Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 26 (26.6.1914)
- Article
- Eine populäre Herzl-Broschüre [Nachricht]
- Date
- 1914-06-26
- Page
- 635 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26 635 dies^elt Wiederaufbau von Besseba und El - Audje (Augustopolis, Eboda) in den Jahren 1904 bis 1906 gemacht. „Oestlich von Negeb, in dem Al’Araba genannten Teile des syrischen Grabens ließe sich nördlich ,von Akaba, dem berühmten Hafen Aelath am Roten Meer, eine Fläche von 100 km Länge und 15 km. Breite in einen einzigen Dattelpalmengarten leicht umwandeln, da man dort überall in geringer Tiefe reichlich Grundwasser findet.“' Fast noch günstiger sind die Verhältnisse im alten Madjan, wo beinahe alle Küstentäler das ganze Jahr hindurch Wasser führen. Die Hochebene des alten Moab und Edom bietet auf 14 000 qkm günstige Bedingungen der Bewirtschaftung. Hier sind unzählige Ruinen von Städten, Dörfern, Weihern, Gartentürmen, Wasserbehältern und Zisternen, die die Kulturfähigkeit dieses Bodens deutlich bezeugen. In ähnlichem Sinne äußert sich Musil über die Gegenden von Palmyra und bei Aleppo, um heute wüst liegende Gebiete Mesopotaniens und Nordarabiens. Nirgends sei hier eine Austrocknung oder sonstige Klimaveränderung vor sich gegangen, wie sie von manchen behauptet wird. Die Aendertmg in den Kulturverhältnissen sei nur durch den Menschen verschuldet. — Uns interessieren hiervon vor allem die an Palästina angrenzenden Gebiete. Gerade diese südlichen Grenzländer bieten uns insofern ein besonderes Interesse, als sie gegenwärtig völlig menschenleer sind, so daß dort — wenn die Kulturmöglichkeiten wirklich so außerordentlich günstig wären (in der Tat kann relative Gunst der Verhältnisse bei vielen der erwähnten Gebiete längst nicht mehr bezweifelt werden) — die Ausdehnung unseres Ansiedlungswerkes den allergeringsten Schwierigkeiten begegnen würde. Ein anderes Element als das jüdische kommt in absehbarer Zeit für die Besiedlung dieser Landstriche nicht in Frage, so daß sich hier sehr schöne Perspektiven unserer Nachbarländerpolitik (z. B. ein zusammenhängendes Kolonisationsgebiet vom Mittelländischen bis zum Roten Meere!) ergeben würden. Die Rede Zangwills, in der er daran denkt, ein gemeinsames Tätigkeitsgebiet für die Ito und den Zionismus ausfindig zu machen, haben wir mit der Bemerkung begleitet, daß wir bezweifeln, ab diese Rede auf die Beziehungen der Ito zum Zionismus von Einfluß sein wird. Inzwischen sind in Itokreisen Stimmen gegen Zangwill lautgeworden. Der Warschauer Ito-freundliche „Haint“ erteilt Zangwill eine deutliche Absage. Das Blatt schreibt: „All diese Redereien und Projekte, der Brief von Dr. Stein usw., beweisen zum Ueberfluß, wie oft selbst Generale mit den Grundtendenzen der Bewegung, deren Führer sie angeblich sind, nicht vertraut sind. Zionismus und Territoriatismus sind nicht nur zwei Pläne, die darauf abzielen, das jüdische Volk zu retten. Sie sind zwei verschiedene Weltanschauungen. Der echte Territorialismus kann so wenig zum Zion ismus zurück keh r.e n, wie der erwachsene Mensch zu seinem Kindesalter. Wohl kann der Erwachsene des öfteren von der schönen Jugend träumen und sich der Sehnsucht nach der Jugend hingeben. Er kann sie aber nicht mehr zurückbringen. Der Zionist ist romantisch, der Territorialist realistisch; der eine sehnt sich nach der Vergangenheit, der andere strebt nach einer Zukunft. Der eine betrachtet sämtliche Erscheinungen vom Standpunkte Zions, der andere steht auf dem Boden des Volkes und seiner realen Interessen.; Vom Territorialismus führen verschiedene Wege zur Gegenwart, zu den verschiedenen Gegenwartsinteressen, auf denen die jüdische Zukunft aufgebaut werden kann. Einen Weg zum Zionismus gibt es aber für uns nicht. Darum sind alle die Projekte der Führer Luftschlösser, die keinen realen Boden unter sich haben. Der Territorialismus als Volksidee wird nicht verschwinden.“ AUS DER BEWEGUNG r Mitteilungen des Zentralbureaus Eine populäre Herzl-Broschfire Soeben erschien als erstes Heft der Zionistischen Broschüren-Bibliothek die Broschüre Theodor Herzl von Dr. Osias Thon. Die Broschüre, die ein gutes Bild des Lebens und Wirkens Theodor Herzls gibt, dürfte zweifellos als eine wertvolle Bereicherung der Herzl-Literatur allgemein begrüßt werden. Ihr niedriger Preis macht sie insbesondere zur Massenverbreitung geeignet. Die Herzl-Broschüre umfaßt 40 Seiten Klein-Oktav in vornehmem farbigen Umschlag und kostet, wie alle Hefte der Zionistischen Broschüren-Bibliothek, 10 Pfg-, bei direktem Bezug durch das Zionistische Zentralbureau 15 Pfg. Vereine und Organisationen erhalten bei gleichzeitigem Bezug von mindestens 200 Exemplaren 10 o/o Rabatt „ 500 „ 20 c/o „ 1000 „ 30 o/o „ Der billige Preis der Broschüren-Bibliothek macht die Vermeidung jeder Buchung und aller überflüssigen Korrespondenz erforderlich. Es wird daher ersucht, die Bezugsbedingungen streng zu beachten und Bestellungen nur unter gleichzeitiger Einsendung des Betrages zuzüglich Porto zu machen. Auf ein Postpaket gehen 220 Stück. Herr N. Sokolow, Mitglied des E. A. C., ist von seiner dreimonatlichen Palästinareise nach Berlin zurückgekehrt. Generalversammlung des Jüdischen Nationalfonds Am 9. Juni d. Js. fand in den Räumen des Zionistischen Zentralbureaus in Berlin die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Jüdischen Nationalfonds statt. Es waren folgende Herren anwesend: Vorsitzender Justizrat Dr. Bodenheim er, Dr. A. Friedemann, Dr. A. Hantke, Dr. Victor Jacobson, Dr. Alfred Klee, Leo Motzkin, I. Naiditsch, Dr. E. W. Tslchlenow, Prof. Dr. O. Warburg, ferner die Sekretäre Herren N. Gross und Ing. Kaplansfcy. Eine Anzahl von Mitgliedern waren an der Teilnahme verhindert und bevollmächtigten anwesende Mitglieder des Nationalfonds mit ihrer Vertretung. Alrs Gäste waren ferner anwesend die Herren Dr. Schmarja Lew in und Dr. Franz Oppenheimer. Der Generalversammlung wurde ein schriftlicher Bericht des Hauptbureaus unterbreitet, sowie die Bilanz des Jüdischen Nationalfonds und der Rechnungsabschluß für das Jahr 1913. 23532323484853482353534853532323 232323534823484848482323895353