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Die Welt · 1898-02-18 · 7 (18.2.1898) · p. None

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Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
7 (18.2.1898)
Date
1898-02-18
Page
None (sequence 1)
Language
German
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Li-E Vedarkion 1 Crscheint jeden Freitag. * r--n Preise der Anzeigen: und Mdministraiion: Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an Tie viermal gespaltene Petit¬ Wien die Redaction oder Administration: Wien, -lX., Türkenzeile 10 kr. IX., Türkenstraße 9. straße 9, zu richten. Telephon Nr. 8805. Unfrankierte Briese werden nicht angenommen und Einzelne Nummern 15 kr. &-l I Manuscripte nicht zurückgesendet. ] 3-Q llPlItftfiltfPlif** Oesterreich-Ungarn; halbjährig3 fl. 6 Kr., ganzjährig <; fl. (o;.: Für das Zlusland: Teutschland * ganzjährig 13 Mk. 70 Pf., halbjährig (i Sit. 83 Pf., England ganzjährig l i- Shg., halbjährig 7 Shg., Rußland ganzjährig 7 R., halbjährig 3 R. 30 Kop., Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, iflunuinien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Egypren ganzjährig 17 Frcs., halbjährig 8 Frcs. 7,0 Ets., 'Amerika ganzjährig 3 Toll. 40. Nr 7. Wien, 18. Februar 1898. 2. Jahrgang. QR^- Da Ende dieses Monats eine größere Anzahl von Abonnements ablänft, so werde» die Betreffenden erinnert, die Erneuerung rechtzeitig vorzunehmc«, damit in der Iustellnng deS Blattes keine Unterbrechung eintrete. Die Administration. Der zweite Zionisten-Congress. N Das Actionscomite hat beschlossen, den zweiten Zionisten-Congress inBasel abzuhalten, und zwar in der letzten Augustwoche dieses Jahres. Am 27., 26., 20. und 30. August 1808 werden sich also die Vertreter der Judenheit aus der ganzen Welt wieder aus dem gastlichen Boden dieser Stadt versammeln, um das Werk sortzuführen, welches im vorigen Jahre unter der sympathischen Aufmerksamkeit sehr weiter Kreise dort begonnen wurde. Der erste Congress hatte seinem Bureau den Auftrag gegeben, Zeit und Ort der nächsten Zusammenkunft nach Maßgabe der allgemeinen Umstände festzusetzen. Das Comitä musste daher vor allem die Frage untersuchen, ob in diesem Jahre wieder ein Congress einzuberufen sei. Die Frage wurde nach reistichen Erwägungen einstimmig bejaht. Es ist noch in Aller Erinnerung, was der erste Congress war. Eine überraschend gelungene Improvisation. Unter dem Spott unserer Gegner, unter dem Misstrauen der Gleichgiltigen hastig zusammengerusen, um die Rothlage der Juden zu erörtern, errang sich diese Versammlung in drei Tagen durch den Ernst ihrer Verhandlungen die allgemeine Achtung, das dürfen wir wohl sagen. Aber in den Beschlüssen und Einrichtungen des improvisierten Congresses war eine gewisse Flüchtigkeit kaum zu vermeiden. Schon die Erfahrungen der ersten Monate ergaben die Nothwendigkeit, Manches praktisch in anderer Form auszugestalten, als ursprünglich angenomnien war. Es wird sich nun darum handeln, diejenigen Formen, in welchen unsere täglich mächtig wachsende Bewegung zum Guten geleitet werden kann, der Berathung und Entscheidung des Congresses zu unterbreiten. Wenn wir auf dem ersten Congresse das Bild der Judenlage in der ganzen Welt aufrollten, so wird der zweite und jeder folgende Congress die Ereignisse des abgelaufenen Jahres zusammenzufassen haben und die für die Gesammtheit nothwendigen Schlüsse daraus ziehen. Zu den wichtigsten Begebenheiten gehört ja auch der Fortschritt unserer zionistischen Bewegung, über die wir eine Uebersicht liefern wollen. Die vom ersten Congress eingesetzten Organe sollen ihre Berichte erstatten und dafür die Gutheißung verlangen. Ter Congress muss Gelegenheit erhalten, das Gethane zu billigen oder zu missbilligen. Tie Richtschnur für die kommende Thätigkeit wird sich aus den Debatten ergeben. Auf diese Art wird die Centralftelle für die Wünsche und Beschwerden der Judenheit ausgebaut und befestigt. Dabei verweisen wir neuerlich mit allem Nachdruck auf den Grundsatz, welcher schon für den ersten Congress ausgestellt und auch treu eingehalten wurde: „Mit den inneren politischen Zuständen der einzelnen Länder beschäftigen wir uns weder auf dem Congress, noch anderswo in einer gemeinsamen Weise. In diesen Dingen haben wir nichts Gemeinsames und perhorrescieren ausdrücklich jederlei Zusammenwirken. Der Congress ist nur soweit international, als es die Frage selbst ist. Zur Lösung dieser in vielen Ländern bestehenden, gleichartigen, wenn auch verschiedentlich abgestuften Schwierigkeiten ist das Zusammenwirken von Juden aus all den Ländern erforderlich. Das wollen wir — nichts drunter und nichts drüber." Man hat uns an der Arbeit gesehen und man weiß daher schon, dass dies die volle Wahrheit ist. Unsere Arbeit ist freilich schwer und groß. Die jährliche Zusammenkunft ist unbedingt nothwendig, eben weil sich unsere Bewegung der Mittel einer öffentlichen Discussion bedient. Tie Improvisation des Vorjahres muss Dauer bekommen, die weitere Entwicklung muss vorbereitet und geordnet werden. Ist somit die Einberufung des Congresses für 1808 bejaht, so haben wir noch die Wahl des Ortes zu begründen. Jeder Zionist empfindet heule schon ein Gefühl der Pietät für Bafel, wo unsere erste Versammlung stattgesunden hat. In Basel haben uns Regierung. Bevölkerung und öffentliche Meinung in einer edlen Weise ausgenommen. Es wird, meinen wir, noch ein weiteres Ruhmesblatt sein in der Geschichte dieser schönen Stadt am schweizerischen Rhein, dass die Männer, welche da zusammenkamen, um über das Schicksal ihres unglücklichen Volkes zu berathen, so empfangen wurden, wie es geschah. So zieht uns denn ein Gefühl der Dankbarkeit wieder nach diesem Orte. Auch Gründe der Vernunft sprechen für die Abhaltung des Congresses in Basel. Es ist ein vollkommen neutraler Ort, und wir konnten die Wahrnehnmng machen, dass nirgends in der öffentlichen Meinung Bedenken gegen unsere Zusammenkunft in dieser Schweizer Stadt erhoben wurden. Die zionistische Bewegung will nicht unter dem Protectorate einer einzelnen europäischen Macht stehen.

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