Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1898-03-25 · 12 (25.3.1898) · p. 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
12 (25.3.1898)
Article
Tewele als "Wasserstein"
Date
1898-03-25
Page
13 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
89% known words query
IRI
…/3315709-3315742-3315755--05027-3358351
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 12 Seite 13 Erwelr als „Waflrrstrin"^ Der ausgezeichnete Komiker des 'Wiener Carltheaters, Herr 'Ino elf, der im „neuen Ghetto" die Rolle des „Wasserstein" creierte, hat damit eine unvergleichliche Leistung geboten. Wir bringen hier zwei Bilder dieses Schauspielers, die ihn in den Wandlungen des Börsenmannes zeigen. "Anfangs gedriickt und demürhig, gewinnt er zusehends an Sicherheit und Selbstbewusstsein. Er war rührend und lächerlich. Die ilm gesehen haben, ui erden diese Gestalt im Gedächtnis behalten. Ijcrr Tewele vom «Earltfjcater in Wien als „wo f 1 c r ft c i n". III. 21«. D' as neue Ghetto. Schauspiel in 4 Acten von Theodor Herzt. .rationen von I. M. O ki n. (3. F orts etz un g> 6. Scene. Jacob, Httm ine. Rheinbcrg, Wasscrstcin. Rbeinberg (eivtretend). Darf man? Hermine. Fritz? (Eilt ihm entgegen.« W a s s e r st e i n lgut gekleidet, neuer Ey lind er, ruhiges sicheres Auftreten). Ich habe die Ehre, Frau Doctorin! Hermine (lächelnd). Sieh' da, Herr Wasserstein. Wasserstein. Ja, ich bin auch da — entschuldigen Sie mein Dasein . . . (Für sich.) Sie bringt mich immer in Verlegenheit. Hermine (leise zu Rheinberg). Ter begleitet Dich überallhin? Rheinberg (lacht leise). Freilich! Den brauch' ich. W a s s e r st e i n (hat Jacob devot begrüßt, dann halblaut). Sie lacht mich aus — die Frau Gemahlin lacht mich aus. Jacob (klopft ihm lächelnd aus die Schulter). Wo denken Sie hin? Wasser st e i n. Wem ich Ihnen sag'. Ich wirk' auf ihre Lachmuskulatur. Rheinberg (wendet sich zu Jacob. Händedruck. Sie gehen nach hinten). H e r m i n e (setzt sich links vorn). W a s s e r stein (nähert sich ihr ,. Jacob (halblaut zu Rheinberg). Es ist mir unangenehm — darum will ich Dir's geschwind versetzen. Rheinberg. Versetz'! (Reden leise weiter). Wasser st ein. Einen schönen Schlasrock haben Sie da an, Frau Doctorin! H e r m i n e (lacht). Finden Sie? W a s s e r st e i n (fiir sich). Was ich sag', lacht sie. R h e i n b e r g (zieht seine Brieftasche). Ich habe nicht ^enug bei mir. . . (Wendet sich um.) Herr Wasserstein! W a s s e r st e i n. Herr Rheinberg? R h e i n b e r g. Können Sie mir fünfzehnhundert Gulden borgen? Wasser st e i n. Ob ich kann? (Zieht einen Knäuel Banknoten aus der Westentasche, nimmt einige davon, reicht sie hin.) Rheinberg. Ich geb' sie Ihnen in einer halben Stunde zurück, Herr Wasserstein. Wasserstein (großartig). Hat keine Eile, Herr Rheinberg. (Schielt nach Hermine hin, um den Eindruck zu beobachten.) R heinbe r g. Herrninchen, wir haben von Geschäften zu reden. H e r m i n e (steht aus«. Ich soll also? . . . (Im Borübergehen leise zu Rheinberg.) Schade, ich hätte ein bisschen über Wasserstein lachen können. Rheinberg (ebenso). Respect! Seit acht Tagen hat er hunderttausend Gulden an Kohlen verdient. Hermine. Das imponiert Dir! . . . (Gebt zu Jacob, eben Rheinbergs Geld einfteckt.) Jacques! Jacob. Run? - R h einb erg (tritt zu Wasserstein). .H»erm'ine. Willst Du mir was davon geben? Sac^b (gibt i>r Geld). Da! Hermine. Und Du bist nicht bös' über meine Putzsu'ch-t? J,1«?ob (lächelnd). Verschwenderin! He rmine. Das ist doch nichts Schlimmes. Jac'^W Rein, nein! Her wine. Ich Hab' einen herrlichen Gedanken für mein Winte Eerd. Schottisch mit Roth! Du wirst staunen! (Lachend r'ch/s sb.) 7. Scene. ^Xacob, Wasscrstcin, Rhcinbcrg. Jacob (hackblaut zu Rheiuberg). Ich hoffet Dir bald zahlen zu tonnen. Lässt Du mir drei Monate? Rheinberg. Mein lieber Jacques, Tu wirst es mir überhaupt nicht zurückzahlen. Jacob. Oho! Rh einb erg. Es ist ein Vorschuss aus das, was Tu bei mir verdienen wirst. Jacob (misstrauisch). Als Advocat? Rheinberg. Als Advocat! . . . Verdienen und verdienen lassen! ist mein Wahlspruch. Ich will leben. Du sollst leben... Was ferst ein. Wir sollen alle leben - und gesund sein! R he inb erg. Ich werde Dir das Geschäft erklären. Jacob. Ich mache keine Geschäfte. Rheinberg. Willst Du mich ausreden lassen? . . . Setz' Dich an Deinen Schreibtisch. Tu wirst Dir einiges notieren müssen, damit Tu den Vertrag machen kannst. Jacob (beruhigt). Ah. ein Vertrag! (Setzt sich.) 8. Scene. Vorige, der Lollicitator. Sollicitator (aus der Mitte«. Herr Doctor, ein Mann wünscht Sie zu spechen. Jacob. Wie heißt er?

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.