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Die Welt · 1898-02-18 · 7 (18.2.1898) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
7 (18.2.1898)
Article
Ung.-Hradisch
Date
1898-02-18
Page
11 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 7 j*owc Seite 11 Dir MiUche Lmcgung. Spenden für zionistische Zwecke sind au HerruDr. C- Ko kes ch, Hof- und Gerichts Advocatcn in Wien, t-, Singer straßc 25, zu senden. Ung.-Hradifch. Anlässlich des Semesterschlusses versammelten sich die jüdischen Schüler der obersten Elasten des hiesigen Gymnasiums zu einem Connnerse, der unter dem Vorsitze des Ächiwahners, c-.nncl. jlir. Gmil Menziles, stattsand, und einen ebenso erhebenden als animierten Verlauf nahm. Aus den Reden der jungen Leute klang Helle Begeisterung für unser Volk und unsere Zionsideale heraus. Tie „Achiwah" hat sich hier einen Nachwuchs erzogen, der zu den schönsten Erwartungen berechtigt. Lemberg. In der Vorstadt Zniesienie hat sich ein neuer Zionsverein „Dorsches schlom Zion" gebildet, der sich vornehmlich aus streng conservativen Juden recrutiert. Ter Verein fußt aus den Beschlüssen des Baseler Programmes. Raycza. Dank der Anregung des Herrn Paul En och hat sich hier eine zionistische Ortsgruppe unter dem Namen „Achai Zion"constituiert.Dem Ausschuste gehören die Herren Dr. A. Klein, M. Nesserolh, Dr. Teichner, S. Teichner und L. E n o ch an. Nadworna. Samstag, den 20. Jänner, fand eine von 400 Personen besuchte jüdische Volksversammlung statt, die sich hauptsächlich aus Ehassidim und Handwerkern zusammensetzte. Nach den einleitenden Worten des Vorsitzenden Herrn B. H a r z, ergriff Herr Taubes das Wort, um in gewohnt musterhafter Weise die Tendenz und die Ziele des Zionismus auseinanderzusetzen. Unter der Wirkung der Rede constituierte sich am selben Albend ein Verein Zion. Die sofort eingeleitete Schekelsammlung ergab ein namhaftes Resultat. Zlocüw. Am 3.1. M. stattete im Vereine „Tegel Jeschurun" Herr Heinrich L ö w e n h e r z einen Bericht über den V. galizischcn Zionisten-Eongress ab. Die Versammelten nahmen die Beschlüsse desselben zur Kenntnis, und den Führern der zionistischen Partei wurde in einer besonderen Resolution der Dank ausgesprochen. Am 4. l. M. sprach H. T i e g e r über den gegenwärtigen Stand des Zionismus. Grzymalow. Die Juden unserer Stadt sind nun der allgemeinen Organisation beigetreten. Das Lemberger Landescomitö entsendete Dr. Malz behufs Gründung einer Ortsgruppe. Tie Versammlung fand am 0. Februar statt und war zahlreich besucht. Ter Vortragende erklärte die moralische und ökonomische Bedeutung des Zionismus und bewies, dass Palästina vermöge seiner geographischen Lage in jeder Beziehung geeignet sei, nebst dein Ackerbau auch Handel und Industrie zur höchsten Blüte zu entfalten. Tie Anwesenden constituierten sich sofort zu einem Zionsverein. Berhomcth. Tie „Bukowinaer Rundschau" meldet: ... . ..Dass der Zionismus in kürzester Zeit zu einer wahren ludrschen Volksbewegung geworden ist, beweist der Umstand, dass bald da, bald dort, selbst in den kleinsten jüdischen Gemeinden der Bukowinaer Zionsvereine entstehen, die zum grosten Theilc der regen Czernowitzer Eenrrale ihre Gründung verdanken. Wie uns geschrieben wird, hat sich in Berhometh a. S. ein Zionsverein mir dem Namen „Tornche Zion" gegründet und sind die «latuten der Regierung bereits überreicht'worden. Im Frühzahre wird ein Delegirtentag aller Zionsvereine der Bukowina in Ezernowitz stattsinden, bei welcher Gelegenheit der Bukowinaer "andesverband gegründet werden wird." >> - <;- Februar hat sich hier ein zionistischer Verein, deyen Mitglieder den Handelsschulen angehören, gebildet. Es ist dies der zweite Verein der Jassyer Jugend, die für die zionistische >wee alle ihre Kräfte einzusetzen gedenkt. 3. ,®°i®*** rer hier jüngst gegründete Mädchenverein „Ehibbas Zion" < -J-ie Liebe zu Zion», hat sich im Einvernehmen mit dem hleygen Eentralcomits als ein zionistischer constituierl. Zweck des Vereines ist, den Zionismus im Sinne des Baseler Programmes unter den jüdischen Frauen zu propagieren, eine nationale Lescballe ernzurichten, „Schekel" zu sammeln :c. "An der Spitze des Vereines stehen als provisorisches Eomitö die Fräulein : Zippe r. " 1 9 n' , Rosenlhal, B reirner und B r a n n st e i n. -lic Energie, mir welcher diese Tarnen für die zionistische Sache einlreren, lässt uns von ihrer Thätiqkert die größten Erfolge erwarten. B. v. Moincstr. (Rumänien». Die Zionisten sind hier eifrig an der „st- .^amstag, den 20. Jänner, fand die dritte zionistische >>olksveriammlung statt, die auch zur Gründung eines Vereines führte. Noch am selben Abende meldeten sich über welche ^den Schekel für sich und ihre Familie riss, entgegenzutreten. Es wurde zuviel von Zion gesprochen, auf der Gasse,'in der Familie, in der Schule und im Beth Hamidrasch. Rabbi Mohilewer, welcher einigemale über Zionismus predigte, wurde mit stürniischem Jubel ausgenommen. Tas gab manchen Herren zu denken, aber das Resultat ihrer Gedankenarbeit war ein recht merkwürdiges. Rabbi Elie Chaim Meisel verbot, im Beth .Hamidrasch über den Zionismus auch nur zu sprechen. Wir sind überzeugt, dass cs sich in diesem Falle um eine Maßregel handelt, die' in Kürze wieder ausgehoben sein wird. Uebrigens wäre gerade ein solches Verbot die sichere Gewähr dafür, dass erst recht die Tiscussionen über den Zionismus kein Ende nehmen. Chicago. Ter jüngst gegründete Mädchenverein „B'nos Jio" bildet' eine Filiale des Vereines „Zion". Beide Vereine agitieren lebhaft und ziehen immer weitere Kreise heran. Sic haben ein eigenes Local in der Wilson-Straße 7l, wo jeden Abend von 7 — 10 Ühr Zusammenkünfte stattsinden. Tie Wochenbeilräge sind mit Cents festgesetzt. Im Verlage des „Täglichen Courier" (jüdisch-deutsch», ist eine Broschüre über den Eogress in Basel erschienen. Tieselbe ist oo Seiten stark und kostet 10 Cents. ssorrkspondtnren. Schapira, Ä. Grünberg an. —odz. Man hat es für gut befunden, der zionistischen Bewegung, dre geradezu in einem Sturmlaus alle Juden mit sich Oesterreich-Ungarn. Wien. (Orig.-Corr.) Tie in Angelegenheit der Gründung eines jüdischen Gemeindebundes beim Grasen Badeni seinerzeit nach dem Verbote derselben erschienene Teputarion erhielt vom Ministerpräsidenten — wie wir nachträglich mirtheilen können — das Versprechen, dass die Staturen nach Vorrrahme gewisser Aendernngen, bewilligt würden. Diese Statuten sind auch jüngst überreicht worden — freilich ist die "Aenderung ganz wesentlicher Natur. "Nach dem Entwnrse soll der Verein den Namen tragen „Allgemeiner Oeftcrreichisch-Israelitischer Bund". Sein Zweck ist theils der Förderung jüdischer Wissenschaft, rheils jüdischer Verwaltungs- und Wohlthätigkeitsangelegenheiten, in allerletzter Linie aber, was nach den Intentionen der Gründer den Hauptzweck bilden sollte, den politischen Interessen der österreichischen Iudenheir gewidmet. Ter bezügliche Passus ('8 1, Al. 7) lauter: „Rechtsschutz gegen rechtswidrige "Angriffe gegen Juden und Iudenlhum. Tie Behandlung actueller und nationaler Fragen ist von der Thätigkeir des Bundes grundsätzlich ausgeschlossen." Also „Abwehr!" Nichts sonst. Man wird aber wohl der Oestentlichkeir einreden wollen, dass endlich die ersehnte „Organisation" geschaffen wurde. "Als Mitglieder können dem Bunde sowohl Culrnsgemeinden als Cultusvorstehcr, sowie „Personen welche sich auf wissenschaftlichem Gebiete oder im öffentlichen Leben mit die Interessen des Iudenthums verdient gemacht haben" heitreren. Ja, wer soll über diese „Verdienste" entscheiden? Ter ganze Bund hängt übrigens, nachdem Graf Badeni inzwischen zurückgetrelen ist, wieder ganz in der Lust. Wenn die Cnlrnsgemeinden lediglich in ihm ihr Heil sehen.- so scheint es, dass sie wirklich nicht mehr viel zu verlieren haben. L. ZVien (Orig. Eorr.» Ter Verein „Oesrerreichische Israelitische Union" har wieder einmal protestiert. Ter Protest galt einer Aenßerung, welche Abgeordneter Schneider in der Sitzung des niederösterreichischcn Landtages vom 20. Jänner d. I. gethan harre. Tie Aenßerung laurere nach dem stenographischen Protokoll: „Wir führen ein Schussgeld für die Juden ein!" Tiefe Aenßerung war vom Landmarfchall nichr gerügt worden und die ., Oesierreichifch-ifraelirifche Union" bewies eben ihr Eintreten für die Inden, indem sie - protestierte. Es ist kein Zweifel, dass unter der Wucht dieses Protestes der Abgeordnete Schneider und der Landmarschall Baron Gudenns znsammenbrechen müssen. Tie Juden werden sich künftighin nur an die „Oesterreich- Israelitische Union" wenden müssen, und ihre Lage wird wieder eine glänzende werden: denn die Union mir dem taktvollen Namen ~~ „Israelit" provoeiert doch nichr so wie das fürchterliche Wort „Jude" — rhut das Mens ch cnmöglichste, sie protestiert. Es wäre wirklich interessant, zu wissen, ob diese österreichisch-israelitischen Protestanten, allen Ernstes glauben, damit wirklich etwas für die „Israeliten" geleistet zu haben. Ter Präsident, Her A n n i n g e r, der kein Wort des Tadels findet,

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