Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 25 (19.6.1914)
- Article
- Prag [Nachricht]
- Date
- 1914-06-19
- Page
- 615 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 25 die: 3elt 615 Oesterreich Prag. Der Jüd. Frauenverein in Prag veranstaltete auf Anregung der Zentrale der Frauen-Weltorganisation anläßlich des Schewuothfestes seinen ersten Blumentag in Prag. Es handelte sich um einen kleinen Versuch, der aber mit Rücksicht darauf, daß nur unsere Ausschußmitglieder tätig waren, als gelungen bezeichnet werden kann. Der Reinertrag wurde dem Jüd. Frauen verein zugewiesen. Prag. Am Vormittag des 25. Mai fanden im Festsaale des jüdischen Rathauses zwei Vorträge über die jüdische Tumbewegung statt. Herr M. U. C. H elf mann begrüßte in einer hebräischen Ansprache das zahlreich erschienene Publikum. Herr Dr. Lud. Singer (Prag) sprach über die Bedeutung der jüdischen Tumerschaft. Herr Dr,/Josef Markus (Breslau) sprach über die Tumerfahrt nach Palästina, die er und 30 andere jüdische Turner unternommen hatten. Der Feier folgte am Nachmittage desselben Tages ein Wett- und Propagandatumen sämtlicher Abteilungen des „Makkabi“. Besondere Erwähnung verdient das Preis- und Wettumen der Damen. Als Siegerinnen in den einzelnen Abteilungen gingen hervor: Frl. Klara Mautner, Irma Bondy, Therese Stein und Rosl Fried. Brünn. Auf Anregung der Zionistischen Frauen-Weltorganisation veranstaltete der Zionistische Mädchenbund „Mirjam“ in Brünn einen Blumentag, an welchem 240 Kr. eingenommen wurden. Davon erhält der Jüdische Nationalfonds -fz, der Turnhallenfonds des Jüdischen Turnvereins in Brünn Vs- Mähr.-Ostrau. Am 14. d. M. veranstalteten die jüdischnationalen Vereine Mähr.-Ostraus ein gemeinschaftliches Sommerfest zugunsten des Zentralfonds. Der Volksverein Zion, der Turnverein Makkabi und der Handlungsgehilfenverband hatten das Komitee gebildet. Der Besuch war ein überaus befriedigender und dank der hingehenden Arbeit der in den Verkaufszeiten tätigen Frauen und Mädchen wird ein Reinertrag von mehreren hundert Kronen dem Zentralfonds zugewendet werden können. Vielen Beifall fand das Schauturnen des Turnvereins, sowie der Einmarsch und die im Rahmen des Festprogramms vollzogene Fahnenweihe des Wanderbundes „Blau-Weiß“. Paris. Am 12. Mai sprach Dr. Salkind aus London im Verein „Zarphes“ über die Achusah-Bewegung. Er lud den Verein ein, der Londoner Achusah beizutreten, in deren Namen er soeben in Palästina das Gut Kerkur erworben hatte. Er gab noch einen genauen U eberblick über das Wesen der Achusah, die es jedem ermögliche, seine Palästinaliebe persönlich in die Tat umzusetzen. Die Mitglieder des „Zarphes“ waren prinzipiell zum Zusammenschluß bereit; derselbe war jedoch nicht durchführbar, weil die Londoner Genossen mit ihren Einzahlungen einen zu weiten Vorsprung hatten. Es wurde daher beschlossen, eine eigene Gründung zu unternehmen und dafür eifrige Propaganda zu machen. Die Beiträge wurden auf 100 Frcs. pro Monat festgesetzt. Türkei Konstantinopsl. Sonntag, den 7. Juni, fand das fünfte Kreistumfest des Jüdischen Turnvereins „Maccabi“ in Konstantinopel in Anwesenheit von mehr als 2000 Personen statt. U. a. waren erschienen: Der amerikanische Botschafter Henry Morgenthau mit Familie, der Gouverneur von Pera, Kiany Bey, der deutsche Vizekonsul, ein Vertreter des italienischen Botschafters, der portugiesische Generalkonsul de Mesquita, der Großrabbiner der Türkei Haim Nahum Effendi, mehrere höhere türkische Offiziere, Vertreter der jüdischen Institutionen und Gemeinden, Delegierte türkischer, griechischer und deutscher Turn- und Sportvereine usw. Der Minister der öffentlichen Arbeiten und der Kommandant der Militärschulen hatten telegraphisch ihre Glückwünsche ausgesprochen. Das Fest, an dem sich über 300 Turner aktiv beteiligten, nahm einen ausgezeichneten Verlauf. Schluß des redaktionellen Teiles Ungarn Fiume. Um den Eindruck, den unser erster Vortrag, über den wir in der „Welt“ bereits berichtet haben, zu verstärken, beriefen wir vor einigen Tagen eine neue Versammlung in großem Stile ein, die unter sehr reger Teilnahme aller Schichten der jüdischen Bevölkerung unseres Ortes am 8. d. M. in einem der größten Säle Fiumes stattfand. Es sprach Herr Dr. K a d i s c h aus Abbazia über „Die modernen^ Strömungen im Judentume“ und Herr Gustav Kohn aus Abbazia über das Thema „Was will der Zionismus“. Die gediegenen Ausführungen der beiden Redner wurden oft von Beifall unterbrochen, und nach den Vorträgen erfolgten zahlreiche Beitrittserklärungen. — Anschließend fand die Generalversammlung statt, in der Herr Adolf Engelsberg zum Präsidenten und Herr Eugen Berl zum Vizepräsidenten gewählt wurden. Frankreich Ein jüdischer Volksliederabend in Paris lm vorigen Winter gab hier Frau Alvina-Alvi, von der Oper in St. Petersburg, ein Konzert jüdischer Volkslieder, das ein gewisses Aufsehen erregte. Ein zahlreiches Publikum war erschienen, das von der Innigkeit der Ghettolieder und der kunstvollen Interpretation durch' die Sängerin begeistert war. Der glänzende Erfolg bewog Frau Alvina-Alvi, vorige Woche ein neues Konzert zu geben, das diesmal vom „Echo Sioniste“ arrangiert wurde. Es kann als ein Zeichen der auch in Paris sich vollziehenden Wandlung der jüdischen Meinung angesehen werden, daß über 600 Personen der Einladung zu einem jüdischen Konzert folgten. Der Abend war aber nicht nur von jüdischem Standpunkt aus bedeutsam, sondern auch künstlerisch hervorragend. Bel der Administration «.Die Welt“ sind eingegangen: Für das Mikrobiologische Institut: .»Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut“ SiegmnncL Eppler, Wien K. 2.— — Jt 1.68; Beono Lichtenstem,"Wien K- 2.— — M 1.68; Prof. Kellner, Wien K. 1.— »m Jt —.81; Johann Kremenezky, Wien K. 10.— — M 8.40; Ing. Josef Seidener, Wien K- —.60 =* M —.42; Heinrich Lederer, Wien K_ —.60 — Jt —.42; Leo Weise, Wien K. 1-— M —.84; Oswald Weise, Wien K- 2.— — M 1.68; Julias Weiss, Wien K. 1.— — M —.84; Dr- Elkan Weiss, Wien K.2.— — Jt 1.68; Emanuel Lockspeiser, Boryslaw BL L— — JC —.84; Kais. Bat Emil Broch, T&mow K. — 50 — Jt —.42; Kais. Bat C. Hirsch, Wien K. 5.- M 4u20; Heinrich Bord, Lemberg K.6.— — Jt 5.04; Fisch el Engelstein, Metz Jt — .60; Simon Gerstenhaber Jt —.30; Josef Präokel M —.30; Jona Holdner Jt —.20; Isak Großmann Jt —.26 Simon Thau, Metz,* —,25. Illillllllll Geschäftliche Mitteilungen lüiiiliiiii Midraschah. Die bekannte Zigarettenpapier- und Hülsenfabrik Jac Schnabl & Co. in Wien XIX bringt zufolge eines mit dem Kuratorium des hebräischen Gymnasiums in Jerusalem geschlossenen Vertrages für die jüdischen Raucher Zigarettenpapier, Zigarettenhülsen und Papier-Zigarettenspitzen unter dem Namen „Midraschah“ nsma in Verkehr und fallen von deren Erlös 5 °/o dem hebräischen Gymnasium in Jerusalem zu. — Es ergeht somit an die gesamte Judenheit die Bitte, die Erhaltung des hebräischen Gymnasiums in der Weise zu unterstützen, daß nur Zigarettenpapier, Zigarettenhülsen und Papier-Zig.-Spitzen „Midraschah“ verlangt werden. — „Midraschah“ wird aus bestem, echt ägyptischem Vergepapier erzeugt und entsprechen sowohl die Hülsen als auch die Zigarettenpapiere allen Anforderungen der Hygiene. — Wo „Midraschah“ nicht erhältlich ist, wende man sich wegen der nächsten Verkaufsstellen an den Vertreter obiger Firma, M. Tramer in Bielitz. Wir verweisen auf das Inserat dieser Firma in der dieswöchigen Nummer. DS.R US DER Z EIT