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Die Welt · 1914-07-03 · 27 (3.7.1914) · p. 702

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
27 (3.7.1914)
Article
Eine orientalische Universität in Kairo
Date
1914-07-03
Page
702 (sequence 1)
Language
German
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702 Nr. 27 MEmELT Aegypten Eine orientalische Universität für Kairo Man berichtet aus Kairo: , Eine Anzahl amerikanischer Kunstfreunde, die neuerdings Aegypten auffallend starke Aufmerksamkeit widmen, hat beschlossen, hier eine orientalische Hochschule nach dem Muster der großen amerikanischen Universitäten zu gründen. Ueber die Einzelheiten des Planes, sowie über die Namen der Gründer wird noch tiefstes Stillschweigen beobachtet, doch ist bereits das Einverständnis Kitcheners, sowie des Khediven gesichert. Da die Al Azhar-Universität nur geistlichen Charakter trägt und in ihr nichts gelehrt wird, was über die Suren des Korans hinausgeht, während die im Jahre 1909 mit" sehr großen Erwartungen ins Leben gerufene „Aegyptische Universität“ zwar in ihrem Lehrplan arabische Geschichte und Literatur, sowie semitische Sprachen und Ethnographie hat, aber weder Diplome erteilen noch sonst irgendwelche wissenschaftliche Bedeutung beanspruchen kann, so würde mit der Gründung einer orientalischen Hochschule tatsächlich eine schmerzlich empfundene Lücke ausgefüllt werden. Italien Der Zionismus und die italienische öffentliche Meinung (Von unserem Berichterstatter.) 1. — Seit einiger Zeit ist in der allgemeinen italienischen Presse ein reges Interesse für die Entwicklung der jüdischen Kolonisation und der zionistischen Institute in Palästina zu bemerken. Wir hatten schon früher Gelegenheit, auf die ausführlichen, gediegenen Studien über das moderne Palästina, die die zwei großen Tageszeitungen, „La St am pa“ in Turin und „II R e s t o d e 1 C a r 1 i n o“ in Bologna brachten, hinzuweisen. Ihnen sind noch die konservative „Perseveranza" in Mailand und neuerdings auch der Turiner „M o - mento“ hinzuzufügen. Besonders der „Momente“ hat sich in der letzten Zeit wiederholt mit unseren Bestrebungen beschäftigt und ausführlich über die zionistischen Institutionen berichtet. In einer seiner letzten Nummern widmet er einen interessanten und gründlichen Artikel unserer Jerusalemer Kunstschule, dem Beza lei, und den erfolgreichen Ausstellungen in Europa und Amerika, die von Prof. Boris Schatz veranstaltet wurden. Bulgarien Die jüdischen Gemeindewahlen - (Von unserem Berichterstatter.) Die Wahlen in den jüdischen Gemeinden Bulgariens, die unter der lebhaften Anteilnahme der ganzen jüdischen Bevölkerung stattgefunden haben, sind vorüber und haben zu ziemlich klaren Ergebnissen geführt. Sie wurden zwischen der zionistischen Organisation auf der einen Seite und jenen assimilatorischen Kreisen auf der anderen Seite geführt, die sich um Oberrabiner Dr. Ehrenpreis scharen. Die Wahlen waren ein Kampf tun Dr. Ehrenpreis. Das Resultat ist, daß die zionistische Organisation gegen die Partei des Herrn Dr. Ehrenpreis eine ganze Reihe von Gemeinden erobert hat. Herr Dr. Ehrenpreis ist bekanntlich auf seine Bewerbung hin zum Oberrabbiner in Stockholm gewählt worden. Kaum aber hatte er den Posten in Stockholm akzeptiert, setzte in Bulgarien eine von seinen Freunden, wohl kaum ohne sein Wissen und seine Zustimmung, betriebene Agitation ein, die sein Verbleiben in Bulgarien bezweckte. Die eben vorgenommenen Wahlen sollten nun zeigen, wie sich die jüdische Bevölkerung Bulgariens zum Verbleiben des Herrn Dr. Ehrenpreis stellt. Das Resultat der Wahlen beweist, daß ein großer Teil der Bevölkerung, der geradezu die Majorität darstellt, gegen Dr. Ehrenpreis ist. Während die Zionisten früher in drei Gemeinden die Majorität hatten, haben sie sie nun in zehn bis elf Gemeinden. In einzelnen großen Gemeinden wie Roustschuk sind die zionistischen Majoritäten sehr groß: in letzterer Gemeinde 426 gegen 17. In Sofia und Philippopel sind die Wahlen zu Ungunsten der Zionisten ausgefallen. Dieses Resultat ist aber durch solche Unregelmäßigkeiten zustande gekommen, daß eine große Möglichkeit besteht, die Kassierung dieser Wahlen durchzusetzen. Wenn alle bei den Wahlen abgegebenen Stimmen summiert werden, ergeben sie vermutlich eine zionistische Majorität der jüdischen Bevölkerung oder wenigstens eine starke Minorität, die gegen die Hälfte aller abgegebenen Stimmen ausmacht. Dieses Resultat bedeutet, daß die Zionisten im öffentlichen jüdischen Leben Bulgariens eine Macht darstellen, mit der jeder zu rechnen hat, nicht zuletzt natürlich der bulgarische Großrabbiner. Die Sprache der Zahlen ist deutlich. Welche Schlüsse daraus Herr Dr. Ehrenpreis und seine Freunde ziehen werden, wird die nächste Zukunft zeigen. Dem objektiven Beobachter -dürfte es nicht zweifelhaft sein, welche Konsequenzen zu ziehen wären. An unsere Leser! In einer Hummer der „Welt“, die dem Andenken unseres großen Führers gewidmet ist, dürfte es nicht unangebracht sein, an unsere Leser und?reunde die Bitte zu richten, dem zionistischen Zentralorgan, der ersten zionistischen Schöpfung Theodor Herzls, jene Förderung zuteil werden zu'Iassen, die „Die Weit" seit jeher bei allen Gesinnungsgenossen gefunden hat. Die Herzl-Ccedenknummer der „Wett?* ist die wirksamste Propagandasdxrift zur Gewinnung neuer ständiger Bezieher für unser Blatt. — Wir ersuchen daher unsere geehrten Leser, bei der Verbreitung der fl erzin ummer auch Abonnenten für die „Welt“ zu werben. Bezugspreise: für Deutschland.. . Mark „ Oesterreich-Ungarn.Fronen „ England.Shilling „ Rußland.'. . Rubel Jahr Halbj. Viertelj 10.— 5.— 2.50 12.— 6.— 3.— 14/— 7/— 3/6 7.— 3.50 1.75 Jahr Halbj. Viertelj. für Amerika.Dollars 3.40 1.70 0.85 „ Rolland . . . . . . . . . Hfl. 8.— 4.— 2. - „ alle übrigen Länder, .... Francs 17.— 8.— 4.25 auf holzfreiem Papier für Deutschland jährl. M. 18.— „ alle übrig. Länder „ 24.— . .. — —Bestellungen auf die Herzl~<xedenknummer der „Welf" =~=~ " -— werden auch nach Erscheinen der Hummer — solange der Vorrat reicht — entgegengenommen. Der Preis der Herzl-Hummer betrügt für Hichtabonnenten: in einfacher Ausführung . . in Deutschland u: Oesterr.-Ung. 0.60 (D., in allen übrigen Landern 0.70 M. auf holzfreiem Papier, gebunden „ „ „ „ 1.— .. „ . „ „ 1.20 „ Den zionistischen Gruppen, Vertrauensmännern und Rolporteuren berechnen wir die Hummer in einfacher Ausführung bei Abnahme von: 10 Exemplaren mit ... in Deutschland u. Oesterr.-Ung. 5.50 M., in allen übrigen Ländern 6.50 M. 25 „ .. . . . „ „ „ „ .. 13.50 „ .. „ „ 15.50 .. 50 „ „ . . . .. .. .. „ „ 25.— „ .. .. „ .. 28.— „ 100 ., .. . . . .. .. ., „ .. 45.— .. „ „ „ „ 50— „ Bestellungen gegen Voreinsendung des Betrages wolle man schleunigst aufgeben. Verlag „Die Welt", Berlin W 15, Sächsische Sir. 8.

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