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Die Welt · 1914-07-03 · 27 (3.7.1914) · p. 705

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
27 (3.7.1914)
Article
Babyloinian oil magic in the talmud and in the later jewish literature [Rezension]
Date
1914-07-03
Page
705 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 27 DlE2§gELT 705 ■illlllllll LITERARISCHE RUNDSCHAU Samuel Da ich es: Babyloinian Oil Magic in The Talmud and in the later Jewish Literature. London 1913. (Jew’s College. Publication Nr. 5.) 42 S. 8°. „Zehn Maß Zauberei sind auf die Welt gekommen, neun nach Babel“ (vgl. Kiddusdiin 49). So möchte man gern das Wort des Talmuds umändem — anstatt „Egypten“ wie es an der zitierten 'Stelle heißt — und so hätte es Daiches als Geleitwort seiner interessanten Studie über die babylonische Gelmagie im Talmud und in der jüdischen Literatur voranschicken können. Das Kapitel Aberglaube bei den Juden ist nicht grad eins, das uns besonders erfreuen könnte. Aber die Wissenschaft kümmert sich ja nicht um Sentiments und wo viel Licht ist, kann der Schatten nicht fehlen. Wer die Kulturgeschichte der alten Welt auch nur oberflächlich kennen gelernt hat, wird wissen, in welchem Wust von Aberglauben auch die zivilisiertesten Völker der alten Welt versunken waren. Ein Sokrates und Plato, ein Cicero oder Seneca stellen Höhepunkte dar und der Unterschied in ihrer geistigen Verfassung und der der großen Menge ihrerVolksgenossen war wahrscheinlich ebenso groß, als es heutzutage etwa auch noch bei den kultivierten Völkern Europas der Fall ist. Da man nun auch heutigen Tags ein Punktier- und Traumbuch oder ein sechstes und siebentes Buch Mose sich käuflich erstehen kann, so kann man sich nicht wundem, daß in der alten Zeit, da der Aberglaube und die Zauberei in ein festes, fast wissenschaftlich zu nennendes System gebracht worden ist, beinahe jedermann sich ohne Skrupel der so reichlich von den Geheimwissenschaften dargebotenen Hilfsmittel bediente. Auch der Jude machte davon keine Ausnahme, wenn man auch zur Ehre des Judentums sagen kann, daß bei ihm auch im blödesten Zauberspuk noch immer ein höherer Gedanke hindurchleuchtet. Daiches hat sich zum Ziele gesetzt, die Herkunft und Verbreitung des Gelzaubers in der jüdischen Literatur festzustellen. Seine große Belesenheit und seine gründlichen Kenntnisse auf beiden so sehr auseinanderfallenden Wissensgebieten, der Assyrologie und der jüdischen Literatur, ermöglichen es ihm, einen wertvollen Beitrag sowohl für die Assyrologie, als für die jüdisch-rabbinische Literatur zu liefern. Der Gelzauber wird an mehreren Talmudstellen erwähnt, ist aber besonders reichlich aus der späteren Literatur zu belegen. ln der prächtigen Handschriftensammlung Gasters fand Daiches eine. Handschrift mit alten Zauberformeln. Daraus teilt er elf Texte mit. Sie alle drehen sich darum, wie man vermittelst Gel und sonstiger geheimnisvoller Manipulationen die Zukunft erforschen kann oder über Vergangenes oder Diebstahl von den herbeigerufenen Geistern Auskunft erhalten kann. Die babylonische Grundlage aller dieser Zauberkünste ist fast aus jeder Zeile ersichtlich. Daiches belegt alles mit einer Fülle von Parallelen aus der babylonischen Literatur. Wer näheres Interesse daran nimmt, wird dort reichliche Belehrung finden. Charakteristisch babylonisch ist der. Gedanke, daß man die Riten frühmorgens vornehmen soll. Text 5 verlangt auch, daß man es an einem hellen, wolkenlosen Tage machen soll; vgl. die Bestimmung des Talmuds über Aderlaß (Jeb. 71a u. ö.). Text 6 verbietet die Vornahme am Neumondstage. Auch das geht auf altsemitische Anschauungen zurück, ln jüdischen Quellen ist mir aber sonst eine derartige Bestimmung nicht erinnerlich. Natürlich sind die Texte, wie sie uns vorliegen, kein reines Erzeugnis aus dem babylonischen Altertum. Einflüsse aus dem hellenistischen Kulturkreis und aus dem Parsismus machen sich bemerkbar. Etwas erstaunt ist man jedoch, in dieser Umgebung in Text 5 den heiligen drei Königen aus dem Morgenlande Kaspar, Melchior (so ist der schlecht oder absichtlich falsch überlieferte Name zu lesen) und Belsazzar, wie bekannt rein babylonisch, zu begegnen. Die letzte Tatsache spricht dafür, daß man die vorliegende Fassung der Texte wohl ziemlich spät ansetzen muß. Für die anregende und belehrende Schrift sind wir dem Verfasser zum Danke verpflichtet. Wir hoffen, recht bald wieder von ihm auf diesem Gebiete zu hören. Berlin. H. Pick. Dr. Leon Lauterbach: Zadania mlocdziezy syonskiej. (Die Aufgaben der zionistischen Jugend.) Przemysl, Verlag Agudath Herzl, 1914. (Polnisch.) Die „Histadruth Agudoth Ha’akademijim Hazionim b’Galizia“ (H. A. Z.), der Verband der zionistischen Studentenvereine Galiziens, veröffentlicht hier ein programmatisches Referat, das weit über den engen Kreis derer beachtet zu werden verdient, an die es sich zunächst wendet. Lauterbachs Schrift ist ein neues Dokument dafür, daß der ewige Kampf zwischen Jungen und Alten sich auch innerhalb unserer Organisation abzuspielen beginnt. Die zweite zionistische Generation will ihren Zionismus tiefer begründen und vor allem reiner erleben, als es die erste gekonnt hat. Lauterbachs ^Broschüre ist eine Abrechnung mit der älteren zionistischen Gene- Zionistische Brosdiüren-Biblioihek Nr. 1 Soeben endblen: THEODOR HERZL von Dr. Osfas Thon Hebräische 2H Bogen in 2 Dogen in fa rbi ge m Umschlag Preis pro Heft Preis pro Heft 10 Pf IO Heller 20 Pf. 20 Heller Bei direktem Bezug durch das Zionistische Zentralbureau Berlin 15 Pf. / 15 Heller, einschl. Porto, resp. 25 PL ✓ 25 Heller 200 Exemplare mit 10% Rabatt 500 „ 20% lOOO „ 30% zuzüglich Porto Auf ein Postpaket gehen 120 Exemplare Die Lieferung erfolgt nur gegen Voreinsendung des Betrages T2 Der überaus niedrige Preis lief sich nur unter der Voraussetzung der *-'• Vermeidung allen Schreibwerks, Buchung usw. erzielen. Wir bitten daher dringend, auf die Bezugsbedingungen genau zu achten und Korrespondenzen möglichst zu vermeiden. ZIONISTISCHES ZENTRALBUREAU BERLIN W15 SÄCHSISCHE STR. S 72986915

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