Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 2 (1898)
- Issue
- 13 (1.4.1898)
- Article
- Personalnachrichten [Nachricht]
- Date
- 1898-04-01
- Page
- 9 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3315709-3315742-3315756--05084-3358515- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 1× ep/1000834
OCR text
Seite 9 Wappen in seiner Mitte die Namen der gegenwärtigen Ausschussmitglieder des Vereines trägt. sfe Dir mniUche Kemgung. Spenden für zionistische Zwecke sind an Herrn Dr. O. Kokesch, Hof- und Gerichts-Advocatc« in Wie», I., Tingcrstraßc 25, zu senden. Wien. (T e r I u b i l ä u nt § c o m m c r § der „Kadi in ah".) Tonnerslag den 24. d. M., seierle die „K ad im ah" im Ballsaale Ronacher das Fest ihres Wsemestrigcn Bestandes. Es hatten sich die Mehrheit der „alten Herren", die Mitglieder des Aclionscomirös und Vertreter nahezu sämmtlicher zionistischer Vereine Testerreichs eingefunden. Tie Stimmung war ernst, man erinnerte sich der früh Tahingeschiedenen und ein unbestimmtes Gefühl von Wehmuth drückte sich dabei auf allen Gesichtern aus. Tiefer siille Ernst gieng auch durch alle Reden. Dr. Sieg. Werner erzählte die Geschichte der „Kadimah", für. Mar Bernhard sprach von ihrem Wollen und Ringen und die Kadimahner, techn. Silberberg, zu,-. Liebmann und tecflri. Bing, leisteten den alten Herren, und den gesinnungsgenössischen Verbindungen und allen zionistischen Gästen den Treuschwur. D r. Herzl, Tr. Schnirer und Cultusvorstand Dr. Steger erwiderten und drückten ihr Vertrauen und ihre Zuversicht in die Thätigkeit der „Kadimah" aus. Den Vorsitz führte der Senior, med. Karl Weiler. Das Fest der „Kadimah" war ein Rückblick auf den Werdegang des Zionismus in Oesterreich. Und man konnte sehen, wie weit er bereits gekommen. Viele Gäste lauschten den Reden. Auf den Galerien ein schöner Kranz von Damen. Wien. G e sin nun g s g en o ss e n senden bei Familien - sestlichkeiten statt der telegraphischen Depeschen ihre Glückwünsche per Post und benützen hiezu die vom Congressbureau (ll. Rembrandtstraße 1l) herausgegebenen Telegramm-Blanquette i;> 2.', kr., 50 kr. und fl. 1.—). Das Reinerträgnis aus dem Verkaufe derselben ist z i o n i st i s ch e n Zwecken gewidmet. — Zu bestellen bei Herrn Tr. O. K o k e s ch, Wien, l., Singerstraße 25. Wien. Den Bemühungen der jüdisch-akademischen Verbindung „U n i t a s", die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den jüdischen Nationalismus in dre weiteren Kreise der Bevölkerung zu tragen, verdankt ein neuer zionistischer Verein sein Entstehen. Im Verbindungslocale der jüdisch-akademischen Verbindung „Unitas" wurden Vorträge von den Mitgliedern der Verbindung veranstaltet, und zu denselben viele Handelsangestellte eingeladen. Jene Handelsangestellten, zumeist junge Leute, welche den Vorträgen beiwohnten, erklärten sich bereit, einen jüdischen Verein zu conftiluieren. Die Statuten wurden eingereicht und von der boben Statthalterei auch genehmigt. Der Verein, welcher den Namen „Jüdische Bereinigung Jordania" führt, besitzt bereits sein eigenes Heim und zählt sthon 30 Mitglieder, jedenfalls eine für den Anfang statt- Bojan. Dienstag, den l-5. März hielt der Verein „Ohawe Fron" seine constituierende Generalversammlung ab, der der Präsident des Ezernowitzer Zionsvereines, Herr Melzer, und die Herren Tr. Ebner und Tr. Menczel als Delegierte anwohnten. Die Tendenzrede hielt Herr Tr. I. Sch echt. Tie Wahlen ergaben folgendes Resultat: N. Retter, I. Metsch, A. F e u e r st e i-n, S. T r e s s e r, M. Finder, Tr. I. S ch e ch t, F. Rette r, M. S t e r n b e r g, H. F l e i ß, M. G o r t e r m a n n, I. R o^s e n und E. S e i d n e r. Herr Tr. Ri e n c z e l sprach in seiner Schlussrede über den gegenwärtigen Stand der Zionsfrage, und seine Ausführungen wurden mit großen: Beifall ausgenommen. Bei dem hierauf folgenden Bankett sprach Tr. Ebner über die Geschichte der Juden in den letzten fünf Tecennien. Moincfti. Das Comilö unseres neuen zionistischen Vereines ,,N e i sz i o n a h" hat sich bereits constituiert und besteht aus folgenden Herren: M. B i r n b a u m, Präsident: B. Kosin, H e r s ch Wolf, Vicepräsidenten: I. N. S ch a p i r a, Cassier; vCoentc r, L. Wolf Davidovici, M. Nesanel G r ü nb c r g, A. H. G r ü n b e r g und A. I. Storch, Eomid Mitglieder. Die Generalversammlung vom l<>. d. M. hat an Herrn Tr. Lippe, Jassy, ein Schreiben gerichtet, in dem ihm in Anerkennug seiner Verdienste um das Judenthum das Ehrenpräsidium angeboren wurde. Rcni (Südrussland >. Wir kommen spät, aber wir kommen doch. Unsere Stadt blieb zum Unterschiede von allen unseren Nachbarslädteu mit der Gründung eines zionistischen Vereines etwas länger znriick, nichtsdestoweniger ließen jedoch sämmtliche hiesigen Insassen bei der gestern im hiesigen Tempel stattgesundenen zionistischen Versammlung merken, wie sehr sie von dieser nationalen Bewegung erfasst sind. . Nachdem die Herren Rabbiner I m a s, Ingenieur D u b n e r, V. K a tz, sowie der als eifriger Zionist bekannte Herr S ch l e- 'lnger aus Odessa die gegenwärtige Nothlage der Juden in aller Herren Ländern besprochen und für den Zionismus mit warmen Worten eingetreleu waren, wurde sofort ein Zionistenbund gegründet, dem die Herren Rabbiner I m a s, Ingenieur T u b n e r, B. K a tz , N. R o s e n s e l d und I. K a g a n vorstehen. Lublin. Unser Zionsverein wächst zusehends. Am 11. Adar fand hier eine größere Versammlung statt. Der Leiter des Vereines, Herr Tr. Mar Spiro, eröffnete die Sitzung mit einer längeren Rede „Betrachtung des Purimfestes im Vergleiche zur heurigen Zeit". Hierauf wurde der Vorschlag, ein zionistisches dreiclassiges Cheder (Schule) einzurichten, einstimmig angenommen. Es wurde ein Comit4 gewählt, um den Beschluss zu^realisieren. Zionistische Anthologie. Tie Unterzeichneten haben nach reiflicher Erwägung beschlossen, eine Sammlung zionistischer Gedichte herauszugeben. Wir hoffen auf diese Weise zur Verbreitung des zionistischen Gedankens beizutragen, indem wir der politischen Agitation eine wirksame Ergänzung bieten. Gleichwohl werden wir vor allem daraus bedacht sein, dem künstlerischen und literarischen Werte gerecht zu werden. Wir bitten, zionistische Gedichte, auch in nichrdeuts che r Sprache, an Herrn Mar Jungmann, Eharlottenburg, Englische Straße 2-5, spätestens bis zum l. Juni d. I. einsenden zu wollen. N. A r o n st a m m, M a x I u n g m a n n, Berlin. Berlin-Charlottenburg. & Purim-Feirr. Przemy^l. Das Agitationscomite der PrzemyAer Zions- Jugend veranstaltete am 9. d. M. ein Purimfest, welches einen irr jeder Hinsicht sehr gelungenen Verlauf genommen hat. Eröffnet wurde das Fest durch das Mitglied des Vereins, Herrn Salomon Auerbach, k. k. Postconttoleur, der in einer mit großem Beifall ausgenommenen Rede die Bedeutung des Purimfestes schilderte. Die Festtede wurde von Herrn S. Bromberg aus Tarnow gehalten. Er erstattete auch den Rechenschaftsbericht des Tarnower Zionsvereines. Aus dem ziemlich großen und mit Geschmack zusammengesetzten Programme wären auch die hebräischen Declamationen des sechsjährigen Knaben Angermann und des zwölfjährigen Gymnasiasten Lilien zu erwähnen. Ferner wurden einige zionistische Chöre, welche Herr Mendel F i s ch e l dirigierte, mit großem Enthusiasmus ausgenommen. Nach Schluss des Programmes wurde ein Commers zu Ehren des Herrn Bromberg veranstaltet. Die Folgen des Purimfestes sind schon ersichtlich, da binnen Kurzem ein Frauenverein entstehen wird mit dem Namen „Benos Zion". Braila. Der Leseverein „Zion" veranstaltete anlässlich des Purimfestes einen Costumeball, der mit einer glanzvollen Ansprache des Herrn Ellmann eröffnet wurde. Gleichzeitig wurde eine zweifache Schekelsammlung eingeleitet, die ein namhaftes Resultat ergab. Moincfti. Der Ausschuss des Lehrkörpers der hiesigen isr. deutsch-rumänischen Volksschule, bestehend aus den Herren: M. T a m a s i u, M. Birnbaum und Moritz M a n a s c a veranstaltete zugunsten der armen Schüler dieser Anstalt einen Purim-Ball. Tas Ergebnis war ein durchaus befriedigendes, so dass sämmtliche armen Schüler bekleidet werden konnten. Bei der in Gegenwart eines zahlreichen Publicums erfolgten Bertheilung kamen rumänisch-patriotische und zionistische Lieder durch die Schulkinder zum Vortrage. öl. B Ät CorrchlmdkllM. C esterrcich-Ungarn. Wien (Orig.-Eorr.) An der Programmdebatte des Abgeordnetenhauses vom 29. März a. c*. haben auch die Christlich- Socialen theilgenvmmen, um ebenfalls für die deutsche Gemeinbürgschaft einzutreten. Das ist für uns nun ziemlich gleichgiltig, was für eine neue Eigenschaft diese Herren an sich entdeckt haben. "Aber Einiges von dem, was ihr Redner, Monsignore S ch e ich er vorgebracht, geht auch uns an, und darüber wollen wir einige Worte verlieren. Man weiß, dass die Eliristlich-Socialen ihre Reden immer mit einigen geistvollen Epigrammen über die Juden aufputzeu. Tas gehört einmal zu ihrem Handwerk. Auch Herr Scheicher konnte es sich nicht versagen. Er sagte unter Anderem: „Es handelt sich um gar nichts Anderes, als unser Eis weiter noch aus längere Zeit den Ungarn zinspflichtig zu machen. Wenn die Juden nicht wären, wären wir morgen ausgeglichen. (Rufe bei den Christlich-Socialen: Juden hinaus!) Tas Reich jenseits der Leitha ist jetzt das reguum inessianum, in dem die Inden sich so wohl fühlen, wie die Maden im faulen Käse! Hier habe ich Urjuden, zur