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Die Welt · 1914-06-26 · 26 (26.6.1914) · p. 638

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
26 (26.6.1914)
Article
Hebräische Universitätsbibliothek zu Jerusalem
Date
1914-06-26
Page
638 (sequence 2)
Language
German
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638 Nr. 26 DIE3§0ELT Bei der Sendung von Büchern bitten wir noch darauf zu achten, daß jedes gespendete Buch den Namen des Schenkenden tragen soll, oder wie es in manchen Fällen gewünscht wurde, den Namen eines teuren Verstorbenen. Diese Name® werden in einem Exlibris in jedes Buch eingetragen. Wir bitten, zu diesem Zwecke uns immer genau den Namen hebräisch und auch mit lateinischen Buchstaben angeben zu wollen. Alle Bücher sind zu senden an Bibliothekar Dr. Heinrich! Loewe, Berlin NW. 52, Flemingstraße 12, Hof III. Aus der poale-zionistisehen Bewegung Vom Jaffaer Arbeitssekretariat Das Jaffaer Arbeitssekretariat des poale-zionistischen Weltverbandes hat soeben an alle Organisationen einen Zirkularbrief (Nr. 3) verschickt, dem wir folgende interessante Einzelheiten über die Tätigkeit dieser Institution und über die Lage in Palästina entnehmen. •Das Arbeitssekretariat ist bestrebt, den größten Teil seiner Tätigkeit auf die Städte Palästinas zu konzentrieren, da die Landarbeiter m Judäa und Galiläa bereits ihre Organisationen besitzen und überhaupt entwickelter und bewußter sind als die städtischen Arbeiter, die ihren Klasseninteressen und den Interessen des neuen Jischub ganz apathisch gegenüberstehen. Der Boden ist für städtische Fachverbände mit wenigen Ausnahmen noch nicht reif. Man muß daher andere Institutionen schaffen, die die Arbeiter in den Städten erziehen sollen. So hat der „Beth hapoalim" in Haifa Abendfachkurse geschaffen, in Jaffa haben einige Lehrer mit Hilfe des Arbeitssekretariats Kurse für Zeichnen, Rechnen, Hebräisch, Mechanik und Physik (letztere für Schlosser) eröffnet. Nächstens soll auch ein Kursus für praktische Chemie eröffnet werden. In Jerusalem ist ein Schusterverein und ein Tischlerverein ins Leben gerufen worden. Diesen soll bald ein Schlosserverein folgen. Das Sekretariat plant die Schaffung einer populären hebräischen Fachliteratur. Zunächst sollen Sammelbücher über das Drucker- und Baufach erscheinen. Im Mittelpunkte der ganzen Tätigkeit des Arbeitssekretariats steht das Arbeitsinformationsbureau (lischkath awodah). Die Beziehungen zu den Arbeiterausschüssen (waadej hapoalim) sind bereits geregelt. Die Konferenz der judäischen Landarbeiter hat beschlossen, mit dem Arbeitssekretariat bezüglich der Regelung des Informationswesens m Palästina selbst eine Vereinbarung zu treffen. Sobald dies geschehen sein wird, wird das Arbeitssekretariat sich um so energischer der Information des Auslandes und der Arbeit in den Städten widmen können. Der Informationsapparat funktioniert übrigens schon jetzt ziemlich gut. Das Arbeitssekretariat steht mit den Informationsbureaus in Wien und Odessa in Verbindung, außerdem mit dem russischen Zentralkomitee der Ica, das die vom Arbeitssekretariat einlangenden Informationen an seine 450 Abteilungen in Rußland verschickt. So erhält der Emigrant die notwendigen Informationen schon in seinem Wohnort. So werden einerseits Elemente, die für Palästina notwendig sind, herbeigezogen, andererseits können Elemente von der Einwanderung abgehalten werden, die vorläufig in Palästina keine Aussicht auf lohnenden Erwerb haben. So werden viele vor Enttäuschungen bewahrt. „Ueberhaupt" — heißt es weiter im Bericht — „ändert sich jetzt der ganze Charakter der Einwanderung. Der größte Teil der Einwanderer besteht zwar noch immer aus Unverheirateten, der Prozentsatz der Familien wächst jedoch stetig. Es kommen noch immer junge Leute, bloß durch den inneren Wunsch getrieben, am Aufbau der jüdischen Zukunft mitzuarbeiten. Aber immer öfter kommt man nach Palästina, weil man beginnt, Palästina als ein Land zu betrachten, in dem jeder Jude zu jeder Zeit Erwerb finden kann. Leider kommt diese Popularität des Landes zu früh." Der vergangene Winter brachte den Arbeitern große Schwierigkeiten. In Pethach-Tikwah waren oft wochenlang 40 bis 50 Arbeiter ohne Beschäftigung, Chederah hat im Laufe des Winters die Aufnahme neuer jüdischer Arbeiter abgelehnt, Rechowoth hat kaum 100 jüdische Arbeiter beschäftigt, Ness Zionah 60. Auch in Galiläa war für Neuangekommene sehr wenig Arbeit. Die Unterbringung der Neueingewanderten war so 'mit großen Schwierigkeiten verbunden. Die Ursachen liegen großenteils darin, daß die jüdischen Kolonien jüdischen Arbeitern keine Beschäftigung geben. So -wuchs die Zahl der Arbeiter, denen das Informationsbureau keine Arbeit verschaffen konnte, mit jedem neu ankommenden Schiffe. Das Arbeitssekretariat hat sich daher an einige Jischub-Institutionen und größere Unternehmer gewendet, öffentliche Arbeiten, wie Bodennivellierungen, Chaussee- Bauten u. dgl. vorzunehmen, was teilweise versprochen wurde. Durch den Gemeinderat von Tel-Awiw hat das Sekretariat erwirkt, daß einige Unternehmungen in Jaffa mehr jüdische Arbeiter anstellten. Das Palästinaamt beabsichtigte auf den Vorschlag des Arbeitssekretariats eine spezielle Beratung über die Arbeitslosigkeit einzuberufen; dieser Plan ließ sich aber infolge der durch den Streik in Sedschera geschaffenen Situation nicht verwirklichen. Auf die Initiative Dr. Ruppins fand jedoch eine Beratung des Leiters des Arbeitssekretariats mit einigen Unternehmern statt. Das Arbeitssekretariat hat die interessierte Oeffentlichkeit über die Lage in Palästina durch 25 Zeitungen informiert. Für ungelernte Arbeiter ist es zurzeit ratsam, ihre Reise ßis zum Herbst aufzuschieben; Bautischler, Maurer, Bäcker, Wäscherinnen können Beschäftigung finden. Die Arbeitslosigkeit hängt mit dem Problem der jüdischen Arbeit eng zusammen, das eingehend besprochen wird. Hierauf wird der bekannte Streik in Sedschera besprochen, wo die „Agudath Nelaim“ unter dem Deckmantel der gemischten Arbeit im wesentlichen nichtjüdische Arbeit einführen . wollte. Im Laufe der Berichtsperiode (vom 11. Cheschwan bis zum 1. Nissan) haben sich 392 Leute an das Informationsbureau um Arbeit gewendet, darunter 324 Neuangekommene. Bekommen haben Arbeit 167, darunter 134 in den Kolonien, 33 in den Städten. Unter den Arbeitsuchenden waren 235 fachlich ausgebildete Arbeiter, 156 ohne bestimmte Profession. Unter den 499 eingelangten Briefen waren 147 Anfragen aus dem Ausland, das Informationsbureau hat S26 Briefe (175 nach dem Ausland) verschickt. . Das Arbeitssekretariat hat eine Beratung von Agronomen organisiert, die einen genauen Arbeitsplan für die „Achwah" (die von den amerikanischen Poale Zion geplante landwirtschaftlich-industrielle genossenschaftliche Siedlung) ausgearbeitet hat. Auf Veranlassung des Arbeitssekretariats haben auch Dr. Zagorodsky und „Agudath Nelaim“ Achwah-Pläne ausgearbeitet. Eine Gruppe von palästinensischen Arbeitern, die sich der „Achwah" anschließen wollte, hat ebenfalls einen Arbeitsplan vorgelegt. Alle diese Pläne stimmen darin überein, daß die „Achwah“ vorläufig von der Industrie absehen und sich hauptsächlich auf die Landwirtschaft .stützen soll. Das ist das Wichtigste aus dem interessanten Berichte der poale-zionistischen Vertretung in Palästina. Wir werden in anderem Zusammenhang auf diesen Bericht und insbesondere auf die Urteile der Arbeiterschaft über das Problem der jüdischen Arbeit zurückkommen. Misrachi Sitzung des Misrachi-Zentral-Komitees Am Sonntag, den 7. und Montag, den 8. Juni, fand in Hamburg hn Logenheim eine Sitzung des Zentral-Komitees der Zionistischen Föderation „Misrachi" statt. Außer den Mitgliedern des Zentralbureaus: Herren Dr. L. Franck, Rechtsanwalt David und Rechteanwalt Dr. Möller waren zu der Sitzung

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