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Die Welt · 1914-06-19 · 25 (19.6.1914) · p. 613

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
25 (19.6.1914)
Article
Neue Wahlen für den Jerusalemer Provinzialrat [Nachricht]
Date
1914-06-19
Page
613 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 25 OIE 613 PALÄSTINA-RUNDSCHAU immiimmi? Neue Wahlen kür den Jerusalemer Provinzialrat (Von unserem Berichterstatter.) Der Jerusalemer Gouverneur erhielt die telegraphisch; Mitteilung aus Konstantinopel, wonach demnächst neue Wahlen für den Medschliss Umumi stattfinden sollen. Als Wahlmodus dient das Reglement für die Parlamentswahlen, wie es erst kürzlich angewandt wurde. Bekanntlich hatten wir Juden bis jetzt im Jerusalemer Provinzialrat, der aus 13 Mitgliedern bestand, keinen Vertreter. Da aber einige Mitglieder dieser Körperschaft als Abgeordnete nach Konstantinopel gingen, so waren zwei jüdische Ersatzmänner, J e 11 i n und A n t e b i, an der Reihe, in diese Körperschaft einzutreten. Da aber Neuwahlen ausgeschrieben wurden, ist es bei dem hier herrschenden Indifferentismus selbst der führenden Kreise fraglich, wie diese für uns günstig ausfallen »werden. Blumenfest In Tel-Awiw Letzten Donnerstag wurde in Tel-Awiw ein Blumenfest veranstaltet, welches alle bisherigen ähnlichen Darbietungen bei weitem übertraf. Zum Gelingen des Festes trugen hauptsächlich zwei neue Gruppen bei: Die Schüler der Alliance-Schule in Mikweh-Israel und der Verein junger Jemeniten. Die Schüler aus Mikweh kamen in langem Zug mit ihren Arbeitsgeräten und landwirtschaftlichen Maschinen, die sämtlich mit grünem Laub geschmückt waren. In Tel-Awiw machte die Beteiligung der Ackerbauschule einen starken Eindruck, sie brachte Erdgeruch in die Veranstaltung. Bedenkt man, daß die Alliance-Schulen sich bis zuletzt von dem jetzt in Palästina herrschenden nationalen Geiste hermetisch abgeschlossen hatten, so begreift man auch, weshalb die Mikwehschüler besonders herzlich mit dem Ruf: „T'chi Mikweh Israel haiwrith 1" (Es lebe das hebräische Mikweh - Israel ’) begrüßt wurden. Nicht minder stark war der Eindruck, den die jungen Jemeniten machten. Sie erschienen in altjemenitischer Tracht und suchten das Fest der Bikurim darzustellen. — Die Beteiligung des Publikums war ungemein groß. Auch viele Araber waren anwesend und nahmen am Feste lebhaften Anteil. Der Reinertrag, der zirka 600 Frcs. beträgt, ist zur Hälfte für den Jüdischen Nationalfonds und zur Hälfte für das hiesige Waisenhaus und die Kindergärten bestimmt. Jüdischer Wächter gesucht Die deutsche Kolonie Sarona bei Jaffa annoncierte in den hebräischen Zeitungen des Landes, daß sie einen jüdischen Wächter sucht, um ihm die Organisierung des gesamten Bewachungsdienstes — Kolonie, Pflanzungen und Felder — zu übertragen. Damit hat diese Templerkolonie von neuem den Beweis erbracht, daß sie von jeder nationalen Engherzigkeit frei ist. Andererseits liegt darin ein unparteiisches Zeugnis für die Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit der jüdischen Wächter, die übrigens auch die arabischen Effendis engagieren wollen. Wie wir hören, hat ein Kolonist aus Pethach-Tikwah, ein Neffe des bekannten Rosch-haschomrim .(„Wächterhauptmanns“) Schapira dieser Kolonie, die Stelle in Sarona übernommen. Oie Regel In Jaffa wurde in letzter Zeit ein Verein „Oie Regel“ gegründet, der den Besuch Jerusalems bei jedem der drei Hauptfeste >— Peßach, Schewuoth und Sukkoth — sich zum Ziele setzte. Nach den Statuten zahlt jedes Mitglied 5 Frcs. Eintrittsgeld und 70 Cts. monatlichen Beitrag. Anläßlich eines jeden Festes fahren zehn Mitglieder, die ausgelost werden, nach Jerusalem, von wo sie übrigens auch auf Rechnung des Vereins einen Abstecher nach Hebron zu machen haben. Am Festtage sind die Teilnehmer verpflichtet, vor der Kothel h a m a r a w i zu beten. Es sind bereits anläßlich des Schwuothfestes zehn Mitglieder des Vereins nach Jerusalem gereist. —• Auch dieser fromme Verein ist ein Beweis für das erwachende Interesse für Jerusalem, welches viele Kreise des jüdischen Volkes ergriffen hat. Unsere Schulen Das Jerusalemer Lehrerseminar, Knabenschule und Mädchenschule, sowie die städtische Mädchenschule in Jaffa sind von den zuständigen türkischen Behörden legalisiert Die Jerusalemer Mädchenschule leidet an dem Mangel eines ausreichenden Schulgebäudes. Infolgedessen mußte zirka 20 Mädchen die Aufnahme verweigert werden. Sowohl die Jerusalemer als auch die Jaffaer Schule, die jetzt unter der Leitung des Dr. Marse hak steht, haben eine ausgesprochen positiv religiös-nationale Richtung. Dieser Umstand erregt die Unzufriedenheit mancher freisinnigen Kreise, die auch in heftigen Zeitungsartikeln ihren Ausdruck findet. Demgegenüber ist das Gros der Bevölkerung auch in Jaffa mit dieser Richtung sehr zufrieden, was auch in der steten Zunahme der Schülerzahl seinen Ausdruck findet. 1 i 7lur bei rechtzeitiger Erneuerung des Abonnements werden unliebsame Störungen in der Zustellung des Blattes vermieden. Wir möchten daher unsere geehrten Leser, deren bonnement am 30. <&uni fß/4 abläuft, dringend bitten, die Erneuerung unverzüglich vorzunehmen. Alle Abonnements, die bis Ende d.M. nicht ausdrücklich abbestellt sind, betrachten wir als erneuert. 3>ie lleberideisung der zdbonnementsbeiträge aus Deutschland und Oesterreich-Ungarn erfolgt kostenlos mittels Postschecks, die wir sämtlichen Beziehern, deren Abonnement abläuft, direkt zugehen lassen. dfus dem J&mlande überweist man Beträge an uns am einfachsten per Postanweisung, wo dies nicht möglich ist, per Scheck auf europäische Banken oder in Briefmarken. T/erlag „3)ie Tß/ett“ BERLIN W 75, Sächsische Straße 8. 0488^691

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