Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 31 (31.7.1914)
- Article
- Die Prager Chewrah Kadischah [Nachricht]
- Date
- 1914-07-31
- Page
- 795 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31 795 DIEXsEELT Die Prager Chewrah Kadischah Vor kurzem beging in Prag die Israelitische Beerdigungsbrüderschaft, „Chewrah Kadischah", das 350 jährige Jubiläum ihres Bestandes und wurde aus diesem Anlaß vielfach gefeiert. Dieser altehrwürdige Verein ist auch, abgesehen von seinen unmittelbaren lokalen Zwecken, für die Judenheit der ganzen Welt von Bedeutung; denn ihm untersteht die Verwaltung und Fürsorge für den berühmten alten jüdischen Friedhof in Prag, der wohl eines der bedeutendsten jüdischen Denkmäler Europas und im Volke weithin bekannt ist. Es muß mit Genugtuung hervorgehoben werden, daß sich die Leitung der Chewrah der verpflichtenden Bedeutung ihres Amtes wohl bewußt ist und die historisch so wertvollen Altertümer wohl verwahrt. Selbst als vor einigen Jahren infolge eines barbarischen Aktes der Prager Stadtgemeinde bei Durchführung der Stadtregulierung ein Stück des Friedhofs abgeschnitten worden war (was trotz aller Bemühungen und Schritte bei den Verwaltungsbehörden und -Gerichten nicht zu verhindern war), gelang es inmitten des neu erbauten Stadtviertels doch den Hauptteil des Friedhofs zu retten, der eine der größten Sehenswürdigkeiten Prags bildet. — Auch in anderer Hinsicht verdient die Tätigkeit der Chewrah alles Lob; sie hat vor kurzem ein prachtvolles eigenes Gebäude errichtet, das nunmehr allen modernen Anforderungen genügt und ist stets auf Verbesserung ihrer Einrichtungen bedacht. Erwähnt sei auch die außerordentliche Bereitwilligkeit zu jeder Art jüdischer Wohltätigkeit; auch nationale Zwecke und Vereine wurden von der Chewrah unterstützt, z. B. die Jemenitenspende u. a. Ungarn Verband der ungarischen Juden Aus Budapest wird uns geschrieben: Unser Gesinnungsgenosse, Herr Samuel B e 11 e 1 h e i m, Redakteur der „Ungarländischen Jüdischen Zeitung", hat eine neue Organisation unter dem Namen „Verband der ungarischen Juden“ ins Leben gerufen. Der neue Verband will die breiten jüdischen Volksmassen unter neutraler Flagge sammeln und ein Anwalt ihrer spezifischen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessen bei der Regierung und den verschiedenen Behörden sein. Bisher fehlte es an einer solchen Vertretungskörperschaft, da sich die Tätigkeit der beiden Landeskanzleien nur auf religiöse und administrative Gemeindeangelegenheiten beschränkt und überdies von rein parteiischen, d. h. „orthoxen“ oder „neologen" Gesichtspunkten geleitet ist. Der neue Verband gedenkt auch auf kulturellem Gebiete tätig zu sein und die hebräische Sprache und Literatur zu fördern. Er plant ferner die Pflanzung einer Palästina Pflanzungsgesellschaft nach dem Muster der Achusah-Gesellschaften in Amerika. tokvätormsnaiöa ßus dem Chrenbuche des üuedischen Kulturfonds TSOT3S . Ä2T12 %getragen sub.fl2 im© „ ..... Verkleinerte Abbildung des Diploms aus dem Ehrenbuch des Jüdischen Kulturfonds „Kedem“. Der Jüdische Kulturfonds „Kedem" erstrebt die Wiederbelebung der hebräischen Sprache und Kultur in Palästina. Der „Kedem“ ist eingetragen in England, 23. Juli 1913, sub Nr. 130 274. § 9 des Statuts der Gesellschaft „Kedem" lautet: Jede Person, die einen Beitrag von nicht weniger als 10 £ (200 M.) zugunsten der Gesellschaft gespendet hat, wird als Förderer (Patron) in das Ehrenbuch des „Kedem" eingetragen. Adresse: Jüdischer Kulturfonds „Kedem", Berlin W. 15, Sächsische Str. 8. Bei Geldsendungen und Einschreibebriefen ist hinzuzufügen : z. H. des Herrn Prof. Otto Warburg.