Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 29 (17.7.1914)
- Article
- Krakau [Nachricht]
- Date
- 1914-07-17
- Page
- 750 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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750 SIEGELT =--.... , .Nr. 29 Galizien Krakau. Präsidium der H. A. Z. (Histadruth Agudath Haakademijim Hazionim b’Galizia). Die Adresse des Präsidiums wurde geändert und lautet: Bis zum 1. September laufenden Jahres: Dr. Ignaz Schwarzbart, Krakau, Radziwitkowska 5/III; vom 1. September 1. Js.: Leon Lustbader, Krakau, Koletek 4. Bukowina Radautz. Am 1. Juni d. J. fand die ordentliche Generalversammlung des Vereins „Dorsche Zion“ statt, bei der der Obmann Herr Dr. Josef Bierer einen ausführlichen Bericht über die allgemeine Lage der zionistischen Bewegung erstattete. Im verflossenen Semester hat der Vereine „Dorsche Zion“ trotz der Ungunst der Verhältnisse für zionistische Zwecke 550 Kr. abgeliefert. Dem Obmann und dem abtretenden Ausschüsse wurde Dank und Anerkennung ausgesprochen und es wurden Neuwahlen vorgenommen. Den Reigen der Vorträge im Sommersemester eröffnete der Parteisekretär Dr. M. Geyer. Herr Dr. Geyer leistete auch einer Einladung des Vereins „Ibriah“ Folge 'und besuchte die erst seit kurzem gegründete hebräische Schule. .Diese entwickelt sich dank der eifrigen Tätigkeit der hebräischen Lehrerin Frl. Hasenfratz sehr günstig. Oest.-Nowosielitza. Am 7. d. M. veranstaltete die Zionistische Ortsgruppe anläßlich des zehnjährigen Todestages Theodor Herzls in der großen Synagoge eine zahlreich besuchte Herzl-Gedächtnisfeier. Die Synagoge war mit zionistischen Emblemen reich geschmückt. Referate hielten Herr J. Weisstaub über Dr. Herzl (hebräisch) und Herr Dr. M. Geier über den gegenwärtigen Stand des Zionismus. Für den Herzlwald wurden mehr als 50 Kronen gesammelt. Ungarn Pozscny (Preßburg). Am 5. Juli d. J. fand die zahlreich besuchte Generalversammlung des „Zionistischen Jugendvereines“ statt. Der Vizepräsident Herr David Esra Weiß wies auf den Aufschwung des Vereines hin, der sich in der Steigerung der Mitgliederzahl .von 60 auf 110 äußert. Dank der moralischen Unterstützung und Mithilfe seitens unserer Wiener Gesinnungsgenossen konnte ein bereits 80 Mitglieder umfassender Wanderbund „Blau-Weiß“ organisiert werden. Der Antrag des Herrn Dr. Weil bezüglich des engeren Anschlusses an den Verein „Ahawath Zion“ wurde im Prinzip angenommen. Hierauf folgte das Referat des Herrn L. Buch wald über die zukünftige Tätigkeit des Vereines. Mit Vornahme der Neuwahlen schloß die Generalversamm- Fiume. Der reorganisierte Verein „Oheruth“ schreitet an die Erfüllung seiner Aufgaben mit einer Arbeitsfreudigkeit, die sich von keinem Hindernis, am wenigsten aber von der jetzt sonst herrschenden „toten Saison“ abschrecken läßt. Es wurde eine Nationalfondskommission eingesetzt, die Gründung eines hebräischen Sprachkurses eingeleitet und die Veranstaltung einer großzügigen Herzlfeier beschlossen. — Um mit den im nahen Abbazia weilenden Gesinnungsgenossen in engere Fühlung zu treten, wurden einige gemeinsame Ausflüge dorthin unternommen, die von großem propagandistischem Erfolge waren. Als besonders gelungen ist die am 5. d. M. in Abbazia im Hotel Groß veranstaltete Zusammenkunft. an der sich über 100 Gäste beteiligten, zu bezeichnen. Im ernsten Teile gedachte Herr Dr. Löhner des zehnten Todestages Theodor Herzls und legte in meisterhafter Weise den inneren Grund seiner volkserzieherischen und diplomatischen Erfolge dar. Herr Dr. K a d i s c h gedachte sodann auch des tragischen Todes des Erzherzogs Franz Ferdinand (bei dessen Erwähnung sich die Versammlung erhob) und betonte, daß die Donaumonarchie keine besseren Staatsbürger besitze, als die selbstbewußten Jungjuden. Frankreich Eine französische Achusa Schon im vorigen Jahre hat unser bekannter Gesinnungsgenosse Dr. Nahum S 1 o u c h z, Professor an der Pariser Sorbonne, versucht, unter dem Namen „Zorfath“ (Frankreich) eine Palästina-Pflanzungsgesellschaft (Achusa) in Paris zu gründen. Dieser Versuch ist jetzt von Herrn Dr. Salkind aus London wieder aufgenommen worden. Dr. Salkind hat sich auf seiner Rückreise aus Palästina einige Tage in Paris aufgehalten, und hat dort mit der J. C. A. betreffs einer Anleihe für die englische Achusa-Gesellschaft verhandelt, für deren Rechnung er in Palästina ein Grundstück von 5400 Dunam erworben hat. Bei dieser Gelegenheit ist die Gesellschaft „Zorfath“ wieder zu neuem Leben erwacht. Tn der ersten Sitzung waren zehn Gründer anwesend, von denen jeder sofort 100 Frcs. zur Gründung der Gesellschaft einzahlte. Außerdem haben sich die Mitglieder verpflichtet, jeden Monat die gleiche Summe zu entrichten und durch energische Propaganda die Achusa-Idee in Frankreich zu verbreiten und neue Anhänger dafür zu werben. England Ein neuer Palästina-Verein (Von unserem Berichterstatter) xyz.— Die glänzenden Erfolge der Londoner Palästina- Pflanzungsgesellschaft „Achusa“ und die dadurch geschaffene Möglichkeit einer stärkeren Emigration von England nach Palästina haben vor einigen Tagen zur Gründung des Vereins „Hechaluz“ (Der Pionier) geführt, der sich die Aufgabe stellt, die Auswanderung nach Palästina zu erleichtern und zu regeln. In einem Aufrufe des neugegründeten Vereins, an dessen Spitze bewährte Zionisten stehen, wird auf die in letzter Zeit immer mehr zunehmende Einwanderung nach Palästina hingewiesen und auf die Notwendigkeit einer Informationsstelle für alle, die die Möglichkeit und den Willen haben, sich in Palästina anzusiedeln. Da an der Spitze des „Hechaluz“ Männer stehen, die die Verhältnisse in Palästina genau kennen und mit dem Gange der dortigen Entwicklung aufs beste vertraut sind, ist die neue Londoner zionistische Gründung gewiß dazu berufen, die Aufgabe, die sie sich gestellt hat, zu lösen. Der Verein will, um es kurz zu sagen, Pioniere für Palästina werben. In diesem Zusammenhänge sei erwähnt, daß die großen jüdischen Arbeitermassen in England, die bis vor kurzem stark zum Sozialismus hinneigten, nach und nach in jüdisch-nationale Bahnen einlenken. Die zionistische Idee gewinnt in diesen Kreisen immer mehr Anhänger. Auf die Anwerbung von kräftigen und tüchtigen jüdischen Arbeitern hat es nun der „Hechaluz“ teilweise abgesehen. Neben den Arbeitern kommen gewisse Schichten des gutsituierten Mittelstandes in Betracht, die bei einiger Propaganda für die Uebersiedlung nach Palästina zu gewinnen sind. Die jüdische Presse im Ostend von London begrüßt die Gründung des neuen Palästinavereins auf das wärmste und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß dem neuen zionistischen Unternehmen eine fruchtbare Tätigkeit vergönnt sein wird. Sitzung der Anglo-Jewish Association Vorige Woche fand in London eine Sitzung des Verwaltungsrates der Anglo-Jewish Association statt. Bei der vorigen Sitzung war der Sekretär beauftragt worden, betreffs der Lage in Saloniki an die Alliance Israelite Universelle zu schreiben. Die Alliance hat darauf geantwortet: „Die Lage der Juden in Saloniki hat sich in der letzten Zeit kaum gebessert. Viele Familien verlassen die Stadt und gehen nach Smyrna, andere sogar nach Syrien. Unsere Schulen leiden natürlich sehr darunter, und deshalb hat das Zentralkomitee in seiner letzten Sitzung beschlossen, ihnen für vier Jahre eine Subvention von 6000 Frcs. zukommen zu lassen.“ Hierauf wurden Briefe verlesen, die Ankündigungen von Legaten für die Anglo-Jewish Association von Mr. Charles Davis (250 £) und von Mr. Martin Jaffe (100 •■£) enthielten. Mr. I. Co wen befürwortete die Gründung von Hilfsbureaus der Anglo-Jewish Association im Londoner East End. Aus dem Bericht der Exekutive, der in der Sitzung verlesen wurde, geht u. a. hervor, daß die Mitgliederzahl der A. J. A. in den englischen Provinzstädten, sowie in Kanada,