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Die Welt · 1914-06-26 · 26 (26.6.1914) · p. 639

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
26 (26.6.1914)
Article
Misrachi
Date
1914-06-26
Page
639 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 26 DIE3§0ELT 639 erschienen die Herren Rabbiner Reines (Lida), Rabbiner Rubinsohn (Rotniza), Rabbiner Fischmann (Jaffa), Rabbiner de Vries (Hartem), Rabbiner Dr. Lewy (Charlottenburg), Redakteur Berlin (Charlottenburg), H. Farbstein (Warschau), Dr. Rappaport (Lemberg), Hermann Struck (Berlin), Rüben Cohn (Antwerpen), Ch. Kahan (Charkow-Berlin), Moritz S. Wolff (Hamburg), S. Jurovics (Berlin), Zahnarzt Rothschild (Lübeck), sowie als Gäste einige Mitglieder der Hamburger Ortsgruppe. Der Vorsitzende, Dr. Franck, erstattete den Generalbericht. Rabbiner Rubinsohn berichtete über seine Tätigkeit in Rußland, Redakteur Berlin über seine Agitationsreise in Amerika, Rabbiner Fischmann über Palästina und Dr. Rappaport über den Misrachi in Galizien. Aus den überas interessanten Verhandlungen ist besonders hervorzuheben, daß die Anhängerschaft des Misrachi seit dem Kongreß von etwa 5000 auf ca. 12000 gestiegen ist, in erster Linie durch die überaus verdienstvolle Tätigkeit der Herren Rabbiner Rubinsohn und Redakteur Berlin. In der Debatte wurden sämtliche die Organisation betreffende Fragen erörtert und die Stellung des Zentralbureaus zu sämtlichen Angelegenheiten gutgeheißen. Eine Reihe von Beschlüssen geben die Direktive für die nächste Arbeitsperiode. Da die Sammlungen für den Kolonialfonds eine ansehnliche Höhe erreicht haben, wurde eine Kommission von Fachleuten und Kaufleuten gebildet, die mit den maßgebenden Kreisen in Palästina zwecks Inangriffnahme der kolonisatorischen Arbeiten in Verbindung treten soll. Der Jugendorganisation ist die größte Aufmerksamkeit zu schenken. In der gemeinsamen Beratung mit dem Tachkemoni-Komitee wurde nach dem Bericht des Herrn Rüben Cohn beschlossen, daß dem Misrachi der maßgebende Einfluß auf die Schule zusteht; die Baupläne wurden genehmigt; die Anstellung eines Direktors ist in naher Aussicht. Ke Bildung von Lokalkomitees soll beschleunigt werden. Geber Finanzen berichtete Herr Rechtsanwalt Dr. Möller. Für die Propaganda des Misrachi wurden erhebliche Summen, von mehreren Herren je 1000 M., gezeichnet. Es wurde von mehreren Seiten der Wunsch ausgesprochen, baldigst einen Delegiertentag einzuberufen. Die arbeitsreiche Tagung eröffinete verheißungsvolle Ausblicke für die Zukunft des Misrachi. Die Sitzung wurde am Montag, abends 9 Uhr, vom Vorsitzenden Herrn Dr. Franck mit Dank für das Erscheinen der Teilnehmer aus weiter Ferne geschlossen. Oesterreich Vertrauensmänner-Konferenz der mährisch-schlesischen Zionisten Brünn, 21. Juni 1914. Am 21. Juni 1914 fand in Brünn unter Anwesenheit von Vertrauensmännern aus fast allen Orten des Distriktes eine Konferenz statt. Als Gäste waren anwesend der Vorsitzende des Westösterreichischen Zentralkomitees, Herr Dr. Karl Pollak, Wien, die Mitglieder des Zentralkomitees, Herr Dr. Fritz Ekstein, Wien, Herr Dr. Albert Schönhof, Brünn, ferner Bürgermeister* Herr Dr. Gustav Zweig, Proßnitz und der Obmann des J. H. V. Herr Karl Blume, Wien. j Der Obmann des Distriktes, Herr G. Finzi, eröffnete die Konferenz mit einer kurzen Ansprache, in welcher er der Aufgaben gedachte, die die zionistischen Organisationen jetzt insbesondere beschäftigen, empfahl besonders die Sammlung für Zentralfonds, Schekel und Hebräisches Schulwerk, dann erteilte er das Wort dem Parteisekretär, Herrn Dr. Wilhelm Stein zu seinem Referat über „Zionistische Presse“. In fast einstündiger Rede sprach Herr Dr. Stein über die Wichtigkeit der zionistischen Parteipresse und besprach den Uebelstand des Mangels eines offiziellen Parteiorganes für Westösterreich. — Der Beifall, der seinen Ausführungen folgte, bewies, daß die Konferenz den Gedanken Dr. Steins zu fotzen verstand und daß die Konferenz einmütig der Ansicht war, daß in der Pressefrage etwas geschehen müsse. Gg. Finzi berichtete, daß das Z. K. in seiner letzten Sitzung den Beschluß gefaßt habe, die Jüdische Zeitung in Wien unter Mitwirkung der Zionisten, speziell aus den Distrikten Innerösterreich und Mähren-Schlesien, zum offiziellen Parteiorgan auszugestalten und daß bereits der letzte D. T. das D. K. zu diesbezüglichen Unterhandlungen ermächtigt habe. Nach längerer Debatte, an der sich die Herren Dr. tZweig, Dr. Pollak, Neumann, Huber, Blume, Spitzer, beteiligten, wurde fotzende Resolution gefaßt: 1. Die Vertrauensmänner-Konferenz der mährisch-schlesischen Zionisten vom 21. Juni 1914 beschließt die Schaffung eines Pressefonds in der Höhe von t 5000 Kronen, mit welchem sich der Distrikt an der Jüdischen Zeitung ,zu beteiligen habe, die zum offiziellen Parteiorgan auszugestalten ist. ,, 2. Der Pressefonds ist Eigentum des Distriktes, wird vom jeweiligen D. K. verwaltet. Ueber denselben muß das D. K. jedem D. T. Rechenschaft legen. 3. Mit der Sammlung wird das D. K. betraut. Das D. K. wird ermächtigt, die Höhe des von den einzelnen Vereinen und Ortsgruppen aufzubringenden Beitrages festzusetzen. 4. Die Art und Weise der Aufbringung der Beiträge .bleibt den einzelnen Vereinen und Ortsgruppen überlassen. Ungarn Budapest. Der Verein zionistischer Bürger „Dr. Theodor Herz!“ hielt am 7. Juni eine Sitzung ab. Der Präsident, Herr Alexander Horvät, erörterte in seiner Eröffnungsrede das Verhältnis des Zionismus zur Religion. Seinen Ausführungen folgte eine rege Diskussion. Sekretär Reich faßte dann das Ergebnis der Debatte kurz zusammen. Berthold Horowitz hielt sodann einen Vortrag über Dr. Max Nordau. Ueber laufende Angelegenheiten referierte Sekretär Samuel Reich, auf dessen Antrag beschlossen wurde, die Sammlungen zugunsten des Hebräischen Schulwerkes energisch weiter zu betreiben und die Durchführung des Beschlusses der Propagandakommission zu überweisen. Pozsany (Preßburg). Der Verein „Ahavat-Cion“ hielt am 7. Juni seine diesjährige Generalversammlung ab. Vorsitzender Moritz Steiner hielt die Eröffnungsrede. Sein Antrag, Herrn S. Bettelheim zum Ehrenmitglied zu wählen, wurde angenommen. Von den Berichten ist hervorzuheben, daß die Sammlungen für den Nationalfonds unter Leitung des Herrn Gg. David Era Weiß im Berichtsjahre wieder aufgenommen wurden. (Eine lange Zeit waren die Sammlungen gänzlich vernachlässigt.) Im Namen des neugewählteu Vorstandes dankte Präsident Dr. Weil für die Wahl und führte aus, daß der neue Vorstand durch friedliche, intensive und dem Parteihader fernstehende Arbeit den Verein reorganisieren und einer gedeihlichen Entwicklung zuführen will. Nach einer Ansprache des Rabbiners Dr. Funk wurde die Versammlung geschlossen. Schweiz Delegiertentag des Schweizer Zionisten-Verbandes (Eigener Bericht) D.— Der 17. Delegiertentag des Schweizerischen Zionisten verbau des fand am Sonntag, den 21. Juni, in Bern im Hotel Eiger statt. Die Tagung war von 24 Delegierten beschickt, die 13 Vereine vertraten. Zum Präsidenten wurde Herr Dr. C. L e v y - Biel gewählt. Begrüßungsschreiben liefen vom Actions-Gomite und der Zionistischen Vereinigung für Deutschland ein. Den Delegiertentag begrüßte der Präsident der Berner Kultusgemeinde, Herr Bo ne ff, sowie die Vertreter der zionistischen Studentenvereinigung „Kadimah“ und des Akadem. Zionistenverein Bern. Zu Beginn der Tagung übersandte der Delegiertentag Herrn David Wolffsohn, der sich in der Schweiz aufhält, ein Begrüßungstelegramm. In seinem Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr konstatierte der Präsident des Verbandes, Herr Dr. P i n k u s - Zürich, eine

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