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Die Welt · 1914-07-31 · 31 (31.7.1914) · p. 798

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
31 (31.7.1914)
Article
Bekanntmachungen
Date
1914-07-31
Page
798 (sequence 2)
Language
German
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798 Nr. 31 - —-. ■- .■■■=■= DIE^KELT Am Donnerstag, den 3. September, um 9Vs Uhr von Wandervögeln, Kindernachmittagen oder Kindergärten und abends, findet im Bureau der Gesellschaft, Berlin W. 15, Bleibtreustraße 34/35 die ordentliche Gesellschafterversammlung des Palästina-Industrie-Syndikates mit beschränkter Haftung statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Vorlegung des Geschäftsberichtes für 1913. 2. Vorlegung der Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung für 1913. 3. Entnahme des Betrages von M. 2150.— aus dem Reserve-Fonds. 4. Entlastung des Geschäftsführers und des Aufsichtsrates. 5. Neuwahl des Aufsichtsrates. 6. Eventualia. Berlin, im Juli 1914. Palästina-lndustrie-Syndikat mit beschränkter Haftung Prof. Dr. O. Warburg, A. A w a d i o w i t z, Vorsitzender des Aufsichtsrates. Geschäftsführer. Vom Jüdischen Verlag Unsere Petersburger Freunde haben uns ein schönes jüdisches Kinderspiel geschenkt durch das - auf Schnittbogen abgedruckte Modell des ersten (salomonischen) Tempels zu Jerusalem. Die einzelnen Tempelteile werden aus dem Bogen ausgeschnitten und dann zusammengeklebt. Das Format des fertigen Modells ist ca. 40 X 50 X 80. Der Entwurf des Modells ist auf Grund der zuverlässigsten wissenschaftlichen Forschungen angefertigt. Das Ganze stellt ein sinniges Spiel dar, dessen nationaler Charakter jedem klar sein wird, der über die Schwierigkeiten nachgedacht hat, wie man der Jugend die Größe unserer Vergangenheit nahebringen kann. Den Generalvertrieb für das Modell hat der Jüdische Verlag. Näheres im Inserat des Verlags. Bericht der Zionistischen Frauenweltorganisation Januar bis Juni 1914 Die auf dem letzten Kongreß reorganisierte Frauenweltorganisation konnte erst im Februar mit ihrer Tätigkeit beginnen, da sie bis zu diesem Zeitpunkte mit den Vorarbeiten der Konstituierung beschäftigt war. Die Organisation hat bis jetzt alle in Europa bestehenden zionistischen Frauen- und Mädchenvereine festgestellt und sich mit ihnen in Verbindung gesetzt. Von den außereuropäischen Ländern fehlen zum Teil noch die Antworten. Wir haben ein Programm sowohl für die Organisation selbst, als auch für die einzelnen Frauen- und Mädchenvereine ausgearbeitet. Dieses wurde in der „Welt“ und der „Rundschau“ veröffentlicht und an alle Vereine verschickt. Alle Vereine haben die Organisation mit Freuden begrüßt, und von fast allen kamen Schreiben, welche der unbedingten Notwendigkeit der Organisation Ausdruck gaben. Wir haben 27 zionistische Frauen- und Mädchenvereine in Europa festgestellt. Nach der Veröffentlichung des Programms traten der größte Teil dieser Vereine, nämlich 21, mit über 1009 Mitgliedern der Organisation bei. Wir haben durch die Korrespondenz mit den Vereinen viel Trauriges entdecken müssen. Die meisten Vereine haben programmlos und falsch gearbeitet, und es fehlte ihnen die Initiative. Zum Teil waren sie eingeschlafen. Vereine, die schon jahrelang bestehen, haben ihre Mitgliederzahl nicht vermehrt. Weder wagten sie sich an neue Aufgaben heran, die den Mitgliedern peue Arbeitsfreudigkeit gewährt hätten, noch legten sie Wert darauf, neue Mitglieder zu bekommen. Den Vereinen wurde die bisher fast überall verkannte Bedeutung der systematischen Beeinflussung unserer Jugend klargelegt. Erfreulicherweise fiel diese Anregung auf günstigen Boden. All diese Vereine beschäftigen sich auf unsere Veranlassung jetzt mit Jugenderziehung, entweder Einrichtung dergleichen mehr. Für diese Kindernachmittage haben wir an einige Vereine ganz genau ausgearbeitete Programme geschickt Wir haben ferner die Vereine angeleitet, nicht nur zionistische Werke zu lesen, sondern ihre Mitglieder durch Diskussionen zur Agitation heranzubilden. Das Wesentlichste war aber für uns, die häufig beobachtete Schlaffheit der Vereine nachdrücklich zu bekämpfen. Wie häufig bekamen wir zu Anfang Briefe von Vereinen, in denen es hieß, „unsere Mitglieder zahlen Beiträge, wollen aber von einer Tätigkeit nichts wissen“. Hier setzte der wichtigste Teil unserer Tätigkeit ein. Die Anregungen, das ständige Interesse und die Kontrolle unserer Organisation, gaben für die meisten Vereine zu einer freudig gesteigerten Betätigung Anlaß. Vor Schabuoth sandten wir an alle Vereine ein genau ausgearbeitetes Programm für Blumentage. Ein Teil unserer Vereine hat solche veranstaltet, und wir haben festgestellt, daß auf unsere Veranlassung dem Nationalfonds durch die Blumentage 640 M. zugeführt worden sind. Wir werden dafür Sorge tragen, daß sich diese Summe im nächsten Jahre bedeutend vergrößert, was alle Vereine versprochen haben. Auch für Herzlfeiem sandten wir an die Vereine Programme. Eine ganze Anzahl Feiern haben auf unsere Anregung hin. stattgefunden. Wir haben Vorträge für Frauen- und Mädchen vereine speziell ausgearbeitet und diese den Vereinen zur Verfügung gestellt. Einige haben bereits von diesen Vorträgen Gebrauch gemacht. 'Nach Warschau, Stockholm und nach Sao Paulo in Brasilien haben wir durch schriftliche Informationen Anregungen zur Gründung von Frauengruppen gegeben, die wohl in der kommenden Saison erfolgen werden. Wir selbst haben einen Frauen- und Mädchenverein in Beuthen mit 25 Mitgliedern, und einen in Leipzig mit 85 Mitgliedern, der aber seine Mitgliederzahl schon vermehrt hat, gegründet. Einige Mädchenvereine, die vollständig eingeschlafen waren, haben wir durch persönliche Rücksprache und Korrespondenz reorganisiert. Zu verschiedenen Städten haben wir bereits feste Beziehungen angeknüpft und werden dort in der kommenden Saison Frauenvereine gründen. Jetzt während der Sommermonate ruht die Tätigkeit fast aller Vereine. Wir arbeiten in dieser Zeit weiter, und zwar bemühen wir uns, Frauenvereine und Frauen in Badeorten zu zionistischer Tätigkeit anzuregen. Ferner arbeiten wir an Programmen, welche wir den Vereinen für die kommende Wintersaison übermitteln wollen. Auch arbeiten wir an einem Buch für zionistische Mädchenvereine, welches Fragen und Antworten über den Zionismus, seinen Ursprung, seinen Zweck, seine Ziele, über die ganze zionistische Geschichte und Organisation und über die bedeutenden Persönlichkeiten im Zionismus und Judentum enthalten soll. Dieses Buch bekommt die Leiterin des Vereins, und sie stellt bei den Zusammenkünften an die Mädchen die Fragen. Wir glauben auf diese Weise die Mädchen über den Zionismus aufzuklären und zu belehren. Denn wir haben durch unsere Tätigkeit gesehen, daß der größte Fehler der Frauen und Mädchen ist, daß sie noch zum Teil sehr unorientiert sind, und deshalb auch nicht imstande sind, uns neue Freunde zuzuführen. In einigen Vereinen hat sich dieses System schon glänzend bewährt. Wir gehen ferner mit der Absicht um, auf allseitig dringenden Wunsch eine eigene Frauenzeitung zu schaffen, die alle vier Wochen erscheinen soll, und arbeiten während der Sommermonate an der Verwirklichung dieses Planes. Wir wußten, daß es für unsere Organisation grenzenlos viel zu schaffen gibt, aber wie gewaltig die Arbeit ist, haben wir erst recht durch unsere Tätigkeit gesehen, die uns von neuem zeigte, daß nur durch die Organisation es möglich sein wird, richtig arbeitende Frauen- und Mädchenvereine zu schaffen und vor allen Dingen sie zu erhalten. Wir werden weiter mit all unseren Kräften bemüht sein, überall, wo es nur irgend möglich ist, die jüdischen Frauen in zionistischen Frauenvereinen zu organisieren. Wir erhoffen einen großen Aufschwung für den Zionismus, wenn überall, wo bereits Ortsgruppen sind, auch Frauen- und Mädchenvereine entstehen. Deutschland Wiesbaden. Die Zionistische Ortsgruppe veranstaltete am Montag, den 20. Juli, unter Leitung des Herrn Louis Friedenheim ihre Herzlfeier. Herr cand. jur. Paul Sulzberger hielt die Gedenkrede. Als zweiter Redner sprach Herr Rabbiner Dr. Wilh. Levy, Charlottenburg. Das Seelengebet — El mole rachamim — das von Herrn Oberkantor J. Bluhm in ergreifender Weise vorgetragen wurde, beschloß die würdige

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