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Die Welt · 1898-02-18 · 7 (18.2.1898) · p. 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
7 (18.2.1898)
Article
Über Wasserversorgung im alten Jerusalem
Date
1898-02-18
Page
15 (sequence 2)
Language
German
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Gattung von Aufsehern und Confervatvren für die Wasserwerke. — Mit einem Lobe für die altjüdische Technik schloss der Vortragende feine interessanten Ausführungen. Leb. Dir weitzr Robbe. Eine Fabel. Von Rudyard Kipling. (Schluss.) Das war Kotick genug. Er drehte sich um und galoppierte (eine Robbe kann eine zeitlang sehr schnell galoppieren) zur See zurück. Sein kleiner, junger Schnurrbart sträubte sich vor Entsetzen. Auf der Landzunge der Seelöwen warf er sich kopfüber in das kühle Wasser und stöhnte. „Was ist da los? brummte ein Seelöwe. „Skochnie, ochnie skochnie!" (ich bin einsam, sehreinsam) sagte Kotick; „sie töten alle Hollusschickie auf allen Küsten". Der Seelöwe wandte den Kopf. „Unsinn!" sagte er. „Deine Freunde sind jetzt gerade so lärmend wie sonst. Wahrscheinlich hast du den alten Kerick gesehen, wie er eine Herde abmurkst. Das thut er schon volle dreißig Jahre." „Entsetzlich!" sagte Kotick und wich einer herankommenden Woge meisterhaft aus. „Vortrefflich, für ein so junges Bürschlein", lobte der Seelöwe, der sich auf gutes Schwimmen verstand. „Von eurem Gesichtspunkte ist's freilich entsetzlich, aber wenn ihr Robben Jahr um Jahr herkommt, so müssen es ja die Menschen erfahren, und wenn ihr nicht etwa eine Insel findet, wo niemals Menschen hinkommen, so wird man immer auf euch Jagd machen. „Gibt es keine solche Insel?" fragte Kotick. „Ich bin der Aplotoos (der Scholle) schon zwanzig Jahre gefolgt, und ich kann nicht sagen, dass ich sie gefunden habe. Aber sieh' einmal — geh' zur Wallrossinsel und sprich mit Seepferd, vielleicht weiß es etwas." Kotick schwamm direct zur Wallrossinsel, wo die Wallrosse rudelweise lebten. Er landete dicht neben Seepferd, dem großen, hässlichen, dickhalsigen, langgezähnten Wallross des stillen Oceans, das immer unmanierlich ist, außer, wenn es schläft — was es gerade that. „Wach auf!", bellte Kotick, denn die Möven machten einen großen Lärm. „Ho! Halloh! Was ist los?" sagte Seepferd. „Hihih! Ich bin's". sagte Kotick. „Gibts keinen Ort für Robben, wo keine Menschen hinkommen?" »Frag' Seekuh", sagte Seepferd. „Wenn sie noch lebt, kann sie dir's sagen." „Wie werde ich Seekuh erkennen, wenn ich sie treffe?", sagte Kotick, während er absegelte. „Sie ist das hässlichste in der See, noch hässlicher als Seepferd", kreischte eine Möve. „Hässlicher, und hat noch schlechtere Manieren!" Kotick schwamm nach Novaftoschnah zurück. Dort fand er, dass Niemand seine Meinung, dass man einen ruhigen Ort für die Robben finden müsse, rheilte. Sie sagten ihm, dass die Menschen die Hollusschickie immer verfolgt hätten, und er müsse ja nicht zu den Schlachtplätzen behen, wenn er nicht Unangenehmes sehen wollte. Aber keine der anderen Robben hatte das Schlachten mitangesehen; überdies war Kotick eine weiße Robbe. „Du musst", sagte Seefang, nachdem er die Abenteuer seines Sohnes gehörr hatte „eine große Robbe werden wie dein Vater und einen Platz an der See haben, dann werden sie dich in Ruhe lassen. In fünf Jahren musst du schon allein kämpfen". Sogar die sanfte Matkah sagte: „Du wirst das Schlachten nie aufhalten können. Geh' und spiele im Meer, Kotick." Und Kotick gieng und tanzte den Feuertanz mit schwerem Herzen. An jenem Herbst gieng er, so früh er konnte, von der Küste fort, weil er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte. Er gieng die Seekuh finden, wenn so eine Person in der See existierte, und er gieng eine ruhigere Insel finden, wo keine Menschen hinkommen, und wo die Robben ungehindert spielen konnten. Er durchforschte den stillen Ocean von seinem nördlichsten bis zum südlichsten Ende und schwamm in einem Tag und einer Nacht dreihundert Meilen. Er erlebte mehr Abenteuer als man erzählen kann. Er entkam mit knapper Noth dem Hammerhai und dem Menschenhai und er traf alle die unzuverlässigen Spitzbuben, die in der See herumbummeln. Aber nie fand er Seekuh und nie fand er eine Insel, die ihm passte. War die Küste gut und hart, mit einem Abhange zum Spielen und mit schönem Wellenschlag, so war immer der Rauch eines Walsischsängers am Horizont, der Thran siebte, und Kotick wusste, was das bedeutet. Oder er sah, dass Robben aus der Insel gewesen und ausgerottet worden waren, und Kotick wusste, dass die Menschen einen Ort, aus dem sie einmal gewesen sind, nie wieder aus den Augen verlieren. Kotick brachte fünf Jahre damit zu, die See zu erforschen, und jedes Jahr gieng er für vier Monate nach Novaftoschnah, wo die Hollusschickie sich über ihn und sein pbantastisches Jnselparadies lustig machten. Er gieng nach Galapagos, einem schrecklichen, dürren Orte am Aeauator, wo er beinahe zu Tode gebacken wurde: er gieng zu den Giorgia-Jnseln, den Orkneys, zur Emerald- Insel, zur Nachtigall-Insel, zur Gonghs-Jnsel, zur Bouvets- Jnsel, zu den Crossets und sogar zu einem winzigen Jnselchen südlich vom Cap der guten Hoffnung. Aber überall sagte ihm das Seevolk dasselbe. 'Robben waren einmal auf der Jnfel gewesen, aber die Menschen hatten sie ausgerottet. Sogar als er weit, weit aus dem stillen Ocean herausschwamm, traf er auf dem Cap Orientes ein paar hundert räudige Robben und sie sagten ihm, dass auch dort Menschen hinkamen. Das brach ihm fast das Herz, und er schwamm um das Cap Horn herum nach der heimatlichen Küste; und unterwegs hielt er bei einer Insel voll grüner Bäume, und dort traf er eine alte, alte Robbe, die im Sterben lag, und Kotick erzählte ihr, wie ihm alles fehlgeschlagen fei. „Jetzt", sagte Kotick, „gehe ich nach 'Novaftoschnah zurück, und wenn ich mit den Hollusschickie zu den Schlachtplätzen getrieben werde, liegt mir nichts daran." Die alte Robbe sagte: „Versuche es noch einmal. Ich bin der letzte des verlorenen Volkes der Masafurra: vor Zeiten, als die Menschen uns noch zu hunderttausenden tödteten, gieng die Sage, dass eines Tages vom Norden eine weiße Robbe kommen werde, die das Robbeuvolk an einen ruhigen Ort führen würde. Ich.bin alt, und werde den Tag nicht mehr erleben, aber andere werden ihn vielleicht sehen. Versuche es noch einmal." Und Kotick sagte: „Ich bin die einzige weiße Robbe, die je geboren wurde, und ich bin die einzige Robbe, die je daran dachte, eine ruhige Insel zu suchen." Das gab ihm neuen Muth: und als er an jenem Sommer nach Novaftoschnah zurückkam, bat ihn seine Mutter Matkah, sich niederzulassen und zu heiraten, denn er war nicht mehr ein Hollusschickie, sondern ein erwachsener Seesang, mit einer lockigen, weißen Mähne aus den Schultern, so schwer, so groß und so wild wie sein Barer. „Nur noch ein Jahr", sagte er. „Bedenke Mutter, es ist immer die siebente Woge, die am weitesten landeinwärts geht." Merkwürdigerweise dachre noch eine andere Robbe daran, das Heiraten aus das nächste Jahr zu verschieben, und Kotick tanzte mit ihr den Feuertanz, bevor er seine letzte Forschungsreise antrar. Er gieng nach Westen, bis ermüde war, dann rollte er sich zusammen und schlief in der Nähe der Kupserinsel. Cr kannte die Küste sehr gut, und um Mitternacht, als er auf ein Schilfbett plumpte, drehte er sich unter Wasser um und streckre sich. Tann sprang er wie eine Katze, denn er sah ungeheure Dinger das Schilf abweiden.

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