Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 2 (1898)
- Issue
- 7 (18.2.1898)
- Article
- Die Gräber der Könige
- Date
- 1898-02-18
- Page
- 8 (sequence 1)
- Language
- German
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Seit^ 8 Nr. 7 Die Gräber der Könige. Jerusalem ist ganz von Friedhöfen umgeben. Am westlichen Abhange des Oelberges sind die großen Friedhöfe der Juden. An der Straße, die nach Nabulus führt, im Norden von Jerusalem, befindet fich eine unterirdische TodtenstLLte, die „Gräber der Könige". Es sind halbverfallene Grüfte, aber die Ueberreste deuten darauf hin, dass wir den Begräbnisplatz einer vornehmen Familie vor uns haben. Wahrscheinlich ist dies die Familiengruft der Königin Helena von Adiabene, welche im ersten Jahrhundert n. Chr. zum Judenthum übergetreten war. Der Platz ist mit einer einfachen Mauer umgeben, auf einer breiten Felsentreppe von 25 Stufen steigt man hinunter auf einen WM§ MMW WE mäßig großen, ebenen Plan, an dessen ^st- und Südseite sich Cisternen befinden, Nach Norden führen drei Stufen unter einem hohen Felsenbogen in einen viereckigen Hof, der in den Felsen gehauen ist. Im Westen geht dieser Grottenhof wiederum in eine ins Gestein eingearbeitete Halle über. Aus dieser Halle gelangt man durch einen niedrigen Gang in eine geräumige und hohe Kammer, an welche sich rings die eigentlichen Grabgemächer anschließen. Tribüne. An die löbliche Redaclion der „Welt"! Ich erlaube mir Ihnen folgende Abschrift einer Erklärung, welche die jüdisch-akademische Verbindung „Veritas" im hiesigen „Tagesboten" veröffentlichte, einzusenden und ersuche Tie um Aufnahme derselben in Ihr wertes Blatt. Brünn, l-r>. Februar 1898. Mit Zionsgruß Arthur H a r t m a n n,!-tuä. mech „Löbliche Redaktion des „Tagesboten" Durch die gestrige Notiz im „Tagesboten" hat die „Veritas" erfahren, dass sie von den deutschen Verbindungen Brünns wegen „ihres Verhaltens während des Studemenstrikes" für sactissactionsunfähig erklärt wurde. Tie jüdisch-nationale Verbindung „Veritas" sieht fich nun zu folgender Erklärung veranlasst: „Tie Jüdisch-Nationalen perhorrescieren jeden Eingriff der Inden in den ii.'ationa^tätenstreir. Diesen Standpunkt der Neutralität haben die jüdisch-nationalen Studenten sowohl bei Der Gang konnte früher durch einen Rollstein abgeschlossen werden, die Grabgemächer besaßen steinerne Thüren. In den „Gräbern der Könige" fanden sich einige Sarkophage. Die ganze Anlage trägt noch die Zeichen des ehemaligen Prunkes an sich: daneben die Spuren der rohen Horden, die die Grabstätte, man weiß nicht wie oft, durchwühlt, entweiht und geplündert haben. früheren Anlässen, als auch insbesondere beim letzten Studentenstrike vertreten. Obgleich sie von den Vertretern der deutschen und auch der tschechischen Studentenschaft um ihre Unterstützung angegangen wurden, sind sie von dem Standpunkt vollständiger Passivität nicht abgegangen, haben vielmehr einerseits in einem Anschläge aus der Verbindungstafel in der Technik, andererseits in einem dem Rectorate überreichten Memorandum aus Grund eines Beschlusses aller jüdisch-nationaler Techniker noch ausdrücklich ihre Neutralirät betont. Die deutsche Studentenschaft wurde nicht provociert, alle derartigen Mittheilungen sind unwahr. Es ist demnach klar, dass „das Verhaltender Jüdisch-Nationalen während des Strikes" nicht das Motiv zum obenerwähnten Beschlüsse gewesen sein kann. Die jüdisch-nationalen Studenten werden nach wie vor ihre Ehre zu wahren wissen. Für die jüdisch-nationale Verbindung „Veritas" Robert Stricker, dz. Präses. Geehrter Herr Redacteur! Ein zionistisches Flugblatt gegen den Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens erblickte kürzlich in Berlin das