Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 2 (1898)
- Issue
- 3 (21.1.1898)
- Article
- New-Yorker Brief
- Date
- 1898-01-21
- Page
- 8 (sequence 2)
- Language
- German
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NSW fett und Beschneidung des freiheitlichen Princips ist dieser Verband immerhin eine erfreuliche That, praktisch wird er gegen den übcrhandnchmenden Nativismus leider keine Erfolge erzielen können. Der Zionismus hatte gestern einen großen Abend zu verzeichnen. Die Zentralsierung eines großen Theiles der Zionisten ist erfolgt. Lange vor der anberaumten Stunde war die Norfolk Street Synagoge, wo die Versammlung stattgefnnden hat, gedrängt voll. Delegierte haben entsendet der orthodoxe Rabbinerverband Keneseth Zion, Hamezujeneth, Jedide Zion, Zionoh, Dorsche Zion, Benoth Zion, ein Verein von Knaben namens Pirsche Zion, die Chowewe Zion von Brooklyn, der Verein Zion von Newark, Benei Zion von Bayonne. Schriftlich haben ihren Anschluss angemcldet: Chowewe Zion von Elizabethport, Chowewe Zion von Treutvn, Chowewe Zion von Cleveland, Benei Zion und Benoth Zion von Cleveland, die Vereine, beziehungsweise die Delegierten vertretenen Zionistengruppen von zusammen 2864 Mitgliedern. Zur Abfassung eines Actionsplanes wurde ein Comite eingesetzt. Als Präsident der Centrale fungiert Rabb. Dr. PH. Klein, Die nächste Versammlung, in welcher auch die Beamten der Centrale definitiv gewählt werden sollen, findet am 19. Jänner in der Norfolk-Street Synagoge statt. Es ist berechtigte Hoffnung vorhanden, dass auch die übrigen Vereine inzwischen ihren Anschluss anmelden werden. Auch zur Chalukahfrage scheint Amerika Stellung nehmen zu wollen. Unter dem Namen „The American Congregation the Pride of Jerusalem“ hat sich ein Verein gebildet, der gemeinsam mit den Vereinigten Staaten-Consul in Jerusalem die Chalukah zu ordnen sich zur Ausgabe gemacht hat. Soeben kommt mir die briefliche Meldung zu, dass in Rocheftcr N. I. einer großer zionistischer Verein entstanden und zum Anschluss an die Centrale bereit ist. 8. Das Grab Davids auf dern Zisnsbeva.«. Südlich von Jerusalem, unweit der Stadt, erhebt sich des, glühendes Leben war; täglich sehen sie Glut in Nichts ein Kuppelbau auf einem Trümmerfelde. Mitten unter der erlöschen, sie sollten schon längst daran gewöhnt sein, und doch Verwüstung die Spur 'chützcnder, erhaltender Menschenhand, weinen sie immer auf's Neue. MW 3^; - I^T* Das ist, wie auf einer weiten Gräbcrstättc; rings eingesunkene Steine, moosüberwachsene Platten, und dort, auf sorgfältig gepflegtem Hügel, ein frischer Kranz. Duftende, farbenhelle Blüthen. Was wollen sie hier unter den grämlichen, kalten Steinen, wer hat sie hergebracht? Der, auf dessen Hügel sie liegen, schläft hier unten schon Jahrtausende lang, und noch immer sind frische Blumen da. Ach, sie sind ein wunderliches Geschlecht, diese Menschen. Da ist einer unter ihnen gewandelt, den sie geliebt, den sie bewundert haben. Und dann scheidet er aus ihrer Mitte, für immer. Sie aber stehen an dem Hügel und können es nicht fassen. Sie können es nicht begreifen, dass nun ein leeres dunkles Nichts dort sein soll, wo gestern sprühen- Ach, es ist ein wunderliches Geschlecht. Wie unsagbar rührend es ist, wenn sie die irdischen Scherben, die vom Kampfe des kleinen Schwachen und der zerstörenden, empfindungslosen Riescnmacht auf der Walstatt liegen geblieben, verzweifelnd forttragen und ein verglühtes Nichts sorgsam in festen, sicheren Grüften bergen, damit ihm kein Leid geschehe! — Schluchzende Habgier nach Aschenresten. Die hingebende Habgier, die sic Liebe nennen, erstrecken sie über das Grab hinaus und fühlen Schmerz bei hoffnungslosen Wünschen. Und sie gewöhnen sich an den Schmerz, bis sie ihn hegen und pflegen und ihn lieben. Dann bezeichnen sie sich mit Denksteinen die Stellen, wo sie durch warme Erinnerung den Schmerz erregen können, den sie