiert worden. B dieser Gelegenheit erklärte Herr Moritz f}} cum an, Schäumest: des Verbandes, alle zur Slgiration nöthigen Gelder vorstrecken i