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Die Welt · 1914-06-05 · 23 (5.6.1914) · p. 566

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Journal
Die Welt
Volume
18 (1914)
Issue
23 (5.6.1914)
Article
Jüdische Volks-Lieder [Rezension]
Date
1914-06-05
Page
566 (sequence 1)
Language
German
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566 DIEX&ELT Nr. 23 M. M. Warschavvsky: Jüdische Volks-Lieder. Zweite, vermehrte Auflage. Verlag „Moriah“, Odessa, 5574. Markus Warschawsky gehört zu den Schöpfern des jüdischen Volksliedes. Wie Goldfaden und Zunser hat auch er Text und Melodie selbst geschaffen und auch selbst vorgetragen, — und wie ihre Lieder, erklingen auch die seinigen in jedem jüdischen Hause im Osten. Aber auch im Westen sind einige von seinen Liedern — wie „Der Aleph-Beis“, „Simchos Toire“, „A Brief von Amerika“, „Dem Müllners Trähren“ u. a. — populär geworden, allerdings ohne daß der Name ihres Schöpfers hier besondere Beachtung gefunden hätte. Warschawskys Lieder sind in der Tat so echt volks- . tümlich, sind in d e m Maße Gemeingut der breiten jüdischen Massen geworden, daß sie als wirkliche Volkslieder gelten können und man ihren persönlichen Urheber ganz vergißt. Das herbe Leid und die stillen Freuden des Goluslebens finden in Warschawskys Dichtungen ihren ungekünstelten und häufig humorvollen Ausdruck. Von ergreifender Wirkung sind seine Zionslieder. Der Dichter schildert seine Weltverlassenheit, in der ihm nur die Zionsliebe geblieben ist. Allein, er ist alt und kann nicht mehr hoffen, den heiligen Boden von Erez Israel.mit seinen heißen Tränen netzen zu können, und so gibt er der Jugend seinen Segen mit auf ihren Weg nach dem geliebten Lände: „Ch’wel for eich do, Kinder, beten Gott dem Süßen früh un spät, Er sol eich ahin begleiten, Wi r hot uns amol begleit, Un in Zion s groißen Nomen Un in Zion's heilig Wort, Naje Bäumer, naje Blumen Sol er losen wachsen dort.“ Er, der greise Dichetr, selbst aber gibt sich dem Trost hin: „As ich wel in Keiwer liegen Wet a Vögele zufliehen, Un wet singen ot dem Nigen Un dos Liedele von Zion: „Zion! Zion! Groißer Nomen! Zion! Zion! heilig Wort . . . ch’ hob von dort gebracht Dir Blumen Un a Zweigele von dort.“ Ot dos Zweigele dos grüne Hob ich Dir von dort gebracht, Wu es scheint unser Emune - Unser Kroin un unser Pracht! Dort is keinmol nit kein Winter, Dort is keinmol nit kein Kalt, Weil die Sun geht dort nit unter, Un sie scheint die ganze Welt!“ ln Warschawskys Dichtungen offenbart sich der nie verzagende Optimismus des jüdischen Stammes. Wohl durchkostet der Dichter die Schmerzen des Judenlebens in ihrer ganzen Bitternis, allein er verzweifelt nicht. Er findet immer ein Wort des Trostes, der Hoffnung, der Aufrichtung. Den wehmutsvollen Tönen folgt ein „Fröhlichs“ auf .dem Fuß. Die Trauerlaute klingen in Zuversicht aus. Denn Gott verläßt sein Volk Israel nicht. Und aus dem fernen Osten grüßt der Schein eines neuen Morgens der Volkserlösung. Berlin. Joseph Lin. Dr. S c h w a b a c h e r: Geschichte und rechtliche Gestaltung der Portugiesisch-Jüdischen und der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg. Berlin 1914. In der vorliegenden Dissertation ist die rechtsgeschichtliche Entwicklung und der rechtliche Zustand der beiden Judengemeinden Hamburgs eingehend daigestellt worden. Während in meiner mehr populären Arbeit über „Die rechtlichen Verhältnisse der Juden in Hamburg“ im juristischen Teile nur die einschlägigen Gesetze mit kurzen kommentierenden Bemerkungen abgedruckt sind, hat Schwabacher eine systematische Gliederung der einzelnen Institutation auf Grund rechtsgeschichtlicher Untersuchungen gegeben. Im ersten Teil behandelt er die Stellung der Gemeinden zum Staat und untersucht den rechtlichen Charakter der Gemeinden und der Kultusverbände, sowie die Stellung ihrer Beamten in öffentlichrechtlicher Beziehung. Im zweiten Teil behandelt er die innere Verfassung der Gemeinden und der beiden sog. anerkannten Kultusverbände, sowie die der neuen Dammthor-Synagoge, des sog. nicht anerkannten Kultusverbandes. Auch das neueste Gesetz vom 18. Februar 1914 „über die Veranlagung und die Erhebung von kirchlichen Steuern“ ist berücksichtigt und in einem Anhang abgedruckt. Die Arbeit ist eine wertvolle Bereicherung der Spezialliteratur der Juden in den einzelnen Staaten Deutschlands. Hamburg. Dr. Tannenwald. Schluß des redaktionellen Teiles Bel der Administration „Die Welt** sind emgegangen: Für das Mikrobiologische Institut z «Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut** Siegmund Eppler, Wien K. 2.— — Jt 1.68; Paul Diamant, Wien BL 2.— Jt 1.68; Prof. Kellner, Wien K. 1.— Jt —.84; Johann Kremenezky, Wien. K 10— Jt 8.40; Ing. Josef Seidener, Wien fc. —.50 JC—A2.-, Heinrich Lederer, Wien K. —.50 — Jt —12; Leo Weise, Wien BL 1.— — Jt —.84; Oswald Weisa, Wien K. 2.— — Jt 1.63; Jalias Weise, Wien. K. L— — Jt —K4; Dr. Elk an Weise, Wien EL 2.— — Jt 1.68; Emanuel Lockspeiser, Boryal&w BL L— Jt —.84; Kais. Kat Emil Broch, T&rnow K. —.50 — Jt —42; Kais. Kat C. Hirsch, Wien K. 5.— — Jt 420; Heinrich Bard, Lemberg K. 6.— — Jt 5.04; Fischei Engelstein, Hetz Jt —.50; Simon Gerstenhaber Jt —-SO; Josel Frankel Jt —K0; Jona Holdner Jt—2.0; Isak GroBmann Jt —25 S^moy^Than, Metz4t — ,25; Akadem- Verein jüdischer Mediziner,Wien Kr. 2.— rran*TO Midraschah. Die bekannte Zigarettenpapier- und Hülsenfabrik Jac Schnabl & Co. in Wien XIX bringt* zufolge eines mit dem Kuratorium des hebräischen Gymnasiums in Jerusalem geschlossenen Vertrages für die jüdischen Raucher Zigarettenpapier, Zigarettenhülsen und Papier-Zigarettenspitzen unter dem Namen „Midraschah“ ~t2mo in Verkehr und fallen von deren Erlös 5 °/o dem hebräischen Gymnasium in Jerusalem zu. — Es ergeht somit an die gesamte Judenheit die Bitte, die Erhaltung des hebräischen Gymnasiums in der Weise zu unterstützen, daß nur Zigarettenpapier, Zigarettenhülsen und Papier-Zig.-Spitzen „Midraschah“ verlangt werden. — „Midraschah“ wird aus bestem, echt ägyptischem Vergepapier erzeugt und entsprechen sowohl die Hülsen als auch die Zigarettenpapiere allen Anforderungen der Hygiene. — Wo ,Midraschah“ nicht erhältlich ist, wende man sich wegen der nächsten Verkaufsstellen an den Vertreter obiger Firma, M. Trainer in Bielitz. Wir verweisen auf das Inserat dieser Firma in der dies wöchigen Nummer. Die bestbekannte Firm» Julius Le ierer, Ramborg (Oesterreich), gegründet 1830, bringt für die neue Saison eine ganz erstklassige Kollektion, welche jedenfalls dazu beitragen wird, den Ruf dieser Weltfirma noch weiter zu verbreiten. Besonders über, aschend sind die billigen Preise, bei guter Verarbeitung: Clothzierscbürzen mit Künstier-8toffbesatz per Dutzend 6 Kronen, Hansfranen-Scbürzen per Dutzend 6 Kronen, Kinder- Schürzen, Reform, von 30 Heller per Stück usw. Auch spezielle Neuheiten in tamb. und gestickten Artikeln wie Wandschoner, Sofakissen, Promenade- Damenhandtaschen, Böcke, Kleidchen, Wäsche nsw. vervollständigen die prachtvolle Kollektion. Die Firma ist für den Export vorzüglich eingerichtet und erfolgt der Versand franko nach allen Ländern der Erde, Als Muster-Kollektion wird auf Verlangen ein Postpaket & 5 kg gesandt und kostet diese ca- 40 Kronen. Bei Berufung auf unser Blatt wird auch gern illustrierte Saisonliste übermitteln STolkWERCK 7 Fabriken. Über6000 Beschäftigte

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