Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 31 (31.7.1914)
- Article
- Prag [Nachricht]
- Date
- 1914-07-31
- Page
- 799 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31 799 DIE^ELT Oesterreich Prag. Diese Woche feiert unser Gg. Herr Philipp Lebenhart seinen 60. Geburtstag. Er war der erste Mann in Böhmen, der sich der zionistischen Organisation seinerzeit angeschlossen hat. Herr Lebenhart ist stets eifrig für unsere Sache tätig, ist Mitbegründer und Ehrenmitglied des . Prager zionistischen Volksvereines, Mitbegründer der Volksvorschußkasse, des Jüdischen Schulvereines, der jüdischen Toynbeehalle, des jüdisch-politischen Vereines usw., Mitglied des zionistischen Kulturrates für Böhmen, Herausgeber der Jugendzeitschrift „Jung J u d a". Wir gratulieren dem Jubilar herzlidist. Olmütz- Am Montag (13. d. M.), abends, fand im großen Saale des Hotel „Austria“ eine Herzlfeier statt, bei der unser Gesinnungsgenosse Herr Dr. V. Altar die Gedenkrede hielt. — Die jüd. akad. Eerial-Verb. „Geullah“ leitete eine Sammlung zugunsten des Herzl-Waldes ein, die einen namhaften Betrag ergab. Sarajevo. Der Jüdische Nationalverein veranstaltete gemeinsam mit den Vereinen „La Benevolenzia“, „La Gloriah“, „Achdus“, „Moriah“ und „La Lyra“ am 18. Juli eine imposante Herzlgedenkfeier, die einen starken Besuch (etwa 600 Personen) aufwies. Im Namen der Vereine eröffnete Dr. S. Pinto. Redakteur S. Bettelheim hielt in deutscher Sprache die Gedenkrede. Der Saboraabgeordnete Dr. Vita A1 k a 1 a y vermittelte den zahlreich erschienenen Sephardim in spaniolischer Sprache das Wirken Herzls. Am Schlüsse wurde die „Hatikwah“ gesungen. Für den Jüdischen Nationalfonds wurde gesammelt. Galizien Herzlfeiern (Von unserem Berichterstatter) w. — In den meisten von Juden bewohnten größeren Städten Galiziens haben Herz! Gedächtnisfeiern stattgehanden, die alle einen würdigen Verlauf nahmen. In Lemberg fand außer der großen Gedächtnisfeier im Tempel eine vom Verein „Zeire Jehuda“ veranstaltete Feier statt. Redner: Dr. J. Tennenbaum. Der Präsident der politischen Nationalfonds- Kommission Dr. Zipper sprach auf Herzlveranstaltungen in Kolomea, Gliniawy und B r o d y. In B u d z a n o w sprachen in der Synagoge die Gg. K. Hammer, N. Pitzhol z und J. Hammer. In Bucsztyn sprach Dr. David Malz. Es haben ferner auf Herzlveranstaltungen gesprochen: Dr. Geyer in Solotwina, Lehrer Naftali Glücksmann in Stanislau, PIumacz,,Bohorodczany, Zablotöw, Kossöw, Tluste, fagielnica, Husiatyn, Skola. Zbaraz, Zölkiew, Sambor, Baligräd; ferner fanden Herzlfeiern statt in Mosciska, Radymm, Podwolzczyska. Im Laufe dieses Monats werden referieren: Naftali Glücksmann in Sanok, Rzeszöw, Kolbuszwa, Miele c, Rohatyn, Brzezawy, Podh o j c e. Löbl Taubes in Gliniany, Skole. In Lemberg ist für den Herbst eine große Herzlfeier geplant, auf der Herr Dr. E. Tschlenow, Mitglied des E. A. C. sprechen soll. Jüdischer Sporttag w.—Sonntag, am 12. d. M. wurde in Lemberg der II. jüdische Sporttag Galiziens abgehalten, der die Entwicklung der Sportbewegung unter der jüdischen Jugend zeigte. Es beteiligten sich Vertreter des „Makkabi“, Krakau, „Jüdischer Sportklub“, Lemberg, „Sportklub Judea“, Lemberg, „Hakoah“, Stryj, „Hakoah“, Czernowitz. Zu den leichtathletischen Konkurrenzübungen standen 48 Teilnehmer. Der Football-Match zwischen dem „Jüdischen Sportklub“, Lemberg, und der „Hakoah“ Czernowitz endete mit 7:0 zugunsten der Lemberger Mannschaft. * i ' i; Lemberg. Die hiesige zionistische Organisation beging den zehnjährigen Todestag unseres unvergeßlichen Führers in erhebender Weise. Die Fenster in den jüdischen Stadtvierteln waren mit den vom Nationalfondsbureau herausgegebenen, vom Maler Wilhelm Wachtel künstlerisch ausgefuhrten Illuminationszetteln erleuchtet. In der fortschrittlichen Gemeindesynagoge fand dank dem Entgegenkommen des Kultusvorstandes eine feierliche Gedächtnisfeier statt. Das Gotteshaus war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt, alle Schichten der Bevölkerung waren vertreten. In Vertretung der Kultusgemeinde sah man den Vizepräsidenten Dr. Diamand mit den Repräsentanzmitgliedern Gg. Dr. Hausmann, Nebenzahl und Gg. Orange, die Tempelverwaltung vertrat Herr Rochmis. Nachdem Oberkantor Saitz mit dem vom Chordirektor Kaplan geleiteten Chore die Trauergesänge in ergreifender Weise zum Vortrage gebracht hatte, hielt Gg. Rabbiner Dr. Guttmann eine gehaltvoll Gedenkrede, in der er das Leben und Wirken Theodor Herzls zeichnete und in flammenden Worten zu Spenden für den Herzlvvald aufforderte. Die Feier schloß mit dem Kaddisch- Lemberg. In der Verbindung „Makkabea“ besprach vor •kurzem Vizepräsident Dr. Leon Reich die Ergebnisse der letzten A. C.-Sitzung in einer vertraulichen Parteiversammlung. Drohcbycz. Sonntag, am 12. Juli d. Js., fand im feierlich geschmückten Festsaale des jüdischen Nationalhauses eine Gedenkfeier anläßlich des zehnten Todestages unseres verewigten Führers statt. Anwesend waren über vierhundert Gesinnungsgenossen. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Präsidenten Dr. Pachtmann und Vortrag der „Hatikwah“ durch den Chor der akademischen Verbindung „Hebron ia" besprachen die Gg. Dr. Schmorak, Dr. Korngrün und Dr. Tartakower die Bedeutung Herzls für das Judentum. Für die Oelbaumspende wie auch für den Nationalfonds wurden stattliche Beträge gesammelt. — Der Dienstag, den 14. Juli, in der großen Synagoge veranstaltete Trauergottesdienst, bei dem Gg. Rabbiner Dr. Schreier funktionierte, endete mit einem öffentlichen Umzug, der nicht nur nach außen hin durch die Zahl der Anteilnehmer große Aufmerksamkeit erweckte, sondern auch nach innen von organisatorischer Bedeutung war. Der über 600 Personen zählende Zug bewegte sich in imposanter Ordnung und Ruhe von .der Synagoge zum jüdischen Nationalhaus, wo Gg. Dr. Korngrün in einer kurzen Ansprache die Bedeutung des Tages hervorhob. Brody. Der zionistisch-akademische Verein „Techijah“ hat am 11. Juli d .Js. seine 11. ordentliche. Generalversammlung abgehalten. Nach einem Tätigkeitsbericht des bisherigen Seniors N. M. Gelber wurde dem abtretenden Präsidium das Vertrauen votiert. Die „Techijah“ gibt in diesem Jahre eine Festschrift heraus unter dem Titel: „Beiträge zur Geschichte der Juden der Stadt Brody.“ Zaleszczyki. Samstag, den 4. d. M., fand in Zaleszczyki eine Herzl-Trauerfeier statt, bei welcher Herr cand. iur. Selig Hochstädt (Zephirah, Czernowitz) die Gedenkrede hielt. Bukowina Ein hebräisches Kinderheim in Czernowitz (Von unserem Berichterstatter.) g.- Unter den bedeutenden nationalen Institutionen, wie: Toynbeehalle, hebräische Schulen und Kindergärten, die in den letzten zwei Jahren in der Bukowina entstanden sind, verdient die jüngste Institution ganz besondere Beachtung. Es ist dies das hebräische Kinderheim in Czernowitz. Es verdankt seine Entstehung und seine Blüte Herrn Großgrundbesitzer Nathan H o r o w i t z, Obmann der Bnei-Brith-Loge. Mit einer größeren Geldsumme begründete er den Fonds für diese Anstalt, und seinen Bemühungen, dem warmen Interesse seiner ausgezeichneten Gattin und der vortrefflichen pädagogischen Leitung des Fräulein Wurmbrand ist es zuzuschreiben, daß heute 34 jüdische Kinder, die ehedem ganz verwahrlost waren, eine vortreffliche Pflege und Erziehung in dieser Anstalt genießen. Die Kinder erhalten hebräischen Unterricht, sie singen hebräische Kinderlieder usw. Das Kinderheim erfreut sich der berechtigten Sympathien aller jüdischen Kreise. Zahlreiche jüdische Damen, die sich zu einem Inspektionskomitee zusammengetan haben, besuchen öfter die Anstalt. Auch die Aufmerksamkeit der Regierung wurde auf dieses Institut gelenkt und bei der Eröffnung desselben war sie durch den Obmann des Landesschulrates, Herrn Hofrat v. G ö r t z, ver- In Anerkennung der eminent sozialen Bedeutung dieses Instituts gewährte die Landesregierung dem Kinderheim eine Subvention von 1000 Kr. Die Verwaltung der Anstalt beabsichtigt die Angliederung hebräischer Schulkurse für die Kinder, die das schulpflichtige Alter erreicht haben. Radairtz. Aus Anlaß der zehnten Wiederkehr des Todestages Herzls veranstaltete der Verein „Dorsche Zion“ am Abend des 13. d. M. in der Synagoge eine Trauerfeier. Nach dem Vortrag des „El mole Rachamim“ hielt Herr Rabbiner Hoff mann die Gedenkrede.