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Die Welt · 1898-01-14 · 2 (14.1.1898) · p. 6

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Journal
Die Welt
Volume
2 (1898)
Issue
2 (14.1.1898)
Article
Hebron
Date
1898-01-14
Page
6 (sequence 1)
Language
German
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Seite 6 Nr. 2 An der Straße von Berseba nach Jerusalem liegt Hebron. Die Stadt ist uralt. Sieben Jahre, heißt es, ist Hebron älter als Zoan, im Lande Mizrajim. Damals hieß Hebron Kiriat Arba — die Stadt Arba's. der ein großer Mensch war unter den Enakim. Zur Zeit Abrahams waren die kanaanitischen Stämme der Ammonitcr und Hetiter die Herren Hebrons. Im Haine Mamre, eine Stunde nördlich von der Stadt, hatte Abraham seine Zelte aufgeschlagen. Als dann die Kinder Israels in das Land der Verheißung kamen, wurde Hebron von Josua eingenommen. Dann gicng cs wieder an die Enakiter verloren, bis endlich der Stamm Juda unter Führung Kalebs die Stadt wieder zurückeroberte. 1167—1187 war dort der Sitz eines lateinischen Bisthnms. Gegenwärtig besitzt Hebron 18.000 Einwohner, darunter 1000 Juden. Das schönste Gebäude ist die große Moschee. Der Boden auf dem sie sich erhebt ist heiliger Boden. Hier ist die Höhle Machpela, hier schlafen unsere Ahnen den ewigen Schlaf: Abraham und Sarah, Isaak, Rebekka, Jakob, Lea. In einer stillen Felsenkrypte zeigt man die Särge. Hebron liegt in einem fruchtbaren Thalgrunde, rings ein Kranz von Olivenpflanzungcn. Ein oft gerühmter Vorzug der Stadt ist ihr Wasserreichthum. Er stammt aus zwei großen gemauerten Teichen im Norden und Süden der Stadt, die noch aus der Zeit Davids herrühren. Die Gegend eignet SS*« WA/ iSSSKsv 'S?«*** Sie wurde zur Freistadt, in ihren Mauern ertönte der feierliche Priestersang der Leviten. Später war sie 7 7* Jahre die Residenz Davids. Als Absalon sich gegen den Vater erhob, war Hebron der Herd der Empörung. Unter Nehabeam wurde die Stadt durch starke Befestigungen zu einem wichtigen Vorposten gegen südliche Anstürme. Nach dem Exile nahmen die Edomiter von Hebron Besitz. Sie wurden durch Juda Makkabi vertrieben. Im Kriege gegen die Römer wurde Hebron ein Raub der Flammen. Doch behauptete es noch unter mohammedanischer Herrschaft einenTheil seiner Bedeutung. sich vorzüglich für Weinbau. Soll doch Noah hier die ersten Reben gepflanzt haben. Hebrons Trauben sind berühmt, sie reifen bereits im Juli. Ein Theil der Einwohner betreibt Weinbau, die Mehrzahl beschäftigt sich mit der Erzeugung von Glaswaren. Venezianische Juden haben den Industriezweig im 12. Jahrhundert eingeführt. Von den Arabern wird Hebron „El Chalil" genannt; das ist^.„der Freund". Zum Andenken an Abraham, der in der stillen Kryptc schlummert und der Freund Gottes gewesen ist. Tribüne. Geehrter Herr Redacteur! Es sei mir gestattet, im Interesse der zionistischen Sache Ihre Aufmerksamkeit auf ein Gebiet zu lenken, dem meines Wissens bisher noch gar keine Beachtung geschenkt wurde. ES betrifft die Jugendliteratur, die erste geistige Nahrung unserer Kinder, die von nicht zu unterschätzendem Werte für ihre Erziehung und spätere Geistesrichtung ist. Wer sich bei Auswahl der Bücher, die er seinen Kindern in die Hand gibt, nicht allein von der äußeren Ausstattung, sondern auch vom Inhalt derselben leiten lässt und sich zu diesem Behufs nur einigermaßen mit dem ungeheuren Materiale des Büchermarktes vertraut macht, der kann, vom national-jüdischen Standpunkte ausgehend, dasselbe in drei Kategorien einthcilen: Eine ausgesprochen christlich-religiöse, eine profane, die ihre Stoffe aber vornehmlich aus den christlichen Fest- und Feiertagen, Sitten und Gebräuchen schöpft, und eine neuttalc.

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