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Die Welt · 1914-07-17 · 29 (17.7.1914) · p. 751

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
29 (17.7.1914)
Article
Sitzung der Anglo-Jewish Association
Date
1914-07-17
Page
751 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 29 751 DIE^ELT Ostasien und Australien erheblich gestiegen ist. Der Verwaltungsrat bewilligte den verschiedenen Schulen der Gesellschaft im Orient größere Subventionen und Zuschüsse, so der Schule in Bassorah 30 £, der Schule in Bombay 100 £ und der Evelina de Rothschild-Schule in Jerusalem 605 L. Für den englischen Lehrer der Bassorah-Schule wird ein Nachfolger gesucht. Der Smyrnaer Knabenschule wurde eine Beihilfe von 124 £, der dortigen Mädchenschule eine solche von 40 £ gewährt. Auch die Subvention für die Mädchenschule in T'etuan (Marokko) wurde erneuert. Serbien Belgrad. Der langjährige Vizepräsident des hiesigen Vereins „Zion“, Dr. Samuel Pops, ist gestorben. Der Verstorbene war ein eifriger Zionist. Er hinterließ testamentarisch eine namhafte Summe für zionistische Zwecke. Hebräische Universitätsbibliothek zu Jerusalem Zu unserer Freude haben wir wieder ein großes Geschenk erhalten. Herr Ussischkin sandte .uns die auf der Actions- Comite-Sitzung bereits angekündigten 19 Kisten mit Büchern, die uns Frau Dr. Marjasches aus der Hinterlassenschaft ihres seligen Mannes, des Herrn Dt. Marjasches, der Bestimmung des Verstorbenen gemäß, für die Jerusalem- Bibliothek übergeben hat. Wir nahmen mit herzlichem Dank diese große Büchersammlung entgegen und haben sie zusammen mit der vor einigen Tagen eingetroffenen Bücherei des sei. Dr. F e i n b e r g aus Kowno untergebracht. Unsere nächste große Arbeit wird dann die Katalogisierung und Ordnung dieser beiden Sammlungen sein. Die Hauptsammelstelle ist jetzt mit der ihr für die Bibliothek geschenkten Büchersammlung beschäftigt, die sie von Herrn I. Timar erhalten hat. Diese Sammlung ist von Herrn Ignaz Timar (nicht Josef, wie in dem Ausweis in der „Welt“ irrtümlicherweise angegeben war), Berlin, Unter den Linden 43, gestiftet worden. Ferner haben wir größere Schenkungen in dieser Zeit erhalten, von Frau Dr. Adler in Lübeck, die uns den größten Teil der Bibliothek ihres sei. Mannes, Dr. Ephraim Adler, unseres bekannten Gesinnungsfreundes, überwiesen hat. Eine ebenfalls größere Sammlung von Büchern sandten uns Dr. W i n t r i t z in Schlachtensee bei Berlin, sowie Dr. Walter Stein in Königsberg i. Pr. Außerdem erhielten wir wertvolle Geschenke an Büchern von dem Zionistischen Actions-Comite, stud. med. Isaak A 11 a r a c aus Serajewo in Berlin, Dr. Max B r o d in Prag, Dipl.-Ing. Siegmund Julius Cohn in Steglitz, Rabbiner Eh\ Hugo Klein in Berlin, Dr. J. Kronstein in Charlottenburg, Stud. Josef Meyer in Berlin, Dr. Ch. Läufer, Rabbiner der argentinisch-jüdischen Kolonien, z. Z. in Berlin, Dr. M. Münden in Hamburg, Rabbiner Dr. Nimirower in Bukarest, Wolfgang Rubin, Direktor der Beszterczebänyer Zündwarenfabrik (Neusohl, Ungarn), Salvadore S a b b ä d i n i in Triest und endlich das kostbare Stracksche Talmud-Faksimile von Herrn Dr. Paul Schottländer, dessen Ladenpreis allein 700 M. beträgt. Allen diesen Spendern und Freunden der Bibliothek sagen wir auch an dieser Stelle unseren verbindlichsten Dank und bitten sie, ihre Tätigkeit im Interesse der Bibliothek und der Kultur unseres Landes noch eifriger fortzusetzen, vor allem aber uns weitere neue Freunde zu werben. Die Adresse der Sammelstelle ist: Bibliothekar Dr. Heinrich L o e w e, Berlin NW. 52, Flemingstraße 12. Bei Bahngütem empfiehlt es sich, diese an uns durch die Speditionsfirma A. Warmuth, Berlin C., Hinter der Garnisonkirche la, zu senden. In Breslau sind unsere Gesinnungsgenossen Zahnarzt Hugo Schachtel und Dr. Walter Stein itz an die Organisierung der dortigen Sammeltätigkeit für Bücher hcranetreten. Endlich hat die Bundesleitung des Nederlandschen ionistenbonds uns benachrichtigt, daß sie im Verfolg von mündlichen und schriftlichen Verhandlungen mit uns nunmehr die organisierte Sammelarbeit für unsere Bibliothek aktiv aufnehmen konnte. riuiiiiiiiiiüiiiiuir liimmimiiimiiMi!I!!lIIIIIU!!»IIHI!:!IIII!IIIIII»IIi!i:!III»IIII!IIIIl!,I!IIi:iI!IIi!!N!!I«!Uai/-L LITERARISCHE RUNDSCHAU uuiuiiiiiiiiiitiiiiiiiimiiiiiiiiiiiimiitinin= Das Leben Theodor Herzls von Adolf Friedemann. Jüdischer Verlag, Berlin und Leipzig. Mit Freude, ja Ueberraschung haben wir Friedemanns Herzlbuch gelesen und beeilen uns, diese Lebensbeschreibung unseres Führers als eine sehr ernste, schöne, dabei im besten Sinne des Wortes volkstümliche Arbeit anzuzeigen. Nur diejenigen, welche die Geschichte des politischen Zionismus vom Tage des Erscheinens des „Judenstaates“ mitgelebt haben, können den Wert des Buches richtig einschätzen und nur, wenn man sich vor Augen hält, daß der Autor eine besondere Richtung im Zionismus vertritt, wird man die Objektivität, deren er sich befleißigt — soweit man es von einem Manne, welcher eine Schrift mit seinem Namen deckt, fordern darf — gebührend würdigen. Schon die Anlage des Buches ist überaus glücklich ge- wählt. Keine Kapitel, keine „Lebensabschnitte“, keine „Anordnung nach Gesichtspunkten“. In einem Zuge wird das Stück dampfenden Lebens dargestellt, das in die neun knappen Jahre der zionistischen ' Betätigung Herzls zusammengedrängt ist. Nach einer Einleitung, die über „Das Judentum vor Herzl“ handelt (und nicht auf der sonstigen Höhe des Buches steht), ruft sich Friedemann die Gestalt Herzls in Erinnerung und wir zitieren die Stelle, weil sie der „stimmende Akkord“ des Werkchens und für den Stil des Autors bezeichnend ist: „Im Gedächtnis derer, welche das Glück hatten, Theodor Herzl zu kennen, lebt sein Bild als das des Lenkers der zionistischen Kongresse. . . . Schlank und groß, mit den feinen bartumrahmten Gesichtszügen eines alten Assyrerkönigs und den Träumeraugen der Propheten, die doch so scharf und klug blicken konnten. Er erhebt die Hand mit jenen charakteristischen, abgerundeten Bewegungen — und das Tosen des erregten Kongresses weicht atemloser Stille. Und seine klare, weittragende Stimme, die auf alle rhetorischen Effekte verzichtet, weckt rauschartige Begeisterungsstürme. Ueber all seinem Wesen liegt schlichte Ruhe, die selbstverständliche Sicherheit und Anmut, welche sonst nur das Erbteil alter Aristokratenfamilien mit Generationen dauernder Hochkultur ist und aus dem leichteren Kampfe ums Dasein, dem Bewußtsein völliger Unabhängigkeit und unangefochtenen Ansehens folgt.“ Herzls innere Wandlung im Paris des Dreyfuß-Prozesses ist gut und scharf herausgearbeitet: „Aus der klaren Erkenntnis, daß er sich selbst nur wiederfinden könne, wenn er die' eigene Persönlichkeit auf neuen Voraussetzungen wieder aufbaue, erstand das starke und tiefe Gefühl der Zugehörigkeit zu seinem Stamme.“ Nun hebt das Drama seines Lebens an. In der Schilderung jener Monate atemloser Arbeit und harter Kämpfe bis zum ersten Kongreß ist unseres Wissens bei aller Kürze nichts Prägnantes und Wichtiges vergessen und die grandiose Entwicklung bis zur Reise nach Rußland zwischen dem fünften und sechsten Kongreß ist warmblütig und großzügig dargestellt. Dieser Reise ist ein breiterer Raum gewidmet. Mit gutem Grunde 'behandelt der Autor gerade an dieser Stelle das Wesen der Politik Herzls, denn es bereitet sich, die Klimax vor. 3300328509034534

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