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Die Welt · 1914-06-12 · 24 (12.6.1914) · p. 585

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
24 (12.6.1914)
Article
Krakau [Nachricht]
Date
1914-06-12
Page
585 (sequence 1)
Language
German
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Kr. 24 585 1>IE3aKELT In Krakau veranstaltete die „Ibriah“ am 17. Mai d. J. einen gelungenen Abend. Die Redner waren Dr. Samuel Warh a f t i g und Dr. Leser. In Lemberg hat am 17. Mai d. J. im großen Tikwath- Zion-Saale ein Abend des hebräischen Kindergartens stattgefunden, der ein schönes Zeugnis des Gedeihens dieser Erziehungsanstalt der Jüngsten darstellte. Der Sprecher des Abends war Dr. Gerschon Zipper. ln Stanislau ist ein zionistischer Jugendverein „Hasch ach a r“ gegründet worden. Zum Vorsitzenden wurde M. Kaswiner gewählt. Der Verein zählt bereits 120 Mitglieder. In Tarnopol hielt am 23. Mai d. J. im Schloßsaale Dr. Israel Waldmann einen Vortrag über die Eindrücke während seiner Palästinareise.- Holland 's Gravenhage. Der Vorstand der Ortsgruppe 's Gravenhage des Holländischen Zionistenbundes bittet höflichst diejenigen Zionisten, welche diesen Sommer einige Zeit in Scheveningen verbringen werden, sich mit dem Sekretariat, Frankenslag 120, in Verbindung zu setzen, damit man sich über eventuell äbzuhaltende Propagandaveranstaltungen beraten kann. England Dr. Levin in England In der vergangenen Woche sprach Dr. Schmarja L e v i n auf einer Versammlung in Manchester, die ihm zu Ehren von Mr. und Mrs. Samuel Cohen einberufen worden war. Nach Dr. Levin, der sich in seiner Rede hauptsächlich mit den hebräischen Schulen in P/alästina befaßte, sprach Dr. Weizmann über die geplante jüdische Universität, von der man hofft, daß sie der jüdischen Intelligenz ein neues Feld der Betätigung erobern wird. Die Begeisterung, mit der beide Reden aufgenommen wurden, zeigte sich darin, daß sofort 100 £ für die hebräischen Schulen in Palästina gezeichnet und für die Zukunft weitere Beiträge versprochen wurden. Der Schekel-Tag g. — Der Schekel-Tag, der am 7. Juni in London stattland gab den Zionisten Gelegenheit, Heerschau über ihre Kräfte zu halten. In emsiger, systematischer Arbeit wurde Tausenden von Juden der Schekel ins Haus gebracht. Fünf Straßenversammlungen wurden zum Verkauf des Schekels abgehalten. Eine ganz neue Erscheinung waren Prozessionen von Männern und Kindern, die mit Plakaten, die zum Kaufe des Schekels aufforderten, durch die Straßen zogen. Eine solche Prozession ging auch durch den Westen der Stadt und erregte allgemeines Aufsehen. Der nächste Sonntag ist als Schekel-Tag für die Provinz festgesetzt worden. •Leeds. In Leeds wurde in der vergangenen Woche ein Blumentag zugunsten des Nationalfonds veranstaltet, der sehr günstig verlaufen ist und ungefähr 50 £ eingebracht hat. London. In London fand anläßlich der Rückkehr Mr. Joseph C o w e n s aus Palästina ein Bankett statt, an dem ungefähr 100 Personen, darunter Sir Francis Montefiore, Mr. Zangwill, Mr. Cowen selbst und Dr. Joseph Jacobs, teilnahmen. Das Bankett wurde eingeleitet durch die Verlesung mehrerer Briefe, die von verschiedenen zionistischen Organisationen eingetroffen waren, und durch die Ankündigung Mr. Myers, daß 20 £ für den Nationalfonds gesammelt worden sind, um Mr. Joseph Cowen ins Goldene Buch einzutragen. Als erster Redner sprach Sir Francis Montefiore, der das Präsidium übernommen hatte, indem er Mr. Cowen mit sehr herzlichen Worten begrüßte und die neuerdings aufgetauchten Gerüchte widerlegte, die sein Interesse für die zionistische Bewegung anzweifelten. Mr. Cowen dankte in seiner Rede für die Ehrungen, die ihm zuteil geworden waren und sprach dann in enthusiastischer Weise über Palästina. Seine Reise nach Palästina habe in ihm nur die Ueberzeugung gefestigt, daß im Zionismus die einzige Lösung der Judenfrage liege. Wenn er vom Zionismus spricht, so macht er keinen Unterschied zwischen politischem, kulturellem und wirtschaftlichem Zionismus, sondern betrachtet als Zionisten alle diejenigen Juden, die für das Weiterbestehen des jüdischen Volkes arbeiten. Unter den weiteren Rednern waren noch Mr. Snovvman, Mr. Rubenstein und Mr. Zangwill. Letzterer wandte sich in seiner Rede gegen die Vermutung, daß seine Anwesenheit bei einer zionistischen Festlichkeit eine Verschmelzung des Itoismus mit dem Zionismus bedeute. Als Beweis dafür, daß er sich nicht dem Zionismus angeschlossen hätte, führte er an, daß er erst in letzter Zeit Vorschläge gemacht hätte, die Juden in Mesopotamien anzusiedeln. Mr. Zangwill ist trotzdem der Meinung, daß es wohl möglich wäre, die Arbeit der Zionisten und Itoisten zu vereinigen, da sie ja beide dasselbe Endziel hätten, das Fortbestehen der Juden zu sichern. Selbst wenn Palästina das jüdische Zentrum würde, so würden doch noch eine Menge Juden in der Diaspora verbleiben und daher jüdische Probleme zu lösen sein. Mr. Zangwill schloß mit der Versicherung, daß niemand sich mehr freuen würde als er, wenn seine Idee einer großen jüdischen Kolonisationsorganisation, für die Zionisten und Itoisten gemeinschaftlich arbeiten könnten, verwirklicht würde. Wir glauben nicht, daß diese Worte des Herrn Zangwill auf die Beziehungen der Ito zum Zionismus einen besonderen Einfluß haben dürften. Bulgarien Schekeltag in Bulgarien (Von unserem Berichterstatter.) R. — Seit dem Beginne der zionistischen Bewegung hat die bulgarische zionistische -Organisation das Lagbeomerfest zum Schekeltag fstgesetzt, und dieser Tag ist nunmehr fast für die ganze bulgarische Judenheit zu einem Fest- und Feiertag geworden. Zum erstenmal im vorigen Jahre mußte der Jom-Haschekel wegen des Krieges ausbleiben. Desto größer waren die Festlichkeiten, mit welchen der Schekeltag dieses Jahr gefeiert wurde. In Sofia wurde nach der Feier im Schulgebäude ein großartiger Straßenzug mit den Makkabim an der Spitze veranstaltet. Noch glänzender ist der Schekeltag in Rusts c h u k verlaufen. Vom Beth-Am ging der Zug, Makkabim mit Fahne und Musik voran, durch die Straßen der Stadt. In Philippopel fand eine ähnliche Feier statt. Abends wurde dort ein Bankett veranstaltet, an welchem etwa 100 Personen teilgenommen haben. Interessant war das Erscheinen der Präsidenten der Kultusgemeinden aus den neuerworbenen Gebieten G i u m u 1 d j i n a und Dedeagatsch. Sie hatten zum erstenmal Gelegenheit, zionistische Reden zu hören. Unter dem Eindrücke des Gesehenen und Gehörten versprachen sie feierlich, ihr möglichstes zu tun, um in ihren Gemeinden die zionistische Sache zu fördern. Besonders eindrucksvoll waren die Feiern in den kleinen Ortschaften, da dort fast überall die ganze Bevölkerung an den Festlichkeiten teilnimmt. Auch die Schulen sind überall geschlossen. Die Gesamtzahl der an diesem Tage verkauften Schekel ist noch nicht bekannt. In Sofia wurden 250, in Rustschuk und Philippopel 200 Schekel verkauft, aber in den kleinen Ortschaften ist die Zahl der verkauften Schekel relativ beträchtlich größer, wenn man bedenkt, daß es sielt oft um Ortschaften handelt, die kaum 100 jüdische Familien zählen; so wurden in Bazardjin 150, in Kamobat 50, in Haskovo 130, in Provadia 30, in Burgas 60 Schekel verkauft. Die Verteilung der Schekel dauert fort, und man kann schon jetzt mit Bestimmtheit sagen, daß die Zahl der in diesem Jahre verteilten Schekel viel größer sein wird als je vorher. Ueberall wurde gleichzeitig für den Nationalfonds gesammelt, und in Rustschuk allein war das Ergebnis 400 Fr. Das Landeskomitee hat sich diesmal besondere Mühe gegeben, überallhin, wo es nötig war, Redner zu entsenden. Außerdem hat das Landeskomitee die Broschüre des Herrn Dr. Richard Lichtheim „Das Programm des Zionismus“ ins Bulgarische übersetzt und zum Schekeltag versandt. An diesem Tage wurden 1000 Exemplare verkauft. Auch die bulgarische Presse hat unseren Schekeltag wohlwollend besprochen (die Tageszeitungen „Utro“ und „Zarja“), und die bulgarische Zeitschrift „Az Znam Vsitschko“ hat eine Abbildung des zionistischen Straßenzuges in Sofia gebracht. Vereinigte Staaten von Nordamerika Jahreskonferenz der Zionisten in Amerika Die Federation of American Zionists trifft ausgedehnte Vorbereitungen für ihre 17. Jahreskonferenz, die in Rochester vom 28. bis zum 30. Juni stattfindet. Die Delegierten werden von sämtlichen Gruppen jetzt gewählt, und man nimmt an, daß die Konferenz sehr wichtige Beschlüsse fassen wird.

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