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Die Welt · 1914-07-31 · 31 (31.7.1914) · p. 802

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
31 (31.7.1914)
Article
Lindemann
Date
1914-07-31
Page
802 (sequence 1)
Language
German
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802 'DIE3feELT~^= -- - Nr. 31 iiffitiiiiiiiiiiBüiiiiiiiiiiiiiiiiiii Literarisches iiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Lindemann: Florilegii hebraici Lexicori. Freiburg 1914, Herder. Zu dem am 11. April 1913 hier angezeigten Florilegium hebraicum. von Hubert Lindemann, das einige ausgewählte Partien der Bibel für Unterrichtszwecke — allerdings zunächst an christlichen Gymnasien — und einen instruktiven sprachgeschichtlichen Anhang. enthält und als Hilfsbudh für den hebräischen Sprachunterricht verwendbar ist, ist soeben ein gleich gut ausgestattetes, in schöner Drugulintype gedrucktes Spezialwörterbuch erschienen, wodurch die Brauchbarkeit des Florilegium wesentlich erhöht wird. Die Bedeutung der Worte ist in lateinischer und deutscher Sprache angegeben und durch Kürze und Klarheit den Bedürfnissen des Schülers entsprochen. R. W. Notizie Statistiche ' delle Comunita lsraelitiche Italiäne. Herausgegeben vom „Italienischen Gemeindebund", Rom 1914. x : : | Das vorliegende Werkchen, das eine Statistik aller Juden, die innerhalb des italienischen Königreichs wohnen, geben will, jst ein Zeichen dafür, daß der Gemeindebund seine Beschlüsse in die Tat umzusetzen gedenkt. Das Bedürfnis für eine Statistik der Juden in Italien war allgemein vorhanden und dieser erste Versuch des Gemeindebundes muß von allen, die sich mit jüdischen Gemeindefragen beschäftigen, aufs wärmste begrüßt werden. Diese Broschüre ist als erster Versuch zu begrüßen, wenn sie auch an zahlreichen Ungenauigkeiten leidet und recht unvollständig ist. In Italien ist ja die Zusammenstellung nach Konfessionen keine leichte Arbeit, da bei der Volkszählung kein Zwang für die Angabe der Konfession besteht. Während aber die Katholiken und Protestanten keine Schwierigkeiten machen und ihre Konfession auf den Zählungszetteln des statistischen Amtes angeben — entzieht sich ein großer Prozentsatz der Juden dieser Pflicht. Andererseits aber führen die einzelnen Gemeinden sehr sorgfältig ihre Matrikel und können über die Juden ihrer Stadt " genaue. Auskünfte erteilen. In einzelnen Orten, wo es keine organisierte Gemeinde gibt, hat der Gemeindebund eigene Nachforschungen machen müssen. Dessen ungeachtet bleibt das Bild unvollständig. Auch fehlen die Großgemeinden der Kolonien vollständig, wie Tripolis, Bengasi, Derna, Asmara; wir begreifen nicht, warum diese ganz ausgelassen worden sind. Außerdem fehlt jede Einteilung nach Beruf, Stand, Alter usw. Diese Mängel werden in einer zweiten Auflage nachgeholt werden müssen. Als Resultat dieser neuen Statistik ist zu bemerken, daß wie überall die jüdische Bevölkerung der größeren- Städte durch den Zuzug aus den kleinen Gemeinden immer mehr wächst, während die kleinen Gemeinden, auch die früher blühenden, der allmählichen Auflösung entgegengehen. Eine andere Feststellung: die Wiederbildung von jüdischen Sammelpunkten in Süditalien, in Sizilien und Kalabrien, wo seit der Vertreibung der Juden durch die Pfaffenherrschaft bis zur Bildung des geeinten Königreichs keine Juden wohnten. Die bedeutendsten Gemeinden in Italien nach der Zahl sind heute: Rom, Turin, Mailand, Livorno, Florenz, Venedig, Genua, Ancona, Ferrara, Bologna, Neapel, Padua, Mantova, Verona. Die anderen Gemeinden haben eine jüdische Bevölkerung von unter 1000 Seelen. Florenz. Rodolfo Lupu. Adam Karillon: Die Muhle zu Husterloh. G. Grote, Berlin; In ein deutsches Dorf im Odenwald versetzt uns Adam Karillons Roman: „Die Mühle zu Husterloh“, der bei G. Grote in Berlin erschienen ist. In diesem Dorfe wohnt Mordche Rimbach. Das Vorbild zu dieser Gestalt dürfte das Leben selbst geboten haben. Man merkt, daß der Autor, der sich in diesem Roman als freisinniger, freidenkender Mann erweist, den Mordche Rimbach gerade so liebt wie die übrigen Menschlein in Husterloh. Aber er glaubt, das Spezifisch- Jüdische an ihm lasse sich nicht anders wiedergeben, als durch Verbiegung des Natürlichen und durch mühsam herangezogene Vergleiche aus der Bibel. So beeinträchtigt er die Wirkung dieser sonst echten Figur und erweckt den Anschein, als machte er sich ein klein wenig über den Juden lustig. Schlecht ist er nicht, der Mordche; o nein, nach all den guten Christen, die den alten Höhrle, den Vater des Helden, fallen lassen, erscheint er als Retter auf dem Plan. Aber der Autor kann nicht umhin, dem Motiv des Juden einen Beigeschmack von Berechnung und Habgier zu geben. Rimbach sagt zu sich: „Durch meine Hände geht das Brandkassengeld, also kann ich sein barmherzig, wie Boas barmherzig war, der Noemi in sein Haus nahm und Ruth die Aehrenleserin." Dadurch wird er in den Augen des Lesers erniedrigt. Können wir Juden wirklich nur aus egoistischen Gründen gegen Andersgläubige barmherzig sein? Gerade die Barmherzigkeit der Juden ist ja so über jeden Zweifel erhaben, daß man sie dort, wo sie zum Vorschein kommt, nicht verzerren sollte. Fast lieber wäre es mir gewesen, wenn der Dichter seinen Rimbach von vornherein als schlechten Kerl und herzlosen Wucherer hingestellt hätte. Oder tue ich dem Dichter unrecht? Der Hang zum Humor wird ihn hierzu verleitet haben, den einfachen Rimbach unter Zuhilfenahme der Bibel meditieren zu lassen. Um nun aber von dem Werke als Ganzem zu reden: ein gediegenes Buch ist die Mühle zu Husterloh. Die Menschen, die Karillon vorführt, atmen Leben, sie sind wie ein Teil der Landschaft, die nichts weniger als Staffage ist, so daß ein starkes Band alles hier, Mensch und Natur, Wald und Tier, Mühle und Element, umschlingt und umschließt. Dieses einigende Band ist die Liebe des Dichters. Er erzählt mit sichtlichem, aus dem Herzen strömenden Behagen von den urwüchsigen, kernigen, komischen Dörflern. Eigentlich ist die Fabel vom Verfall der Familie Höhrle tragisch und traurig. Dennoch wird man nicht niedergedrückt, immer wieder erquickt einen der versöhnende, vergoldende Humor Karillons. Es ist ein Humor aus den lautersten Quellen des Gemütes geschöpft und in dem edeln Gefäß der klaren, bildhaften Sprache dargereicht. Dr. M. Scherlag. Schluß des redaktionellen Teiles Wenn das Obst reif wird dann stellt sich häufig bei empfindlicheren Personen ein vorübergehender, oft sogar anhaltender, schwächender Durchfall ein. Der Leidende sollte sich dann eines Mittels bedienen, das nicht nur Linderung schafft, sondern zugleich auch kräftigt. Vorzügl.bewährt hat sich in derartig.Fällen J)r.THicf]aelis Eid]el-Kakao mit Zueker u.präpariertem TNetzl der das Obel schnell vollkommen beseitigt und zugleich den alten Kräftezustand wieder herstellt.

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