Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 30 (24.7.1914)
- Article
- Mitteilungen
- Date
- 1914-07-24
- Page
- 781 (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 30 -----PIE^ELT .—----— — 781 Mitteilungen Prag, 25. Juni 1914. Verehrliches Hauptbureau! Die letzte Nummer des „März“ vom 20. 6. 1914 enthält einen Artikel über die Fonds der Heilsarmee, aus dem wir für die Propaganda des Nationalfonds manches lernen könnten. Ich erlaube mir, nach Besprechung mit einigen Freunden, einen Punkt herauszugreifen und Ihre, Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken. Die Heilsarmee hat alljährlich eine „Selbstverleugnungswoche“, in der sich die Mitglieder gewisse Entbehrungen zugunsten des gemeinsamen Fonds auferlegen. Der Ertrag dieser Woche geht in die Millionen Mark. Es scheint mir nun durchaus möglich, daß auch bei uns etwas derartiges durchgeführt werden könnte. Der natürliche Zeitpunkt wären die neun ersten Tage des Ab. Wenn diese neun Tage in solcher Weise als „Selbstverleugnungswoche“ eingeführt würden, könnte der Nationalfonds eine erhebliche Einnahme erzielen, und zugleich eine alte nationale Sitte wiederbelebt und in Beziehung zu unserer Idee gesetzt werden. Ich bitte Sie, diesen Vorschlag freundlichst zu prüfen. Mit Zionsgruß ergebenst Dr. Hugo Bergmann. Zum zehnjährigen Todestag wird in den nächsten Tagen in künstlerischer Ausführung erscheinen: Herzls Relief in Bronze, 23/35 cm, auf ebenholzartiger Platte nach der bekannten Struckschen Radierung zum Preise von 25.— Kr. inkl. Rahmen. Der Jüdische Nationalfonds erhält von jedem verkauften Exemplar 2,50 Kr. Bestellungen nimmt entgegen die Galizische Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds, Lemberg, Podlewskigasse 3. Die Effektuierung erfolgt nur gegen bar oder Nachnahme. Preisverteilung an angesiedelte Jemeniten in Chederah und Rechoboth Wie bereits berichtet, hat die Verwaltung des National - fonds für die Instandhaltung der Arbeiter Häuser und -Gärten Prämien ausgesetzt. Geber die Ergebnisse in den Kolonien Chederah und Rechoboth erstattete Herr Agronom Dr. Z a - gorodsky, der mit der Preisverteilung betraut war, nachstehenden Bericht: I. Chederah. Zusammen mit dem Vertreter der Arbeiter, Herrn Frenkel und dem Kolonisten Schneerson haben wir die Jemeniten Gärten besucht und folgendes gefunden: Nur wenige haben dieses Jahr Gärten im eigentlichen Sinne angelegt. Die meisten haben nur Kartoffeln und etwas Zwiebeln gebaut. Daher haben wir den ersten Preis ganz ausgeschlossen. Der Jemenite Josef Kohen hat außer Kartoffeln auch Tomaten, Fasalen, Labia gesät, er hat außerdem eine für Palästina neue Pflanze, Erdnüsse (Arachis hypogea) angebaut. Der Boden ist zweckmäßig bearbeitet worden, K. hat den zweiten Preis von 20 Frcs. bekommen. Josef Misrachi hat außer den üblichen Gemüsepflanzen auch einige Blumen angebaut, es ist bei ihm auch Geschmack zu bemerken. Ein Anfang von Baumschule ist ebenfalls vorhanden. Er hat den dritten Preis von 15 Frcs. bekommen. II. Rechoboth. Ich habe am 2. Tamus die Jemenitensiedlung in Rechoboth besucht, um die Preise für die im besten Zustand gehaltenen Häuser und Gärten zu verteilen. Als Preisrichter habe ich mir den Gärtner Gorodysky und den Lehrer Jafe gewählt. Wir haben alle Häuser und Gärten besucht und folgende Preise verteilt: 1. Der Jemenite David ben Zacharia hat einen sehr schön gepflegten Garten. Sein Häuschen mit Garten machen schon den Eindruck einer Villa in Miniatur (mit Park). Nach außen hat er Alleen und Kasuarinen, im Innern Reihen von Mandeln, Feigen, Quitten, Pflaumen und Wein gepflanzt, als Zwischenkultur verschiedene Sommergemüse, auch Geranium. Die ganze Fläche ist zweckmäßig bearbeitet und die Parzelle mit einem Drahtzaun umgeben. Er hat den ersten Preis von 40 Frcs. erhalten. 2. Der Jemenite Kapora ben David hat ebenso einen Garten mit Kasuarinen angepflanzt, er hat auch einen gut gepflegten Gemüsegarten mit Mandeln und Wein. In seinem Hofe herrschte eine peinliche Sauberkeit, ebenso sieht auch sein Häuschen aus. Er erhielt den zweiten Preis von 25 Frcs. 3. Der Jemenite Menasche ben Scholem hat seinen Garten sehr rein gehalten, kein einziges Unkraut wuchert darin. Außer Mandeln und Wein hat er auch einige andere Gewächse gepflanzt (Banane, Ricinus, Feige). Die Sommergewachse, (Kürbisse, Melonen, Tomaten) sind alle in bester Ordnung. Wir gaben ihm den dritten Preis von 20 Frcs. 4. Der jemenite Abraham ben Josef hat zwar keinen Gemüsegarten angelegt, hat aber seinen Weingarten sehr gut gepflegt, dabei hat er seinen Hof und Haus musterhaft rein gehalten. Wir haben ihm den vierten Preis von 15 Frcs. ge Wir haben in Rechoboth die Preise höher bemessen, da hier die Siedlungen sowie die Leistungen der Jemeniten größer als anderswo sind. gez. Dr. Zagorodsky. Aus dem vorstehenden Bericht werden die Stifter von Arbeiterfamilienhäusern sowie die Freunde des Jüdischen Nationalfonds wohl mit Genugtuung ersehen, daß die jemenitischen Juden ein überaus wertvolles Volkselement für das jüdische Kolonisationswerk in Palästina bilden und der zu deren Ansiedlung geschaffene Arbeiterheimstättenfonds die Förderung aller Juden verdient. Leider reichen die bisher dem N. F. für diesen Zweck zugekommenen Häuserspenden kaum aus, um die bereits eingewanderten Jemeniten unterzubringen, während dem Hauptbureau Nachrichten zukommen, daß immer neue Scharen von Flüchtlingen aus dem Jemen ins Land stremen, die der N. F. vorläufig nur notdürftig in Zelten und Baracken unterbringen kann. Dazu kommt die Einwanderung aus den Balkanländern und aus dem Osten, für deren teilweise Ansiedlung durch Errichtung von Arbeiterfamilienhäusem gleichfalls _der N. F. Vorsorgen muß. ts ist daher dringend zu wünschen, daß der Arbeiterheimstättenfonds, zu dem bisher in so erfreulicher Weise Juden aller Richtungen und Institutionen wie Kultusgemeinden, Logen, Stiftungen und Chewroth beigetragen haben, im Hinblick auf die obigen Anforderungen eine weitere wesentliche Stärkung erfährt. Die Stiftung eines Arbeiterfamilienhauses ist bekanntlich mit 1000 Frcs. und für größere Familien mit 2000 Frcs. bemessen, während das Bau- und Gartenland vom Jüdischen Nationalfonds zur Verfügung gestellt wird. Jedes Haus sowie der Name des Stifters werden in ein besonderes Kataster mit der Nummer des betreffenden Hauses für ewige Zeiten eingetragen. Der Stifter erhält vom Jüdischen Nationalfonds ein Kunstblatt oder ein Album mit den Siedlungen des N. F. zur Erinnerung daran, daß er einer jüdischen Arbeiterfamilie eine Existenzbasis in Palästina ermöglicht hat. Spenden - Ausweis der Landessatnmelsteilen Deutschland. (Adresse: Max Wollsteiner, Berlin- Charlottenburg, Roscherstr. 5.) V, m 26. Juni bis 3. Juli d.J-\ eingegan„en u m in N\27 d r . Jüdisc en Rundschau1det.illi r. ausgewis.se.i .... M. 839.84 Vom 3 bis 10 Juli d. Js eingegangen und in Nr. 28 der „Jüdischen Rundschau ‘ detailliert ausgewiesen ,, 782.03 Frankreich. (Adre;-e: J. Salzmann, Paris, Rue de la Tour d’Auvergne 41). Im April d. Js. eingegamgen und in Nr. 5 des „Echo Sioniste“ de ailliert ausgewiesen.Frs. 689.85 — « 558.78 Russland. (Adresse: Justizrat Dr. M. J. Bodenheimer, Köln, Hansahaus, Friesenplatz.' Vom 6 bis 12. Juli d Js. eingegan„en und m Nr. 27 von „Erez Israel“ detailliert ausgewiesen . ... 4418 78 Oesterreich. (Adresse: Jüdischer Nationalfonds, Sammelstelle für Oesterreich, Wien II, Karmel i i et - platz l.) Vom 30. Juni bis 6. Juli d. Js. eingegangen und in Nr. 28 der „|üd. Zeitung“ detailliert ausgewiesen .Kr. 3799.11 — „ 3210.26 iaiizien. (Adresse: Dr Gerschon Zipper. Lemberg, Smolkaplatz l. Für Geldsendungen: Kredit Union, für Keren Kajemeth Lejisroel, Lemberg. Postscheckkonto 98797). Vom 1.—7. Juli d. Js. eingegangen und in Nr 22 des .Jüdischen Tagblatis“ (Beilage) detailliert ausgewiesen.Kr. 2001.43 „ 1691 22