Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 18 (1914)
- Issue
- 25 (19.6.1914)
- Article
- Unsere Schulen [Nachricht]
- Date
- 1914-06-19
- Page
- 614 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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614 DIENTE LT Nr. 25 Jetzt beginnen bereits Schüler aus Rußland für die hebräische Realschule in Haifa einzutreffen, und täglich häufen sich diesbezügliche Anfragen aus Rußland. Das gleiche gilt vom Jerusalemer Hebräischen Gymnasium und von der landwirtschaftlichen Mittelschule in Pethach-Tikvvah, welche bereits 48 Schüler zählt, darunter 27 aus Rußland. Es wäre im allgemeinen und auch im Interesse der Schüler selbst zu wünschen, daß die Schüler sich immer mehr auf die einzelnen Schulen -verteilen, da in Jaffa die Wohnungsnot bereits bedenkliche Formen angenommen hat und für viele Schüler die hohe Miete einfach unerschwinglich ist. Eröffnung einer Filiale der Anglo-Palestine Company in Gaza Diese Woche ist in Gaza, der südlichsten und Aegypten am nächsten gelegenen Stadt Palästinas, eine Filiale der Anglo- Palestine Company, der zionistischen Palästinabank, eröffnet worden. In Gaza besteht seit altersher eine jüdische Gemeinde, die aber in letzter Zeit immer mehr zusammenschrumpft. Hoffentlich gelingt es der Filiale des jüdischen Institutes, an deren Spitze der auch durch seine literarische Tätigkeit bekannte Abraham I Im a lech tritt, zur Stärkung der dortigen Gemeinde beizutragen. Die Gegend von Gaza eignet sich vorzüglich zur Anlegung von Trockenpflanzungen. In den letzten Jahren entstand dort die Siedlung Ruchamah, etwa zwei Stunden von Gaza entfernt. Die relativ niedrigen Bodenpreise werden die Anlegung weiterer Siedlungen veranlassen. aus Amerika hach Palästina sich begeben wird, um die Lage und die Möglichkeiten der Kolonisation zu studieren. Die Arbeiten für die Chaussee Jaffa—Gaza haben bereits begonnen. Ebenso trifft man im Keller von Rischon le - Zion die Vorbereitungen für die Arbeiten der kommenden Weinlese, wodurch eine große Zahl jüdischer Arbeiter Beschäftigung finden werden. In letzter Zeit weilte in Palästina eine Art Revision des Kolel Chabad. Wie ernst sie ihre Aufgabe erfaßte, zeigt der Umstand, daß sie in Jerusalem durch Plakate die Bevölkerung zur freien Meinungsäußerung und zum - Unterbreiten von Vorschlägen aufforderte. Sie hat auch den Gedanken in Erwägung gezogen, für die Mitglieder des Kolel in der Nähe Jerusalems eine ländliche Siedlung zu gründen. Die türkische Postverwaltung in Jerusalem hat in der sogenannten Judengasse eine Filiale eröffnet.* Im Jerusalemer Bethaus sprach J. Feldmann über das Verhältnis der arabischen Presse zum Jischuw. Ein Aeroplan der palästinensischen Juden fürldie Otto manische Regierung Die Juden Palästinas haben beschlossen, der Ottomanischen Regierung einen Aeroplan zu schenken. In der letzten Generalversammlung des auf dem Gelände des Jüdischen Nationalfonds erbauten neuen Stadtviertels Tel-Awiw bei Jaffa wurde beschlossen, sich an dieser Sammlung mit 1000 Frcis. zu beteiligen. Kleine Nachrichten Die letzte Generalversammlung von Tel-Awiw engagierte Dr. S o c k i n für die sanitären Angelegenheiten der Siedlung und bewilligte 1000 Frcs. für den Aeroplan, den die Juden Palästinas der türkischen Regierung schenken und 750 Frcs. als jährlichen Beitrag für den heimischen Kindergarten. — Es wurden zugleich zur Bekämpfung der Bodenspekulation, die jetzt überhand nimmt, Maßregeln getroffen. Auf Anregung des Palästinaamtes wandte sich der Vorstand der judäischen Kolonien mit einem Rundschreiben an die Kolonien, in welchem er sie aufforderte, für die Beschäftigung der jetzt zahlreichen Arbeitslosen Sorge zu tragen. Einige Kolonien haben der Aufforderung Folge geleistet. In Jaffa wurde der jüdische Bäckermeister Jizchak Katz, als er in der Nacht einige Araber beim Diebstahl im Mehlspeicher ertappte, von diesen niedergeschossen. Katz war ein Mann von großer jüdischer Bildung und beteiligte sich aktiv an verschiedenen Institutionen. Durch sein Gewerbe verschaffte er auch einigen anderen Familien lohnenden Erwerb. Er unterhielt auch im Hause einige Waisen. Die Beerdigung geschah unter großer Beteiligung. Es gelang bald, die Mörder zu ergreifen. Das Jerusalemer Blindeninstitut absolvierten dieser Tage drei Zöglinge. Zwei von ihnen eröffnen in Jaffa eine Werkstatt für geflochtene Strohstühle. Rafael Gotz, der bekannte Palästinafreund, und Abraham K a h a n a, der Herausgeber des neuen wissenschaftlichen Kommentars zu der Bibel, bereisen jetzt als Touristen Palästina. Die „Hacherut" veröffentlicht ein sehr interessantes Interview ihres Konstant!nopeler Korrespondenten mit Botschafter Morgenthau über seine Palästinareise. Der Botschafter erklärte, daß das neue jüdische Palästina auf ihn einen mächtigen Eindruck gemacht habe und er sei auch bereit, diesem Werke des Friedens, der Kultur und des edelsten Idealismus zu helfen. Er sei besonders über die Liebe zur hebräischen Sprache gerührt. Als Gegenstand seines besonderen Studiums betrachte er die Beziehungen zwischen den Juden und den Arabern. Er teilte auch mit, daß demnächst auf Betreiben des Rabbi Stephan W i s e eine Kommission von 3—5 Personen AUS DER BEWEGUNG AUSWEIS Schekel 5674 Eingänge vom 9. bis 17. Juni 1914 Vereinigte Staaten von Nord-Amerika. . New-York: Federation of American Zionists (Spez. folgt in der nächsten Nr.) .... Doll. 883 50 J0 3710.70 Südafrika. Johannesburg: South-African Zionist Federation £ 44.13.— J0 910.60 Galizien. Lemberg: Zentral-Komitee der Galizischen Zionisten Kr. 600 J0. 507.— Holland. Groningen.Hfl. 40,20 Meppel. „ 26.40 Deventer. „ 22.20 Haarlem., 20.40 Utrecht. „ 15,— Misrachi. „ 12.— Gouda.. „ 10.20 Noord Brabant. „ 9.— Twenthe. , 5,40 Haag. „ 1.20 Podee Zion '. —.60 Hfl. 162 60 JC 292.68 Rußland. Ljachowitz.21.— Rjasan.. 55.— Tiflis. 109.— Australien. Anckland: Zionist Society .... £ 5.—.— Ka n a d a. Montreal: Federation of Zionist Societies of Canada Doll. 10.— Jt. 185.— JC 102.— JC 42.— In den vorhergehenden Nummern ausgewiesen Jk 19 806.38 Dazu Ausweis dieser Nummer.„ 5 749.98 Insgesamt bisher eingegangen Jk 25 556.36