Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 27 (3.7.1914)
- Article
- Zadania mlocdziezy syonkiej [Rezension]
- Date
- 1914-07-03
- Page
- 706 (sequence 2)
- Language
- German
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706 DIESggELT Nr. 27 ration Galiziens. Auch wer wie ich nicht feststellen kann, ob diese Abrechnung für Galizien richtig ist, wird doch sagen müssen, daß in den seiner Kenntnis zugänglichen Ländern vieles von dem richtig ist, was Lauterbach ausführt. Die Schrift geht davon aus, daß die Intelligenz, welche sich zu Beginn unserer Bewegung ihr zuwandte, auf halbem Wege stand. Sie war nicht mehr jüdisch erzogen — in Galizien die erste nicht mehr jüdisch erzogene Generation — sie war aber noch stark mit dem Judentum verbunden, vor allem durch soziale Momente. Diese Intelligenz aber wurde dadurch, daß sie sich dem Zionismus zuwandte, keineswegs eine jüdische Intelligenz. Ihr Zionismus entbehrte der eigentlich nationalen Momente, er war ein politisches Bekenntnis. In seiner Psychologie repräsentierte aber auch der zionistische Intellektuelle jenen Typus des entnationalisierten, rationalistischen Menschen, den auch der Assimilant darstellt. L. schildert die jüdische Intelligenz Galiziens in den düstersten Farben. Ihr geistiges Leben — soweit Kabarett und Kino, Karten, Karriere, Erotik ein solches übrig lassen — erschöpft sich in einem äußerlichen Parteileben. Auch die zionistische Intelligenz sah im Zionismus das Parteimäßige und nicht die ethische Forderung. Sie sah nicht ein, daß Zionist werden vor allem bedeutet ein anderer Mensch werden. Wo doch eine höhere Aspiration lebte, brachte man es höchstens zu einem blutleeren literarischen Produkt. Dieser Intelligenz setzt nun L. das Ideal einer wirklich zionistischen Intelligenz entgegen. Sie darf den Kampf gegen die Assimilation nicht als Parteikampf betrachten, er muß ihr ein Kampf der Weltanschauung sein. L. bemerkt mit Recht, daß der Assimilierungsprozeß, vor allem der kulturelle, de facto unter den Juden weitergeht, obwohl die Assimilanten als Partei besiegt sind. Es muß eben jeder die Assimilation erst in sich selbst besiegen, indem er den Anschluß an das Judentum wiederfindet. Daß dies keinesfalls eine Rückkehr zur Ghettokultur sein darf, daß wir nur durch die europäische Kultur hindurch zu unserer jüdischen kommen können, ist so selbstverständlich, daß L. es nicht erst erwähnt. Er erörtert aber die Konsequenzen, welche die Nationalisierung der zionistischen Intelligenz für die Propaganda haben müßte. Bisher standen die Massen in Galizien dem Zionismus kalt und mißtrauisch gegenüber, sie lieferten ihm höchstens Wähler. Sie fühlten ganz gut den Widerspruch zwischen Programm und Tat. Die Massen erziehen ihre Kinder unter Opfern für die hebräische Kultur, die Intelligenz verlangte es — von den andern. Die Hebraisierung der Intelligenz wird diese der Masse nähern und wird auch dem politischen Kampf seinen kulturellen Sinn geben. Die Anerkennung der jüdischen Nationalität an den Hochschulen z. B. zu verlangen wird für die Studenten erst sinnvoll werden, wenn sie selbst es mit ihrer Volkszugehörigkeit Emst nehmen werden. Die studentischen Korporationen haben die Aufgabe, ihre Mitglieder hierzu zu erziehen. Sie sollen möglichst wenig Kräfte an äußere Veranstaltungen wenden, um desto intensiver die Selbsterziehung ihrer Mitglieder zu pflegen. Dem Danke für die Veröffentlichung des Lauterbachschen Referates möchte ich hier eine Bitte an die H. A. Z. hinzufügen: sie möchte demnächst die breitere zionistische Oeffentlichkeit möglichst genau über die Methoden ihrer Arbeit informieren. Prag. Hugo Bergmann. Das Herzlbild (S. 689) ist die Photographie einer von Friedrich Beer sei. And. im Jahre 1895 modellierten Büste, die Herr Tobias Markus, Florenz, der Schwager des Künstlers, dem Jüdischen Nationalfonds zum Geschenk gemacht hat. Bei der Administration „Die Welt“ sind eingegangen: Für das Mikrobiologische Institut: „Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut“ Siegmund Eppler. Wien K. 2.— — JL 1.68; Benno Lichtenstem, Wien K. 2.— — JC 1.68; Prof. Kellner, Wien K. X.— w JL —Bi; Johann Kremenezky, Wien K. 10.— — M 8.40; Ing. Josef Seidener, Wien K. —.60 ---- Mt —.42; Heinrich Lederer, Wien K. —-50 JL —42; Leo Weise, Wien K. L— — Mt —.84; Oswald Weiss, Wien K. 2.— — M. 1.68; Julias Weiss, Wien K. 1.— — M —L4; Dr. Elhan Weiss, Wien K.2.— — M 1.68; Ernenne! Lockspeiser, Boryslaw K. L— — Mt —.84; Kais. Bat Emil Broch, Tarnow K.—.50 — Jt —.42; Kais. Bat C. Hirsch, Wien K. 5.— — Mt 420; Heinrich Baxd, Lemberg K. 6.— — M. 5.04; .Fisch el En gelstein, Metz JL —.60; Simon Gerstenhaber JL —B0; Josef Frankel M —B0: Jona Holdner M —.20; Is&k Grofimann JL —.25 Simon Than, Metz JL —Lö; Hilda Gerber Holics, Ungarn M —.63 riEH“D Midraschah. Die bekannte Zigarettenpapier- und Hülsenfabrik Jac Schnabl & Co. in Wien XIX bringt zufolge eines mit dem Kuratorium des hebräischen Gymnasiums in Jerusalem geschlossenen Vertrages für die jüdischen Raucher Zigarettenpapier, Zigarettenhülsen und Papier-Zigarettenspitzen unter dem Namen „Midraschah“ rttsmo in Verkehr und fallen von deren Erlös 5 o/o dem hebräischen Gymnasium in Jerusalem zu. — Es ergeht somit an die gesamte Judenheit die Bitte, die Erhaltung des hebräischen Gymnasiums in der Weise zu unterstützen, daß nur Zigarettenpapier, Zigarettenhülsen und Papier-Zig.-Spitzen „Midraschah“ verlangt werden. — „Midraschah“ wird aus bestem, echt ägyptischem Vergepapier erzeugt'und entsprechen sowohl die Hülsen als auch die Zigarettenpapiere allen Anforderungen der Hygiene. — Wo „Midraschah“ nicht erhältlich ist, wende man sich wegen der nächsten Verkaufsstellen an den Vertreter obiger Firma, M. Tramer in Bielitz. Wir verweisen auf das Inserat dieser Firma in der dies wöchigen Nummer. Nächst den Genüssen I j wird man an Ihren Empfangsabenden den Genuß einer würzig aromatischen Salem Aleikum oder mild duftenden Salem Gold - Qgaretf e am meisten zu schätzen wissen. £>. H SALEIM ALEIKUM SALEM GOLDclÄ oj» /.Preis N? b'A 4- 5 €> & IQ 354 4- 5 6 6 IO Pfg.d.Stdc Sehr mit Firma: Orient Tabak-uCigaieff.- Inh.H\igo Zielz .Hoflieferant Fabrik ,\enidzer Dresden S.MdKönigs v. Sachsen Truslfrei! d ZuhabenmdenbesserenGgarrenrGeschäfeii. Schluß des redaktionellen Teiles